Archive for November, 2007

Sprung über den Abgrund II


Vor dem Abgrund leben wir unser normales Leben im Egobewusstsein. Wir leben auf der Vergangenheitsseite des Abgrundes. Alles Gegenständliche, das wir sehen, ist das Endprodukt unserer Hirn- und Sinnesprozesse, das uns mit Hilfe unseres Deltas im seelischen Innenraum ein Bild der Natur entstehen lässt. Anders formuliert, sind unsere inneren Bilder Vergangenheitsbilder der gegenwärtigen Natur. Unsere irdische Konstitution zeigt uns gegenständlich, bildhaft „Standbilder“ aus dem lebendigen Wirken der gegenwärtigen Natur. Unser Gegenstandsbewusstsein gibt uns ein Bild der Natur, wie man es als Normalmensch erlebt: Berge Meere, Sonnenuntergänge, Tiere, Pflanzen und Menschen. Dieses Bild entsteht nur durch die überbewusste Tätigkeit unseres Deltas in den Körperstrukturen. Die biologische Evolution ermöglicht uns ein Erleben der göttlichen Schöpfung in Zeitlupe oder als Standbild. Mit dem gesteigertem Bewusstsein der postbiologischen Evolution können wir sogar in die gegenwärtigen Prozesse der göttlichen Schöpfung blicken. Wir nehmen die nicht materiellen Prozesse aus dem G-Feld, die die Materie beleben und organisieren, wahr. Ebenso können wird seelisch-geistigen Vorgänge, die sich im physischen Menschen zeigen, wahr nehmen. So ist ein echtes Lächeln, eine Offenbarung der im Körper wirkenden Geist-Seele des Menschen. Ohne unsere Delta-Aktivität schlafen wir ein und sinken in ein Schlaf- und Traumbewusstsein ab. Äusserlich bleiben wir wach und denken, fühlen und wollen weiterhin. Fast niemand bemerkt, dass wir zum deltalosen Autopiloten geworden sind. Wenn unsere komplexe Struktur nicht mehr von seiner Delta-Aktivität durchdrungen ist, wird sie von einer anderen Denkqualität ergriffen. Wenn diese andere Denkkraft die Egostruktur steuert, entstehen andere Bilder der Natur. Welche Bilder der Natur entstehen nun, wenn wir mit den toten Gedankenautomatismen, dem Intellekt, den „deltalosen“ Kräften der Egostruktur, die Natur beschreiben?

Beispiele:

Eine wunderschöne Sonnenuntergangsstimmung in den Bergen sehen wir nun mit anderen „Augen“. Wir sind nicht mehr berührt von den Farbklängen des Abendrots, von den ersten Sternen, die am Himmel funkeln und den Eisfeldern der Gletscher auf den höchsten Gipfeln und dem aus den Tälern aufsteigendem Nebelmeer.

Unser Denkautomatismus analisiert innerlich alles mit der Brille des wissenschaftlichen Denkens. Die wunderschönen Farbklänge sind nur gestreute Lichtstrahlen von gewisser Wellenlänge, die Sterne sind Atomfusionszentren, die Lichtjahre entfernt ihre Energie abgeben, die Eisfelder sind gefrorenes Wasser – H2O – , gut zur Stromgewinnung und das Nebelmeer besteht aus in der kalten Luft kondensiertem Wasserdampf.

Die Ehe wird nicht mehr als Gemeinschaft zweier Menschen gesehen, die das Delta unbewusst oder bewusst im Anderen erleben und lieben und ihr Leben gemeinsam gestalten wollen.

