Die Gesamtheit der Leitsätze zeigt die in den vier Daseinsebenen des Menschen wirkenden Gesetze auf, die den wahren Menschen prägen.
- Ebene:
Auf der ersten Ebene lebt der Mensch mit seinem physischen Körper. Er ist den Einflüssen seines Gehirns unterworfen. Einerseits prägen ihn die Strukturen, die in seinem Grosshirn gebildet wurden. Er will alles nach logischen Gesichtspunkten ordnen. Speziell in seinem Frontallappen wird alles miteinander vernetzt. Hier sind auch seine Triebhemmungen physisch lokalisierbar. Seine gesellschaftliche Moral hat hier ihre Struktur. Andrerseits steigen von den Vorgängen im Emotionalhirn beeinflusst, wilde Triebe, ungeläuterte Emotionen und von Logik und Ordnung unberührte Gefühle auf. So klar der Mensch mit seinem Grosshirn die Welt strukturieren und ordnen kann, so chaotisch erlebt er seine Emotionen. Er wird zu Handlungen getrieben und Gefühle werfen ihn aus der Bahn, von denen er vielleicht erst durch die analysierende und strukturierende Kraft des Denkens im Nachhinein ein Bewusstsein bekommt. Wenn der Mensch auf dieser Ebene lernt, mit der Kraft seiner Gegenwärtigkeit – mit seinem Delta – mit diesen zwei Polen zu spielen, ist er ihnen nicht mehr ausgeliefert. Er erlebt die Macht der Materie und die Möglichkeit mit ihr frei umzugehen. Bei der Anwendung des 1. Leitsatzes durchdringt sein Delta die Hirnstrukturen und kann mit den Kräften der physischen Ebene spielerisch umgehen. Der Mensch kann sich als Beherrscher der Kräfte, die von den materiellen Strukturen geprägt und ausgelöst werden, erleben. 1
Es gibt leider auch Menschen, die durch die Festigkeit ihrer Strukturen, dieses Erlebnis nicht haben. Sie fühlen sich als Spielball ihrer Strukturkräfte. Was für sie richtig ist, erheben sie oft zum allgemein gültigen Gesetz, das dem Menschen die Freiheit abspricht.
2. Ebene
Auf der zweiten Ebene ist der Mensch ein Glied des allgemeinen Lebens. Immer deutlicher sehen wir heute, dass Leben isoliert nicht möglich ist. Wir alle sind in das Ökosystem der gesamten Erde eingebunden. Deshalb gefährden wir auch unsere Existenz, wenn wir das Ökosystem der Erde aus dem Gleichgewicht bringen. Die medizinische Forschung 2 zeigt uns immer genauer, dass das soziale Leben als Teil des Lebens ebenso wichtig zum Überleben ist. Isoliert lebende Menschen, sind ungesünder, werden schneller krank und sterben früher als Menschen, die von anderen Lebewesen umgeben sind und sich um deren Wohl kümmern. So kann schon eine Zimmerpflanze das Leben eines Menschen fördern. Noch besser für einen isolierten Menschen sind Haustiere. Natürlich ist die Gemeinschaft mit anderen geliebten Menschen am besten, um die Lebenskräfte zu unterstützen.
Wenn man den 2. Leitsatz anwendet, richtet sich die Kraft des Deltas bewusst auf die Harmonisierung und Förderung des Lebens aus. Man durchdringt mit seiner liebevollen Aufmerksamkeit seine Umgebung und bemerkt, wo das Leben leidet und zu kurz kommt. Man kann auch sagen, man durchdringt nicht nur die materiellen Strukturen seines Gehirns, sondern auch die immateriellen sozialen Strukturen in seiner Umgebung. Je nach Fähigkeit des Menschen kann man die Sozial- und Lebensstrukturen seiner Familie, seiner Klasse, seiner Schule oder im Maximum das soziale Leben der Menschheit durchdringen und entsprechend fördern.
1 David Servan-Schreiber, Die neue Medizin der Emotionen (Kapitel:Chaos und Ordnung), Goldmann
2 David Servan-Schreiber, Die neue Medizin der Emotionen (Kapitel: Liebe ist ein biologisches Bedürfnis), Goldmann