Archive for Oktober, 2007

Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zum Gegenwartsfeld I

Jede Aufmerksamkeitsphase, sei sie auch extrem kurz, ist eine Phase, in der das Delta des Menschen in den Vergangenheitsfeldern der Egostruktur bewusst tätig wird. Eine Qualität des G-Felds – mein Delta – kommt auf die Erde und bringt seine G-Feldqualitäten in den Bereich der nicht materiellen und materiellen Vergangenheitsfelder. Einfacher gesagt, bringt mein Deltabewusste, helle Gegenwart in meine seelische Innenwelt und in die physischen Wahrnehmungen. Wie die Wahrnehmung der Sinne „abläuft“, durchschaut mein Deltabewusstsein nicht. Es ist aber die meistens überbewusste Tätigkeit meines Deltas nötig, um die Wahrnehmung der Sinne so zu werten, dass in unserem Seelenraum ein Bild der Welt entsteht, das unser Gegenstandsbewusstsein in sein gewohntes Bild der Aussenwelt ohne Widerspruch einreihen kann. Sobald das korrekte Bild im Innern auftaucht, hat das überbewusst tätige Delta seine „Arbeit“ geleistet und hat das entstehende Bild in den Kontext der schon vorhandenen Vergangenheitsmuster so eingereiht, dass die Egostruktur in ihrem Gegenstandsbewusstsein mit dem inneren Bild der Aussenwelt „zufrieden“ ist. Das Bild muss sich in die Erfahrung der Egostruktur widerspruchslos einfügen, sonst ist der irdische Mensch verwirrt, zweifelt an seiner seelischen Gesundheit oder gerät sogar in Panik. Bei einem Spaziergang durch eine Baumschule erlebte ich eine kurze Irritation meiner Weltsicht. Ich blickte unkonzentriert in die Ferne und sah plötzlich eine riesige braune Wand am Ende der Pflanzungen. Ich blinzelte bewusst und war erleichtert, dass die braune Wand nach dem Öffnen meiner Augen sich in einen riesigen, flachen Acker verwandelte. Nun war die Welt wieder in Ordnung. Mein Delta war anscheinend nicht korrekt in meinen Vergangenheitsstrukturen gelandet und hatte statt „waagrecht“ meinem Ego „senkrecht“ suggeriert. Die kurze Irritation bündelte die Aufmerksamkeit meines Deltas wieder, so dass es beim zweiten Versuch mit Hilfe meiner Vergangenheitsfelder, das für mein Weltbild richtige Bild erzeugte. Dass unser normales Tagesbewusstsein nicht so normal ist, wie wir denken, zeigen die Bücher von O. Sacks mit Titeln wie„Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“. Ebenso kann ein Hypnotiseur bewirken, dass man nur ein Glas durch die Luft schweben sieht, obwohl die anderen Menschen im Raum einen Mann sehen, der das Glas in seiner Hand auf und ab bewegt. Durch das Bild, das ins Weltbild der Egostruktur passt, bekommt die Egostruktur ihr Tagesbewusstsein. Da jedes Bild durch die für die Egostruktur überbewusste Tätigkeit des Deltas gebildet wird, entsteht im Tagesbewusstsein auch das Ich-Bewusstsein des Menschen. Denn dieser überbewusste Akt der Weltentstehung im Bewusstsein der Egostruktur gibt uns das unbewusste Gefühl des Ichs – des Deltas- , das die Welt in unserer Innenwelt neu erschafft. Deshalb ist unser statisches Gegenstandsbewusstsein auch ein Ichbewusstsein. Ichbewusstsein heisst, dass ich die Vorstellung meines Ichs durch die unzähligen Erinnerungsvorstellungen, die vom Ich gebildet wurden, bekomme. Diese Vorstellung verschwindet wie alle Vorstellungen, wenn ich schlafe. Im Schlaf ist mein Delta, das meinem Alltagsbewusstsein die Vorstellungen mit Hilfe der Egostruktur „liefert“, aus der Egostruktur ausgeklinkt. Ohne Egostruktur – ohne Körper- gibt es kein Alltagsbewusstsein mit Vorstellungsbildern, die von der Materie oder vom immateriellen Ich-Bin-Wesen (Ichvorstellung) angeregt wurden. Im Tod gilt dies natürlich auch, da das Delta in einen nicht mehr existierenden Körper nicht mehr „einklinken“ kann. Das Delta macht nun seine Tätigkeit ohne das Vergangenheitsfeld des materiellen Körpers zunächst noch in den nichtmateriellen Vergangenheitsfeldern der Egostruktur. Die Bilder sind nun nicht mehr ans Hirn gebunden, das statisch in Raum und Zeit existierte. Deshalb beginnt nun der „Lebensfilm“. Die Bilder werden beweglich. Der „Lebensfilm“, wie zum Beispiel Menschen, die in den Bergen abgestürzt sind und überlebt haben, berichten, kann in Bruchteilen einer Sekunde das ganze Leben mit allen Details zeigen. Dies ist im G-Feld ausser Raum und Zeit selbstverständlich möglich. Bei Extremfällen, wenn das Delta den Körper teilweise oder nur für kürze Zeit verlässt, kann man die Qualität des G-Felds, das jedoch noch mit den V-Feldern verbunden ist, erfahren. Diese Erlebnisse verschwinden jedoch blitzschnell, sobald wir wieder im Körper gelandet sind. Es braucht nun grosse Aufmerksamkeit, um diese flüchtigen Momente festzuhalten und richtig zu interpretieren. Jeder Mensch erlebt täglich Momente, in denen er mit verstärkter Aufmerksamkeit das Gegenwartsfeld aus eigener Erfahrung kennen lernen könnte. Den grössten Streich bei der Analyse dieser Momente spielen uns jedoch die Vorurteilsstrukturen unserer Egostruktur. Unsere Egostruktur weiss ja, wie die Welt ist. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Da unsere Egostruktur laut, schrill und plump in der Welt steht, verhindert sie sich selbst, die leisen, feinen und subtilen Qualitäten des G-Felds wahrzunehmen. Da jeder Mensch sein Delta – einen Ausschnitt aus dem G-Feld – in sich hat, kann auch jeder Mensch, wenn er seine Aufmerksamkeit so lenkt, dass sie die Feinheiten des G-Felds wahrnimmt, eigene Erfahrungen im G-Feld machen. Er ist nicht mehr auf die Berichte anderer Menschen angewiesen. Auf dem Hintergrund der eigenen Erlebnisse sind die Berichte anderer, wie Schilderungen von Nahtoderlebnissen, die diversen heiligen Schriften und medizinische Schriften zum Übergang vom Leben zum Tod äusserst interessant und lehrreich.

