Was ist menschlich?

Menschlichkeit

1. Menschlichkeit wird auf der Erde nur gelebt, wenn vom Menschen als geistig-kreatives Wesen gesprochen und ermöglicht wird, dass jeder Mensch sein Potenzial entfalten kann. 

2. Menschlichkeit wird auf der Erde nur gelebt, wenn der Mensch auch als geistig-seelisches Wesen behandelt wird, das gleich wie jeder andere Mensch ist, egal welches Vermögen, welche Position, welches Geschlecht er beispielsweise hat.

3. Menschlichkeit wird auf der Erde nur gelebt, wenn realisiert wird, dass der Mensch ein Glied der Erde, das mit allem zusammenhängt, ist. Deshalb bringt man sich selbst dem Untergang näher, wenn man nicht sozial und nachhaltig handelt.

 

 

Unmenschlichkeit

Zuerst aber wollen wir einen Blick auf die Unmenschlichkeit, die überall – auch im Familiären – gelebt wird, werfen.

Unmenschlich ist:

  • Ein System, das ohne zu denken – maschinell – umgesetzt wird.
  • Abstrakte Idee, die umgesetzt werden müssen.
  • Wenn geglaubt wird, dass es keinen menschlichen, individuellen Geist gibt, der frei sein kann.
  • Wenn geglaubt wird, dass der Geist nur ein Produkt des Körpers ist.
  • Wenn geglaubt wird, dass die Seele nur ein Produkt des Körpers ist.
  • Wenn auf die Gefühle keine Rücksicht genommen wird, also die Seele des Menschen nicht Ernst genommen wird.

Einige Aphorismen  aus Religion und Philosophie

Buddhismus

Der Geist ist im heutigen Buddhismus nur der allgemeine Geist.

Es gibt den Geist, aber nicht Gott. Deshalb hat der irdische Mensch keinen individuellen Geist, der nach dem Tod existiert.

Der Mensch ist nur auf der Erde ein Individuum. Nach dem Tod geht er im allgemeinen Geist auf.

Der Buddhismus  kennt nur eine Wiedergeburt der Seele, nicht des individuellen Geistes. Deshalb kann man in einem anderen Naturreich wiedergeboren werden (Stein, Pflanze oder Tier).

Das Karma ist wegen der fehlenden Freiheit nur vergangenheitsbezogen. Die Zukunft (das nächste Leben) ist nur eine Folge des jetzigen Lebens, ohne dass der Mensch in Freiheit seinen Weg bestimmen kann.

Viele Dinge sind widersprüchlich, weil durch konsequentes, nicht egoistisches Denken und der Hirnforschung etwas Anderes gezeigt wird. Obwohl der Dalai Lama für viele Hirnforscher wegweisend ist, handelt er teilweise durch seine religiösen Ideen unmenschlich und zieht die entsprechenden Folgen aus der Hirnforschung und anderen Erkenntnissen nicht.

Die meisten Buddhisten und besonders auch der Dalai Lama haben hohe Ziele zur Verwirklichung des Lebens. Das ewige, menschliche Individuum kennen sie aber nicht und berücksichtigen es deshalb nicht.

Die Vorstellung des Lebens als Folge der letzten Inkarnation und auch als Hineinwirken der Zukunft in diese Inkarnation, ist dem Buddhismus fremd. Man kann, wenn man die Spiritualität weiter ausdehnt, dem Leben eine andere Richtung in Freiheit geben, die unabhängig vom Karma möglich wird. Das Karma beeinflusst in diesem Fall nur den Körper, nicht die freie Geist-Seele des Menschen. Der Mensch kann sich als individuelles geistiges Wesen selbst bestimmen. Er ist nicht eine Marionette des Geistes, weil er einen ewigen, individuellen Kern besitzt. Freiheit ist nur einem geistigen Individuum möglich, indem es sich nicht von der Materie bestimmen lässt, sondern seinen eigenen Willen lebt.

 

Der christliche Fundamentalismus

Der christliche Fundamentalismus kennt den Menschen nur als Produkt. In diesem Fall ist er ein Produkt Gottes. Man nimmt dem Menschen seine Möglichkeit zur Freiheit und behandelt ihn somit unmenschlich.

Er geht nicht auf seine Freiheit ein, behandelt den Menschen nicht gleich und wirkt nicht nachhaltig, wenn er glaubt, dass diese Haltung Gott gefällt.

Trotz seines Glaubens kann ein Fundamentalist sogar den Feind (Bsp. Bush mit dem Irakkrieg, Reagan mit dem Reich des Bösen, Hexenverbrennung, Inquisition vor einigen hundert Jahren usw.) töten, obwohl in der Bibel steht: du sollst nicht töten, ich bin die Freiheit, die Liebe usw.

Der islamische Fundamentalismus

Ebenso gefährlich kann der islamische Fundamentalismus sein: Seine Strukturen können zu Terrorismus, Selbstmordattentate usw. führen.

