Archive for Juni, 2008

Achtsamkeitsmeditationen: 1. Aufmerksamkeitsstufe der Delta Dynamik

Wenn man achtsam die sinnliche und die innere Welt beobachtet, steigert man seine Aufmerksamkeit, blendet Wahrnehmungen, die automatisch auftauchen, aus und versucht ganz gegenwärtig zu sein.

Bei einer Wahrnehmungsmeditation mit den physischen Sinnen, steigert man seine Wachheit, aktiviert man sich innerlich so stark, dass keine Gedanken- und Emotionsmuster aus dem eigenen Innern sich störend in den Wahrnehmungsraum drängen. Ich bin ganz auf das Sinnesorgan ausgerichtet, das ich mir ins Zentrum rücke. Wenn ich achtsam mit geschlossenen Augen durch einen Wald gehe, sind mein Hörsinn, mein Gleichgewichtssinn und mein Tastsinn, vor allem mit den Fusssohlen, am stärksten gefordert. Ich kann es mir gar nicht leisten, mit alten Problemen oder mit Emotionen abzulenken. Meine Aktivität ist ganz auf das Gehen und Hören ausgerichtet. Dies hilft mir, hellwach zu bleiben.

Schwieriger ist es, wenn ich mit der gleichen Wachheit meine innere Seelenlandschaft beobachten will. Wenn ich die in mir aufsteigenden und absinkenden Emotionen beobachten will, kommt mir immer wieder eine innere Stimme in die Quere, die laut plant, was ich noch erledigen sollte. Eine andere Stimme nörgelt: “Hast du nichts Besseres zu tun, als die Zeit mit so unnützen Übungen zu verschwenden.“ Umgekehrt können Emotionsmuster und unkontrollierte Assoziationen mich davon ablenken, einen klaren, in sich stimmigen, Gedankenablauf zu gestalten.

Am Schwierigsten ist es, wenn ich meine Aktivität dazu brauche, nichts zu beobachten. Ich will nur ein waches Bewusstsein von meinem Bewusstsein haben. Nun kann ich mich nur auf das Nichts konzentrieren. Ich brauche meine innere Kraft, um zu verhindern, dass wie im Traum Emotionen aufsteigen, dass mich ein Auto, das vorbeifährt, ablenkt und ein Gedanke meine Konzentration beansprucht.

Je wacher, je gegenwärtiger und je aktiver ich bin, desto weniger werde ich abgelenkt.

Diesen aktiven inneren Zustand bezeichne ich als die erste Aktivitätsstufe des Delta Bewusstseins. Sie kann mit Achtsamkeitsmeditationen geübt werden. Wir befinden uns an der Grenze der Vergangenheitsfelder zu den Gegenwartsfeldern. Unser Delta, das in den Gegenwartsfeldern existiert und die Vergangenheitsfelder durchdringt, wird durch unsere eigene innere Aktivität wacher und gibt uns ein Bewusstsein von unserem Bewusstsein. Wir realisieren, dass wir von automatisch ablaufenden Strukturen getragen und beherrscht werden. Wir realisieren aber auch, dass wir ein Wesen sind, das sich von den Automatismen abkoppeln kann, wenn es innerlich aktiv wird. Wir lernen so unseren gegenwärtigen Kern –unser Delta – kennen. Unser Delta wirkt zuerst unbewusst, dann immer bewusster in den Strukturen. Es selbst ist aber keine Struktur. Es ist ein lebendiges, gegenwärtiges, unsterbliches Wesen. Im Gegensatz dazu ist unser Ego eine komplexe materielle und übermaterielle sterbliche Struktur. Unser Ego identifiziert sich mit dem materiellen Körper und den seelischen nicht materiellen, aber mit der Materie in Wechselwirkung stehenden Strukturen.

