Das Dreischritt-Tool II

2. Schritt: Das Vakuum zwischen Tod und neuem Leben

Nun können wir am Anfang der postbiologischen Evolution entdecken, dass wir noch eine dritte Seelenschicht besitzen. Sie befindet sich räumlich gesprochen am übergang vom Leib zum Geist. Den leiblichen Teil, den Gehirnteil, kann man mit dem gelben Hut bezeichnen. Ins Bewusstsein des gelben Huts spielen die Schichten des roten und blauen Huts hinein, da der gelbe Hut zuerst über den blauen und dann über den roten Hut gestülpt ist. Die altbekannten Schichten bleiben im Bewusstsein des gelben Huts vorhanden. Der Blick auf die vom Leib getragenen seelischen Phänomene ist ungetrübt und wird sogar noch aufmerksamer. Der gelbe Hut ist die Seelenschicht der Aufmerksamkeit.

Als neues Bewusstsein erfasst es die Mehrheit der heutigen Menschheit. Das neue Bewusstsein mit gelbem Hut ist zuerst eine Gabe der biologischen Evolution, dann aber von der eigentlichen, nicht materiellen Aufmerksamkeit abhängig. Es ist zuerst das aufmerksame, Gelbhut -Bewusstsein, danach kommt durch die eigene Aktivität das aufmerksame Delta Bewusstsein dazu. Das aufmerksame Delta Bewusstsein entsteht nur, wenn mein Delta Wesen sich seines zeitlosen individuellen Wesens bewusst wird. Es entsteht nicht von Natur aus und ist nicht mehr Materie abhängig. Es kann jedoch aufmerksam die Materie beobachten. Es ist ein Materie unabhängiges, göttlich-menschliches Wesen in der Materie.

Das aufmerksame Bewusstsein ist immer noch ein Materie geprägtes, anti-göttliches Tier-Menschen Bewusstsein und entfaltet sich jedoch ohne Zutun des Menschen. Es hat seine materielle Basis im Frontal-Lappen.

Anders gesagt, muss im zweiten Schritt das aufmerksame Bewusstsein vom einzelnen Menschen individuell ergriffen und weiterentwickelt werden, sonst wird der Mensch durch den gelben Hut antisozial. Der Wille, der materiell die unfreie Bewegung verursacht, wird dann antisozial und macht nur, was seiner Egostruktur nützt.

Wenn man den ersten Schritt ins aufmerksame Bewusstsein mit innerer Aktivität verstärkt, braucht es eine intensive innere Arbeit, um zum vollen aufmerksamen Delta Bewusstsein zu gelangen. Man gelangt in den Randbereich der Gegenwartsumgebung.

Verstärkt man seine innere Arbeit nicht, fühlt man sich unter dem gelben Hut sehr bewusst. Man kann sich selbst als Materie abhängige Existenz und die von der Materie gebildeten Strukturen der Anderen durchschauen. Gelingt es nicht durch den Nullpunkt des aufmerksamen Delta Bewusstseins zu gehen, fühlt man sich einsam. Man beginnt die Anderen als Schlafmützen zu verachten und regt sich über die Schwächen der Menschen auf. Wenn man jetzt nicht aktiv am eigenen aufmerksamen Delta Bewusstsein arbeitet, indem man durch den Nullpunkt hindurch geht und mit innerer Kraft aus dem Umkreis seine Egostruktur freiheitlich und liebevoll durchdringt, wird man ein Mensch, der sich aus der Gemeinschaft ausklinkt und als kritischer, leidender Betrachter der Welt lebt. Man muss selbst die Kräfte beitragen, die eine neue Gemeinschaft bilden können. Man kann nicht mehr in schon bestehende Gemeinschaften eintreten und dort ein soziales Netz finden, das ohne den Beitrag eigener sozialer Fähigkeiten in echter Freiheit funktioniert. Man kann jedoch ohne Probleme in eine Sekte eintreten und sich von oben sagen lassen, was gut ist und was man zu machen hat.

In diesem Zwischenzustand wandelt man in einer Welt der Einsamkeit, des Leidens und des Zorns. Man überschätzt sich selbst und fühlt nicht, dass man selbst an diesem Zustand schuld ist. Man ist dezentriert und steht „neben den Schuhen“. Man lebt auf der Erde und hat gleichzeitig von ihr Abschied genommen. Man sieht das Leben aus Distanz und will und kann nicht eingreifen. Solange man glaubt, dass die andern schlafen und nicht merkt, dass man selbst den zweiten Schritt im aufmerksamen Delta Bewusstsein nicht gegangen ist, bleibt man in diesem Zustand, der zwischen Tod und Leben liegt. Erst mit dem aufmerksamen Delta Bewusstsein können wir die Motorik, die Emotionsmuster und die Gedankenstrukturmuster so betrachten, dass wir merken, dass wir ein individuelles, zeitloses Wesen und nicht die Struktur, die wir betrachten, sind.

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