Die „deltalose“ Egostruktur eines Wallstreet-Bankers beschreibt die Ehe folgendermassen (Zitat aus TA Seite 14, 12.10.07): „ … Tatsache ist doch: mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird mein Einkommen noch steigen. Du aber wirst mit absoluter Sicherheit nicht schöner. In ökonomischen Begriffen bist du eine Wert vermindernde Geldanlage, ich jedoch eine Gewinnanlage. Du bist 25 Jahre alt, wirst noch etwa fünf Jahre schön bleiben. Dann beginnt der Zerfall. Es wäre ein Unsinn dich zukaufen – was ja eine Heirat bedeutet. Deshalb wäre ein Mietvertrag gescheiter.“

„Die Menschheit nimmt pro Jahr um so und so viele Millionen zu.“

Diese erfreuliche Nachricht, dass so viele Menschen die Gelegenheit bekommen, sich auf der Erde zu entwickeln, kann mit „deltalosen“ Bewusstsein auch so kommentiert werden: Hoffentlich sterben möglichst viele an einer Seuche oder in Kriegen, damit für uns genügend Platz bleibt.

Zeitungsnotiz: „Durch menschliches Versagen ist die U-Bahn entgleist. 50 Menschen sind umgekommen, 300 verletzt.“

Mit dem „deltalosen“ Bewusstsein sagt einem die kalte Intelligenz, dass man in Zukunft die U-Bahnen am Besten ohne Menschen, die Fehler machen, betreiben sollte.

Die äussere Wahrnehmung ist mit Delta und ohne Delta dieselbe. Der Impuls zur Interpretation und das Lebensgefühl, das damit verbunden ist, ändern sich vollkommen. Es entsteht das Bild einer anderen Welt. In dieser Welt ist das Delta, der individuelle Mensch, der gegenwärtig jede Situation neu bewertet, nach den Gesetzen des G-Felds handelt und die natürlichen Bedingungen individuell modifiziert nicht vorhanden oder ein Störfaktor. Er ist zudem das schwächste Glied in der Kette der Abläufe dieser neuen Welt.

Im Erleben der Natur wird der Mensch als subjektiv fühlender Körper angesehen, der sich selbst durch die Funktionsweise seines Gehirns eine Welt vorgaukelt, die es objektiv nicht gibt. Sein Glaube an Gott ist ebenso das Produkt gewisser Hirnzentren und alter Erziehungsmuster. Objektiv besteht die Welt nur aus Schwingungen von bestimmten Wellen. Es gibt keine Farben, keine Töne, keine Gerüche in ihr. Mit anderen Worten sind alle Sinneswahrnehmungen ein Produkt von Sinnesorganen und Gehirnfunktionen. Die Wirksamkeit des Deltas, des Geistes, wird geleugnet. Liebe ist ein Produkt der Sexualdrüsen und der Suggestionen der hirnerzeugten Wünsche. Freiheit existiert nicht. Denn Freiheit wäre ja nur möglich, wenn das Delta des Menschen ohne Zwang aus dem Körper handeln könnte. Ohne Delta ist Freiheit Unsinn.

Ich habe nun aufgezeigt, dass der Mensch durch innere Passivität den alten Abgrund nicht überqueren kann. Er wechselt nicht von der Vergangenheit in die Gegenwart. Er überquert jedoch ohne es zu realisieren den neuen Abgrund, der die Natur von der „Unternatur“ trennt. Er „rutscht“ passiv ohne sein Delta in ein erst seit einigen Jahrzehnten entstandenes neues Reich der Technik. Weil sein Delta nicht dabei ist, wird seine Egostruktur von einer unmenschlichen, kalten Intelligenz ergriffen, die sich an die Stelle seines im G-Feld zurückgelassenen Deltas setzt. Diese Intelligenz setzt alles daran, vom Menschen nicht durchschaut zu werden. Sie stammt aus einem nicht materiellen Feld, das sich ebenso tief unter der Natur wie das Gegenwartsfeld sich über der sinnlich erlebbaren Natur „befindet“. Sie ergreift die Egostruktur automatisch.

