Wenn man die Sinne aufmerksam erlebt, ergibt sich als eine Möglichkeit folgende Gliederung nach oberen, mittleren und unteren Sinnen:
1. Denk-Sinne
Es gibt vier obere Sinne, die durch die Umwandlung des eigenen Bewusstseins am leichtesten bewusst werden können. Normalerweise werden sie mit dem Denken erfasst. Der denkerische Anteil des Geistig-Seelischen, der sonst im Wachzustand ist, kann nun auch mit dem hellwachen Bewusstseinszustand erlebt werden.
Als Denk-Sinne werden bezeichnet: Ich- oder Delta-Sinn, Seelen- oder Empathie-Sinn, Wort-Sinn, Gehör-Sinn
Ich- oder Delta-Sinn:
Dieser Sinn ist besonders bei aufmerksamen Menschen gut ausgebildet. Vermutlich gehören das aufmerksame Gehirn, die Spiegelzellen und andere Teile des Körpers zu diesem Sinn. Die elektromagnetischen Felder ermöglichen, dass wir in den anderen „hinein schauen“ können.
Mit diesem materiellen Sinnesorgan, das im Körper beheimatet ist, nimmt man wahr, ob einem ein anderer Mensch, ein Tier, ein Roboter, der wie ein Mensch aussieht, oder ein Mensch, der fremdgesteuert wird (vom Computer, von der Chemie, von seinem Egoismus usw), agiert. Ganz kurz gesagt, nimmt man wahr, ob ein Ich-Wesen oder Delta-Wesen den fremden Körper immer, von Zeit zu Zeit je nach Zentrierung oder nie durchdringt.
Heute wird das Ich meistens mit dem Ego verwechselt. Ein Mensch kann egoistisch sein, weil er ein Ich hat. Er hat die Möglichkeit durch sein Ich seinen Egoismus zu überwinden.
Einfacher ist es jedoch, den Egoismus zu verdrängen. Wir handeln dann aber nur versteckter egoistisch. Egoisten sind wir noch immer.
Seelen- oder Empathie-Sinn:
Auch dieser Sinn ist besonders bei aufmerksamen Menschen gut ausgebildet. Vermutlich gehören das aufmerksame Gehirn, die Spiegelzellen und andere Teile des Körpers zu diesem Sinn. Die elektromagnetischen Felder verbinden uns empathisch mit den anderen Menschen.
Die aufmerksamen Menschen können das Gegenüber nach ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungsimpulsen beurteilen. Sie „umfliessen“ seelisch den anderen. Gedankenlesen ist für sie mit dem gut ausgebildeten Sinn möglich. Diese Fähigkeit erlebt man oft bei Kindern.
Bei Autisten kann dieser Sinn zeitweise oder meistens gestört sein, besonders wenn sie einer stressgeladenen Umgebung ausgesetzt sind.
Technisch kann man ja heute Gedanken, Gefühle und Handlungen beeinflussen. Dies führt positiv zu den künstlichen Sinnen oder negativ zur totalen Überwachung.
Wort-Sinn
Nur der Mensch kann aus den Geräuschen, die Sprache verstehen. Die Tiere werden auf Lautkombinationen trainiert und können so Befehlen folgen.
Die Muttersprache wird nicht mit dem Intellekt gelernt. Jedes Kind kann jede Sprache seiner Umgebung in den ersten Jahren als Muttersprache träumend lernen. Die Sprache hat eine Grammatik, die logisch, aber mit dem Intellekt nur beschränkt begriffen werden kann. In den Wörtern der Sprache finden wir mehr als reine Information. Herz ist nicht nur das Organ, das heute intellektuell als „Pumpe“ aufgefasst wird. Man sagt auch, „er habe ein Herz aus Stein, er ist hartherzig, nicht herzlich“, um auszudrücken, dass diese Person kein Gefühl habe. In den Wörtern sind auch Gefühle und Willensimpulse verborgen. Man kann nicht alles mit den Gedanken begreifen. Erst wenn wir unser Bewusstsein verwandelt haben, erleben wir die anderen Bedeutungen aufmerksam bewusst.
Als Erwachsener hat man keine Beziehung zu den tieferen Stufen des Denkens, die wir Fühlen und Wollen nennen. Wir lernen neue Sprachen mehr oder weniger mühsam durch Pauken der Vokabeln und durch die Grammatik, die wir mit unserer Intelligenz zu begreifen versuchen, was uns nicht immer gelingt.
Sprachen, wie Esperanto, die nur auf Informationsaustausch aufgebaut sind, und intellektuell die bekanntesten Wörter aus verschiedenen Sprachen abgewandelt verwenden, haben sich nicht durchgesetzt. Auch Abkürzungen werden vor allem bei der intellektuellen Wissenschaft verwendet. Beim Volk haben sich nur sehr bekannte Abkürzungen in Form einer Modeerscheinung durchgesetzt. Diese Sprachen und Abkürzungen haben eben keinen „Sprachgeist*, der auch mit dem träumerischen Fühlen und mit dem schlafenden Willen zu tun hat.
Um die Bedeutung der Worte auf allen Ebenen zu verstehen, brauchen wir alle Sinne, besonders den Wort-Sinn. Fällt er aus, verstehen wir keine Sprachen mehr, sondern hören nur Geräusche.
Gehör-Sinn
Er ist gut bekannt, deshalb schreibe ich an dieser Stelle nur, dass man z. B. beim Blinden die Wichtigkeit des Gehör-Sinns erleben kann. Man wird sich bewusst, dass wir mit dem Gehör mehr und Genaueres von der Welt erfahren.
Mit den oberen Sinnen kann man bewusst wahrnehmen, ob ein Mensch (seelisch-individuell geistiges Wesen) oder ein Tier (seelisches Wesen) vor einem steht. Man hört den Geräuschen an, ob ein Mensch spricht und bewusst denkt und nimmt die Welt vor allem über die Ohren als leblos, lebendig, tierisch-seelisch, menschlich-seelisch-geistig wahr.