Eine mildere Form ist die Unterdrückung der Frau: Die Frau muss dem Mann dienen, ihre Hauptaufgabe ist Kinderkriegen und Kochen; mit dem Kopftuch und der  Burka verhüllt sie sich und unterwirft sich den Wünschen des Mannes mehr oder weniger  usw.

Fundamentalismus

Jeder andere Fundamentalismus hat ähnliche Gesetze.

Der Egoismus, der als göttliche Eigenschaft getarnt wird, steuert alte, oft zerstörerische Strukturen.

Der kreative Mensch, der Neues selbst denkt, ist eine Gefahr für dieses alte System des Fundamentalismus.

Überall ersetzt Zwang die Freiheit.

Der Einzelne ist nicht wichtig, Hauptsache das System wird verwirklicht (Morde, Suizide der Menschen, die aussteigen wollen und nicht können, Seelenmorde sind möglich usw.).

Materialismus

Der Materialismus kennt nach dem Tod nur die elektromagnetischen Felder und die sichtbare Materie.

Der Mensch scheint nur individuell zu sein, weil sein Körper (Fingerabdruck, Iris, Gang usw.) einmalig ist.

Man kann die Frage, wer für die Einmaligkeit des Körpers verantwortlich ist, nicht beantworten, stellt sie am besten nicht, und verdrängt sie.

 

Zusammenfassung für Unmenschlichkeit:

Jeder kann ersetzt werden.

Das System ist wichtiger als der Einzelne.

Zwang muss in irgendeiner Form herrschen, sonst ist jeder Mensch faul, betrügerisch und passiv – also egoistisch -.

Einen menschlichen, individuellen Geist, der frei sein kann, gibt es nicht, weil der Geist nur durch das Hirn entsteht.

Die Seele des individuellen Menschen ist nicht gleich wie die andere, weil die Seele nur ein Produkt des Körpers ist.

 

Menschlichkeit

Der individuelle Mensch kann nie ersetzt werden. Nur gewisse Aufgaben können von anderen übernommen werden.

Ein Impuls eines Verstorbenen oder durch die Lebensumstände „Verhinderten“ kann in Freiheit von einem anderen aufgegriffen und umgesetzt werden.

Jeder Mensch ist wichtig und einmalig.

Es gibt keine Menschen, die gleich sind. Sogar eineiige Zwillinge sind nicht gleich, weil sie nur die Erbsubstanz gleich haben. Wie sie erzogen werden und was sie aus sich machen ist nicht festgelegt, weil jeder Mensch frei sein kann und ein geistiges Individuum ist.

Das System ist eine Folge des Menschen.

Es kann jederzeit durch ein für heutige Ansprüche besseres ersetzt werden. Nur muss dabei aktiv, kreativ und mutig forgegangen werden, weil die passiven „Herdentiere“ Widerstand entgegensetzen. Für sie ist das bekannte Schlechte  erträglicher als das bessere noch nicht Verwirklichte, weil es Angst erzeugt.

Jedes gute System wird mit der Zeit schlecht, wenn es nicht von aktiven Menschen umgeschmolzen und an die neuen Gegebenheiten angepasst wird.

Der Mensch entwickelt die Freiheit und Liebe.

Die Freiheit ist noch nicht erlangt. Aber der Mensch kann sein Bewusstsein steigern und auf dem Weg zur Freiheit sein. Er kann sich immer mehr selbst bestimmen und immer weniger manipulieren lassen. Wenn er ganz Mensch werden kann, ist er fleissig, ehrlich und aktiv – nicht egoistisch, sondern „ich-haft“ -.

Ein menschlicher, individueller Geist, der die Möglichkeit zur Freiheit hat, existiert.

Der Geist hat auf der Erde mit seinem Hirn und seinem übrigem Körper ein ideales Werkzeug.

Die Seele des individuellen Menschen ist gleich wie die anderer Menschen.

Man ist Mensch und kein anderes Wesen. Ein Stein, eine Pflanze, ein Tier und ein unsichtbarer Dämon haben nichts Menschliches in sich! Der Mensch kann sich aber wie diese Wesen verhalten.

Die Hauptaufgabe der Seele des Menschen ist jedoch zu ermöglichen, dass der Geist sich mit dem Körper auf menschliche Weise verbinden kann.

Die Gliederung der Gesellschaft in drei sich durchdringende Teile*

Jeder Mensch kann im Privatleben, als Mitglied unserer Gesellschaft und als Produzent / Konsument im Geistesleben, im Rechtsleben und im Wirtschaftsleben tätig sein. Man teilt die Menschheit nicht in drei Teile, die nichts miteinander zu tun haben. Der Mennsch umfasst alle drei Teile. Diese Gliederung ist menschlich, weil sie die drei Aspekte des Menschen, den geistigen, seelischen und körperlichen, ernst nimmt. Diese Gliederung kann auch nicht von einer fremden Macht eingerichtet werden. Sie bleibt nur menschlich, wenn fortwährend um ihre zeitgemässe Form „gekämpft“ wird.

