Der Einsatz des Willens bei den Tierflüsterern

Buck, der echte Pferdeflüsterer

Buck war mit drei Jahren schon ein berühmter Lasso-Künstler. Er zeigte mit seinem älteren Bruder viele Lasso-Kunststücke, die er und sein Bruder von ihrem Vater erlernten.

Ihr Vater war jedoch ein brutaler Mann, der seine Söhne immer nach den Aufführungen mit der Peitsche schlug. Als die Mutter, die ihre Kinder vor dem Vater beschützte, starb, kam Buck zu einer Pflegefamilie. Dort bekam er von den Pflegeeltern viel Liebe und Verständnis. Er lernte mit Pferden umzugehen und fand so seine Aufgabe.

Durch seine harte Jugend lernte er die Angst, die Grausamkeit und die schlechte „Dressur“ am eigenen Leib kennen und setzte sich deshalb das Ziel, Pferde auf nicht gewalttätige Art zu zähmen und zu dressieren. Er wurde so zu einem der ersten Pferdeflüsterer, der

  • Achtung vor den Pferden hat
  • keine Gewalt anwendet, sondern mit Verständnis und Geduld arbeitet, indem er ihr Verhalten genau beobachtet
  • den Willen der Pferde nicht brutal bricht, sondern ihn so einsetzt, dass er ihm mit seinem menschlichen Willen die Richtung gibt
  • die Pferde nicht in permanenter Angst leben lässt, um sie zu beherrschen
  • das Vertrauen der Pferde gewinnt

Er sagt, dass

  • die Pferde erzogen werden müssen
  • sie eine Aufgabe haben müssen, die sie „begreifen“ (Kühe treiben, um die Pferdedressur gerne zu machen)
  • sie keine äusseren Hilfsmittel, wie brutale Knebelung usw. brauchen
  • sie nicht mit Gewalt, sondern nur mit einem an einen Stab gebundenen Fähnchen, das er  konsequent einsetzt, das machen können, was der Mensch will
  • sie am Zug des Seiles, mit dem sie gehalten werden, fühlen, wie der Mensch ist, wenn er das Seil anspannt (gelassen oder aggressiv, sicher oder unsicher, Eigenwille nur durch Ungeduld, Gewalt, unbeherrschte Gefühle usw.)
  • der Mensch diese Regungen auch spüren kann (Versuche mit an Seilen geführten Menschen, um zu zeigen, was die Pferde wahrnehmen)
  • sie bei extremen Fällen  mit einem Lasso um die Hinterhand gesteuert werden können
  • die Pferde fühlen, was sie machen müssen (auch auf Distanz : nehmen den unsichtbaren Willen des Menschen direkt wahr, sehen den Willen des Menschen auch indirekt an seinen sichtbaren Bewegungen)
  • sie hochsensibel sind
  • sie nicht frech sein dürfen, indem sie nicht folgen, beissen, den Menschen stupfen usw.
  • sie die Privatsphäre des Menschen achten müssen
  • die Pferde die menschliche Seele spiegeln
  • Probleme der Pferde menschliche Probleme sind

Der Mensch ist frei und kann eine Entscheidung treffen (trotz harter Jugend ist Bucks ein verständnisvoller, friedliebender und herzlicher, aber konsequenter Mensch, d.h. in seinem Fall ein Pferdeflüsterer geworden).

Der Mensch muss

  • immer dazu lernen
  • seine Gefühle in den Griff bekommen
  • geduldig, zäh und ausdauernd werden
  • vor allem mental – 90% – arbeiten, reiten usw. (seinen Willen ausbilden, seine Gedanken, Gefühle und Willensimpulse bewusst verfeinern und konsequent handhaben)
  • weniger  körperlich – 10 % –  arbeiten, reiten usw. (mit Kraft, nur mit Körpereinsatz, brutal mit Sporen und Zaumzeug usw.)
  • präsent sein, in der Gegenwart leben
  • nicht in der Vergangenheit leben, indem man z.B. grübelt (in zwei Zeiten zu leben ist schädlich)
  • die Vergangenheit und Zukunft nur zur Erinnerung und Planung brauchen
  • die Vergangenheit und Zukunft als typische Eigenschaften des Menschen einsetzen und dadurch die Freiheit erringen, menschlich zu sein

Vom Tier- zum Menschenflüsterer

Auf Grund der Erfahrungen der Tierflüsterer und genauer Beobachtungen des Menschen kann man lernen, was bei der Führung des Menschen noch beachtet werden muss.

Der Mensch ist im Gegensatz zum Tier ein individuelles Wesen, das sich für seinen Weg entscheiden kann.

Das Tier ist ein seelisches Wesen, das als Haustier (unter anderem das Pferd)  vom Menschen „gesteuert“ werden kann. Der bewusste menschliche Wille ist die Hauptkraft, die das Tier dirigiert.

Verwandelt man z.B. mit den Methoden der Delta Dynamik sein Bewusstsein, wird man vom Tierflüsterer zum Menschenflüsterer. Man kann den Menschen ohne Druck führen. Dies muss der Mensch aber wollen, d.h. man muss seinen Willen berücksichtigen und die Freiheit gewähren. Anwendungen sind  die Delta Pädagogik, verschiedene Therapien und Vieles mehr.

Der Mensch als Individuum

Man muss zum Menschenflüsterer werden, um Menschen ohne äussere Macht führen zu können.

Es gelten dieselben Methoden wie bei Tierflüsterern, nur muss man das spezifisch Menschliche kennen und ernst nehmen.

Menschlich ist:

  • Die freie Erinnerung zu haben, die durch Sinnesschulung und Hirntraining verbessert werden kann.
  • Die Zukunft planen zu können.
  • Die Wahrnehmung willentlich auf einen Punkt zu  lenken und andere Wahrnehmungen bewusst ausblenden zu können.
  • Sich aktiv zu entwickeln und sein Bewusstsein verwandeln zu können.
  • Die Freiheit, die als Keim in jedem Menschen steckt, als Möglichkeit einzusetzen. Man muss jedoch Hilfen, die man auch alle in den Methoden der Tierflüsterer findet,  geben, um die Freiheit möglich zu machen.
  • Die Liebe, die jeder Mensch auch geben kann, zu besitzen.
  • Das Gute, das jeder Mensch in sich hat, verwirklichen zu können.

Der Mensch ist ein geistiges Wesen, das eine Seele und einen Körper hat, und selbst Entscheidungen treffen kann.

 

 

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