Der Geist-Körper oder Individualkörper als geistiger-seelischer Innenraum
Der Individualkörper ist die Prägung im Gegenwartsfeld durch das Delta oder Ich, das als geistige Wesen (Qualität) in der geistigen Welt lebt. Die Prägung kann in der momentanen Gegenwart wieder umgeschmolzen werden. Umgestaltung ist sofort möglich. Die Dauer der Fixierung kann man an den Nachbildern sehen. Sie lösen sich nach kurzer Zeit wieder auf. Wir können mit den Augen wieder neue Farben sehen und ihre Wirkung empfinden.
Wenn die Bilder bleiben und nicht abtauchen, sind wir nicht mehr frei. Sie werden zur Realität, die andere nicht sehen. Unser Bewusstsein ist dann von ihnen blockiert, da sie immer erscheinen. Wir können uns nicht mehr in Freiheit an sie erinnern oder sie total vergessen. Normalerweise besetzen die Bilder unser Bewusstsein nicht all zulange, obwohl sie im Körper noch vorhanden sind und ihn beeinflussen. Im anderen Fall sind wir seelisch krank, d.h. unser elektromagnetisches Feld des Individualkörpers lässt sich nicht mehr löschen. Denn alles wird zur zur Körperstruktur oder zum Körpermuster, das aus dem Unbewusstsein wirkt, auch wenn wir unser Bewusstsein für die nächsten Bilder wieder frei haben. Auch Erlebnisse, an die wir uns nicht mehr erinnern können, haben Folgen auf unseren Körper. Wenn ein Mensch traumatisiert wurde, ist er nicht nur seelisch sondern auch körperlich betroffen. Denn alle unsichtbaren Leiden sind körperlich. Ein geistig Behindeter
ist eigentlich körperlich behindert, denn sein individueller Geist kann nicht behindert sein!
Man kann sagen, dass wir mit unserem Geist in der momentane Gegenwart leben. Wir leben im Gegenwartsfeld, das ein Teil des elektromagnetischen Felds ist. Wir besitzen im Individualkörper nur eine kurze Vergangenheit – z.B. die Nachbilder – und eine kurze Zukunft. Der Wille zu den Übungen und seine Ziele sind ausschlaggebend. Wenn wir zu lange warten wird die Möglichkeit zur Freiheit nicht ergriffen. Wir beschäftigen uns z.B. nicht mit Übungen, die unsere Freiheit ermöglichen, sondern werden vom Leben mitgerissen. Dann haben wir nie Zeit, weil das Leben immer „wichtige“ Dinge bereit hält, die wir erledigen müssen. Wir haben eben nur eine kurze Zukunft, die wir in Freiheit benutzen können. Wir können aber immer von vorne beginnen und unser „Versagen“ wieder gut machen.
Die Sinnesschulung verwandelt unser Ego zum ewigen, sich selbst bewussten Ich oder Delta! Dieses höhere Ich kann sich dann im niederen Ich im Gegenwartsfeld spiegeln, ohne immer von seinem Ego, das im Vergangenheitsfeld als Egostruktur lebt, beeinflusst zu werden.
Heute müssen wir „Sinnes-Yoga“ machen, um unser Bewusstsein zu verwandeln. Yoga als Aufmerksamkeits- und Turnübung kann auch für uns passend sein, aber zur Bewusstseinsverwandlung eignet es sich nicht für einen modernen, westlichen Menschen. Wir müssen uns neben dem Seelen-, Energie- und Materiekörper auch des Individualkörpers bedienen und nicht beim Seelenkörper aufhören. Wir müssen zuerst das Denken verwandeln und dürfen nicht beim Fühlen beginnen. Unser Wille muss zuerst das Wahrnehmen und Denken erfassen, dann kann er auch auf das Fühlen und Wollen angewendet werden.
Die Freiheit wird erst durch unser Bewusstsein auf der Erde ermöglicht. Dazu ist unser Individualkörper nötig, denn durch ihn kann sich unser Delta oder Ich erst bemerkbar machen.
In unseren selbstbewussten Vorstellungen können wir uns alles ausmalen, auch das physisch materiell (noch) nicht Verwirklichbare.
Wenn wir unseren Willen bewusst einsetzen, können wir nun den Zustand der Freiheit auch mit unserem Denken, Fühlen und Wollen verwirklichen. Dann sind unsere von Gefühlen begleiteten Handlungen frei, weil wir nicht unbewusst – ohne uns selbst gegebene Motive und automatisch – durch ein Denken, Fühlen und Wollen, das vom Körper negativ beeinflusst wird, agieren.
