Pädagogische Grundgesetze
Nochmals die drei pädagogischen Grundsätze, die für die Erziehung gelten:
Erstes Gesetz
Beginnend bei Schuleintritt (6-/ Jahre), aber schon ab Geburt gültig.
Nachmachen
Die Nachahmung ist wichtig. Die Kinder imitieren alles, auch das Schlechte. Der Erwachsene ist ein gutes Vorbild, wenn er lebensaufbauend handelt (denkt und fühlt). Wir wissen durch die Wissenschaft, dass der Mensch auch Gefühle und Gedanken im Feld oder draussen wahrnehmen kann.
Der Erwachsene muss also auch in seinen Gedanken und Gefühlen ein Vorbild sein, weil die Kinder diese halbbewusst oder sogar bewusst wahrnehmen und imitieren!
Zweites Gesetz
Ab ca. 9 Jahren ist das zweite Gesetz auch noch gültig.
Mitmachen
Machen, was die Lehrperson sagt, ist nur ohne (innerlichen) Widerspruch bei einer authentischen Person möglich. Der Erwachsene kann die Kinder nur führen, wenn er eine natürliche Autorität (authentisch) ist.
Die Kinder ahmen ohne Belohnung, ohne das Fördern ihres Egoismus freiwillig nur nach, was authentisch ist.
Drittes Gesetz
Ab ca. 14 Jahren ist aus eigener Einsicht oder aus eigener Freiheit etwas zu machen, wichtig. Die anderen zwei Gesetze gelten auch noch, im Zentrum steht aber das 3. Gesetz-
Selber machen
Ab der Pubertät wird es immer wichtiger, dass der/die Jugendliche eine gewisse Wahlfreiheit hat.
Die älteren Kinder brauchen Gebiete, wo sie die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, was sie machen.
Vergleich der pädagogischen Grundsätze mit der Gedanken-, Gefühls- und Willenswelt
Erste Frage: Wie muss eine Schule aufgebaut sein, um die Kinder nach den drei pädagogischen Grundgesetzen aufwachsen zu lassen?
Bei den Kindern muss geschaut werden, dass sie dem Alter gemäss aufwachsen können.
Kleine Kinder
Kleinen Kinder sind am sozialsten. Sie tragen noch nicht alle Vorurteile der Familie, Gesellschaft und Religion mit sich. Sie sind noch offen und neugierig (Erwachsene müssen sich aktiv schulen, um dies wieder zu erreichen).
Die Kinder imitieren alles. Wenn die imitierten Menschen nachahmenswert sind, ist für die Kinder als Erwachsene Sozialität im Wollen klar.
Auch Nachhaltigkeit ist eine Selbstverständlichkeit, weil kein göttlicher Mensch die Ressourcen nur für sich ausplündern will. Er achtet darauf, dass immer genügend für alle (Menschen, Tiere, Pflanzen und Mineralien) vorhanden sind.
Dass Sozialität in der göttlichen Willenswelt gilt, ist offensichtlich, wenn man als Kind das Gute imitieren lernte.
Kinder (ab 4. Kl.)
Kinder ab der 4. Kl. folgen einer natürlichen Autorität ohne Probleme.
Die Kinder haben keine Mühe mit der Gleichheit im Fühlen der Menschen, wenn sie Authentizität und nicht eine Lüge erlebten. Denn ein authentischer Mensch behandelt die anderen als gleich.
Sie erlebten den Menschen als göttliche Schöpfung. Dann kann nicht ein Mensch besser sein als ein anderer, denn jeder Mensch ist eine göttliche Schöpfung.
Dass Gleichheit im Fühlen in der göttlichen Gefühlswelt gilt, ist klar, wenn man als Kind einem authentischen Menschen, der nur objektive Gefühle zulässt, folgen konnte.
Oberstufen Kinder (ab 7. Kl.)
Oberstufen Kinder wollen frei wählen können, arbeiten besser mit einer selbstgewählten Aufgabe.
