Archive for August, 2008

Die dritte Aktivitätsstufe

Wenn ich meine Reise durch meine inneren Welten erfolgreich unternehmen will, muss ich meine seelische Innenwelt stabilisieren. Sobald ich die festen Strukturen der physischen Welt verlasse, bin ich in den Feldern ohne Halt und innere Sicherheit. Dies kann ein gefährlicher Zustand werden. Schon bei meinen ersten bewussten Reiseversuchen werde ich feststellen, dass es nicht so einfach ist, den verschiedenen Emotions- Handlungs- und Gedankenstrukturen ins Auge zu schauen. Ängste, Stolz, Vorurteile verhindern eine objektive Beobachtung. Unsicherheit kann auch Aggressionen erzeugen. Stimmen aus den Unterbewusstsein wollen mich abhalten, weiter zu forschen. Ich kann auch Angst bekommen, den Boden unter den Füssen zu verlieren. Deshalb sollte ich die zweite Aktivierungsstufe nie ohne die dritte Aktivierungsstufe beginnen. Eigentlich sollte ich nie beobachten ohne mich zu stabilisieren. Dies könnte mich aus den Lebensgeleisen werfen. Die Reisen in die Felder können gefährlich sein. Noch gefährlicher ist es jedoch, sich ohne klares Bewusstsein in die Felder zu begeben. Dies geschieht heute automatisch mit jedem Menschen. Wenn ich die Gefahren kenne und mich dagegen wappne, sind die Reisen interessant und gefahrlos. Ich habe heute nicht mehr die Wahl zu sagen, die Reisen in die Felder sind mir zu gefährlich, ich bleibe lieber zu Hause. Die Felder sind heute überall. Jeder Mensch wird von ihnen erfasst.
Die Stabilisierungsübungen brauchen einen grossen Willen. Die Kraft aus dem Gegenwartsfeld, die dabei eingesetzt wird, verwandelt das uns stärker als die Kraft, die beim Beobachten nötig ist. Stabilisieren und Beobachten sind Prozesse, die jeden Tag geübt werden sollten. So stabilisieren wir uns laufend.

Die folgenden 5 Stabilisierungsübungen helfen uns, unser Seelenleben zu beherrschen. Wir bestimmen, was in unserer Seele geschieht. Um dies zu beherrschen, muss ich die 3. Aktivitätsstufe erreichen.

5. Übung: Gleichgewicht

Die folgende Übung benötigt die stärkste Kraft, die Kraft direkt aus dem Zentrum aus dem Land der Weisshüte. Nur in absoluter Wachheit und Zentriertheit gelingt es mir die so genannte Gleichgewichtsübung erfolgreich zu bestehen. Es ist eine Übung, die ich nicht künstlich herbeiführen muss. Das Leben gibt mir immer wieder die Möglichkeit sie zu bestehen oder zu versagen.
Die Grundidee ist folgende: Ich sollte mich in schwierigen Lebenssituationen nicht wie ein Schiff, das steuerlos im Sturm hin und her geworfen wird, erleben. Auch in den schwierigsten Umständen sollte ich durch die Kraft des Gegenwarts-Felds das Ruder in den Stürmen meiner Vergangenheits-Felder fest in der Hand behalten. Ich soll mich nicht gegen Freud und Leid abstumpfen. Ich soll die Höhen und Tiefen des Lebens erleben, aber nie von den Wogen der Vergangenheits-Felder so erfasst werden, dass ich mich selbst verliere.

Zusammenfassung der Übungen

Die 5 Übungen können durch den Fünfstern dargestellt werden. Der Fünfstern ist ein altes Symbol für den Menschen. Der Kopf und die Denksphäre ist die Spitze. Die Brust, die beiden Arme und der Gefühlsbereich, stellen die beiden darunter liegenden Zacken dar. Die beiden Beine und den Willensbereich finden wir unten, die Zacken auf denen der Fünfstern steht. Man kann mit einer alle Zacken verbindenden Linie das Pentagramm zeichnen. So beginnt die erste Übung (klares Denken), die einen Schwerpunkt im Denken und Wahrnehmen besitzt, an der Spitze, dem Kopf. Die zweite Übung ist eine Übung zur Schulung des Willens (klares Wollen). Ich ziehe die Linie von der Spitze zum rechten Fuss. Nun verbinde ich den rechten Fuss mit der linken Hand. Ich habe nun vom Willensbereich der Füsse zum Gefühlsbereich der Brustregion gewechselt. Die dritte Übung, eine Übung, die im Bereich der Gefühle, der Emotionsmuster, auflösend wirkt, ist nun an der Reihe (Offenheit). Die vierte Übung bleibt in der Brustregion, auch sie arbeitet mit den Gefühlen (Positivität). Ich verbinde die linke Hand mit der rechten Hand. Zum Schluss verbinde ich die rechte Hand mit dem linken Fuss und bin wieder in der Willensregion des Fünfsterns angekommen. Die letzte Übung (Gleichgewicht) ist ja eine Willensübung.