Achtsamkeit ist eine Hilfe, um sein eigenes Delta in einer ersten Stufe kennen zu lernen. Kann man sein Delta auf diese Weise als Realität erfahren, können wir durch die innere Aktivitätssteigerung immer weiter schreiten. Die Delta Dynamik untersucht die ersten vier Aktivitätsstufen. Sie bleibt an der Grenze zu den Gegenwartsfeldern. An dieser Grenze kann man die Existenz des eigenen Deltas durch die eigene Aktivität real erleben. Ausserdem erfährt man die Existenz der Vergangenheitsstrukturen. Wir erleben unsere Innenwelt als Welt, die auch ein Innen und Aussen besitzt. Das Innen ist die Tätigkeit unseres Deltas, das im Gegenwartsfeld lebt. Die Gegenwärtigkeit unseres Deltas ist für uns nun keine Theorie mehr. Das Erleben unserer Delta Tätigkeit ist realer als das Sehen der Sinneswelt. Das Aussen sind die Vergangenheitsstrukturen, die wir bis anhin zu unserem Wesen zählten. Nun realisieren wir, dass unsere Vergangenheitsstrukturen zu uns gehören, uns beeinflussen, aber nicht unser Aktivitätswesen sind. Das Delta lebt in den Strukturen und durchdringt seine Strukturen, ist aber ein von allen Strukturen unabhängiges, unsterbliches Wesen, das seine wahre Heimat im Gegenwartsfeld hat.

Dies ist das Grunderlebnis der Delta Dynamik: Ich bin ein Aktivitätswesen, das unabhängig von Strukturen existiert.

Wenn ich dies in der 1. Aktivitätsstufe erlebe, kann ich mit Hilfe meines Deltas alles Weitere selbst beobachten. Bei weitergehenden Beobachtungen, wird es nötig sein die Aktivität bis zur Stufe vier zu erhöhen. Auf Stufe vier kann mein Delta auch bewusst handeln und in den Strukturen andere Wege beschreiten, wie sie normalerweise strukturgesteuert ablaufen. Wenn man die Aktivität noch mehr steigert, gelangt man zum Erleben und Durchschauen der übermateriellen und untermateriellen Felder. Wir verlassen mit unserem Delta die physische Welt. Diese Erlebnisse sind hilfreich zur Weiterentwicklung der Delta Dynamik, sind zur Praktizierung der Delta Dynamik jedoch nicht nötig.

  • Der menschliche Pilot zwischen zwei Autopiloten IX

    Unser Wille ist für uns absolut unbewusst. Deshalb können wir im Alltagsbewusstsein nicht viel über ihn sagen. Er äussert sich in unseren Bewegungen. Die Motive für unser Wollen sind uns meist unbewusst. Nur ein kleiner Teil unserer Handlungen wird von uns bewusst ausgeführt. Wenn wir unser Bewusstsein in den vier Aktivitätsstufen heller machen, können wir uns auch über unsere Handlungsmotive klar werden. Das Unbewusste wird zuerst halbbewusst, in der 4. Aktivitätsstufe sogar hell, durchschaubar, also bewusst. Wir handeln aus einem Motiv heraus, das wir selbst in unser Bewusstsein gestellt haben. Nicht unbewusste Impulse aus den Handlungs- Emotions- oder Gedankenmustern unserer Egostruktur treiben uns automatisch zu unseren Handlungen, sonder helle gegenwärtige Gedanken aus dem Gegenwartsfeld sind unsere Impulsgeber. Wir sind weder vom göttlichen noch vom antigöttlichen Autopiloten gesteuert, Unser Delta kann auf der 4. Aktivitätsstufe seine eigenen Motive bewusst schöpfen und mit seinem Körper ausführen. Dies sind dann Handlungen aus Freiheit und Liebe zur Tat.

    Sinken wir aber in die Passivitätsstufen ab, werden wir immer unbewusster. Wir folgen den von der Werbung, von Filmen oder von anderen in uns unbewusst eingeprägten Mustern und handeln als Roboter, die den unbewussten Motiven folgen. Dies geschieht im Alltagsbewusstsein auf Stufe Null täglich. Unsere Egostruktur ist unser Autopilot, der aus der göttlichen und antigöttlichen Sphäre seine unbewussten Impulse bekommt.