Mit anderen Worten sind wir zentriert und fallen nicht in den dezentrierten Zustand.
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Das heisst konkret: Zuerst alle Sinne einsetzen, erst danach die Atmung verändern! Da wir beim sinnlichen Wahrnehmen auch das Denken, Fühlen und Wollen brauchen (Gedanken-, Gefühls- und Willenssinne) ist es schon beim sinnlichen Wahrnehmen nötig, auf sein Denken, Fühlen und Wollen zu achten. Die sogenannte Intuition ist meistens ein sich Bewusstwerden der Eindrücke, die wir vom Empathie- und Delta- oder Ich-Sinn erhalten. Wenn wir diese Sinne so schulen, dass wir uns ihrer bewusst werden, können wir exakt feststellen, wie jemand wirkt und welche Absichten er hat. Wir können durch unser Wahrnehmen einen Teil seines Wesens mit unserem Körper erkennen.
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Wir beginnen beim Individualkörper, der im Seelen-, Energie- und Materiekörper lebt. Da der Holismus gilt, haben wir auch automatisch Einfluss auf die anderen Körper. Wir müssen immer häufiger bewusst in der Gegenwart leben. Die Vergangenheit und die geplante Zukunft sind wichtig, aber das Wesentliche liegt in der Gegenwart. Wir müssen das Hier und Jetzt ausleben und uns nicht in unser Inneres (verfälschte Vergangenheit oder schwärmerische Zukunft) zurückziehen.
Dezentriert: Der Mensch als Geistes- oder Gedankenwesen mit grossem unbewussten Anteil.
Bei diesem Zustand dominiert das Ego!
Der Mensch ist auch ein Geisteswesen, das auf der Erde mit seinem niederen Ich oder Delta wirkt. Er besitzt im niederen Ich aber noch einen sehr grossen unbewussten geistigen Anteil, von dem er bestimmt wird.
So entstehen im unbewussten Geist (niederem Ich oder Delta) durch Politiker, durch die Wirtschaft (Werbung) und religiöse Führer emotionell gefärbte Gedanken, die zu unfreien Handlungen führen können. Viele Gedanken werden verdrängt und gelangen nicht ins Bewusstsein. Sie bestimmen die Handlungen des Menschen aus dem Unbewussten.
Beispiele, die zu Dezentrierung führen können oder sie voraussetzen:
- Man wird auf seine Assoziationen angesprochen und handelt nur oberflächlich und schnell oder gar nicht.
- Es wird verhindert, dass der Mensch mit seinen tiefen gefühlsgesättigten Gedanken die jeweiligen Situationen bewusst begleitet und aus diesem Bewusstsein gerecht, mitleidsvoll und willensstark reagiert,
- Man ist oberflächlich und handelt so, wie man bei vollem Bewusstsein nie würde.
- Die Konzentration ist sehr klein.
- Man fokussiert sich nicht genau auf einen Sinneseindruck.
- Der Mensch ist geistig abgestumpft und desensibilisiert.
- Man beurteilt die Situation falsch und handelt anders als man sollte.
- Man ist in seinem Denken zynisch.
- Man denkt und handelt intellektuell.
- Das bessere Denken(Intellektualität) und eventuell die entsprechenden Ausbildungen können zu einer Überheblichkeit führen, die oft auch von anderen bemerkt wird.
- Man hat Selbstzweifel.
- Man ist unbeherrscht und wird durch starre Gedanken bestimmt.
- Man kann sich äusserlich durch den Einsatz von Gedankenstrukturen, die man durch die Erziehung aufgenommen hat, noch beherrschen, wird aber im Inneren von Assoziationen (gedankliche Emotionen wie Zynismus, Intellekt, Zwänge, starre Eselsbrücken, Ohrwürmer, Gedankenmühle, … ) bestimmt.
- Man folgt gedanklichen Strukturen und handelt mechanisch.
- Man setzt seine Gedankenstrukturen eiskalt ein.
- Die Technik regt unsere Gedankenstrukturen an (Filme, Musik, Sportgeräte, Fahrzeuge usw.). Sie holt oft Gedankenstrukturen aus unserer Geist-Seele, die wir ohne sie nicht hätten oder verdrängten und die uns letztlich schaden.
- Der Mensch wird durch den Einsatz der Technik bestimmt.
Sich von seinen oberflächlichen Gedankenstrukturen und Assoziationen bestimmen zu lassen und nicht seine tiefen, hellen und bewusste Gedanken sprechen zu lassen, ist immer krankmachend und ungesund.
Zentriert:
Die Zentrierung ist kein Zustand, sondern eine Aktivität, die man selber will. Man muss sich um sie immer bemühen.
