Vom Gefühlsrad zum Geistespunkt

Das Gefühlsrad als Eigenschaft des Seelischen

Horizontale Ebene

Das Gefühlsrad bewegt sich für das Bewusstsein unbemerkt Richtung Zukunft. Es ist immer in Bewegung, steht nie still, wenn der Mensch sich entwickelt.

Heute muss der Mensch immer aktiver werden, um glücklich zu sein. Sein Glück ist von seiner eigenen Bemühung oder Aktivität um ein geistiges Bewusstsein abhängig.

Die aufkommende Freude, die vom Menschen aktiv in Glück verwandelt wird, wird immer häufiger vom Spass oder sogar der Sucht verdrängt. Spass und Sucht beherrschen den Menschen immer mehr. Er verliert dadurch seine Freiheit.

Die Freude, die automatisch kommt, kann aber auch durch die Angst, die schnell zu einer Emotion der Zukunftssorge wird, gedämpft werden.

Alles muss fliessen, sonst erstarrt es und wird ein Hindernis für den beweglichen, geistigen Menschen auf der Erde.

Panta rhei (gr. πάντα ῥεῖ, „alles fließt“)

Schon vor über 2000 Jahren beschreibt Platon in seiner Charakterisierung der kosmologischen Theorie Heraklits einige von dessen bekanntesten Lehrsätzen – vor allem: („Pánta chorei kaì oudèn ménei Πάντα χωρεῖ καὶ οὐδὲν μένει“, „Alles bewegt sich fort und nichts bleibt.“).

In wörtlicher Form findet sich die Wendung zuerst bei Simplikios (* um 490; † um 560), einem spätantiken Kommentator der Schriften des Aristoteles.

Flusslehre

Heraklit vergleicht das Sein mit einem Fluss:

„Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht.“

„Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.“

„Wer in denselben Fluss steigt, dem fließt anderes und wieder anderes Wasser zu.“

Das Seelenmeer

Man kann aber das Sein des Menschen auch mit dem Meer vergleichen.

Die Gefühle tauchen aus dem Seelenmeer auf und sinken wieder ab. Sie melden sich, aber lassen dem Menschen die Freiheit auf sie zu achten. Die Gefühle brauchen Zeit, um ins Bewusstsein zu kommen und sind noch nicht ganz klar. Wenn der Mensch aber auf die Gefühle achtet, merkt er, dass sie ihm eine Rückmeldung der Welt geben.

Dies gilt nicht für die erstarrten Gefühle oder schnell kommenden Emotionen. Die Emotionen kommen schnell ins Bewusstsein, da sie aus dem Abgrund und aus der Vergangenheit kommen. Wir sind pseudo wach und egoistisch.

Die vier Hauptgefühle

Der Mensch ist im Bewusstseinszustand des gesunden Menschenverstands und der gesunden Erinnerungen. Seine Umgebung gibt ihm durch die Gefühle ein Feedback.

In der oberen Hälfte des Gefühlsrads werden die Angst (Unsicherheit, was die Zukunft bringt) und die Traurigkeit (es ist vorbei, man kann nichts mehr ändern) immer tiefer von Freude erfasst, bis in der Gegenwart ohne Einfluss der Vergangenheit und der Zukunft nur noch Freude herrscht.

In der unteren Hälfte des Gefühlsrads werden die Angst (Unsicherheit, was die Zukunft bringt) und die Traurigkeit (es ist vorbei, man kann nichts mehr ändern) immer tiefer von der Kreativität oder der Schöpferkraft des Menschen erfasst, bis in der Gegenwart ohne Einfluss der Vergangenheit und der Zukunft der Mensch nur noch mit Freude kreativ handelt.

Die vier Hauptgefühle (und ihre Mischungen nach obigen Gesetzen) sind:

Freude, Angst, Traurigkeit und Wut.

Im Possibility Management wird diese Erkenntnis im Seelischen auch angewendet.

Gefühl und Zeit

Der Mensch blickt seelisch aus der Geistes (Ich)- Gegenwart in die Vergangenheit: Traurigkeit.

Der Mensch blickt seelisch aus der Geistes (Ich)- Gegenwart in die Zukunft: Angst.

Der Mensch blickt seelisch aus der Geistes (Ich)- Gegenwart nach oben (zum Ich-Geist): Freude.

Der Mensch blickt seelisch aus der Geistes (Ich)- Gegenwart nach unten (in den Körper): Wut.

Ich-Zentrum

Die Geistes (Ich)-Gegenwart ist das Ich-Zentrum oder der Ich-Punkt im Körper, der nie still steht. Er wird immer neu und lebt nicht in Vorurteilen.

Beim Gefühlsrad ist die Geistesgegenwart die Radnabe oder der in Ewigkeit ruhende Punkt, der sich immer vorwärts bewegt. Der ganze Mensch, der auf seine Gefühle achtet, entwickelt sich.