1. Menschlichkeit bedeutet, den Menschen als geistig-kreatives Wesen zu erleben. Indem  die Kreativität des Menschen nicht behindert oder sogar entwickelt wird, wird menschlich gehandelt. Die Freiheit muss in der Gesellschaft gewährleistet werden,was äusserlich mit Gesetzen erreicht werden kann.

Mit seinem individuellen Geist ist jeder kreativ. Die  muss eine Sphäre schaffen, in der die Freiheit gewährleistet wird, damit der Mensch kreativ sein kann. Forscher, Lehrer, Künstler, Pfarrer und alle anderen kreativen Menschen brauchen das Geistesleben, wie es oft bezeichnet wird. Die Kreativität kann nicht befohlen werden,  sie kann nur selber gewollt werden und sich je nach Fähigkeiten entfalten.

 

2. Menschlichkeit bedeutet,  den Menschen als geistig-seelisches Wesen wahrzunehmen, der die Welt mit der gleichen Gefühlspalette wie jeder andere Mensch erlebt. Er hat die gleichen Gefühle als Vermögender oder als Armer, als Chef oder als Arbeiter, als Mann oder Frau usw. Die Gleichheit muss auch in der Gesellschaft gewährleistet werden. Dies kann äusserlich mit Gesetzen erreicht werden.

 

Mit seiner Seele ist jeder nur Mensch. Deshalb muss in der Gesellschaft eine Sphäre geschaffen werden, in der Gleichheit gewährleistet wird, damit der Mensch menschlich und gleichzeitig gerecht sein kann. Staatsangestellte wie Richter, Polizisten  und Soldaten helfen bei der Wahrung der Gleichheit. Diese Sphäre wird oft als Rechtsleben oder Staat im eigentlichen Sinne bezeichnet. Der Staat erfüllt nur seine eigentliche Aufgabe, beschränkt sich also auf die Wahrung des Rechts. In Wirtschaft, Bildung, Kunst und Religion hat er ausser der Wahrung der Rechte nichts zu sagen. Er ist der Garant der Menschenrechte und achtet mit seinen Organen darauf, dass jeder Mensch wie jeder andere gleich behandelt wird.

 

3. Menschlichkeit wird auf der Erde nur gelebt, wenn realisiert wird, dass der Mensch untrennbar mit allen Menschen und unserer Erde verbunden ist. Er schädigt oder fördert neben allen Menschen auch sich selbst. Sozialität oder Brüderlichkeit  – mit dem Wort der Französischen Revolution – muss in der Gesellschaft neben der Freiheit und Gleichheit auch gewährleistet werden. Dies kann äusserlich mit Gesetzen erreicht werden.

 

Er darf jedoch die Freiheit nur im Geistesleben, die Gleichheit nur im Rechtsleben und die Sozialität nur in der Wirtschaft umsetzen:

 

Die Gleichheit z. B. im Geistesleben nivelliert alle Menschen auf ein Mittelmass und missachtet die Möglichkeit der Entwicklung der Menschen, die nur in Freiheit erfolgen kann.

 

Die Freiheit und Sozialität z.B. im Rechtsleben verschafft vor allem den Mächtigen und Reichen ihre Rechte und benachteiligt alle anderen.

 

Die Freiheit  z.B. im Wirtschaftsleben fördert die „Vetternwirtschaft“, d.h. nur eine kleine Schicht bereichert sich auf Kosten der Anderen und der Umwelt. Man garantiert durch die Staatsmacht, dass Wenige fast alles besitzen.

 

Durch die wissenschaftlichen Forschungen ist bekannt, dass jeder Mensch auf der Ebene der elektromagnetischen Felder alles durchdringt. Deshalb ist jeder Mensch auch im Anderen und kann seine Gedanken, Gefühle und Willensimpulse nicht nur auf dem Umweg durch die Sinne, sondern direkt  wahrnehmen. Aus diesem Grund ist soziales und nachhaltiges Handeln ein Gebot der Stunde.

In der Gesellschaft muss eine Sphäre geschaffen werden, in der die Sozialität gewährleistet wird, damit der Mensch sozial und nachhaltig handeln kann. Mitglieder der Wirtschaft wie Arbeiter und Manager als Produzenten im weitesten Sinn brauchen dieses Glied der Gesellschaft, um nachhaltig produzieren zu können. Nur so kann die Erde gerettet werden. Dieses Glied wird als Wirtschaftsleben bezeichnet. Allen Menschen, die eigentlich sozial handeln möchten, können weder durch die freie Marktwirtschaft, noch durch eine Planwirtschaft, sondern durch eine nachhaltige Wirtschaft eine optimale, lebenswerte Existenz haben.

 

*Schon Anfangs des letzten Jahrhunderts wollte man auf Grund von Ideen Rudolf Steiners die Gesellschaft unter dem Namen „Soziale Dreigliederung“ in diesem Sinne verändern. Seither wurde und wird immer wieder versucht, durch eine andere Geldwirtschaft, durch das Grundeinkommen, durch fairen Handel, durch den Umweltschutz usw. die Gesellschaft menschlicher zu gestalten.

 

 

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