Archive for August, 2011

Goethes Farbenlehre II

Goethe trennte Moral nicht von der Natur, die mit den naturwissenschaftlichen Gesetzen beschrieben werden kann. Die Widersprüche in der Natur (z.B. Licht=Quant oder Materie, Bewegungs-, Stoffwechsel- oder Ernährungs-, Gefühls-, Denkerklärung, Funktionsweise des Herzens, der Nerven und Sinnesorgane) zeigen, dass mit den heute bekannten naturwissenschaftlichen Gesetzen nur die Oberfläche der Natur erfasst und erklärt werden kann. Will man tiefer gehen, muss man die Gesetze der Moral dazu nehmen. Dazu braucht man aber ein verwandeltes Bewusstsein. Goethe hatte sein Bewusstsein schon verwandelt. Heute würde man sagen, er sei den Weg, den die Delta Dynamik in der modernen Zeit  beschreibt, schon gegangen. Er sagte ja zu Schiller, er sehe Gedanken wie andere die Natur. Er hatte sein Denken in die Gegenwart “geholt” und sah die Gedanken bildhaft. Es ist aber ein grosser Unterschied, ob man die Welt in Bildern, die kommen, wann sie wollen, erlebt oder ob die Gedanken, die in der Natur zu finden sind, vom Menschen willentlich in Bildern erlebt und gesehen werden können.

Dass die Gesetze der Moral ebenso wie die Naturgesetze wirken, erlebt man heute immer tiefer in den unterschiedlichsten Therapien. Nur ein Mensch mit einer moralischen Selbsterkenntnis kann sich selber heilen. Die Bewegungen und chemischen Medikamente und der Einsatz des Computers können nur ihre Hilfe entfalten, wenn der Mensch es will. Sonst ist der Mensch ein Roboter, der manipuliert wird und der gewisse Krankheitssymptome verlieren kann. Eine Heilung tritt erst ein, wenn der Mensch einbezogen wird. Nur mit der Naturwissenschaft erklärt man den Menschen mit einem computergesteuerten Roboter. Das gelingt heute immer besser. Die Widersprüche entstehen aber, weil wir einen Menschen vor uns haben. So sagt Steven Mack, der einen Sturz aus 150 Metern Höhe überlebt hatte,  für naturwissenschaftliche Ohren unsinnige Sätze. ” Mein Unfall ist mein grösstes Glück. Ich bin von meinem Weg abgekommen, der Unfall hat mich wieder zurückgeführt. Ich kann meine Welt im Innern wieder aufbauen. …” In einem neuen Buch (Walter, Niels (2011) Der Blindgänger. Gockhausen:Wörterseh) kann man diese nachlesen. Der Name des Verlags hat nichts mit dem bekannten Wörthersee zu tun. Steven Mack kann seit seinem Unfall nicht mehr sehen und spricht sogenannte unsinnige Wörter aus.

Dies erlebt man auch in den Qualitäten der Farbtherapien, die alle direkt oder indirekt auf der Goethe’schen Farbenlehre aufbauen. Er sieht in den Farben nicht nur die Quantitäten der Wellen, sondern auch den geistigen Kampf verschiedener Weltmächte. Im gesamten Naturreich sieht er Moral und Natur zusammenwirken, auch in der Farbentstehung. Es sind für ihn nur zwei verschiedene Aspekte desselben Wesens. Deshalb ist Goethe mit seinem Denken ein religiöser Mensch. Für ihn ist der Mensch nicht nur ein menschlicher Roboter, dem die Freiheit von der Naturwissenschaft immer mehr abgesprochen wird, sondern auch ein geistig individuelles Wesen.

Eine kurze Zusammenfassung seiner Entdeckungen:

1. Zur Farb-Entstehung braucht es nicht nur das Licht sondern auch das Dunkle. Goethe sagt, das Licht „kämpfe“ in einem trüben Medium (Luft, Wasser, Linsen, Prismen usw.) mit der Finsternis. Mischt man statisch weiss mit schwarz ergibt sich grau. Geschieht dies aber dynamisch, entstehen die Farben.

 

Goethes Farbenlehre I

Goethe kannte die Theorie Newtons schon lange und war wie jeder wissenschaftlich orientierte Mensch von ihr überzeugt. Er wollte aber trotzdem selber irgendeinmal die Farbentstehung  mit von einem befreundeten Professor ausgeliehenen Prismen sehen. Weil er wegen seiner vielen Aufgaben keine Zeit hatte, entdeckte er zufällig, dass Newtons Theorie in wichtigen Punkten die Wirklichkeit nicht beschreiben konnte. Da er kein Berufswissenschaftler war, „musste“ er die gängige Farbtheorie nicht bestätigen. Er war offen und schaute, was sich zeigte. Diese Vorurteilslosigkeit haben auch heute noch die Wissenschaftler, die über die Entdeckungen Goethes lachen, nicht. Diese gehören leider immer noch zur Mehrheit. Die Therapeuten stützen sich jedoch immer häufiger auf Goethes Farbenlehre.

