Johannes der Täufer und der Sommerbeginn
Johannes wurde am 24.6 geboren. Seit Christi Geburt feiert man auch Johanni in der Zeit der Sommersonnenwende. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Sommer. Die Wärme wird immer grösser auf der Erde.
Als Johannes geboren wurde, kam ein besonderer Ich-Mensch auf die Erde. Er sollte nach ca. 30 Jahren den Menschen Jesus im Jordan taufen und damit die geistige Geburt vom Sohn Gottes oder Christus auf der Erde einleiten.
Pfingsten und Geist-Flamme¹
Nach dem Tod von Jesus Christus, an Pfingsten, wurde der Ich-Geist der Menschen mit einer Flamme über den Köpfen angedeutet.
Auf diese Weise wollten die Menschen zeigen, dass das menschliche Ich in der Wärme existiert.
Das erlebt man unter anderem, wenn der Wärmehaushalt eines Mensch gestört ist. Dieser Zustand wird als Fieber bezeichnet. Nur drei Grad mehr als normal kann bedeuten, dass der Mensch ernsthaft krank ist oder sogar an der Todesschwelle steht.
Ich-Mensch
Die Wärme des Ich-Menschen kann mit einem Feuer gefeiert werden. Beim Johanni-Feuer oder Feuerzermonien anderer Kulturen geht es letztlich um den Menschen.
Der bewusste Ich-Mensch kann in sich ruhen, seinen Mittelpunkt finden und im Herzen sein. Er kann aufmerksam, zentriert, glücklich, freundlich, nicht zweckorientiert oder ganz allgemein gesagt menschlich sein.
Wir sind dem Feuer verwandt. Deshalb wird von einer z. B. flammenden oder lodernden Begeisterung gesprochen.
Auch Friedrich Nietzsche verglich in „Ecce Homo“ den Menschen mit einer Flamme:
Ja, ich weiß, woher ich stamme:
Ungesättigt gleich der Flamme
glühe und verzehr ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle, alles, was ich lasse
– Flamme bin ich sicherlich.
Friedrich Nietzsche
Zusammenfassung:
Die Sommersonnenwende wird im Christentum als Johannifest gefeiert. Mit einem heutigen Ich-Bewusstsein erlebt der Mensch, dass das Feuer mit seinem innersten Wesen, dem Ich, verwandt ist.
Das menschliche Ich, der menschliche Geist oder der Kern des Menschen wird seit alters her mit der Wärme, dem Feuer oder einer Flamme verglichen.
Das Ich kann nur schwer in eine bestimmte Form gebracht werden. In den drei Dimensionen des Raumes kann es noch am Ehesten mit einer Flamme verglichen werden. Auch sie kann man kaum fassen. Das Ich selbst ist zeit- und raumlos, also in religiöser Sprache ewig. Es wirkt in die Zeit und den Raum, ist aber nicht in der Raum-Zeit darstellbar.