Archive for Januar, 2008

Einleitung zu den deltadynamischen Leitsätzen

In den Beiträgen zur Delta Dynamik habe ich schon oft erläutert, dass der Mensch im Vergangenheits- und im Gegenwartsfeld lebt. Er stützt sich auf physische und überphysische Vergangenheitsfelder, in denen  sein  physischer Leib und die ganze sinnliche Welt durch seine physischen Sinne mit Hilfe seines Deltas erscheinen.

In den überphysischen Vergangenheitsfeldern erscheinen alle vom physischen Leib abhängigen  Emotionen, Assoziationen und Handlungen. Mit dem Delta-Bewusstsein kann ich diese bei mir und den Andern wahrnehmen. Diese Welt der Vergangenheitsfelder bildet den “Autopiloten“ des Menschen. Der Autopilot kennt keine Freiheit, er ist die Grundlage des human animals, er sichert das Überleben und vereinfacht den Alltag. All unsere Assoziationen, Emotionen, Reflexe, Triebe und das Leben des physischen Leibs bilden die Grundlage, dass wir unsere Freiheit entfalten können. Neurologen, die nur den Autopiloten erforschen, sprechen von der seelenlosen Egomaschine Mensch, vom human animal. Insofern sie nur den Autopiloten im Auge haben und die vom Körper gesteuerten Assoziationen, Emotionen und Handlungen nicht als seelischen Bereich des Autopiloten bezeichnen, muss man ihnen Recht geben.

 

Die vier Leitsätze der Delta Dynamik

4. Mein ICH bestimmt meine jetzige Situation.

Ich bin nicht mehr von meiner Egostruktur geleitet.

Ich mache aus allem das Beste.

Ich handle lichtvoll.

Ich bin Schöpfer jeder Situation.

3. Meine Individualität ist gegenwärtig.

Ich bin präsent.

Ich bin aufmerksam und liebevoll.

Ich bin ganz für den anderen da.

Ich ströme seelische Wärme aus.

2. Ich fördere das soziale Leben.

Ich mache jemandem eine Freude.

Ich fördere jemanden oder eine Gruppe.

Ich wirke harmonisierend.

Ich fördere das Leben.

1. Ich spiele mit Chaos und Strukturen.

Ich spiele.

Ich gleite nicht ins Chaos ab und verhärte nicht in den

Strukturen.

Ich verfalle nicht den Kräften der Materie.

 
Die Leitsätze I und II zeigen auf und sollen uns leiten, dass wir nicht als Menschen, die nur den Autopiloten eingeschaltet haben, unser Leben führen. Mit anderen Worten gesagt, führt die Anwendung von Leitsatz I und Leitsatz II dazu, dass wir unser Delta aktivieren und nicht nur in Abhängigkeit vom Autopiloten leben.

 Erst im Gegenwartsfeld stosse ich auf mein seelisch-geistiges Wesen. Es ist überphysisch und wirkt in die Vergangenheitsfelder hinein. Der Autopilot, der vom seelisch-geistigen Wesen durchdrungen  und “gesteuert“ wird, ist kein Autopilot mehr. Es ist der Mensch, der auf der Erde lebt. Der Mensch, der vom Autopiloten „gesteuert“ wird und der von Zeit zu Zeit mit seinem Delta eingreift. Immer wenn sein Delta – sein Gegenwartsfeld – eingreifen kann, spricht man von der menschlichen Freiheit. Je intensiver das Delta wirken kann, desto freier ist der Mensch. Der Mensch ist nicht absolut frei oder unfrei. Bei der Bemühung mit den Leitsätzen wird diese Theorie der Freiheit erlebbare Praxis.

Die Leitsätze III und IV zeigen die Wirksamkeit des Gegenwartsfeldes – des Deltas – auf.

Die Gesamtheit der Leitsätze spiegelt den ganzen Menschen – seine physische, seelische und geistige Existenz. 

 

Als Leserbrief an den TAGESANZEIGER gesandt

Leserbrief zum Artikel im Tagesanzeiger vom 11.1. 08, Bund Wissen: Hirnforschung und der freie Wille des Menschen

Ich möchte Bezug nehmen auf folgende Aussage des Mainzer Neurophilosophen Thomas Metzinger: „Der Mensch sei ein Wesen, das sich zwar danach sehne, unsterblich zu sein, aber schrittweise entdecken müsse, dass er endlich und nicht mehr als eine seelenlose Ego-Maschine sei.“

Diese Aussage enthält selbstverständlich eine Wahrheit, die niemand aus der Geisteswissenschaft, der die naturwissenschaftlichen Forschungen kennt, wegdiskutieren kann und will. Thomas Metzinger hat seinen Blick jedoch ausschliesslich auf die Fakten der Hirnforschung gerichtet, wenn er behauptet, der Mensch sei nicht mehr als eine seelenlose Ego-Maschine. Kann man mit dem Denken der Naturwissenschaft den Bereich der Seele und des Geistes nicht fassen, ist es unwissenschaftlich, diesen Bereich einfach weg zu diskutieren und ihn als nichtexistent zu erklären. Diese Aussage müsste etwa folgendermassen umgeschrieben werden:

Der Mensch ist ein Wesen, das sich danach sehnt, unsterblich zu sein. Aber die Hirnforschung kann mit dem naturwissenschaftlichen Denken, das in Raum und Zeit abläuft, die Unendlichkeit und Zeitlosigkeit (Ewigkeit) des geistigen Menschen nicht mehr fassen. Sie kann nur die Komplexität der in Raum und Zeit ablaufenden Hirnprozesse und ihre Auswirkungen im körperlichen und seelischen Leben (von den Körperfunktionen beeinflusstem seelischen Leben) immer besser wahrnehmen und erklären.
Denkt man sich diese Prozesse vom Geist des Menschen abgekoppelt, haben wir als Bild eine raffinierte Maschine vor uns, die die Grundlage unseres Egos bildet. Dieses Ego wird mit dem Tod des Hirns ebenso aufhören zu existieren wie das Hirn selbst.

