Die 4 halbbewussten Sinne

Sinn

Der Geruchs -Sinn

Funktion

Man riecht seine Umgebung.

Beim Einatmen durch die Nase strömt die Atemluft an der Riechschleimhaut entlang, die eine Oberfläche von 2,5 – 5 cm² aufweist und etwa 30 Millionen Riechzellen enthält. Diese besitzen an ihrer Spitze Büschel von besonders feinen Sinneshärchen. In den Riechzellen reagieren Eiweiße mit den Duftmolekülen der Duftstoffe und lösen dabei einen chemischen Reiz aus. Dieser wird in ein elektrisches Signal umgewandelt. Der Riechkolben leitet das Signal weiter in den Thalamus, der Steuerzentrale für Sinneswahrnehmungen im Gehirn. Im Geruchszentrum des Großhirns werden die Informationen über die Duftwahrnehmung gespeichert und mit bisherigen Duftmerkmalen verglichen.

Der Mensch kann etwa 10000 Gerüche unterscheiden. Die geübte Nase eines Parfümeurs erkennt bis zu 30000 Düfte. In der Natur existieren etwa eine Million Düfte, die von den Lebewesen der Erde wahrgenommen werden können. Die Konzentration, bei der ein Duft gerade noch wahrgenommen wird, nennt man Reizschwelle.

Sinnesorgan

Die Nase

Sinn

Der Geschmacks-Sinn

Funktion

Man schmeckt seine Umgebung.

Süßer und bitterer Geschmack wird mit den gleichen Zellen auf den Geschmacksknospen der Zunge wahrgenommen. Nur die Signale, die die Zellen an das Gehirn weitergeben, unterscheiden sich, haben amerikanische Wissenschaftler entdeckt. Ein Botenstoff ist dabei für Süßes zuständig, ein anderer für bitteren Geschmack.

Geschmacksknospen bestehen aus 50 bis 100 Zellen. Nervenfasern verbinden jede Geschmacksknospe mit dem Gehirn, aber nur wenige der Zellen berühren die Nervenfasern. Die Zellen müssen also auch auf irgendeine andere Weise ein Signal zu den Nervenfasern schicken können. Die Aufgabe übernehmen die beiden Botenstoffe, die an der Faser einen elektrischen Impuls auslösen. So meldet der Mensch unbewusst mit seinen Nervenzellen dem Gehirn entweder Süßes oder Bitterstoffe auf der Zunge.

Sinnesorgan

Zunge, Schleimhäute des Mundes.

Sinn

Der Seh -Sinn

Funktion

Man sieht die Welt.

Ins Innere gelangt das Licht durch die Hornhaut und die Pupille. Sie ist die kreisförmige Öffnung der farbigen Regenbogenhaut, der Iris. Durch die Muskelfasern in der Iris kann die Pupille vergrößert und verkleinert werden. Dieser Vorgang, der das Auge an die Helligkeit der Umgebung anpasst, heißt Adaptation. Hinter der Iris ist die elastische Augenlinse an Bändern aufgehängt. Die Linsenbänder verlaufen zum ringförmigen Ziliarmuskel. Das Augeninnere ist von dem gallertartigen Glaskörper erfüllt. Er verleiht dem Auge die feste und runde Form, die auch Augapfel genannt wird.

Beim Menschen liegt der durch das Auge wahrnehmbare Bereich des elektromagnetischen Spektrums im Wellenlängenbereich von etwa 380 nm bis 780 nm, das sogenannte Lichtspektrum. Dagegen sehen beispielsweise Bienen auch kurzwelligeres Licht, das sogenannte ultraviolette UV-Licht, während sie andererseits kein rotes Licht wahrnehmen können. Der Sehraum im Auge der Säugetiere ist für farbiges Sehen (farbiges Licht, durch die Zapfen) sehr viel kleiner als der für Hell und Dunkel (weißes Licht, durch die Stäbchen). Somit liegt der Farbsehraum auch innerhalb des Weißlichtsehraumes.

Zwar ist der größte Teil der Netzhaut (Pars optica retinae) mit Sinneszellen bedeckt, das Scharfsehen entsteht beim Menschen jedoch auf nur 0,02 Prozent der Netzhautfläche, dem sogenannten Gelben Fleck (Macula lutea). Dieser entspricht etwa 5° unseres insgesamt horizontal rund 170° und vertikal rund 110° umfassenden binokularen Blickfeldes. Wir sehen also prinzipiell nur den Bereich scharf, den unsere beiden Augen mit ihren Gesichtslinien fixieren.

Augenmuskeln

Beim Betrachten eines Gegenstandes kommt ein konstantes und scharfes Bild erst dadurch zustande, dass uns die Augenmuskeln, meist unbewusst, nacheinander verschiedene Ausschnitte des Objektes auf einer Fläche von etwa 1,0° vor die Fovea centralis, das Zentrum des Gelben Flecks, rücken.[2]. Das Auge ruht also beim Betrachten nie und ist immer in kleinsten Bewegungen begriffen, indem ein Punkt für Sekundenbruchteile fixiert wird, um dann eine kleinste, ruckartige Bewegung (Mikrosakkade) zu einem nächsten Punkt folgen zu lassen. Aus diesem „Abtasten“ wird schließlich das Gesamtbild generiert. Bei ruhiger Betrachtung dauern die einzelnen Fixationen 0,2 bis 0,6 Sekunden, so dass in einer Sekunde 2 bis 5 Sakkaden stattfinden. Bei schnellerem Blicken werden die Sakkaden häufiger und die Fixationszeiten kürzer.

Die Wahl der Fixationspunkte und das Muster der Sakkaden ist in hohem Maße individuell und steht im Zusammenhang mit den Gewohnheiten und dem Interesse des Betrachters oder der Aufgabenstellung an ihn. Man spricht heute vom Intentionalen Sehen, einem aktiven Vorgang zur Welt hin. Durch entsprechende Beobachtungsmethoden macht sich mittlerweile vor allem die Werbebranche, aber auch die Verhaltensforschung dieses Phänomen der unwillkürlichen Aktivität zu Nutze um damit ihre Werbemethoden bzw. ihre Thesen zum menschlichen Verhalten zu verbessern und zu optimieren. Auch im Zusammenhang mit der Entwicklung von Lügendetektoren sind immer wieder entsprechende Instrumente im Einsatz, meist zur Bewertung des Erregungszustands.

Sinnesorgan

Das Auge

Sinn

Der Wärme-Sinn

Funktion

Die Temperatur des Körpers und der Umgebung wird wahrgenommen.

Es ist die Fähigkeit zahlreicher Tiere, Temperaturunterschiede wahrzunehmen. Hierzu dienen Temperatursinnesorgane (Thermorezeptoren). Bei Insekten sind die Mundwerkzeuge mit Temperatursinnesorganen ausgestattet. Bei Wirbeltieren liegen die Sinneszellen als freie Nervenenden in der Haut oder zur Messung der Innentemperatur in den Aderwänden; Kältepunkte (Krausesche Endkolben) nahe der Oberfläche, Wärmepunkte (Ruffinische Organe) in größerer Tiefe. Kälterezeptoren melden nicht mehr bei Temperaturen über 40 Grad. Ihre Erregung nimmt bei absteigender Temperatur zu. Nur bei sehr hoher Temperatur (zu heißes Bad) erfolgt erneut eine Erregung und führt zur „paradoxen Kälteempfindung“.

Sinnesorgan

Wärmezellen in der Haut.

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