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Geist ist Licht, Seele ist Farbe, Leib ist Finsternis

Mein Delta, meine Geist-Seele, lebt im nicht strukturierten Gegenwartsfeld. Es ist reine Aktivität. Es kann sich nicht auf vergangene Strukturen stützen. Es ist die individualisierte Dynamik von Gottes Wille, die aus sich selbst heraus in Bewegung ist. Eine Umschreibung für ein Bewusstseinswesen ohne Strukturen, das voller Aktivität ist, wird immer für unser irdisches Bewusstsein mit Licht in Verbindung gebracht werden. Licht, das unsichtbar ist, im Kontakt mit der Materie als weisses Licht sichtbar wird, sich überall ausbreitet und nicht fassbar ist. Man darf auch bei diesem Vergleich das sichtbare Licht, das man mit dem Denken und Handeln seiner Egostruktur durch Messung seiner Wellenlänge strukturiert, nicht mit seiner eigentlichen Qualität, seinem Wesen, verwechseln. Wenn ich Licht als unstrukturierte, nicht materielle Qualität mit materiellen Messinstrumenten fassen will, zwinge ich dieser Qualität die Art meiner Messmethoden auf und es erscheint als Welle, mit einer bestimmten Wellenlänge oder als Partikel. Dieser scheinbare Widerspruch der Erscheinungsweise des Lichts löst sich auf, wenn man folgendes Beispiel betrachtet: Man kann durch bestimmte Methoden der Verarbeitung aus Weizen Brot machen oder Treibstoff. Wenn ich nun das Brot studiere und mir Gedanken zum Wesen des Weizens mache, werden diese Gedanken sicher anders sein, als wenn ich den Treibstoff studiere.

Für physische Augen erscheint Licht als reines Weiss. Ein schönes Bild für die Qualität des Geistes.