Die Frage stellt sich jetzt anders:

Kann man mit dem naturwissenschaftlichen Denken die Wirksamkeit der Seele und des Geistes im Menschen untersuchen?

Das heutige Denken ist ganz in Raum und Zeit tätig. Es ist brillant zum Erfassen von mechanischen Abläufen. Wenn man in der Hirnforschung das Gehirn auf eine komplexe Maschine reduziert, findet man mit dem heutigen Denken die wissenschaftlich bekannten Mechanismen und kann sie auch darstellen.

Die Wirksamkeit des lebendigen Geistes kann man nur mit einem lebendigen auch ausserhalb von Raum und Zeit tätigen Denken finden und beobachten. Es muss ein Denken sein, das sich auf das naturwissenschaftliche Denken (auf das materielle Hirn) stützt und zusätzlich erweitert wird. Es muss sich zusätzlich auf einen nichtneuronalen Bereich abstützen, wie es auch der Quantenphilosoph Prof. A. Suarez, ETH Zürich, beschreibt.

Dann können wir ebenso exakt wie über die Hirnmaschine Aussagen machen, die erklären, wie der Geist des Menschen in die materielle Ebene eingreift und die „Maschine“ steuert. Die Ewigkeit des Menschen wird dann auch für das verwandelte naturwissenschaftliche Denken erkennbar und begreifbar. Mit diesem Denken gibt es keinen Konflikt zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft mehr. Beide dienen der Erkenntnis des gesamten Menschen. Genaueres über das „lebendige“ Denken würde den Beitrag hier sprengen. (Sämtliche Beiträge im Blog beschreiben das lebendige Denken oder das Delta-Bewusstsein.)

Hirnforschung und der freie Wille des Menschen

Je genauer man die Funktionen des Gehirns kennt, desto weniger kann man aus naturwissenschaftlicher Sicht die Existenz des freien Willens des Menschen annehmen. So vertritt der Mainzer Neurophilosoph Thomas Metzinger folgende Meinung: “Der Mensch sei ein Wesen, das sich zwar danach sehne, unsterblich zu sein, aber schrittweise entdecken müsse, dass er endlich und nicht mehr als eine seelenlose Ego-Maschine sei.“ 1 Mit den harten Fakten der Neurowissenschaften wird die Vorstellung des Menschen als einem selbst bestimmt denkenden und handelnden Wesen immer unwahrscheinlicher.

Auf Grund der Logik des heutigen naturwissenschaftlichen Alltagsbewusstseins, das sich ja ausschliesslich auf die Funktionen des Gehirns stützt und sich nicht bewusst ist, dass das überbewusste Delta–Bewusstsein uns zum Menschen macht, muss man sich konsequenterweise als seelenlose Ego-Maschine fühlen und erkennen. Diese auf harte Fakten abgestützte Konsequenz erschüttert aber zu Recht viele Geisteswissenschaftler, die keine harten Fakten als Gegenargument zu bieten haben.

Im Bereich des Vergangenheitsdenkens, was dem naturwissenschaftlichen Denken entspricht, ist man Sklave der Gehirnfunktionen. Man muss den Schritt machen, sein Alltagsbewusstsein mit dem Delta-Bewusstsein zu ergänzen, um das Vergangenheitsdenken mit dem Gegenwartsdenken zu beobachten. Dann werden wir erleben, dass wir nicht nur die seelenlose Ego-Maschine sind, von der die Neurowissenschafter sprechen. Weil jeder Mensch vom menschlichen, für das naturwissenschaftliche Denken unfassbaren, da immateriellen, Seelen-Geist-Kern durchdrungen ist (je nach Zentrierung), kann sich jeder Mensch nicht nur als seelenlose Ego-Maschine erleben. Mit dem Denken des Alltagsbewusstseins ist die Suggestion der seelenlosen Ego-Maschine einleuchtend. Erlebt man die Wirksamkeit des Deltas am eigenen Leib, verfällt man dieser Suggestion nicht mehr. Die Anwendung der vier Leitsätze ist das einfachste Mittel um zu erleben, dass mein Seelisch-Geistiges stärker als die materiellen Hirnfunktionen ist. Wenn man sich im Meer des Materiellen, der Hirnfunktionen, treiben lässt, erlebt man die seelenlose Ego-Maschine. Ergreift man sich innerlich, erlebt man, dass eine andere Instanz – das Delta – die Führung übernommen hat! Die Hirnfunktionen, die uns steuern wollen, sind immer noch spürbar, aber wir selbst kämpfen gegen die reine Hirnsteuerung und können unser Leben mindestens zum Teil in die Hand nehmen. Dies habe ich in meinen Veröffentlichungen auf dieser Website bereits aufgezeigt.

1 Artikel im Tagesanzeiger vom 11.1.08, Bund Wissen: Hirnforschung und der freie Wille des Menschen