    Unmenschlich und bedenklich wird es, wenn wir in den Aktivitätsstufen entsprechenden Passivitätsstufen landen. Weil wir mit dem Bewusstsein unserer Egostruktur nicht merken können, ob uns unser menschliches Delta oder ein unmenschliches, antigöttliches Wesen durchdringt und beeinflusst, handeln wir oft im Glauben, dass wir unsere Impulse umsetzen, werden jedoch schon lange von den unmenschlichen Wesen missbraucht. Denn diese kennen die Liebe und Freiheit, die mit jeder menschlichen Tat verbunden sein sollten, nicht.
    Ein in kaltes Licht getauchtes Bewusstsein, dem die Wärme fehlt, ist immer ein Zeichen, dass unser noch nicht bewusst erlebtes Delta verdrängt wurde und ein menschenfeindliches Bewusstsein, das nicht erkannt werden will, die Führung über uns an sich gerissen hat. Die Gefahr, dass dies geschieht ist immer am grössten, wenn wir unser Bewusstsein dämpfen. Dies kann durch Drogen, elektronische Medien, grosse Emotionen, kaltes, materialistisches Denken oder durch eine Depression geschehen. In der Depression wird man handlungsunfähig. Man möchte aufstehen, kann aber nicht. Äusserlich ist man intakt. Der Betreffende und seine Umgebung haben aber kein Bewusstsein, dass das Delta die Egostruktur beim Depressiven kaum mehr durchdringt. Sein Leib treibt ohne eigene Steuerung hilflos auf dem stürmischen Meer des Lebens. Da der Patient mit einem hellen, kalten Bewusstsein seine Situation oft klar erkennen kann, glauben er selbst und seine Umgebung, er müsse sich nur „zusammenreissen“ und seine Situation mit Hilfe eines Therapeuten analysieren, dann werde sich seine Lage normalisieren. Dass dies ein Fehlschluss ist, zeigt uns das Leben. Durch Aufzeigen und Analysieren der Lebenssituation kann man die kreisenden Emotions- und Gedankenmuster, die zu Zwangsgedanken werden können, nicht stoppen. Die vom Delta verlassene Egostruktur dreht im wahrsten Sinne des Wortes durch. Der Patient wird zu Handlungen getrieben, die er später, wenn sein Delta wieder eingreifen kann, bereut. Das kalte Bewusstsein, das die destruktiven Handlungen hilflos beobachten konnte, war das von den antimenschlichen Wesen erzeugte Bewusstsein, das das Fehlen des menschlichen Bewusstseins verbergen sollte. In diesem Zustand kann man dem Patienten nur durch die Aktivierung des eigenen Deltas helfen, dass er seine Egostruktur wieder mit seinem eigenen Delta erfassen kann. Der klaren Kälte kann man nur mit Liebe entgegentreten. Kalte, logische, vernünftige Argumente nützen nichts, schaden höchstens.

    Der menschliche Pilot zwischen zwei Autopiloten VIII

    Auf der Aktivitätsstufe 2 ist das Denken eine schöpferische bewusste Tätigkeit unseres Deltas. Unser Delta geht mit innerer Kraft von Gedanken zu Gedanken im göttlichen Gedankengeflecht. Die innere Logik oder Inhalt des Gedanken ist durch das Gedankengeflecht, in dem jeder Gedanke mit jedem andern innerlich verbunden ist, gegeben. Wenn uns dies bewusst wird, werden wir assoziatives Auftauchen von Gedankeninhalten nicht mehr als Denken bezeichnen.

    Wenn wir diese Gedanken, die Gedankenstrukturen bilden, beobachten, sind wir mit einem wachen Delta Bewusstsein Zuschauer am Ufer des Emotions- und strukturierten Gedankenmeers, aus dem immer wieder Emotionen und schon Gedachtes auftauchen. Diese Strukturen wollen uns immer dazu verführen, dass wir ins Meer springen und eins mit ihnen werden. Können wir unser Bewusstsein aber auf Stufe 3 erhöhen, bekommen die Emotions- und Gedankenmuster nicht die Kraft, die nötig ist, um uns ins Meer und auf die Aktivitätsstufe 0 oder tiefer hinab zu ziehen.