Der Mensch ist ein Geistes- oder Gedankenwesen, das nicht nur die normale Sinneswahrnehmung hat, sondern sein Bewusstsein so verwandelt, dass er zur vollständigen Sinneswahrnehmung oder zum Delta Bewusstsein gelangt. Er verwandelt durch das Wirken des höheren Ichs oder DELTAS das niedere Ich oder Delta immer weiter und überwindet den Egoismus. Jetzt wird ihm erst klar, dass jede Sinneswahrnehmung nur mit dem Denken, das normalerweise unbewussten ist und daher nicht bemerkt wird, und den Sinnesorganen entstehen kann. Das normale Denken hingegen ist uns als Mensch bewusst und wir setzen es vielfältig ein.
Wenn die Sinnesorgane gesund und sein Denken vom Körper unbeeinflusst ist, entsteht auch auf der Erde die geistige Welt, die nicht von den Gegenmächten oder anti-göttlichen Wesen verzerrt wird.
Das Ego wird zum Delta oder Ich!
Der Mensch verwandelt seine Assoziationen und seine mechanischen, toten Gedankenstrukturen zu beweglichen, lebendigen Gedanken. Solange er zu dieser Verwandlung fähig ist, erlebt er die Freiheit.
Die körperbeeinflussten Gedankenmuster und -strukturen nimmt der Mensch immer noch wahr, aber sie werden von ihm zu einem lebendigen Denken, das vom Körper nicht mehr tangiert wird, verwandelt. Die Kräfte, die vom Körper ausgehen können, beeinflussen den Menschen nun nicht mehr. Bewegliche, lebendige gefühlsgesättigte Gedanken werden vom Menschen willentlich mit eigener Aktivität ins Zentrum gestellt (man ist zentriert). Dadurch erlebt man die Freiheit als hell bewusstes Eingreifen in die Materie. Erst jetzt ist man auch mit seinen Handlungen frei und besitzt die Freiheit nicht nur in seinem lebendigen Denken. Man gibt sich selbst seine Motive.
Diesen Zustand kann man durch folgende Übungen immer besser erreichen und länger aufrechterhalten:
Wenn man übt, die 5 Haltungen ins Gleichgewicht zu bringen, die 4 Körper richtig ein zu setzten, die drei Delta dynamischen Meditationen zu machen und ganz allgemein zu meditieren, hat man den Zentrierungszustand nur durch den Einsatz seines DELTAS oder ICHS – mit seinem individuellen Geist – erreicht. Man lebt nun als individueller Geist in der ewigen Gegenwart, indem man die Momentane Gegenwart mit seinem Individualkörper ernst nimmt und sie immer weiter in die ewige Gegenwart ausdehnt. Unser Körper hat in diesen Momenten – in der momentanen Gegenwart – auf unser Wesen keinen Einfluss mehr. Wir haben die Freiheit verwirklicht.
Wir erleben die geistige Welt in wohl geformten, lebendigen und gefühlsgesättigten Gedanken.
Gleichzeitig und später viel gezielter erfahren wir die geistige Welt auch in Bildern, Klängen und Wesen, deren Erscheinung von unserer Denktätigkeit abhängt. Dann sind wir uns bewusst, warum wir leben und gestalten die Welt in unserem Sinn, der gleichzeitig der göttlichen und menschlichen Entwicklung dient. Übungen dazu hat schon Rudolf Steiner vor über 100 Jahren beschrieben.
Der Mensch ist ein aufmerksames Geist- und Gedankenwesen, das nicht nur die normale Sinneswahrnehmung für die äusseren und inneren Tatsachen besitzt, sondern sein Bewusstsein so verwandeln kann, dass er auch seinen Individualkörper und den der anderen wahrnehmen kann und von Zeit zu Zeit zum Delta Bewusstsein gelangt.
Er verwandelt seine Gedankenstrukturen zu lebendigen Gedanken, die durch die Ausbildung seines Individualkörpers wahrgenommen werden können. Sein Delta oder Ich kann dann in seinen Körper eingreifen. Seine Geist-Seele ist dann vollständig im Besitz ihres Körpers und ganz inkarniert.
Beispiele, die zu Zentrierung führen können oder sie voraussetzen:
- Man ist aktiv, vollbewusst und aufmerksam.
- Man strahlt Sicherheit aus.
- „Stille Wasser sind tief“.
- Man ist selbstsicher und schwankt nicht gedanklich.
- Man ist gedankendurchdrungen.
- Man ist immer dankbar, gut gelaunt, denkt positiv und hat Zeit für das Wichtige.
