Die Umwandlung der Sinne
Mit gut ausgebildeten Sinnen kann man die Welt und seinen Körper exakt wahrnehmen und ist dann fähig, auf seinen Körper und die Welt mit einem gesunden Körper in seinem Sinne einzuwirken.
Die Raum-Zeit des Körpers (Stimmung und Bewegung) wird in die seelische Raum-Zeit umgewandelt. Die richtige Ausbildung des Körpers ergibt eine gesund strukturierte Seele. Die Körper-Strukturen ergeben die Seelen-Strukturen. Der Seelen- und Individualkörper kann nur durch einen gut ausgebildeten physischen Körper und Energiekörper menschlich gebildet werden. Der physische Körper und Energiekörper verwandelt sich in den Seelen-und Individualkörper.
Die oberen Sinne entstehen durch die unteren
Ein gut ausgebildeter Tast-Sinn ist Voraussetzung für die Bildung des menschlichen Ich- oder Delta-Sinns.
Ein gut ausgebildeter Lebens-Sinn ist Voraussetzung für die Bildung des menschlichen Gedanken-Sinn.
Ein gut ausgebildeter Eigenbewegungs-Sinn ist Voraussetzung für die Bildung des menschlichen Wort-Sinns.
Die Körper-Sinne legen die Grundlage für die Empathie-Sinne, die Unsichtbares wahrnehmen. Wird der physische Körper in der Kleinkindheit nicht eingesetzt, muss man sich nicht wundern, wenn die Empathie-Sinne unvollständig ausgebildet werden.
Im Kleinkindalter müssen die Erwachsenen Anreize zur körperlichen Bewegung durch z,B. Spielen im Wald geben. So werden durch Übung der Tast-, Eigenbewegungs- und Lebens-Sinn ausgebildet und der ganze Körper wird geschult. Computerspiele sind faszinierend, bewegen den ganzen Körper aber nicht. Sie sollten erst in der Pubertät und massvoll gespielt werden.
Ich- oder Delta-Sinn
Dies alles erklärt die Gefühls- und Gedankenlosigkeit mit der man Handlungen ausführt, ohne das Wohl eines anderen Menschen zu berücksichtigen. Man hat mit einem nicht vorhandenen Ich- oder Delta-Sinn, der nur durch vieles Tasten in der Kindheit und nachher entstehen kann, gar nicht die Möglichkeit, den Anderen als Menschen wahr zu nehmen.
Gedanken-Sinn
Wenn der Lebens-Sinn nicht ausgebildet wird, besitzt man später keinen Gedanken-Sinn. Zu seiner Ausbildung sind eine gute Ernährung, tägliches Erleben der vier Elemente (Erde, Wasser, Luft, Feuer), viel Bewegung, den Tätigkeiten entsprechende Kleidung und Erlebnisse, bei denen man möglichst viele Sinne einsetzt, nötig, um später einen Menschen zu verstehen und entsprechende Gefühle dabei zu entwickeln. Auch die Logik wird daher schon im Kindesalter aufgebaut.
Wort-Sinn
Ohne Formung des Eigenbewegungs-Sinnes wird ein guter Wort-Sinn nicht ermöglicht. Viel Bewegung in der Kindheit und später ist die Voraussetzung für eine differenzierte Ausdrucksweise. Dies macht die immer einfacher und primitiver werdende Sprache vieler Jugendlicher verstehbar. Auch das sich Beklagen über das Abnehmen der sprachlichen Fähigkeiten der Studenten wird nachvollziehbar.
Ein Extrembeispiel aus der Tageszeitung ist die Ermordung der eigenen Grossmutter, um eine Pizza essen zu können. Die jugendlichen Täter hatten gar keine Möglichkeit durch Bewegen, durch gesunde Ernährung und durch Erleben vielfältiger Materialien ihre Empathie-Sinne auszubilden, weil sie in der Kindheit z.B. vor dem Fernseher “still gestellt“ und deponiert wurden. Auch ihre Ernährung war wahrscheinlich qualitativ ungenügend. Ebenfalls konnten sie eventuell auch keine vielfältigen Erfahrungen im Wald oder anderswo erleben.
Mittlere Sinne
Stichwortartig kann man auch zu den anderen Sinnen Folgendes sagen:
Ein gut ausgebildeter Gleichgewichts-Sinn ist Voraussetzung für den menschlichen Gehör-Sinn.
Ein gut ausgebildeter Geruchs-Sinn ist Voraussetzung für den menschlichen Wärme-Sinn.
Ein gut ausgebildeter Geschmacks-Sinn ist Voraussetzung für den menschlichen Seh-Sinn.
Bewusste Selbstheilung
Der menschliche Geist verwandelt körperliche Fähigkeiten zu geistigen Talenten. Am Anfang geschieht dies noch unbewusst, nachher immer bewusster. Als Erwachsener kann man durch bewussten eigenen Willen den Körper, der noch funktionieren würde, aber durch Verletzungen eingeschränkt ist, wieder heilen. Denn das Hirn und der ganze Körper sind bis zum Tod plastisch.
Mit eigenem Willen kann man ganz bewusst neue Synapsen bilden und ganze Hirnareale wieder aufbauen.
Somit wird auch das Wahrnehmen der geistigen, seelischen und körperlichen Bereiche wieder möglich.
Durch den Körper kann man mit eigenem Willen, der durch den Willen eines Therapeuten unterstützt wird, viel erreichen. Der Therapeut kann sich auch durch den fremden „Willen“ einer Maschine oder von Medikamenten helfen lassen. Wichtig ist jedoch nicht nur ein mechanisches Funktionieren des Körpers, sondern auch ein Erhöhen des Bewusstseins. Die menschliche Individualisierung muss gefördert werden, nicht nur die Pseudo-Heilung des Körpers.
Wenn man nur die Symptome zum Verschwinden bringt (Aufmerksamkeit durch Ritalin, Bewegung mit Schmerzmitteln und Kortison), ist man nicht geheilt.
Mit Pestalozzi gesagt, wird ohne menschlichen Einsatz der „Hand“ kein menschliches Funktionieren des „Kopfes“ entstehen. Nur das „Herz“ schafft die Verbindung zwischen Hand und Kopf.
Mit anderen Worten müssen das Gefühl und das Denken bei allen Handlungen, auch wenn man sie nicht sehen kann, dabei sein. Hand, Herz und Kopf müssen immer miteinander angewendet werden. Nur eine mechanische Handlung ohne individuelles Herz-Gefühl und individuelle Kopf-Gedanken wird sehr schnell unmenschlich.
Kopf, Herz und Hand müssen alle Handlungen durchdringen, um menschlich zu sein.