    Beispiel:

    Beleidigt uns ein Mensch, können wir sofort erleben, wie es in unserem innern zu “kochen“ beginnt. Wenn wir die Aktivität von 0 auf 1 steigern, können wir noch beobachten, wie unser inneres Emotions- und Gedankenmuster aktiviert wird. Unsere innere Stimme spricht:“ Der beleidigt mich, ist aber selbst noch viel unfähiger! Am liebsten möchte ich ihm die Faust ins Gesicht schlagen oder ihn vor allen blossstellen.“ Jetzt könnte mein Bewusstsein auf Stufe 0 oder noch tiefer sinken. Ich tauche dann ins Emotionsmeer ab, werde von seinen Wellen ergriffen, bekomme noch einen ungewollten Energieschub, verliere die innere Klarheit und werde im schlimmsten Fall gewalttätig. Wenn ich eine „zivilisierte“ Egostruktur besitze, beschränke ich mich vielleicht auf eine zynische Bemerkung. Falls ich in diesem kritischen Moment mein Bewusstsein noch um eine Stufe steigern kann, werde ich nicht vom Emotionsmeer ergriffen. Ich kann den inneren Negativimpulsen widerstehen und weiter beobachten, wie sich meine mir meistens schon bekannte Struktur verwandelt. Denn die Struktur ist ein zum wiederholten Mal erzeugtes Gebilde, das ein Teil von mir selbst geworden ist. Vielleicht gelingt es mir sogar mein Bewusstsein noch eine Stufe zu erhöhen. Dann greife ich aktiv in den Kampf der Strukturen ein und sehe objektiv, welche Schuld meine Struktur an der Beleidigung des Anderen selbst hat. Mir wird klar, dass meine Egostruktur die Provokation für die Beleidigung war. Bin ich so weit, werden die Emotionswogen dadurch geglättet. Die Situation hat sich entschärft.

    Zusammenfassung:

    In der Aktivitätsstufe 3 haben wir die Wachheit und Kraft, die nötig sind, um den Versuchungen unserer Emotions- und Gedankenmuster nicht nachzugeben. Wir können diese sogar beobachten, ohne mitgerissen zu werden.

    In den Minusstufen werden wir ohne Bewusstsein von unseren Emotionen gepackt, handeln ohne Bewusstsein und sind meistens über unser Handeln enttäuscht, wenn wir wieder auf dem Alltagsniveau 0 eingependelt sind. Wir fühlen uns beschämt, dass wir so gehandelt haben.

    In der Aktivitätsstufe 3 erleben wir unsere Emotionen als zu uns gehörig. Wir können erkennen, wie sie sich in der Vergangenheit gefestigt haben. Wir durchschauen auch, wer bei ihrem Aufbau beteiligt war, geben dieser Person jedoch keine Schuld, da wir erkennen, wozu wir diese Struktur haben oder anders gesagt, was wir bei der Überwindung dieser Struktur lernen können.

    In der Helligkeit dieser Stufe können wir auch den Unterschied zwischen Emotionen, die uns unfrei ergreifen und echten Gefühlen, die uns im Innersten berühren, uns jedoch zu keiner Handlung zwingen, wahrnehmen. Echte Gefühle kommen immer aus dem Gegenwartsfeld. Es sind Gefühle des Mitleids, der Liebe und der Anteilnahme. Sie werden mit dem Herzen gefühlt und mit dem Hirn bewusstgemacht. Wir erleben deutlich das Ergriffenwerden im Herzbereich und die Bewusstwerdung im Kopf. Umgekehrt können wir auch Kopfgedanken mit dem Herzen prüfen, ob sie das Leben fördern oder ob sie ein Zerstörungspotenzial besitzen. Erst jetzt erlangen wir ein Bewusstsein von nicht hirngesteuerten Gefühlen. Diese lassen sich nicht durch Werbung missbrauchen. Es sind die echt menschlichen, von den Vergangenheitsstrukturen unabhängigen Gefühlen. Sie sind eine Offenbarung der göttlichen Wesen.

