Die Abstimmung über ein bedingungsloses Grundeinkommen wurde von ca. drei Viertel der Schweizer abgelehnt. Nur die Kreise 4 und 5 in Zürich und einige Quartiere in Genf nahmen die Initiative an.
Positiv gesagt, nahmen in Zürich einige Zehntausend und in der Schweiz jeder fünfte Bürger die Initiative an. In der Europäischen Union sind über 50% dafür. Sie können aber nicht demokratisch mitbestimmen.
Mit dem bedingungslosem Grundeinkommen wäre der Weg einer menschengemässen Schulung der Kinder für alle gangbar geworden. Da die Initiative abgelehnt wurde, aber viele Menschen der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens zustimmten, müssen andere Wege zur Verwirklichung einer Schulung mit Potenzialentfaltung der Kinder gefunden werden. Potenzialentfaltung heisst, dass die mögliche Freiheit der Kinder ernstgenommen wird und die Kinder dabei in Liebe von Lehrern und Eltern unterstützt werden. Freiheit und Liebe können an keine Bedingungen geknüpft sein, auch nicht an ein Schulgeld, das von vielen Eltern nicht aufgebracht werden kann.
Ein Auszug aus einer zürcher Zeitung:
Kreis 4 und 5 – das Utopia der Schweiz?
Zwei Zürcher Stadtkreise sagen Ja zum Grundeinkommen – ebenso wie einige Quartiere in Genf. Diese aber aus einem anderen Grund.
In den beiden ehemaligen Zürcher Arbeiterkreisen 4 und 5 hat die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen überraschend eine Mehrheit gefunden. Sozialdemokraten, Grüne und Alternative Liste hatten hier bei den letzten Gemeinderatswahlen eine Mehrheit von 63 Prozent erzielt.
Für Simon Diggelmann, SP-Gemeinderat aus dem Kreis 5, ist es ein Zeichen, dass die Quartierbevölkerung offen sei für gesellschaftliche und relevante Diskussionen. In diesem Fall habe es sich um die Grundsatzfrage gehandelt, welche Antworten man auf die zunehmende Automatisierung in der Arbeitswelt habe. Zudem weist Diggelmann darauf hin, dass in den beiden Stadtkreisen neben zunehmend Gutverdienenden immer noch Menschen aus der klassischen Arbeiterschicht wohnen.
Angelo Barrile, SP-Nationalrat aus dem Kreis 5, betont, dass das Ja zur Volksinitiative kein Protest zu den Sozialwerken sei. Es widerspiegle die Angst vor der Zukunft mit der Digitalisierung und Roboterisierung der Arbeitswelt und der Verdrängung von Arbeitsplätzen.
Unterschied zur Westschweiz
Auch für den Politologen Michael Hermann ist das Resultat keine Überraschung: Die Vorlage ist ein Anliegen der kreativen Klasse. Die Kreise 4 und 5 seien nicht mehr die klassischen Arbeiterkreise der sogenannten materiellen Linken, sondern von «postmateriellen Linken». Für Postmaterialisten ist das Streben nach materiellen Gütern von geringerer Bedeutung als für «abstrakte, höhere» Werte. Beispielsweise Gesundheit, Freiheit, Glück, Kultur, Bildung, Tier- oder Umweltschutz.
Bei diesen Leuten, so Hermann, sei das Anliegen auf fruchtbaren Boden gefallen. Es handle sich um Leute, die eine berufliche Perspektive hätten und dem Anliegen vor allem aus Sympathiegründen zugestimmt hätten. Dies im Gegensatz zu dem höheren Ja-Stimmen-Anteil in der Romandie, wo die klassische, materielle Linke der Vorlage zugestimmt habe. Also Menschen, die vom bedingungslosen Grundeinkommen konkret profitiert hätten, beispielsweise weil sie arbeitslos sind oder Sozialhilfe beziehen.
Überrascht blickte die Schweiz zudem in die Waadt, wo das kleine Bauerndorf Sarzens VD als einzige Gemeinde das Grundeinkommen angenommen hat.