Goethe erforschte die Gesetze der Farben ca. 40 Jahre lang. Er sagte selbst, dass seine grösste Leistung die Entdeckung der Farbgesetze war. Wir jedoch sehen normalerweise den „Dichterfürsten“  in ihm und nehmen seine Farbenlehre nicht ernst. Wir verehren den Künstler und sehen aber nicht den Wissenschaftler. Dass seine Kunst und Wissenschaft ohne tiefe Religion nicht möglich ist, können wir intuitiv ahnen. Diejenigen, die ihn nur mit ihrem Intellekt betrachten, bezeichnen  ihn oft als unchristlich, darunter auch viele  „ Kirchenchristen“.

Ohne Aufmerksamkeit kaut man die wissenschaftliche Meinung, die seit Newton im Prinzip gilt, wieder. Man muss selber rein geistig (ohne Beeinflussung des Körpers) denken, fühlen und wollen, so dass man immer mehr von Goethe erlebt und mit dem geistigen Denken begreift. Goethe nur als Dichter zu sehen, bringt uns nicht weiter.

Mit gesundem  Menschenverstand oder der Intuition, sind wir uns noch nicht vollbewusst, aber können Goethe auch als Wissenschaftler, der auch als Dichter ein Genie war, ernst nehmen.

 

 

Bachkonzert im Grossmünster Zürich

Ich besuchte am 3. 8. 11 ein Bach-Konzert  im Grossmünster Zürich. Es spielte auf der Orgel  Bernhard Billetter. Vor der Kirche bildete sich schon eine Stunde vor Beginn eine riesige Besucherschlange, die über den ganzen Platz reichte. Daher konnte das Orgelkonzert erst mit einer Viertelstunde Verspätung beginnen. Zum Glück hatten im Grossmünster ca. 3000 Leute Platz. Trotz allseitiger Überforderung fanden noch alle Bachliebhaber einen Platz.

Bernhard Billetter stellte das Programm  so zusammen, dass man zuerst Stücke aus dem Früh- gegen Schluss aus dem Spätwerk Bachs hörte. Man konnte im Konzert erleben, dass Bach sein Leben lang gearbeitet und sich grandios gesteigert hat. Der Bach, den wir normalerweise kennen, ist erst durch lange Arbeit entstanden. Lebenslängliche Evolution, Offenheit und Verarbeitung der neuesten Trends machten Bachs Musik unsterblich. Sie wirkt heute noch zum Teil sehr „modern“, chromatisch und komplex.

Ohne Aufmerksamkeit hört man nur ein Chaos von vielen Tönen, die laut sein können. Man muss selber rein geistig ohne Beeinflussung des Körpers denken, fühlen und wollen, so dass man immer mehr bei Bach hört. Nur Töne hören nützt nichts.

Mit gesundem  Menschenverstand oder der Intuition, sind wir uns noch nicht vollbewusst, aber können die Kunst und Religion von Bach mit unseren Gefühlen empfinden.

Analysiert man Bach nur intellektuell, ist er zwar äusserst interessant. Man wird aber nicht von tiefen Gefühlen bewegt und empfindet nicht den geistigen Willen von Bach. Die Gefühle beschränken sich auf den eigenen Stolz, die mathematischen und andere Zusammenhänge begriffen und herausgefunden zu haben. Der Wille  wirkt nur unbewusst, um von Gedanken zu Gedanken zu kommen. Mit dem Denken ist es überhaupt erst möglich, diese musikalischen Inhalte zu begreifen. Da dieses Denken nur intellektuell ist, hören wir bei Bach nicht  Wissenschaft, Kunst und Religion. Man ist  ja im Körperbewusstsein nicht wissenschaftlich, künstlerisch und religiös gestimmt.

Man kann jedoch  mit dem normalen Bewusstsein nie sagen, ob ein Musikwissenschaftler nur  intellektuell oder auch mit seinem, geistigen Denken, Fühlen und Wollen die Musik interpretiert.

Es besteht die Möglichkeit die Musik Bachs intellektuell zu analysieren. Man kann aber auch Bach intuitiv oder  mit dem Delta Bewusstsein aufmerksam hören. Dann ist Wissenschaft, Kunst und Religion ein Ganzes und im Delta Bewusstsein sind das  Denken, Fühlen und Wollen  vom Körper nicht mehr beeinflusst. Bei der Musik Bachs liegt der Schwerpunkt beim “fühlenden” Hören, wobei das “wissende” Denken und das “religiöse” Wollen nicht fehlen dürfen.