    Das extreme Gegenteil sind die durch Drogen oder elektronische Medien angeregten Gefühle, die unseren Körper aufpeitschen und teilweise zerstören und uns zu unmenschlichen Handlungen verleiten. Diese werden uns in den Passivitätsstufen von den antigöttlichen Wesen unterbewusst eingeimpft. Dann sind wir Bioroboter, die von antigöttlichen Wesen geleitet werden. Wir stehen unter dem Zwang des antigöttlichen Autopiloten.

    Der menschliche Pilot zwischen zwei Autopiloten VII

    Bei der Schilderung der ersten Aktivitätsstufe habe ich gezeigt, dass die achtsame sinnliche Wahrnehmung nur dank dem strukturlosen Delta möglich ist. Sie entsteht einerseits als materiell unterstützter Prozess durch die Sinne und das Nervensystem, andererseits durch die Tätigkeit unseres Deltas im immateriellen Gegenwartsfeld, das die Vergangenheitsfelder durchdringt und aktiviert. Unser Pilot und der unbewusst wirkender göttlicher Autopilot müssen zusammenspielen, damit ein Bild der Sinneswelt in unserem Seelenraum entsteht.

    Die Wahrnehmung im Bewusstsein der Passivitätsstufe -1ist eine automatische Wahrnehmung, die uns nur zeigt, was wir uns in unserer Egostruktur in der Vergangenheit an Vorstellungen eingeprägt haben. Sie ist nur reproduzierend und nicht schöpferisch. Sie entsteht durch das Zusammenwirken unseres Egostrukturautopiloten, der unseren göttlichen Autopiloten – unseren Leib – ebenfalls durchdringt. Da unsere Egostruktur ohne Delta von antigöttlichem Bewusstsein gesteuert wird, kann man auch sagen, dass die automatisch entstehende Wahrnehmung ein Produkt des antigöttlichen Autopiloten und des göttlichen Autopiloten ist. Noch schärfer ausgedrückt, verschafft sich das antigöttliche, unmenschliche Bewusstsein durch unsere Passivität Zutritt zu unseren göttlichen Strukturen. Dies geschieht ohne unser Bewusstsein. Wir verschlafen diesen Wechsel! Denn mit diesen automatisch entstehenden Bildern erlebt man die Wirklichkeit ausschliesslich als Vergangenheitsprodukt: immaterielle Vergangenheitsstrukturen erzeugen mit materiellen Vergangenheitsstrukturen das vergangene, materielle Bild der in Wahrheit von Leben, Seele und Geist durchdrungenen Sinneswelt. Diese Welt wird nun zusätzlich mit dem Denken der Passivitätsstufe -2 analysiert und interpretiert. Das Weltbild, das durch diese Bilder der Aussenwelt geprägt und mit dem passiven Denken interpretiert wird, ist das moderne materialistische Weltbild.

    Nun sind wir am Punkt angelangt, wo ich dem passiven Denken das aktive Denken gegenüberstellen will. Wir müssen nun in der Aktivitätsstufe 2 tätig werden. Es wird nun eine noch grössere Achtsamkeit verlangt, um das aktive Denken selbst erleben zu können. Wir müssen nun über unser Denken denken. Dies ist ein Ausnahmezustand. Durch das Training unseres achtsamen Gehirns und der bewussten Tätigkeit unseres Deltas, können wir diesen Ausnahmezustand erzeugen. In diesem Bewusstsein können wir den Gegensatz zwischen automatisch ablaufenden Gedankenstrukturen und dem aktiven Denken erleben und beobachten. Beginnen wir bei den kreisenden Gedankenstrukturen: Dazu versuchen wir auf der Achtsamkeitsstufe 1 eine Pflanze zu beobachten. Wir wollen ganz gegenwärtig sein und keine Urteile einfliessen lassen. Nun können wir selbst erleben wie schnell automatisch auftauchenden Gedankenstrukturen auftauchen und sich ungefragt einmischen: „ Das ist ein Löwenzahnblatt. Die Blattrandformen sollten wie Zähne aussehen. Dazu braucht es aber viel Fantasie! Die dünnen Blätter und stark gegliederten wachsen an trockenen Standorten. ….“

