Jede Aufmerksamkeitsphase, sei sie auch extrem kurz, ist eine Phase, in der das Delta des Menschen in den Vergangenheitsfeldern der Egostruktur bewusst tätig wird. Eine Qualität des G-Felds – mein Delta – kommt auf die Erde und bringt seine G-Feldqualitäten in den Bereich der nicht materiellen und materiellen Vergangenheitsfelder. Einfacher gesagt, bringt mein Deltabewusste, helle Gegenwart in meine seelische Innenwelt und in die physischen Wahrnehmungen. Wie die Wahrnehmung der Sinne „abläuft“, durchschaut mein Deltabewusstsein nicht. Es ist aber die meistens überbewusste Tätigkeit meines Deltas nötig, um die Wahrnehmung der Sinne so zu werten, dass in unserem Seelenraum ein Bild der Welt entsteht, das unser Gegenstandsbewusstsein in sein gewohntes Bild der Aussenwelt ohne Widerspruch einreihen kann. Sobald das korrekte Bild im Innern auftaucht, hat das überbewusst tätige Delta seine „Arbeit“ geleistet und hat das entstehende Bild in den Kontext der schon vorhandenen Vergangenheitsmuster so eingereiht, dass die Egostruktur in ihrem Gegenstandsbewusstsein mit dem inneren Bild der Aussenwelt „zufrieden“ ist. Das Bild muss sich in die Erfahrung der Egostruktur widerspruchslos einfügen, sonst ist der irdische Mensch verwirrt, zweifelt an seiner seelischen Gesundheit oder gerät sogar in Panik. Bei einem Spaziergang durch eine Baumschule erlebte ich eine kurze Irritation meiner Weltsicht. Ich blickte unkonzentriert in die Ferne und sah plötzlich eine riesige braune Wand am Ende der Pflanzungen. Ich blinzelte bewusst und war erleichtert, dass die braune Wand nach dem Öffnen meiner Augen sich in einen riesigen, flachen Acker verwandelte. Nun war die Welt wieder in Ordnung. Mein Delta war anscheinend nicht korrekt in meinen Vergangenheitsstrukturen gelandet und hatte statt „waagrecht“ meinem Ego „senkrecht“ suggeriert. Die kurze Irritation bündelte die Aufmerksamkeit meines Deltas wieder, so dass es beim zweiten Versuch mit Hilfe meiner Vergangenheitsfelder, das für mein Weltbild richtige Bild erzeugte. Dass unser normales Tagesbewusstsein nicht so normal ist, wie wir denken, zeigen die Bücher von O. Sacks mit Titeln wie„Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“. Ebenso kann ein Hypnotiseur bewirken, dass man nur ein Glas durch die Luft schweben sieht, obwohl die anderen Menschen im Raum einen Mann sehen, der das Glas in seiner Hand auf und ab bewegt. Durch das Bild, das ins Weltbild der Egostruktur passt, bekommt die Egostruktur ihr Tagesbewusstsein. Da jedes Bild durch die für die Egostruktur überbewusste Tätigkeit des Deltas gebildet wird, entsteht im Tagesbewusstsein auch das Ich-Bewusstsein des Menschen. Denn dieser überbewusste Akt der Weltentstehung im Bewusstsein der Egostruktur gibt uns das unbewusste Gefühl des Ichs – des Deltas- , das die Welt in unserer Innenwelt neu erschafft. Deshalb ist unser statisches Gegenstandsbewusstsein auch ein Ichbewusstsein. Ichbewusstsein heisst, dass ich die Vorstellung meines Ichs durch die unzähligen Erinnerungsvorstellungen, die vom Ich gebildet wurden, bekomme. Diese Vorstellung verschwindet wie alle Vorstellungen, wenn ich schlafe. Im Schlaf ist mein Delta, das meinem Alltagsbewusstsein die Vorstellungen mit Hilfe der Egostruktur „liefert“, aus der Egostruktur ausgeklinkt. Ohne Egostruktur – ohne Körper- gibt es kein Alltagsbewusstsein mit Vorstellungsbildern, die von der Materie oder vom immateriellen Ich-Bin-Wesen (Ichvorstellung) angeregt wurden. Im Tod gilt dies natürlich auch, da das Delta in einen nicht mehr existierenden Körper nicht mehr „einklinken“ kann. Das Delta macht nun seine Tätigkeit ohne das Vergangenheitsfeld des materiellen Körpers zunächst noch in den nichtmateriellen Vergangenheitsfeldern der Egostruktur. Die Bilder sind nun nicht mehr ans Hirn gebunden, das statisch in Raum und Zeit existierte. Deshalb beginnt nun der „Lebensfilm“. Die Bilder werden beweglich. Der „Lebensfilm“, wie zum Beispiel Menschen, die in den Bergen abgestürzt sind und überlebt haben, berichten, kann in Bruchteilen einer Sekunde das ganze Leben mit allen Details zeigen. Dies ist im G-Feld ausser Raum und Zeit selbstverständlich möglich. Bei Extremfällen, wenn das Delta den Körper teilweise oder nur für kürze Zeit verlässt, kann man die Qualität des G-Felds, das jedoch noch mit den V-Feldern verbunden ist, erfahren. Diese Erlebnisse verschwinden jedoch blitzschnell, sobald wir wieder im Körper gelandet sind. Es braucht nun grosse Aufmerksamkeit, um diese flüchtigen Momente festzuhalten und richtig zu interpretieren. Jeder Mensch erlebt täglich Momente, in denen er mit verstärkter Aufmerksamkeit das Gegenwartsfeld aus eigener Erfahrung kennen lernen könnte. Den grössten Streich bei der Analyse dieser Momente spielen uns jedoch die Vorurteilsstrukturen unserer Egostruktur. Unsere Egostruktur weiss ja, wie die Welt ist. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Da unsere Egostruktur laut, schrill und plump in der Welt steht, verhindert sie sich selbst, die leisen, feinen und subtilen Qualitäten des G-Felds wahrzunehmen. Da jeder Mensch sein Delta – einen Ausschnitt aus dem G-Feld – in sich hat, kann auch jeder Mensch, wenn er seine Aufmerksamkeit so lenkt, dass sie die Feinheiten des G-Felds wahrnimmt, eigene Erfahrungen im G-Feld machen. Er ist nicht mehr auf die Berichte anderer Menschen angewiesen. Auf dem Hintergrund der eigenen Erlebnisse sind die Berichte anderer, wie Schilderungen von Nahtoderlebnissen, die diversen heiligen Schriften und medizinische Schriften zum Übergang vom Leben zum Tod äusserst interessant und lehrreich.