Das Individuum und die Kunst

Die 6 Übungen, von denen ich „ im neuen Führungsstil“ geschrieben habe, die 4 Leitsätze, die schon oft besprochen wurden und die Übungsblöcke zum Individual-, Seelen-, Zeit- oder Energie- und Raumkörper, die Inhalt der Blogbeiträge waren,  sind alles Vorgänge, die den Körper im Raum ergreifen helfen.

Wenn mehr die unsichtbaren Glieder des Körpers (Energie-, Seelen- und Individualkörper) im Zentrum stehen, werden auch die mikroskopisch kleinen Muster im Hirn so gebildet, dass man sie z.B. unter dem Elektronenmikroskop interpretieren kann.

Alle Übungen betreffen jedoch immer den ganzen Körper. Man darf auch die Bildung der Strukturen in den Feldkörpern, die zum elektromagnetischen Feld des Menschen gehören, nicht vergessen. Alle Muster und Strukturen sind vererbbar, auch die unsichtbaren, die den Charakter prägen. Hirnmuster eines beweglich denkenden, frei handelnden, offenen, positiven und gleichmütigen Menschen sind anders als eines in starren, alten Denkmustern verfallenen, von diesen in seinen unfreien Handlungen gesteuerten, engen, negativen und schwankenden Menschen. Jedes Muster und jede Struktur kann durch eigene Aktivität umgebildet werden. Es ist also nie zu spät etwas zu lernen und seine Charaktereigenschaften so zu verändern, dass wir mit ihnen zufrieden sind. Es gilt nicht: “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“ Vielmehr ist gültig, was André  Stern sagte: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans im Glück!“

Weil man so oder so ist, kann der Körper, der von unterschiedlichsten Kräften durchsetzt ist, dominieren oder man kann seinen Kern erleben und die oben erwähnten Übungen zum guten Ergreifen des Körpers (Individual-, Seelen-, Zeit- und Raumkörper) machen.

Da jeder menschliche Körper von seinem Energiekörper nach künstlerischen Grundsätzen aufgebaut wird und das menschliche Leben nur als individuelles Gesamtkunstwerk erklärt werden kann, ist die künstlerische Betätigung die Methode, mit der auf alle Menschen eingegangen werden kann. Unter künstlerischer Betätigung ist auch Kunst aktiv Geniessen gemeint wie z.B.ein Bild aktiv anschauen, ein Musikstück mit innerem Engagement hören, eine Plastik mit den Augen willentlich „abtasten“ … .

Jeder Mensch muss ja seinen eigenen Weg gehen, um ein ganzer Mensch zu werden. So können alle Übungen nicht nur roboterhaft-aufmerksam, sondern als Mensch mit seinen beweglichen Gedanken und seinem Gefühl durchgeführt werden.

Sinneswahrnehmung

Einerseits kann man sich auf seinen Körper mit seinen 12 Sinnen konzentrieren und die Welt nur mit ihnen wahrnehmen.

Die Beschreibung der Welt mit den Sinnen ist die Aufgabe des Naturwissenschaftlers. Er hat heute auch die immer genaueren technischen Apparate zur Verfügung.

Die Ergebnisse, die man durch die Technik erhält sind faszinierend. Man kann heute in der „Röhre“ den menschlichen Körper genau auf dem Bildschirm mit vielen Schnitten darstellen. Ob man denkt und fühlt zeigt sich in der Hirnaktivität. Diese kann man relativ leicht nachweisen. Aber es können sogar Gedanken- und Gefühlsstrukturen gebraucht werden, um zu wissen, was ein Mensch gedacht und gefühlt hat. Technisch kann man z.B. viele Sinnesorgane ersetzen und dem Menschen helfen. Dem Missbrauch der Technik zur Überwachung und Zerstörung der Menschen ist aber auch Tür und Tor geöffnet.

Mit den Willens- oder Körpersinnen (Tast-, Lebens-, Eigenbewegungs- und Gleichgewichtssinn) kann man die Natur nur als wägbare, messbare und zählbare Atome im Raum wahrnehmen.

Mit diesen Methoden kann man den Geist nicht sehen und bestimmt die Quantitäten der Natur. Für die Bestimmung der Qualitäten braucht es andere Sinne und Methoden.