Zusammenfassung

Jenseits des neuen Abgrunds kann ich mich in einer zum G-Feld konträren Welt verlieren. Ich muss heute ein Bewusstsein entwickeln, in welche Richtung ich über den Abgrund wechsle. Durch eigene Aktivität nach „oben“ in die Gegenwart, in ein helleres Bewusstsein oder passiv nach „unten“ in ein dumpferes Bewusstsein. Oben gewinne ich durch meine innere Aktivität meinen vollen göttlichen Menschen wieder. Unten verliere ich mein keimendes Delta und gelange in einen dumpferen Bewusstseinszustand, der nicht mehr vom Licht des Delta aufgehellt wird, der die Verbindung zum Gegenwartsfeld verloren hat. Ich verliere mein individuelles Wesen, meine Egostruktur wird Glied eines kosmischen Gedankenroboters, einer kalten antigöttlichen Intelligenz.

Wenn man sein Deltabewusstsein ausgebildet hat, kann man das Reich der Technik auch als erweiterte Egostruktur betrachten. Mit dem Licht meines Deltas durchschaue ich die unmenschliche Intelligenz. Ich begebe mich mit einer vom Delta-Bewusstsein erfüllten Egostruktur ins neue Reich der Technik. So kann dieses Reich mit seinen eigenen Strukturen – zum Beispiel Computerprogramme- für den Menschen sinnvoll genutzt werden. Der Mensch kann mit Hilfe seines im G-Feld bewusst gewordenen Gegenwarts- Bewusstseins auch aktiv unter die Natur absinken und verfällt den Kräften der „Unternatur“ nicht mehr. Er hat die Freiheit auch die ursprünglich mit antigöttlicher Intelligenz geschaffenen Strukturen so zu nutzen, dass sie eine Hilfe im Leben auf der Erde sein können.


Die zentrale Frage ist immer die Frage nach dem Bewusstsein des Menschen. Springt der Mensch mit innerer Aktivität auf die Gegenwartsseite des Abgrunds und taucht erst dann in das neue Reich der Technik oder will er passiv im Reich der Technik sein aufkeimendes Delta-Bewusstsein ganz verlieren? Der Umweg ins G-Feld ist im menschlichen Leben der direkte Weg, um auch im Reich der Technik Mensch zu bleiben.

Im Sprung über den Abgrund, ins Nichts, wechsle ich von der Vergangenheit in die Gegenwart

Das Bild des Abgrunds, der das irdische Bewusstsein zunächst vom himmlischen Delta-Bewusstsein trennt, ist schon uralt. Ebenso die Vorstellung, dass man zunächst im Nichts landet, wenn man springt. Was bedeutet dieses Bild in Bezug auf unsere heutigen Bewusstseinsfragen?

Auf der einen Seite des Abgrunds befindet sich die Welt der Vergangenheitsstrukturen. Es ist die Welt der unterphysischen, physischen und überphysischen Felder. Diese Welt zeigt sich im täglichen Leben, in den Vorstellungen des Egobewusstseins, als die Welt der Technik, als Natur und als Emotions- und Gedankenstrukturen.

Auf der anderen Seite beginnt das Meer der Gegenwart. das zuerst als Nichts erlebt wird. Es wird als Nichts erlebt, da der Halt der Vergangenheitsstrukturen fehlt. Man kann sich an nichts Äusserem mehr festhalten. Man verliert den Boden unter den Füssen. Erst, wenn man die Stütze in sich selbst gefunden hat, bekommt man eine neue Sicherheit. Das Nichts wird nun zum Alles. Man erlebt nun die lebendigen Kräfte, aus denen die Vergangenheitsstrukturen entstanden sind. Man ist nun im „Geistesmeer“, aus dem sich das materielle Dasein herausentwickelt hat. Man ist an der Quelle alles Irdischen. Das Springen über den Abgrund entspricht der inneren Kraft, die nötig ist, um ins Deltabewusstsein zu gelangen. Es fordert uns niemand auf, zu springen. Wir haben die Freiheit im Vergangenheitsbewusstsein zu bleiben. Dies war in kleinen Kreisen immer schon bekannt. Heute ist die Situation für die Menschen total anders. Das Bewusstsein der Menschen ist immer näher an den Abgrund gerückt. Viele Menschen ahnen ihr Deltabewusstsein. Schaudern aber unbewusst vor dem Abgrund zurück. Es ist an der Zeit für die Menschheit, den Abgrund zu überqueren, sonst werden wir von einem ganz neuen Aspekt des Abgrunds erfasst. Bis vor Kurzem konnte man im Leben mit dem Alltagsbewusstsein ohne Probleme bleiben. Man überliess den gefährlichen Sprung stellvertretend einigen wenigen Priestern und Heiligen.