Das Gegenteil des Lichts ist die Materie, der materielle Leib. Er ist in seiner Form lokalisierbar im Raum. Er ist mit einfachen Mitteln messbar. Er ist lichtundurchlässig und hat kein helles Bewusstsein von sich selbst. In ihm herrscht somit in doppelter Hinsicht Finsternis. So kann man mit Recht den strukturierten Leib als den Ort der Finsternis bezeichnen. Extreme Materieansammlungen im Weltall werden ja auch von der Wissenschaft mit dem Namen „schwarzes Loch“ bezeichnet. So ist Schwarz oder Finsternis für den materiellen Leib ein nachvollziehbarer Name.

Finsternis ist Leib

Der Impuls meiner Geist-Seele kommt aus sich selbst, nicht aus dem strukturierten, finsteren Leib. Sie existiert unabhängig vom Leib, braucht ihn jedoch, um durch und in ihm ihr Bewusstsein als individuelles Delta zu erlangen. Anders formuliert existiert mein Delta nur, wenn es innerlich aktiv ist, denn seine Aktivität ist die Grundlage seines Bewusstseins. Durch die vielen individuellen Erfahrungen im Leib ist mein Delta effektiv mein eigenes Delta geworden. Es gibt kein zweites Delta, das im Leib in den verschiedenen Inkarnationen dieselben Erfahrungen gemacht haben. So kann man nachvollziehen, dass jedes lichtvolle ICH-BIN-WESEN, das in der Materie seine einzigartigen Erfahrungen gemacht hat, zum individuellen Delta, zur individuellen Geist-Seele geworden ist. Das reine Weiss hat sich in der Auseinandersetzung mit der Materie, mit der Finsternis, etwas abgedunkelt. Aus dem Weiss ist eine farbige individuelle Seele geworden, die ihre eigenen Farbklänge besitzt. Aus dem geistigen Wort Gottes ist ein individueller menschlicher Klang geworden. Der Tropfen aus dem göttlichen Meer des Geistes ist zur klingenden menschlichen Geist-Seele, zum Delta, geworden. Jeder Mensch hat seine eigene Klangfarbe, die im Leib von den schrillen materiellen Farben und Klängen der Egostruktur so übertönt werden kann, dass man ihre spezielle, individuelle Klangfarbe nicht mehr erkennt.

Weshalb wurde das Licht des Menschen in der Auseinandersetzung mit der Finsternis des Leibes zur farbigen, nicht zur grauen Seele? Wenn wir im Bild bleiben wollen, gibt doch Weiss, das sich mit Schwarz abdunkelt Grau!

Um die Farbentstehung bei der Bildung des Deltas erklären zu können, muss ich auf die Farbenlehre Goethes zurückgreifen. Goethe baute seine Farbenlehre nicht auf die Erkenntnisse von Newton auf, obwohl er die Theorien Newtons bestens kannte. Newton und die heutige materialistische Wissenschaft erklären die Farbentstehung mit den Strukturen des Lichts, die sie mit materiellen Apparaten erfassen können. Im Wesentlichen sind die Wellenlängen des Lichts für die Farbentstehung verantwortlich. Im materialistischen Weltbild gibt es ja auch keine objektiven Farben. Diese entstehen erst im Gehirn durch Wechselwirkung der Wellenenergien und den Nerven.

Goethes Anliegen war es, aufzuzeigen, dass sich in den Farben objektive Wesen aus dem Gegenwartsfeld auf der Erde offenbaren. Er sah im Licht primär den Geist, der sich auf der Erde als Licht zeigt. Ebenso hatte für Goethe die Finsternis eine eigene Qualität. Finsternis ist nicht die Abwesenheit des Lichts. Sie ist die Offenbarung eines zum Geist polaren Wesens. Wenn nun sich das Licht mit der Finsternis in einem trüben Medium dynamisch auseinandersetzt, entstehen die Farben. Das schönste Beispiel erleben wir beim Sonnenauf-oder –untergang. Das Licht der Sonne „kämpft“ mit der Finsternis des Alls im Medium der Erdatmosphäre. Details kann man bei Goethe nachlesen.

Farben sind die Wirkung objektiver immaterieller Wesen. Sie entstehen nicht erst im Gehirn. Deshalb macht es Sinn, wenn sich Goethe auch Gedanken über die sinnlch-sittliche Wirkung der Farben auf die menschliche Seele macht. Goethe war seiner Zeit weit voraus. Er steht auch heute nicht im Widerspruch zu Newton. Er ging über ihn hinaus und hat schon in den Anfängen des Materialismus seinen Blick auf die in der Materie wirkenden geistigen Prozesse gelenkt. Er wollte die Phänomene der Farbentstehung mit den Qualitäten des Geistes statt mit den Quantitäten der Materievorstellungen erklären. Der Weg Newtons ist auch heute noch der geeignetste, um perfekte Farbfotogafien herzustellen. Will man verstehen, wie die Farben in der Farbtherapie auf den Menschen wirken, kann man schon bei Goethe wichtige Grundgedanken dazu finden.