Schiefe Ebene nach unten

Der Mensch befindet sich nun in der Sphäre, wo es automatisch nach unten geht. Er verspinnt sich nur in theoretische Erkenntnis, verliert den gesunden Menschenverstand mit seinen Gefühlen. Seine Erinnerungen vermischen sich mit Illusionen. Er glaubt in seinem Bewusstsein wach zu sein, bemerkt aber nicht, dass es trotz seinem wissenschaftlichen Denken abgedämpft wird.

Seine Gedanken werden immer Gefühlsähnlicher, also sind nicht mehr vollbewusst. Sie werden von vielen Menschen einfach im Brustton der Überzeugung «nachgeplappert».

Es kann vom Anfang einer Krankheit gesprochen werden. Der Mensch gleitet in Richtung Abgrund ab, ist aber immer noch in der Nähe der Gegenwart.

Der Mensch ist mit seinem Denken zum Materialisten oder auch zum materialistischen Anwender der Quantenphysik geworden.

Erstarrter, geistloser Körper

Emotions-Spirale

Der Mensch lebt nicht mehr im Jetzt. Die schiefe Ebene wird zum steilen Abstieg in den Abgrund. Der Mensch wird sogar in den Abgrund „gesaugt“. Er verliert die Herrschaft über sich. Die Vergangenheit dominiert.

Der Dichter Dante Alighieri (1265–1321) beschrieb die Wandlung der Gefühle und ihre Erstarrung in seiner weltbekannten Göttliche Komödie im Mittelalter auf seine Art und Weise.

Die Göttliche Komödie oder auch Divina Commedia genannt, ist das Hauptwerk des italienischen Dichters Dante Alighieri (1265–1321). Sie entstand während der Jahre seines Exils und wurde wahrscheinlich um 1307 begonnen und erst kurze Zeit vor seinem Tod vollendet (1321). Die in Hölle, Fegefeuer und Paradies aufgeteilte Divina Commedia gilt als bedeutendste Dichtung der italienischen Literatur und hat gleichzeitig die italienische Sprache als Schriftsprache erst begründet. Zudem wird sie als eines der größten Werke der Weltliteratur angesehen.

Die Hölle ist ein einem antiken Amphitheater gleichender Trichter mit steilen Terrassen zum Erdmittelpunkt hin, entstanden durch den Absturz Luzifers, wodurch auf der Südhalbkugel der Läuterungsberg aus dem Meer getrieben wurde. Die zehn „Kreise“ der Hölle (die Vorhölle und neun Kreise) sind die Orte, Standpunkte, Horizonte oder Charaktere, in und wegen derer sich die Buße und Läuterung der Sünder, die das Gut des Intellekts verloren haben, vollzieht.

Der menschliche Körper wird von den Emotionen Spass und Sucht, Panik, Depression und Zerstörungswut beherrscht.

Er ruht nicht mehr in sich selbst und ist nicht mehr Herr im eigenen Haus (Körper). Die Emotionen ziehen den Menschen spralförmig nach unten.

Er hat immer noch ein Empfinden vom 3D-Raum.

Geist

Das Gefühlsrad wird immer kleiner, bis es im Geist zum Punkt (0D) wird.

Wenn der Mensch sich ein hellwaches Bewusstsein aktiv erarbeitet, „schiebt“ er sein Gefühlsrad auf der schiefen Ebene nach oben und verwandelt die vier Hauptgefühle (Freude, Angst, Traurigkeit und Wut) in vier geistige Bewusstseinszustände (Glück, Vertrauen, Mitgefühl und Kreativität) im Körper.

Geistigen Zustände zeigen sich als Aktivität des Ich-Wesens. Es braucht Aktivität und Zeit, um den geistigen Bewusstseinszustand selber herzustellen. Der Mensch ist nicht sofort sich bewusst, dass er glücklich, vertrauensvoll, mitfühlend und kreativ ist. Er muss den Bewusstseinszustand selbst herstellen. Dies braucht mehr oder weniger Zeit.

Der 3D-Raum ist nicht mehr da. Der Mensch lebt in der Raum- und Zeitlosigkeit – der Ewigkeit-.

Schiefe Ebene nach oben

Der Mensch erreicht mit innerer Aktivität den Bewusstseinspunkt: Glück, Vertrauen, Mitgefühl, Kreativität sind ewige Qualitäten des Menschen..

Geisterwachen

Geisterwachen kann auch folgendermassen beschrieben werden: Ich verlasse die horizontale Eben des gesunden Menschenverstandes und stosse mit Aktivität das Gefühlrad auf der schiefen Ebene nach oben zum Geist. Ich gleite auf keinen Fall in den Abgrund auf der schiefen Ebene und lasse nicht zu, dass ich auf der Emotionsspirale ins Bodenlose absinke.

Anwendung des Gefühlrads im Leben

In der Schule leiten die Lehrpersonen die Kinder an, ihr Gefühlsrad zu bemerken und aktiv ihre Gefühle zu äussern, um die Situation zu verbessern. Die Anleitung des Lehrers erfordert aber eine Selbstentwicklung des Erwachsenen, um bei den Kindern Erfolg zu haben.

Auch unter Erwachsenen verbessert das achtsame Umgehen mit Gefühlen das Klima.

Die Gefühle können allen dabei helfen, da sie ein Feedback der Welt geben.

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