    Wir werden normalerweise von der Gedankenstimme unseres Wissens, das die achtsame Beobachtung verhindern will und die versucht uns auf das Niveau 0 des Alltagsbewusstseins zu ziehen, dauernd gestört. Hier können wir in der Vergangenheit gedachte und gelernte Gedankenmuster beobachten. Sie tauchen automatisch auf, wenn wir sie nicht mit innerer Kraft in Schranken halten.

    Nun versuchen wir unser aktives Denken zu beobachten. Wir gehen mit innerer Aktivität von Gedanke zu Gedanke. Wir erleben nun, dass wir es sind, die durch eine bewusste eigene Willensanstrengung Gedanken miteinander verknüpfen und „weitertreiben“. Wenn wir erlahmen hört unser aktives Denken auf und die Gedankenfetzen tauchen wieder auf. Bei noch genauerem Beobachten stellen wir fest, dass die Gedanken ein unendliches Netz bilden. Die Art der Verknüpfung, die innere Logik, können wir nicht beeinflussen. Wir können nur die Umgebung so zubereiten, dass sich die richtige Gedankenfolge ergibt. Damit ein Gedankenblitz, der uns Neues zeigt, möglich wird, muss man oft tagelang oder viel länger vorbereitende Gedankenarbeit leisten, bis der Blitz in das durchpflügte Gedankenfeld einschlagen kann.

    Zusammenfassend kann man feststellen:

    Es kann uns niemand zwingen zu denken. Aktives Denken ist immer unsere Tat. Ohne unser Delta existiert nur der Denkroboter unserer Egostruktur, der uns meistens gegen unseren Willen mit automatisch auftauchenden alten Gedankenstrukturen bedrängt.

    Den Gedankeninhalt, die innere Logik im Gedankennetz, ist von unserem Willen nicht beeinflussbar. Drei mal drei ist nicht sieben, weil mir persönlich die Zahl Sieben besser gefällt als die Zahl Neun.

    Im aktiven Denken befinden wir uns mit vollem Bewusstsein schon im übermateriellen Vergangenheitsfeld, das in Wechselwirkung mit den Hirnstrukturen – dem materiellen Vergangenheitsfeld – steht. Immer wenn die automatischen Gedanken sich aufdrängen, sind wir wieder in den vorgeprägten Hirnstrukturen gefangen und denken eigentlich nicht mehr. Das von der Materie befreite Denken ist ein Prozess des übermateriellen Deltas im übermateriellen Vergangenheitsfeld, das jederzeit ins Materiefeld fallen kann.

    Anders formuliert: Das im Gegenwartsfeld aktive Delta schöpft die Gedankeninhalte im übermateriellen Vergangenheitsfeld. Die Denktätigkeit ist die freie Tat des Deltas, der Inhalt ergibt sich durch die Art des übermateriellen Vergangenheitsfeldes. Wir Menschen haben die Möglichkeit durch eigene Aktivität in Freiheit das göttliche Gedankennetz zu erforschen und zu erkennen.

    In der Passivitätsstufe -2 sind wir ins Vergangenheitsfeld unseres Gehirns abgetaucht. Wir haben den Kontakt zu unserem Delta fast verloren. Der antigöttliche Autopilot lässt schon gedachte Gedankenstrukturen automatisch ablaufen. Kann das antigöttliche Bewusstsein durch unsere Passivität noch besser eingreifen, kann es uns auch seine kalten, unmenschlichen Gedanken aufdrängen. Wir denken dann neue von antigöttlichen Wesen inspirierte Gedanken, die uns „helfen“, die Welt noch unmenschlicher zu gestalten.