Was nun im Materiellen Farben entstehen lässt – der Kampf zwischen Licht und Finsternis in einem trüben Medium – gilt auch auf der immateriellen Ebene. Wenn sich der Geist des Menschen im menschlichen Leib mit den immateriellen Kräften der Finsternis auseinandersetzt, entstehen die individuellen Farbtöne der Seele. Diese bilden die immaterielle Qualität jedes einzelnen menschlichen Deltas. Der Regenbogen als kaum fassbare Erscheinung auf der Welt berührt uns Menschen deshalb auch auf eine intime Weise in unserer Seele.

Seele ist Farbklang.

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Erwachsen sein – erwacht

In der Jugend baut der Mensch seine Egostruktur auf. Er muss seinen Leib physisch ergreifen. Falls er das Glück hat, eine durchlässige Struktur zu „bewohnen“, lebt er im Schein seines milden Deltalichts. Er hat seinen Ursprung nicht vergessen. Kommt er jedoch in eine verhärtete Struktur, kann es sein, dass die Übermacht seiner vererbten und durch Erziehung gebildeten Egostrukturen das Licht seines Deltas nicht mehr in sein Leben leuchten lassen. Wenn dieser Mensch erwachsen wird, fällt es ihm schwer als Erwachsener auch zu erwachen. Erwachen heisst ja, mit vollem Bewusstsein durch innere Aktivität sein Delta-Licht leuchten zu lassen. Meistens kommt es erst nach einem „Schlag“ zur Lockerung der Egostruktur. Durch die „Risse“, die dadurch entstanden sind, kann das selbst aktivierte Delta-Licht dann eindringen. Dieser „Schlag“ kann ein Unfall, eine Krankheit, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eines Nahe stehenden Menschen oder eine andere Erschütterung sein.

Erwachsen sein ist in der Zeit der Evolution des Bewusstseins der dynamische Akt des Erwachens, des individuellen Aufwachens aus dem Bewusstsein der Egostruktur. Erst im Deltabewusstsein sind wir ganz Mensch geworden. Erst wenn ich meine Egostruktur mit meinem Delta durchleuchten und ergreifen kann, bin ich ein schöpferischer Mensch, der sich nicht mehr von den Zwängen seiner Hirnstrukturen leiten lässt. Erst jetzt kann ich mit meinen chaotischen Trieben und den alles ordnenden inneren Strukturen spielerisch umgehen. Ich kann mit meiner liebevollen Aufmerksamkeit bewusst das soziale Leben fördern und erlebe meinen inneren Kern als Anker im Strudel meiner mich im Innern bedrängenden und verführenden Gedanken und Emotionen. Ich bin erwachsen geworden und kann als erwachter Mensch meinen Teil zur postbiologischen Evolution beitragen. Ich arbeite am Werden der Zukunft mit, in der die Menschen individuell und in Freiheit sich gegenseitig beim Aufwachen helfen. Eine Zukunft in der unser statisches Gegenstands- oder Vergangenheitsbewusstsein durch das dynamische Prozess- oder Gegenwartsbewusstsein erweitert wird. Die alten Bewusstseinszustände werden nicht verschwinden sondern erweitert! Wir müssen auf der Erde auf unser heutiges Egostrukturbewusstsein mit all seinen auch sehr schönen Aspekten nicht verzichten. Ganz im Gegenteil wird das Deltabewusstsein das Leben in der Materie durch das bewusste Durchschauen der Kräfte, die den Menschen am Aufwachen hindern wollen, vertiefen. Im Schein des liebevollen, milden Aufmerksamkeitslichts unseres Deltas wird dem irdischen Leben erst sein eigentlicher Sinn von jedem einzelnen Menschen selbst verliehen. Als in dieser Art Erwachsene müssen wir den Sinn unseres Lebens nicht mehr von Aussen diktiert bekommen. Wir sind nicht mehr die „Kinder“ der Religionsgemeinschaften oder der materialistischen Naturwissenschaft. Unser Delta schöpft seinen Sinn aus sich selbst.

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