Selbstentwicklung der Lehrpersonen
Ohne Bewusstseinsentwicklung der Lehrer ist eine grundlegende Heilung der Syndrome nicht möglich.
Man kann den Kindern gute Strukturen vermitteln, sie mit Computern (z.B. Neurofeedback) und mit Medikamenten behandeln, und erlebt, dass sie auf diese Art besser funktionieren. Erst wenn man die Wirkungen des Willens, der auch das Denken und Fühlen beinhaltet, versteht und gesundend anwenden kann, heilt man die verschiedenen Syndrome wie AD(H)S. Jeder Schritt, den der Lehrer geht, wirkt verändernd auf das Kind. Das Vorbild und die Bewegung (Flexibilität) des Lehrers sind enorm wichtig. Theorien, wie sich der Schüler verhalten sollte, nützen nichts, wenn die Lehrperson diese Verhaltensweisen nicht vorlebt. Der Lehrer muss zuerst seinen eigenen Willen entwickeln, um mit ihm auf die Kinder gesundend wirken zu können.
Man muss den AD(H)S-Schülern als Lehrperson helfen, sie nicht nur zum „Funktionieren“ bringen, sondern anstreben, sie zu heilen.
Heilung des AD(H)S und weniger zwingender Ablenkungen
Formen wie Sprunghaftigkeit des Sanguinikers, wie längere Ablenkung durch egoistische Gewichtung von etwas anderem als Seeleneigenschaft und schnelle Ablenkung, weil der Geist durch eine momentane Schwäche nicht eingreifen kann, können als Vorstufe des AD(H)S bezeichnet werden und mit den gleichen Methoden wie beim AD(H)S geheilt werden. Das Beste ist, wenn der Erwachsene sich selbst durch einen Bewusstseinswandel auf das Wichtige konzentrieren lernt. Aber auch den über 20-Jahre alten Menschen kann man durch gutes bewusstes Verhalten unterstützen.
AD(H)S-Kinder und SchülerInnen mit anderen Syndromen können sich ohne Hilfe nicht von ihren starken Zwängen befreien, weil der Einfluss ihres physischen Körpers und ihrer Körper- Seele, die durch Vererbung, Erziehung und Beeinträchtigungen der Umwelt nicht gesund strukturiert wurden, vorherrschen und auf den Menschen ihren Zwang ausüben. Die Hilfe der Erwachsenen, besonders der Lehrperson in der Schule, ist absolut nötig, will man die Kinder und Jugendlichen nicht nur mit Ritalin oder anderen Medikamenten behandeln.
Deshalb sind folgende Punkte des Lehrerverhaltens sehr wichtig:
- Konzentriert, zentriert in der Gegenwart leben
- Sich als geistiges Individuum erleben können (Dies gelingt nur, wenn man sowohl im Körper als auch im Geist zentriert ist)
- Je besser der Lehrer willentlich denken, fühlen und wollen kann, desto grösser ist sein Erfolg.
Kunst hilft! Deshalb muss man seine Handlungen künstlerisch gestalten (Der Lehrer muss in künstlerischer Art und Weise vorgehen, d.h. flexibel aber nicht strukturlos, menschlich, usw. sein.)
- Möglichst gezielt alle 12 Sinne schulen
- Gedächtnis durch Denken der Schüler gut ausbilden (Gedächtnis ist die Fähigkeit, seine „Hirnstrukturen ohne Ablenkung zentriert anschauen und einsetzen zu können“)
- Das Wollen zuerst durch strengen Rahmen, nachher durch klare Aufgaben immer mehr einsetzen
- Auf das Fühlen (Berührt-Werden von der Welt und anderen Menschen) als Verbindung zwischen Denken und Wollen achten
- Da gewisse Körperstrukturen verhärtet sind und den Menschen zu Handlungen zwingen, die er eigentlich nicht will, und andere nicht gebildet wurden, muss man die starren Strukturen auflösen und durch die pädagogische Arbeit neue, gesundende Strukturen formen.