Die Kinder haben keine Mühe mit der Freiheit im Denken der Menschen, wenn sie frei denkende Erwachsene und nicht Zwang erlebten. Denn ein freier Mensch gibt den Anderen auch Freiheit.
Dass Freiheit im Denken in der göttlichen Gedankenwelt gilt, ist als richtig erlebbar, wenn man als Oberstufen-Kind eine gewisse Wahlfreiheit hatte.
Antwort auf die erste Frage
Wenn das Kind bei der Ausbildung seines Willens auch in der Schule die Sozialität erlebte, kann es auch als Erwachsener leichter sozial und nachhaltig sein. Umweltschutz und Nachhaltigkeit im weitesten Sinn (Umweltschutz auch des eigenen Körpers) werden dann nicht nur theoretisch begriffen, sondern auch jeden Tag gelebt.
Wenn das Kind bei der Ausbildung seines Gefühlslebens auch in der Schule die Gleichheit erlebte, kann es auch als Erwachsener leichter den Menschen als gleich anschauen. Die Demokratie ist dann eine selbstverständliche Staatsform.
Wenn das Kind bei der Ausbildung seines Denkens auch in der Schule die Freiheit erlebte, kann es auch als Erwachsener leichter frei sein. Man kann diese Erwachsenen viel weniger manipulieren.
Wichtige Bemerkungen
Das Wesentliche in der Kindheit sind lebensfördernde Vorbilder. Dies können Eltern, Lehrpersonen und andere Erwachsene sein.
Die Kinder sollen sozial bleiben durch Handlungen von Erwachsenen. Menschen, die in der Theorie die Sozialität anpreisen, aber in der Praxis egoistisch handeln, sind ein schlechtes Vorbild.
Ebenso sollen die Kinder täglich eine gleiche Behandlung von Mitmenschen (auch Mitschüler) erleben. Eine Demokratie, die nur auf dem Papier eine Demokratie ist, kann sehr schnell zu einer Diktatur werden.
Die Freiheit im Denken soll den Kindern ermöglicht werden.
Je älter sie werden, desto mehr Wahlfreiheit und Mitbestimmung sollen sie ausüben können.
Nur erwachsene Vorbilder, die in ihrem Denken frei sind und nicht einfach Wissensinhalte „nachplappern“ sind glaubwürdig. Eine offizielle Meinung ist immer gefährlich, wenn der Mensch nicht selbst durch Nachdenken davon sich überzeugt (er muss sich selbst ein Zeugnis schaffen).
Die Kinder sind noch abhängig von Erwachsenen, weil sie Vorbilder brauchen.
Sie sind jedoch auch göttliche Wesen, die gleichwürdig wie Erwachsene sind. Als göttliche Wesen mit einer grossen Offenheit sind sie ohne Störung durch unsere Gesellschafft sozial und wollen nachhaltig handeln.
Als Erwachsene wählen sie sich ihre Vorbilder in Freiheit.
Kinder sind noch nicht vollkommen frei, gleich und sozial.
Das gute erwachsene Vorbild ist nötig, um sie zur Freiheit, Gleichheit und Sozialität zu führen.
Zweite Frage: Wie muss die Schulumgebung für das Lehrerteam sein?
Für das Team ist Freiheit im Denken selbstverständlich. Es will sich nicht manipulieren lassen. Deshalb ist auch Gleichheit im Fühlen und Sozialität im Wollen nötig.
Der physische Körper (der Kinder und Erwachsenen) lebt in der Sphäre des Physischen. In dieser Sphäre gilt die Sozialität beim Erwachsenen und die Nachahmung beim Kind. Der Mensch macht als Kind das Sinnvolle nach. Dann ist das Kind auch sozial.
Wenn man das Sinnlose nachmacht, imitiert man den Abgrund oder die Welt der Gegenmächte. Auch das Kind kann schon verführt werden (mit Süssigkeiten, Computer, Handy, Games usw.).
