„Karma-Übungen“ durch eine aufmerksame, geistige Lebensführung

Im heutigen Beitrag wollen wir den zweiten Weg betrachten, nachdem wir das letzte Mal den ersten unter die Lupe genommen haben.

Der zweite Weg

Er ist schwieriger als der erste Weg, weil wir nicht auf die bewusste Hilfe unseres Körpers in Bezug auf Karma-Erkenntnis konkret zählen können. Wir sind aber wach in unserem Körper auf der Erde. Unser Körper ist das uns immer bewusster werdende Instrument des Geistes – unseres Ichs -. Zuerst wird uns unser Seelenkörper bewusst. Wir haben unser Denken, Fühlen und Wollen immer besser im Griff.

Wir können immer mehr aufwachen, indem wir unseren geistigen Kern entwickeln.

Unser Bewusstsein kann immer klarer und tiefer werden. Ausserdem können wir erleben und erkennen, dass wir in unserer Seele nicht manipuliert werden.

Beim eigenen Schicksal sind die Versuchungen sehr gross, nur das zu sehen, was uns schmeichelt. Die für uns unangenehmen Tatsachen werden oft verdrängt.

Wenn wir alle Klippen umschiffen können, sehen wir schon Einiges, das uns Aufschlüsse über unser Schicksal geben kann, auch wenn wir noch nicht Klarheit über unsere letzten Leben haben.

Vergangenheit und Zukunft im Schicksal

Wenn auf die Vergangenheit geschaut wird, sehen wir das unveränderbare Schicksal, das durch die letzten Leben gebildet wurde. Das Zukünftige wird durch unsere jetzigen Handlungen vorbereitet. Das vergangene Schicksal prägt unser Leben, das zukünftige können wir durch die heutigen Handlungen beeinflussen. Je freier wir werden, desto besser können wir unser zukünftiges Schicksal gestalten.

Auch wenn der Mensch keine gezielte Übung zum Karma machen will, wird ihm Vieles klar, wenn er aufmerksam lebt und beobachtet.

Stabilität

Er muss jedoch darauf achten, dass er, wenn er sich mit dem Geist und dem Schicksal seines Ichs beschäftigt, nicht seelisch hin und her geschleudert wird. Um seine innere Stabilität zu wahren, ist es förderlich für den Menschen, Zentrierungsübungen (siehe die sechs deltadynamischen Übungen) zu machen. Wie die Engländer sagen „My home is my castle“ können wir uns der Stabilität unseres Körpers bedienen.

Wir können uns in den Schutz unseres Körpers «flüchten» , wenn wir zu sehr «geschüttelt» werden.

Der Mensch muss nur sein Augenmerk darauf legen, dass er nicht auf die schiefe Bahn kommt. Er muss sich des Denkens ohne Einmischung von aussen bedienen. Seine Gefühle Freude, Angst, Traurigkeit und Wut dürfen nicht zu Spass, Panik, Depression und Zerstörungswut verhärten. Ganz im Gegenteil muss er sie aktiv verwandeln. Dann stellt er die Bewusstseins-Zustände des Glücks, des Vertrauens, des Mitgefühls und der Kreativität bewusst her. Dies ist jedoch nur im Jetzt – in der Gegenwart – möglich.

Wenn der Mensch sich treiben lässt, verlässt er das Jetzt und wird vom Spass, der Sucht usw. gepackt, bekommt Panik, wird depressiv. Er zerstört oder schädigt sich selbst und seine Umgebung. Die Zerstörungswut erfasst ihn.

Er wird nun zum emotionellen Bioroboter und verliert seine Freiheit. Er handelt nicht nur extrinsisch, sondern auch unmenschlich.

Sein Denken, Fühlen und Wollen wird unharmonisch. Der Mensch ist nur noch kalt im Denken – intellektuell, ohne Gefühl – , schwärmt haltlos oder macht alles mit seinem Willen ohne Rücksicht auf seine Gedanken oder Gefühle. Er hat das seelische Gleichgewicht verloren.

Er wird zur Gedankenbestie, zum haltlosen Schwärmer oder rücksichtslosen Macher.

Er gerät nicht nur seelisch, sondern auch körperlich aus dem Gleichgewicht, d. h.er wird krank oder/und hat Unfälle. Es können ihm Stoffwechselstörungen (z. B. Allergien gegen Lebensmittel, Heuschnupfen, wenn er zu stark in den Feldern lebt), oder andere Krankheiten (wenn er zu stark materiell wird) das Leben schwer machen.

Schicksalserkenntnis

Es ist ganz wesentlich, dass der Mensch möglichst lange zentriert ist und sein Leben bewusst führt, wenn er etwas zur Schicksalserkenntnis erfahren will. Denn alle Handlungen auf der Erde und sein Körper wiederspiegeln sein vergangenes und zukünftiges Schicksal. Die Freiheit ermöglicht dem Menschen ins Schicksal einzugreifen und die Zukunft mitzugestalten.

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