- Freiheit durch pädagogische Arbeit ermöglichen (nur Medikamente bringen den Schüler in ihre Abhängigkeit)
- Die vier Lerngesetze vertieft anwenden
- Die Syndrome muss man als Therapeut wie ein Trauma behandeln. Man muss durch Betätigung des Körpers (EMDR, z.B. Augenbewegungen usw.) die Erinnerung, die im Gedächtnis ihre Struktur hat, ändern.
Geometrischer Vergleich: Die geschlossene Wellenlinie
Der AD(H)S-Mensch oder ein Mensch mit anderen Syndromen wie Essstörungen usw. ist wie ein Kreis ohne Zentrum. Er befindet sich überall in der Peripherie! Der Kreis ist im AD(H)S–oder allgemein im Syndrom-Zustand eine gewellte geschlossene Figur, in der man gefangen ist. Je nach Welle ist beim AD(H)S gerade diese oder jene Sinneswahrnehmung die wichtigste, die den Menschen zwingt, sie zu beachten bis die nächste dasselbe verursacht. Diese sichtbaren und unsichtbaren Sinneswahrnehmungen (Materie-und Feldwahrnehmungen) verlangen die ganze Konzentration des Betroffenen. Sie sind im Moment das Wichtigste und lenken somit den Menschen von seiner eigentlichen Aufgabe ab. AD(H)S ist eigentlich ein nicht Fokussieren-Können auf das, was man sich vorgenommen hat oder eine von der äusseren und inneren Sinneswahrnehmung aufgezwungene Reaktion als Bewegung des Körpers (ADHS) oder als Depression oder innerer Bewegungsstillstand der Seele (ADS).
Bei ADHS läuft dies durch die Hyperaktivität gut sichtbar ab.
Bei ADS und anderen Syndromen sieht man die Ablenkung nicht direkt.
Sie äussert sich in der Unfähigkeit zu lernen, sich ganz auf eine Person zu konzentrieren und in Depressionen, um nur einiges zu nennen. Zu Beginn hat man grosse Selbstzweifel. Mit der Zeit verschärfen sich die Selbstzweifel und man wird durch seinen physischen Körper und Seelenkörper zur Untätigkeit gezwungen und von seinen unbestimmten Ängsten tyrannisiert. Man kann nichts unternehmen und machen. Man leidet, ist ruhig und vegetiert vor sich hin. Die menschliche Seele und der menschliche Geist sind wie verschüttet. Der Mensch kann in seinen Körper nicht eingreifen und etwas Sinnvolles machen. Die Anderen können ohne verwandeltes Bewusstsein mit ihrer normalen Logik die Verhaltensweise des Menschen mit einem Syndrom nicht begreifen. Mit der bewussten Behandlung kann man dieses Erscheinungsbild zum Verschwinden bringen und die Krankheit heilen. Der Mensch blickt dann auf eine lange immer wiederkehrende Phase seines Lebens zurück und ist glücklich, sie mit der Hilfe der Anderen überwunden zu haben.
Zur Heilung ist immer der Wille der betroffenen Personen wie Therapeuten, Lehrer, Bekannte und Verwandte und die daraus folgenden Handlungen wichtig. Die Liebe als Wille, nicht nur als Gefühl, hilft den vom Syndrom Betroffenen immer.
Je mehr Menschen ihr Verhalten im Sinn der oben erwähnten Punkte verändern können, desto schneller wird der Patient geheilt, d.h. er kann sich wieder selbst durch seinen eigenen Willen bestimmen.
Nicht vom Körper verursachte Ablenkungen:
Diese Ablenkung kann auch vom egoistischen Willen statt von den letzten Sinneswahrnehmungen gesteuert werden. Dann spricht man nicht von ADS sondern von Ablenkbarkeit als Seeleneigenschaft. Es bestimmt nicht der eigene Wille, wie lange z.B. ein Telefongespräch dauert oder auf was man im Moment achtet. Wir werden von unserem Egoismus fremdbestimmt.
Auch mit einem Syndrom wie AD(H)S fühlt man nur, denkt und will nicht selbst, ja man wird von seinem Körper regelrecht gezwungen etwas zu machen, was man im Nachhinein bereut.