Der Lebenskörper (der Kinder und Erwachsenen) lebt in der Sphäre des Lebens. In dieser Sphäre gilt die Gleichheit beim Erwachsenen und das Folgen einer authentischen Persönlichkeit beim Kind. Der Mensch erlebt die Aufrichtigkeit, keine Lügen. Dann behandelt auch das Kind alle Menschen gleich.
Wenn man die Lügen nachmacht, imitiert man den Abgrund oder die Welt der Gegenmächte. Auch das Kind kann schon verführt werden (mit Lügen, Scheinwelten wie Reichtum usw.).
Der Seelenkörper (der Kinder und Erwachsenen) lebt in der Sphäre des Seelischen (denken, fühlen und wollen). In dieser Sphäre gilt die Freiheit beim Erwachsenen und die Wahlfreit entsprechend dem Alter beim Kind. Der Mensch wählt nur als gesundes Kind, was ihm entspricht. Dann ist das Kind auch in gewissen Sinn auch frei.
Wenn man den Zwang nachmacht, imitiert man den Abgrund oder die Welt der Gegenmächte. Auch das Kind kann schon verführt werden (mit Zwang, Manipulation usw.).
Die Delta Pädagogik
In der Delta Pädagogik verwirklicht das Team der Schule auf der Erde für die Kinder die göttlichen Gesetze.
Es befolgt nicht die Gesetze des Lebensabbauenden, die häufig das Nützlichkeitsdenken des Menschen stärken und bestätigen. Wir sind in der göttlichen Sphäre und handeln sozial und nachhaltig.
In der Sphäre des Lebens herrschen Rhythmen. Bei den Kindern gilt die natürliche Autorität oder Authentizität. Beim Erwachsenen gilt zudem die Gleichheit. Wenn ein Kind authentisch aufgewachsen ist, kann es die Gleichheit aller Menschen ohne Probleme akzeptieren. Wenn es verlogen erzogen wurde, kann es die Gleichheit der Menschen überhaupt nicht akzeptieren.
In der Sphäre des nicht manipulierten Denkens sind wir auch im göttlichen Reich auf der Erde. Wir sind frei, wenn wir den Abgrund oder die Manipulationen durch das Denken übersprungen oder durchschaut haben. Es ist die Sphäre, wo Freiheit herrscht. Als Kind braucht man die Wahlfreiheit, denn der Seelenkörper wird ausgebildet. Wenn man die Wahlfreiheit nicht hat, wird der Seelenkörper fehlerhaft ausgebildet. Er braucht zu seiner Ausbildung neben der Freiheit auch die Wahrheit. Lügen machen jeden Menschen nicht mehr innerlich aufrecht.
Wenn der Mensch durch eine Pädagogik erzogen wird, die den Egoismus fördert, ist er abgestumpft und nützlichkeitsorientiert. Die Ideale Freiheit, Gleichheit und Sozialität sind für ihn unnötig und behindern nur seine egoistische Karriere.
Freiheit, Gleichheit und Sozialität können nur wirken, wenn der Mensch durch Imitieren oder Nachmachen, authentisch Sein oder Mitmachen und in Freiheit Machen oder selber Machen erzogen wird.
Antwort auf die zweite Frage
Die Schule muss so strukturiert sein, dass Freiheit im Denken, Gleichheit im Fühlen und Sozialität im Wollen möglich wird.
Die Delta Pädagogik muss ermöglicht werden.
Folgende Fragen müssen immer unter den Aspekten der Freiheit im Denken, Gleichheit unter Menschen und Sozialität und Nachhaltigkeit geklärt werden:
Wie werden die Erwachsenen zu nachahmenswerten Menschen?
Was und wie soll gelernt werden?
Wie muss die Schule organisiert werden, dass es keine Hierarchien braucht?
Bei welchen Punkten können auch die Kinder mit den Erwachsenen abstimmen?
Wie werden das Schulgeld und Löhne gestaltet?
Bemerkung
Im nächsten Artikel sollen die Grundprinzipien, wie die Ziele der Organisation der Delta Schule gedacht sind, beschrieben werden.