4. Übung: Positivität (auch in negativen Strukturen das Gute sehen)

Hat man es nun geschafft, offen zu bleiben , muss man die Energie noch steigern und im Land der Grünhüte Gedankenstrukturen suchen, mit denen man eine äusserlich negative Situation nicht nur negativ sieht. Es geht nicht darum das Negative positiv darzustellen. Wichtig ist, dass man in jeder negativen Situation auch das Positive sehen kann. Mit der Kraft aus dem Gegenwarts-Feld, die ja auch im Land der Gelbhüte wirkt, kann ich jeder Negativität auch etwas Positives abgewinnen.

Einige Beispiele:

• Eine Krankheit kann einen ungesunden Lebensrhythmus unterbrechen und dem Patienten Zeit zum Überdenken seiner Situation geben;
• ein Unfall kann fest gefügte Strukturen aufbrechen neue Perspektiven zeigen;
• eine Trennung kann den Weg frei machen, im Rückblick eine bessere Beziehung einzugehen;
• der Verlust der Arbeitsstelle kann eine Chance für einen Neuanfang sein.

Es soll nicht das Leid in der entsprechenden Situation wegdiskutiert werden. Der Mensch soll jedoch seine innere Kraft aktivieren, das Negative als Chance für eine Verwandlung seiner Situation zu ergreifen. Diese Übung kann auch mit kleinen alltäglichen Negativitäten erfolgreich durchgeführt werden.

Einige Beispiele dazu:

• Das Tram fährt mir vor der Nase davon. Ich lebe meine Enttäuschung und Wut auf den Tramführer nicht aus und bleibe aufmerksam. So entdecke ich einen alten Bekannten, den ich schon seit Jahren nicht mehr getroffen habe.
• Der Absturz meines Computers und die damit verbundene Löschung meines Textes motivieren mich, den Text nochmals neu zu gestalten.
• Die leere Autobatterie verhindert, dass ich bei Glatteis mit dem Auto losfahre. Vielleicht habe ich so einen Unfall vermeiden können.

3. Übung: Offenheit (keine Vorurteile)

Nun gehe ich in den Bereich der Rothüte und muss dort lernen, dass ich nicht von den Emotionsstrukturen, die mich schon seit Kindheit prägen, verleiten lasse die Situation im Leben zu beurteilen. Als Übung bemühe ich mich, mich den Lebenssituationen in Offenheit gegenüber zu stellen. Offenheit heisst, ohne oft unbewussten Rückgriff auf Emotionen aus der Vergangenheit, eine Situation wie neu zu beurteilen. Bildlich gesehen, höre ich nicht auf die Kommentare der Rothüte. Ich lasse mich nicht fremd bestimmen. Ein Beispiel: Ich erfahre, dass es Bücher gibt, die aufzeigen, dass noch nie ein Mensch seinen Fuss auf den Mond gesetzt hat. Nun sollte ich die Offenheit haben, innerlich zu sagen: Mein Weltbild baute darauf auf, dass die Amerikaner die Ersten auf dem Mond waren. Ich habe es ja selbst im TV gesehen. Nun will ich die bis anhin unbekannten Fakten prüfen, die aufzeigen, dass die Menschheit angelogen wurde. Danach bilde ich mir ein Urteil.
All mein Wissen, meine Emotions- und Gedankenstrukturen werden durch eine solche Mitteilung in Frage gestellt. Trotzdem sollte ich offen sein, das Neue zu prüfen und nachher zu verwerfen oder mein Weltbild zu korrigieren.
Es kommt nicht darauf an, ob ich meine Lieblingsvorstellungen behalten kann, es kommt darauf an, ob ich eigenständig das Leben beurteilen kann. Offenheit braucht immer die erneuernde Kraft aus dem Gegenwarts-Feld, damit ich nicht im Netz der alten Strukturen hängen bleibe.
Die Weltgeschichte zeigt eine Vielzahl von Ideen, die lange beibehalten wurden und heute noch werden, weil man sich nicht von alten Vorstellungen trennen wollte und will. (Die Erde ist eine Scheibe; Kolumbus hat Amerika entdeckt; die elektrische Batterie wurde in der Neuzeit entdeckt; die Materie ist das Reale; Felder sind Fantasievorstellungen; alles ist von Ursache und Wirkung bestimmt; es gibt keine grössere Geschwindigkeit als die Lichtgeschwindigkeit; alle Farben entstehen aus dem Licht; der Mensch stammt vom Affen ab; es gibt keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier; die Gene bestimmen alles; die Evolution wird vom Überleben des Stärksten angetrieben; der Mensch ist von Natur aus ein Egoist; usw.)