Im konkreten Beispiel, das jeder selbst nachvollziehen kann, will ich wieder auf unser Alltags- und Delta-Bewusstsein zurückgreifen. Im Vergangenheits-, Gegenstands- oder Alltagsbewusstsein befinde ich mich auf der einen Seite des Abgrunds. Ich sehe die Welt der Technik als konkrete Maschinen, als Computer, TV-Apparat, CD-Spieler gegenständlich vor mir und erlebe in meiner Seele die Wirkungen dieser Maschinen und Apparate als seelische Realität. Mit den Maschinen kann ich die Natur bearbeiten, Zeit und Raum schneller überwinden. Mit der Elektronik kann ich zeitgleich überall auf der Welt alles miterleben. Ich erzeuge Bilder und Klänge im inneren Raum der Seele, die ich nur in meinen Fantasien vorstellen konnte. Ich lebe immer mehr in unterphysischen Vorstellungsbildern und Klängen. Es sind Welten, die ich physisch nicht fassen kann. Ein Computerspiel, das die Jungen begeistern kann, besteht aus den physischen Bestandteilen des Computers – Rechner, Bildschirm – und der Software, die die Spielwelten mit Hilfe des Computers erzeugt. Der wichtigste Teil der Spielwelten, die die Menschen in ihren Bann ziehen, ist nicht mehr physisch. Es sind die Informationen der Software, die man auch stofflos durchs All per Funk senden kann. Diese Informationen brauchen nur elektromagnetische Felder, um transportiert zu werden. Elektromagnetische Felder sind auch eine Form von nicht materiellen, unterphysischen Vergangenheitsstrukturen. Mit dieser Welt der Technik hat sich die Menschheit zur Natur eine neue Welt dazu geschaffen, die im Kern nicht mehr materiell ist und mit physischen Apparaten erforscht und sichtbar gemacht werden kann.

Eigentlich müsste man heute das uralte Bild des Abgrundes, der das Alltagsbewusstsein von der Welt des gegenwärtigen Geistes, vom Delta-Bewusstsein trennt, ergänzen. Es existiert heute auch der vom Menschen geschaffene Abgrund der unterphysischen technischen Welt, in dem man das „Alles“ der technischen Wünsche finden kann. So wie das himmlische Gegenwartsfeld alles Irdische durchdringt und mit dem Delta-Bewusstsein erfasst werden kann, durchdringt in Form von Elektrosmog das unterphysische Vergangenheitsfeld der Technik alles. Dieses Feld kann ich durch technische Apparate ohne innere Aktivität meinem Vergangenheitsbewusstsein sichtbar machen. Kein Mensch kann sich heute vor diesem Feld -dem Elektrosmog – schützen. Diesen neuen Abgrund muss man aber nicht überspringen. Es braucht keine innere Aktivität, um in das Reich der Technik zu kommen. Ganz im Gegenteil „saugt“ das Reich der Technik die menschliche Seele mit grosser Kraft „ein“. Dieser Abgrund und das Reich, in das wir nachher gelangen ist das Spiegelbild des „alten“ Abgrunds und des nicht materiellen, überphysischen Gegenwartsfelds. Wir befinden uns in einem nicht materiellen, unterphysischen Vergangenheitsfeld. Satt mit innerer Aktivität und in Freiheit werden die Menschen unfrei, von ihren ungestillten Sehnsüchten ins Reich jenseits des neuen Abgrunds gezogen.

Im Alltagsbewusstsein, das im tiefsten Lebensgefühl die Gewissheit verloren hat, das es seine Wurzeln im Überphysischen hat, erwacht nun die Sehnsucht nach dem Delta-Bewusstsein, um das Gegenwartsfeld aus eigener Erfahrung immer besser kennen zu lernen. Wird diese Sehnsucht durch unsere durch und durch materialistische Bildung nicht gestillt, verwandelt sie sich in die Sucht nach unterphysischen Bild- und Klangwelten. Die Technik stillt und nährt diese Sucht. Die permanente Berieselung durch Musik und Bilder ist heute schon normal geworden.

