Fühlen
Der Mensch bewegt sich nicht nur, sondern fühlt auch die Reaktion der Welt. Sein Eingriff in die Welt mit seiner Bewegung löst immer eine Reaktion der Welt und seines Körpers aus. Sein Körper gehört eigentlich zur Umwelt, da er sie zum Überleben (andere Menschen, Atmung, Ernährung usw.) nötig hat. Diese Reaktion der geistigen und sinnlichen Umgebung wird in der Geisteswelt mit seinem Fühlen und der Sinneswelt mit dem Fühlen, das auf der sinnlichen Ebene ein Empfinden ist, wahrgenommen. Er empfindet mit seinem Körper seine Bewegung im Raum. Bewegt er sich zu stark, kann er die Bewegung reduzieren und an die Umstände anpassen. Hält er seinen Körper zu lange asymmetrisch, können sich sofort oder mit den Jahren Schmerzen entwickeln. Es werden daher im Raum viele Sinne wie der Gehör-, Seh-, Gleichgewichts-, Eigenbewegungs-, Lebens-[1] und der Tastsinn eingesetzt. Mit diesen Sinnen kann er seine Haltung und gewisse Verkrampfungen an seinem Schritt hören, direkt oder im Spiegel indirekt sehen, mit dem Gleichgewichtssinn seine Stellung im Raum wahrnehmen. Mit dem Bewegungssinn erlebt er die Stellung der Gelenke zueinander, mit dem Lebenssinn kann er bei ungünstigen Bewegungen die Schmerzen, die entstehen, wahrnehmen und mit dem Tastsinn kann er die Beschaffenheit des Bodens abspüren.
Bei einer computerisierten Prothese kann z. B. die Intensität der Bewegung durch eine Vibration angegeben werden. Diese wird vor allem mit dem unversehrten Tastsinn wahrgenommen. Der Mensch kann dann seine Bewegung auch „fühlen“ oder empfinden und entsprechende Korrekturen vornehmen.
Fühlen im Raum – auf körperlicher Ebene – ist empfinden. Der Mensch nimmt mit allen Sinnen wahr und fühlt sich gut oder schlecht.
Der Mensch ist dann auch seelisch glücklich, schmerzfrei, zufrieden usw. oder unglücklich, schmerzverzerrt, unzufrieden usw. Weil wir geistig stärker, als der Körper uns beeinflusst, sein können, sind wir auch fähig, Schmerzen und weitere Leiden zu verkraften und dennoch glücklich zu sein. Unser Zufriedenheitsgrad ist dann nicht mehr vom Zustand unseres Körpers abhängig. Wir sind Herr über unsere Gefühle geworden.
Erklärungen des Gefühls:
Im modernen Bewusstsein ist sich der Mensch bewusst, dass er eine Maschine in seinen vom Geist durchdrungenen Körper integrieren kann. Es wird ihm gezeigt, dass jede Bewegung nicht nur ein zufälliges Wollen ist, sondern auch genau durchdacht und gefühlt wird. Dann macht die Prothese deutlich, dass der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht. Er wird eigentlich darauf gestossen, dass er ein trinitarisches geistiges Wesen ist, das denken, fühlen und wollen kann.
Im Materialismus wird aber das Funktionieren des Menschen als “Beweis” gebraucht, dass der Mensch nur dank der Stromimpulse der Nervenzellen fühlen kann. Der Mensch wird so als Roboter betrachtet. Die Durchmischung der in diesem Fall hilfreichen Technik mit dem menschlichen Fühlen, das durch das Atem-Rhythmus-System möglich und nur mit dem Hirn wahrgenommen wird, liefert eine falsche Erklärung. Man vertuscht, dass das nicht fassbare geistige Gefühl beim Menschen sich als Empfindung äussert und mit den 12 Sinnen des Menschen wahrgenommen werden kann.
Der Geist und nicht das Gehirn oder der Computer will oder bewegt letzlich den Menschen.
Der menschliche, individuelle Geist als Seele und nicht das Gehirn oder der Computer fühlt letztlich.
Am Anfang war Gott und nicht der Urknall, der mit einem Computer simuliert werden kann.[2]
[1] Bezeichnung von Rudolf Steiner am Anfang des 20. Jahrhunderts.
[2] Natürlich braucht es die Materie des Gehirns und den materiellen Körper heute zum Leben auf der Erde. Mit dem Computer kann auch der kranke oder verletzte Körper unterstützt werden. Man darf aber die Materie, die vom Geist gebildet wird, nicht an den Anfang stellen. Wenn man den Geist verdrängt, beschreibt man die Welt mit den Theorien der anti-göttlichen Wesen.
