3. Übung: Offenheit (keine Vorurteile)

Nun gehe ich in den Bereich der Rothüte und muss dort lernen, dass ich nicht von den Emotionsstrukturen, die mich schon seit Kindheit prägen, verleiten lasse die Situation im Leben zu beurteilen. Als Übung bemühe ich mich, mich den Lebenssituationen in Offenheit gegenüber zu stellen. Offenheit heisst, ohne oft unbewussten Rückgriff auf Emotionen aus der Vergangenheit, eine Situation wie neu zu beurteilen. Bildlich gesehen, höre ich nicht auf die Kommentare der Rothüte. Ich lasse mich nicht fremd bestimmen. Ein Beispiel: Ich erfahre, dass es Bücher gibt, die aufzeigen, dass noch nie ein Mensch seinen Fuss auf den Mond gesetzt hat. Nun sollte ich die Offenheit haben, innerlich zu sagen: Mein Weltbild baute darauf auf, dass die Amerikaner die Ersten auf dem Mond waren. Ich habe es ja selbst im TV gesehen. Nun will ich die bis anhin unbekannten Fakten prüfen, die aufzeigen, dass die Menschheit angelogen wurde. Danach bilde ich mir ein Urteil.
All mein Wissen, meine Emotions- und Gedankenstrukturen werden durch eine solche Mitteilung in Frage gestellt. Trotzdem sollte ich offen sein, das Neue zu prüfen und nachher zu verwerfen oder mein Weltbild zu korrigieren.
Es kommt nicht darauf an, ob ich meine Lieblingsvorstellungen behalten kann, es kommt darauf an, ob ich eigenständig das Leben beurteilen kann. Offenheit braucht immer die erneuernde Kraft aus dem Gegenwarts-Feld, damit ich nicht im Netz der alten Strukturen hängen bleibe.
Die Weltgeschichte zeigt eine Vielzahl von Ideen, die lange beibehalten wurden und heute noch werden, weil man sich nicht von alten Vorstellungen trennen wollte und will. (Die Erde ist eine Scheibe; Kolumbus hat Amerika entdeckt; die elektrische Batterie wurde in der Neuzeit entdeckt; die Materie ist das Reale; Felder sind Fantasievorstellungen; alles ist von Ursache und Wirkung bestimmt; es gibt keine grössere Geschwindigkeit als die Lichtgeschwindigkeit; alle Farben entstehen aus dem Licht; der Mensch stammt vom Affen ab; es gibt keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier; die Gene bestimmen alles; die Evolution wird vom Überleben des Stärksten angetrieben; der Mensch ist von Natur aus ein Egoist; usw.)

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