- Durch die bewusste und gute Ausbildung seines Individualkörpers steigert man sein Lebensgefühl und nimmt mit allen Sinnen genau wahr.
- Wichtig ist das bewusste geistige Leben.
- Man ist menschlich, aber bestimmt, konsequent.
- Man benutzt die Technik, wo sie dem Menschen hilft.
- Der Mensch bestimmt den Einsatz der Technik, nicht umgekehrt.
Wir sind immer im Gleichgewicht, d. h. wir lassen uns von Gedankenmustern nicht beeinflussen. Wir sehen sie im Körper aufsteigen, werden aber von ihnen nicht bestimmt.
Nur durch individuelles Handeln kann man seinen Geist so gestalten, dass ein Mensch gesund bleibt oder wird. Für diesen Prozess muss mit der geistigen Energie möglichst gut umgegangen werden:
Folgende Übungen kann man durch zahllose eigene beliebig ergänzen. Die Angegebenen sollen nur als Beispiele dienen.
Der Seelen- und der Individualkörper bilden eine Einheit. Deshalb spricht man auch von Geist-Seele des Menschen. Im Schlaf befindet sie sich ausserhalb des Körpers und prägt ihn nicht.
Die Übungen des Geistes können deshalb ohne die Übungen der Seele in der Praxis nicht gemacht werden.
Übungsblock 1:
1. Klares Denken
Man nimmt exakt wahr und denkt beweglich und lebendig.
Bsp. Man beschreibt Schritt für Schritt die Produktion eines Trinkglases. Die beobachtbaren Fakten geben den logischen Ablauf. Dazu muss man sein Denken und sein Wahrnehmen einsetzen!
Fragen im Unterricht: Sind meine Anweisungen durchschaubar und klar?
Man beginnt beim gedankendurchdrungenen Wahrnehmen und ist sehr aufmerksam!
2. Freiheit im Handeln
Man handelt, wie man es selbst bestimmt.
Bsp. Man gibt sich selbst das Motiv für eine im Leben unnütze Handlung – Schuhbändel um 8.32 Uhr aufknüpfen, Fenster um 9.50 Uhr öffnen und darauf wieder schliessen – und führt diese dann aus.
Fragen im Unterricht: Lasse ich mich durch die Situation zu Handlungen hinreissen oder mache ich das, was ich mir vorgenommen habe, weil es jetzt passt? Handle ich aus Freiheit oder handle ich so, wie man es von mir erwartet?
Dazu muss man sein Denken und seinen Körper einsetzen!
Man setzt seine klaren Gedanken zu freien Handlungen um. Man braucht also sein Wollen!
3. Offenheit
Man ist offen und hat keine Vorurteile.
Bsp. Man überzeugt sich selbst, ob der schiefe Turm von Pisa nicht lotrecht ist. Erst danach hat man seine Meinung gebildet und plappert nicht nach, was die meisten sagen. Dies gilt auch für viele Wahrheiten, die sich bei genauerer Auseinandersetzung als falsch entpuppen.
Fragen im Unterricht: Bin ich zu Neuem, Ungewohnten bereit? Bin ich offen für neue Projekte?
Man achtet auf seine Geist-Seele und kultiviert sein Fühlen!
4. Positivität
Man ist positiv und lenkt sein Bewusstsein auf das Gute einer Tatsache, ohne das Schlechte zu verdrängen.
Bsp. Das Verpassen des Trams ermöglicht das Zusammentreffen mit einem Bekannten!
Fragen im Unterricht: Kann ich auch bei einem Misserfolg in der Schule noch das Positive sehen oder zerstöre ich alles?
Man achtet nochmals auf seine Geist-Seele und kultiviert sein Fühlen, indem man bewusst auf das Positive achtet!
5. Gleichmut
Man ist ausgeglichen und nicht „himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt“ wie im Egmont von Goethe.
Bsp. Man lässt sich von einem für uns negativen Ereignis nicht aus der Ruhe bringen.
Fragen im Unterricht: Bleibe ich in jeder schulischen Situation ruhig und gelassen? Verdränge ich nichts?
Man setzt sein Wollen auch innerlich ein!
6. Gleichgewicht aller Haltungen
Man bringt die ersten fünf Übungen permanent ins Gleichgewicht.
Bsp. Man ist womöglich immer aufmerksam, ob man klar denkt, frei handelt, offen und positiv die Welt erlebt und sich nicht von ihr beeinflussen lässt.
Fragen im Unterricht: Bin ich auf alle Situationen, die gemäss der ersten fünf Fragen entstehen können, aufmerksam?
Man setzt seinen Willen, wenn möglich, immer ein! Man ist ein selbstbewusstes Willenswesen.