Mit den Gefühls- oder Seelensinnen (Geruchs-, Geschmacks-, Seh- und Wärmesinn) nimmt man auch die Qualitäten der Natur wie Geruch, Geschmack, Farbe und Wärmezustand wahr.

Man reduziert jedoch in der heutigen Wissenschaft die Qualitäten auf die elektromagnetischen Felder und mikroskopisch kleinen Muster –  nur auf ihre Quantitäten -. In diesen Quantitäten sind die Qualitäten des Geruchs  und Geschmacks nur Atome, Moleküle oder Feldstrukturen, der Farben nur elektromagnetische Wellen, der Wärme nur Energiezustände, die man mit elektromagnetischen Wellen angeben kann (Spektrometer).

In den Kunsttherapien werden die Qualitäten mit den Seelensinnen so wahrgenommen, dass mit regelmässiger Übung der Gesundheitszustand des Menschen verbessert werden kann. Es braucht also den Kunstsinn, um die Gesundheit wiederherzustellen.

Mit den Gedanken- oder Geistsinnen (Gehör-, Wort-, Empathie oder Gedanken- und Delta-  oder Ichsinn) nimmt man die Wirksamkeit von unsichtbaren Individuen in der Natur wahr.

Für uns ist das wichtigste und nächste Individuum der einzelne Mensch.

In der heutigen Wissenschaft reduziert man auch diese Wahrnehmungen auf den individuellen Körper (individueller, einzigartiger Fingerabdruck, Gang, Iris usw. beim Menschen), das Hören, die Sprache, die Empathie und das Denken. Das Hirn – auch als Denkorgan – wird immer besser erforscht. Man weiss immer mehr, dass das Hirn für die Gefühle und Bewegungen nötig ist. Durch die nachweisbare Existenz der elektromagnetischen Felder ist der Mensch auch körperlich im Anderen. Denn der Körper ist für Felder keine Grenze mehr.  Die Entdeckungen der Spiegelzellen im Gehirn beweisen dies. Deshalb spricht man heute von Empathie, die wissenschaftlich bewiesen werden kann.

Das Problem, das sich heute den aufmerksamen Wissenschaftlern stellen kann, ist die Frage, ob das Gehirn fühlt, die Bewegungen verursacht oder nur ein Wahrnehmungsorgan für die Gefühle und Bewegungen ist. Die Ergebnisse der Hirnforschungen (Depressionen, Lähmungen usw.) zeigen, dass andere Erklärungen nötig sind, um das Gefühl und die Bewegung zu erklären. Man kann jedoch auch die Depressionen und Lähmungen mit einer heute gängigen Theorie begründen, was meistens geschieht.

Meditation

Andererseits kann man im Gegensatz zu der Sinneswahrnehmung durch Meditationen seinen Kern immer genauer erleben.

Man ist mit seinem Willen dann nicht auf der Erde tätig und könnte für die Entwicklung auf der Erde und für die Erde in dieser Zeit genauso gut tot sein, als Mönch in einer Höhle in der Wüste, in einem grossen Wald oder einem Kloster wohnen. In der Meditation erlebt man sein Willenswesen, das fühlt und denkt, aber nicht mit den Sinnesorganen wahrnimmt. Man erlebt sich als individuelles Wesen auch ohne die Hilfe des Körpers.

Wenn man dieses körperfreie Erfahrung  nur einmal erlebte, ist man aus eigenem Erlebnis sicher, dass der Mensch nicht sein sichtbarer Körper und in seinem Kern ewig ist.

Eine Kanone neben dem Meditierenden abgeschossen, würde seine Meditation nicht so stören, dass er sie abbricht, denn er hört, wenn er will, nichts. So könnte man alles, was mit den 12 Sinnen wahrgenommen wird, beschreiben.

Weg der Kunst

Der Weg, der die Meditation im täglichen Leben so möglich macht, dass der Mensch z.B. als Naturwissenschaftler arbeiten kann und seine Ergebnisse als Wirken des individuellen menschlichen Geistes oder Kerns auf der Erde beschreibt, ist nur durch eine künstlerische Lebensgestaltung möglich.