So wie wir dem Elektrosmog nicht mehr entkommen können, ist es auch nicht möglich den TV-Geräten, den i –Pots, den Autoradios, den Computern usw. zu entkommen. Wir leben heute durch und mit der Technik. Die Technik ist aus dem Leben nicht mehr weg zu denken.

Folgende Frage stellt sich jedoch immer häufiger und dringender: Was sollen und wollen wir technisch umsetzen? Sie ist zur Bewusstseinsfrage und Moralfrage geworden. Die Antwort auf diese für das Überleben der Menschheit äusserst wichtigen Frage erfahren wir sicher nicht aus den Vergangenheitsfeldern der Technik. Überlassen wir die Antwort den Kräften der Technik und den mit ihnen verbundenen Marktkräften, werden wir weiterhin alles Machbare, das Gewinn abwirft, erzeugen. Die Antwort müssen wir uns selbst, jeder Einzelne für sich, mit unserem Delta-Bewusstsein aus dem G-Feld schöpfen. Wenn wir mit den Qualitäten des G-Felds – liebevolle Aufmerksamkeit, Wahrhaftigkeit, echter Mitmenschlichkeit usw. – unseren Einsatz der Technik prüfen, wird sehr schnell klar, welche Art Technik uns fördert und hilft das moderne Leben menschlich zu bewältigen. Wir können uns nicht mehr länger von den unbewussten, dunklen Impulsen aus den V-Feldern leiten lassen. Bewusstseinslicht ist auf allen Lebensgebieten nötig, um die Probleme der Menschheit zu lösen. Die Lösungsansätze aus dem G-Feld sind sicher keine pauschalen , technokratische Lösungen. Sie werden individuell auf die jeweilige Situation abgestimmt von den Betroffenen gesucht werden müssen. Die allgemeine Frage ist jedoch: Wollen wir die übermateriellen, göttlichen Ideen und Kräfte in Freiheit suchen und in Liebe umsetzen oder lassen wir uns weiterhin ohne Bewusstseinsklarheit von den untermateriellen antigöttlichen Ideen und Kräften bestimmen ?

Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zum Gegenwartsfeld III


Meine Geist-Seele ist die liebevolle Aufmerksamkeit. Ich bin die liebevolle Aufmerksamkeit. Wenn ich innerlich aktiv bin, verstärke ich mein Seelenlicht, das meine Umgebung in ein weiches, von Liebe und Aufmerksamkeit erfülltes Licht taucht. Wenn mein Licht meine eigenen oder fremden Vergangenheitsstrukturen ausleuchtet, werden viele unbewusste Absichten bewusst. Nun wird aber nicht mit der rücksichtslosen Logik der Egostruktur geurteilt, sondern mit einer liebevollen Offenheit die Situation betrachtet. Im G-Feld ist der Egostrukturmechanismus, der sich durch die Erniedrigung des Anderen, selbst relativ höher fühlt, der aus dem Unglück des Anderen sich Glück verschafft, nicht möglich. Die eigenen Schwächen oder die Defizite des Mitmenschen sind für mein Delta eine Aufforderung mit den immer neuen, heilenden Kräften aus dem G-Feld die seelische Situation für alle zu verbessern. Dies ist ein Hinweis zur Wirkung meines Deltas beim Beleuchten der überphysischen Vergangenheitsfelder oder anders gesagt, der Seelenstrukturen, die im Wechselspiel mit dem physischen Körper entstehen. Ich kann aber meine Aufmerksamkeit auch in meine physischen Sinnesorgane schicken und erlebe die sinnliche Welt ganz anders. Meine Wahrnehmung ist jetzt nicht mehr nur passiv empfangend, sie wird zu einem aktiven Vorgang. Mit der Aktivität meines Deltas dringe ich in die Sphäre des G-Felds, die das Physische durchdringt, ein. Ich erlebe oder ahne durch das physische Bild das geistige Wesen, das sich im Bild ausdrückt. Konkret kann mich die Geists-Seele des andern Menschen tief berühren. Ich ahne etwas vom Geheimnis des Menschen. Ich sehe nicht mehr nur ein hoch entwickeltes Säugetier im Gegenüber. Mit meiner inneren Delta-Aktivität nehme ich die Delta-Aktivität des anderen Menschen wahr. Diese Wahrnehmung ist im Gegensatz zur gewohnten physischen Wahrnehmung der Egostruktur nur schöpferisch, mit der Tätigkeit des Deltas möglich. Sie ist keine sinnliche Wahrnehmung mehr. Sie ist eine Wahrnehmung im übersinnlichen Gegenwartsfeld. An diesem Beispiel erkennt man, wie wichtig unser Leben im Physischen ist. Wir können nur auf der Erde durch das Erleben des Gegensatzes von passivem Ego- und schöpferischen Delta-Bewusstsein das Bewusstsein des Gegenwartsfeldes erst bewusst erleben. Nur auf der Erde können wir auch in Freiheit an der Verstärkung unseres Delta-Bewusstseins arbeiten. Auf der Erde werden wir durch unsere Aktivität ein Wesen, das bewusst im Geistigen leben kann. Das Leben im sterblichen Körper auf der Erde ist die Voraussetzung für das Leben mit Bewusstsein im zeit- und raumlosen Gegenwartsfeld. Die Unsterblichkeit der Seele ist nur durch die Erfahrungen auf der Erde möglich.

Wenn ich durch das Beobachten meines Egobewusstseins die Qualitäten meines Delta-Bewusstseins erlebt und erkannt habe, kann ich mit verstärkter innerer Aktivität mein Seelenlicht auch von den Vergangenheitsfeldern wegrichten und direkt ins G-Feld leuchten. Dort werde ich keine Strukturen mehr „sehen“. Ich werde „inhalterfüllte Denkaktivität“ erleben. Weil ich in der Zeit- und Raumlosigkeit des G-Felds eins mit allen Wesen bin, bin ich selbst, mein Delta, mit der „inhalterfüllten Denkaktivität“ des Andern durchdrungen. Mit anderen Worten erfasse ich den Inhalt der Gedanken des Anderen ohne die Vermittlung durch Worte. Ich weiss auch, wer so denkt. Es wird ganz konkret. Ich tauche nicht in einen diffusen geistigen „Brei“ ein. Der Geist wird konkret: Mein Geist und der Geist, das Delta, des Anderen sind klar unterscheidbar. Mein Wille, meine geistige Delta-Aktivität, ist eine andere als die Delta-Aktivität eines Mitmenschen. Die Wesen des G-Feldes können sich aber auch als Klänge und bewegliche Bilder zeigen. Der Geist im Allgemeinen ist nichts Abstraktes. Er zeigt sich einem geistigen Wesen auf verschiedene Weise: worthaft, klingend und bildhaft. Das G-Feld ist kein abstrakter Begiff, es ist die Summe aller geistigen Wesen, die in Gott sich auf verschiedene Arten gegenseitig offenbaren. Die seelischen überphysischen Vergangenheitsfelder und die physischen Vergangenheitsfelder –die Materie- sind Verdichtungen des G-Felds oder vergangene, nicht mehr schöpferische Erscheinungsformen des G-Felds. Der Mensch ist das besondere Wesen, das mit seinem Geist bewusst in der erstarrten Materie wirken kann. Er besitzt die Möglichkeit der Erde neue schöpferische Kräfte zu geben. Die Weiterführung der Schöpfung ist in die Hände des Menschen gegeben. Will er diese Aufgabe ergreifen oder gleitet er in noch grössere seelische Verhärtungen und Automatismen ab?

Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zum Gegenwartsfeld II

Im letzten Beitrag über die Aufmerksamkeit als Schlüssel zum G-Feld habe ich aufgezeigt, dass jeder Mensch durch sein Delta eine Qualität des G-Felds im Irdischen aufleuchten lässt. Die wichtigsten Qualitäten des wachen Deltas, das sich durch seine Aktivität selbst bewusst geworden ist, sind folgende:

  • Gegenwärtigkeit; nicht strukturiert, aber voller Potentiale; ein ewiger Neuanfang;
  • schöpferisch; aufmerksam liebevoll;
  • seine Kraft ist stärker als die Kräfte, die in den Vergangenheitsfeldern wirken;
  • heilend; ein Lebensquell;
  • reine Wahrheit; hell;
  • wirkt Struktur auflösend; Freiheit gewährend;
  • sanfte Farbklänge;
  • ist mit der göttlichen Intelligenz verbunden;
  • durchschaut die immer zweckgerichtete Intelligenz der Egostruktur; leuchtet den Ursprung der halbbewussten Emotionen der Egostruktur aus;
  • wirkt aufbauend; erniedrigt weder sich selbst noch andere; nicht wertend;
  • geht keine Kompromisse ein;
  • nie müde; in ewiger Bewegung;
  • gibt absolute Sicherheit; frei von Angst; innerer Friede.

Hier nur eine Auswahl, mit der man das Deltabewusstsein umschreiben kann. Diese Qualitäten wirkten und wirken natürlich auch bei Menschen, die ihr Bewusstsein noch nicht bis zum Deltabewusstsein selbst entwickelt haben. Es sind die echt menschlichen Qualitäten, die verhinderten, dass sich die Menschheit selbst zerfleischt hat. Es waren auch die Grundimpulse aller Religionen.

Heute sind wir am Punkt, wo auch diese Qualitäten mit dem kritischen Verstand hinter fragt und angezweifelt werden. Da die Menschheit erwachsen geworden ist, ist dieses Hinterfragen natürlich. Die Tragik beginnt erst dann, wenn man diese Qualitäten ausschliesslich mit dem kalten, abstrakten Verstand der Egostruktur analysiert und im Bewusstsein nicht in die postbiologische Evolution eingetreten ist. Dann fehlen die realen, im Inneren erlebbaren Wirkungen des Deltas. Wir sind dann nicht frei von Angst und zeckgerichtetem Handeln. Wir erleben die heilende Wirkung des Deltas nicht bewusst. Wir durchschauen die Triebkräfte und Lügen der Egostruktur nicht. Wir sind dann unsere Egostruktur ohne Hilfe aus unserem Delta erhalten zu können.

Die Menschen können nicht mehr allzu lange ohne das in jedem wartende Deltabewusstsein leben, sonst überleben sie es nicht mehr.

In diesem bedrohlichen Satz ist auch die hoffnungsvolle Antwort enthalten. Jeder Mensch besitzt in sich ein noch nicht bewusst gewordenes Delta. Es steht nur noch unsere eigene Passivität im Wege, das Deltabewusstsein zu entwickeln. Diese Entwicklung kann von keinem Staat, keiner Religion und keinem Menschen verhindert werden. Autoritätsglaube, Glauben an bequeme Wahrheiten, Patentlösungen, blinder Glaube an die materialistische Naturwissenschaft oder Glaubensinhalte der Religionen hat den Prozess des Aufwachens bis heute verzögert.

Die Kraft des Deltas kann jeder Mensch erleben, wenn er bereit ist, die innere Passivität zu überwinden. Man kann jedoch das Deltabewusstsein nicht einpeitschen. Man hat nur die Möglichkeit darauf hinzuweisen, wie jeder Mensch es in sich fördern kann. Dieser weltumspannende Prozess der menschlichen positiven Globalisierung ist nur in Freiheit und Liebe möglich.

Willst du den Weg zum Deltabewusstsein gehen, kannst du dich leicht selbst prüfen, ob du wirklich den Weg zum Deltabewusstsein gehst: Haben die Menschen in deiner Umgebung mehr Freiheit und Toleranz erlebt? Bist du liebevoller mit deiner Umwelt umgegangen?