Geometrischer Vergleich: Der Kreis
Ein Kreis ist das Zeichen für einen unbewussten oder bewussten Willensakt. Man kann seinen Willen vom Zentrum aus so betätigen, dass man immer den gleichen Abstand zum Objekt einhält. Man kann bewusst um das Objekt im Geist oder sichtbar herumgehen. Hat man einen Menschen vor sich, kann man sich ihm öffnen, von ihm berührt werden oder man kann sich bewusst vor ihm abschliessen und schützen. Man kann den Kreis auch vergrössern oder kleiner gestalten. Technisch gesprochen kann man mit der Brennweite des Objektivs spielen (zoomen). Man kann sich dem Menschen seelisch oder auch körperlich nähern oder sich von ihm distanzieren.
Man hat dann sein Zentrum gefunden und das Syndrom wie AD(H)S überwunden!
Sinneswahrnehmung
Diese Beobachtungen zeigen, dass die Sinneswahrnehmung ohne denken unvollständig ist. Man wird nur von der Welt berührt, man fühlt sie nur, kann sich aber durch das Denken nicht von der Welt distanzieren und sie nicht erkennen.
Der Wille in Form von wollen macht die Sinneswahrnehmung erst komplett vollständig.
Denken, Fühlen und Wollen sind in jeder Sinneswahrnehmung vorhanden und zur vollständigen Sinneswahrnehmung, die auf uns keinen Zwang ausübt, nötig.
- Wenn das Wollen zu wenig ausgebildet ist, nimmt man im Extremfall nichts wahr. Die Persönlichkeit ist dann nicht dabei!
- Ohne Denken fühlt man nur und will unbewusst. Man lebt in der Gegenwart, weil man sein Gedächtnis nicht ausbildet. Das Gedächtnis sind Strukturen im Hirn, die man in der Gegenwart „anschauen“ kann. Das Denken beurteilt das Gesehene. Zur Beurteilung des im Hirn „Wieder gesehenen“, muss man denken. Wenn man nicht denkt, bestimmt der Körper, was man wahrnimmt und erlebt. Man wird dann von der Welt chaotisch beeinflusst. Es fehlt einem das Denken, das Ordnung in die Welt der Wahrnehmungen bringt.
- Ohne Fühlen nimmt man zwar wahr, aber kann das Wahrgenommene nicht in Beziehung zur eigenen Persönlichkeit setzen. Zum Bsp. sieht man zwar das Gesicht seiner Mutter, sagt aber, es sei nicht seine Mutter, weil man vom Bild nicht berührt wird. Zur Wahrnehmung sind also auch die entsprechenden Gefühle nötig! Wenn man sie nicht hat oder unterdrückt, handelt man nicht menschlich. Deshalb wird man schnell grausam beim Umsetzen von statistischen, abstrakten „Wahrheiten“. Diese Fakten vermitteln eine unmenschliche Welt.
Grausame Handlungen sind nur so erklärbar, denn etwas ist nicht mehr im Gleichgewicht.
Mörderspiele am Computer sind nur durch das Ausschalten des Gefühls nachvollziehbar.
Wenn das Gefühl auch im normalen Leben weggelassen wird, ist dies der Grund für die verschiedenen Verbrechen.
Man wird also von seinem Syndrom wie AD(H)S geheilt, wenn man zu jeder Zeit sein Denken, sein Fühlen und sein Wollen entfalten kann. Bei einer vollständigen Sinneswahrnehmung geschieht dies am Anfang noch unbewusst, dann immer bewusster. Deshalb ist die Schulung der bewussten Sinneswahrnehmungen so wichtig.
Bewusstseinswandlung zum Verstehen und Verzeihen
Wenn man in einer unmenschlichen Welt seine Menschlichkeit nicht verlieren will, kann man mit Tertullian sagen: „Ich bin Christ, weil es unlogisch ist.“ Denn man muss seine äussere Macht aufgeben, will man die Menschen verstehen und ihnen verzeihen. Diese Taten brauchen eine grosse innere Kraft, die man nur mit einer Bewusstseinswandlung aufbringen kann.
Nur mit einer Entwicklung seines Bewusstseins ist man nicht rechthaberisch und weiss nicht alles besser. Man ist wirklich offen.