Schiller als Dichter hat diesen Weg mit der Herstellung des Gleichgewichts zwischen dem Form- und Stoffpol durch den Spieltrieb bezeichnet.

Die Ausführung der oben genannten Übungen auf künstlerische Weise lässt einem diesen Weg auch beschreiten.

In der Kunst pendelt man zwischen den Sinneswahrnehmungen und dem unsichtbaren Geist hin und her. Bei der gesunden Atmung, die bei jeder echten Kunst gebraucht wird, muss man immer mit Gefühl  rhythmisch tief Atem holen. Die Kunst braucht immer Strukturen, die der Mensch im richtigen Moment wieder auflösen und durch andere ersetzen kann.

Kunst

Wie schon Schiller als Künstler in seinen Briefen „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ schrieb, ist der Mensch nur ganz Mensch, wenn er spielt.

  • Er widerspricht auch Kant, dass Schönheit und Geschmack subjektiv sind. Seiner Meinung nach kann  der Mensch nur durch Schönheit und Kunst zur Freiheit gelangen.
  • Vom Spiel als kindliche Tätigkeit ohne Nutzen und der Subjektivität der Sinneswahrnehmungen sind die meisten heute noch überzeugt, obwohl die Hirnforschungen und die Sinneserkenntnisse zeigen könnten, dass diese Meinung falsch ist.
  • Auch der Begriff der Freiheit wird heute unterschiedlich interpretiert.

Beschreitet man den Weg der Übungen, kann man aus eigener Erfahrung sich der Lösung der oben gestellten Fragen, welche die Menschheit immer beschäftigten und mit noch keiner eindeutigen Lösung beantwortet wurden,  nähern.

In der Kunst ergreifen wir unseren Körper so, dass  unser Geist (Spiritualismus) und unser Körper  (Materialismus) von uns im Gleichgewicht gehalten werden.

Wir sind weder ein abgehobener „Schöngeist“ noch ein menschlicher Roboter. Wir erleben in unserem Körper die Qualitäten, die sich auch immer besser als Quantitäten (elektromagnetische Felder, mikroskopisch kleine Muster) bestimmen lassen.

Unsere Aufmerksamkeit ermöglicht, dass wir „das Kind nicht mit dem Bad ausschütten“ und als Materialist behaupten, es gäbe den individuellen Geist ohne Hirn  nicht.

Die Materie kann mit unseren Sinnen wahrgenommen werden. Sie ist ebensowenig eine Illusion wie wir eine sind. Man kann wissenschaftlich beweisen, dass  sich elektromagnetische Felder auch als Materie zeigen können. Der Spiritualist, der glaubt, alles sei Geist und die Materie der sinnlichen Welt eine Illusion, kennt nur eine Teilwahrheit, indem er nur den Geist postuliert. Er ist sich aber nicht bewusst, dass der Geist sich auch als Materie zeigen kann.

Als Mensch kann man wahrnehmen, denken, fühlen und wollen.

Die Kunst gibt allem die Menschlichkeit.

Wir sind nicht nur aufmerksame Roboter und bewegen uns mechanisch, sondern wir bewegen uns harmonisch. Dies kann man auch von allen anderen menschlichen Tätigkeiten sagen. Unter Tätigkeiten werden auch das unsichtbare Denken und Fühlen einbezogen.

Dadurch können wir uns in Freiheit selber weiterentwickeln.

Beispiele zur Kunst

Bsp. Kunsttherapie

Bsp. Kunst als Mittel Schüler, die durch die Schule und Gesellschaft demotiviert wurden und sich nicht mehr in die Leistungsgesellschaft einordnen wollen, anzusprechen.

Bsp. Kunst bei J.S. Bach, Monet, Rodin usw.

Bsp. Viele Kreative werden Künstler wie André Stern usw.

 

Wenn der künstlerische Sinn alles durchdringt, leben wir in Freiheit, beachten Regeln und menschliche Abmachungen, passen veraltete Gesetze den neuen Lebensumständen an: Kurz gesagt sind wir kreative Menschen und gehen „spielerisch“ im Sinne von Schiller mit dem Leben um.

Dann können wir mit Recht neben den bekannten Künsten auch von Gedankenkunst, sozialer Kunst und pädagogischer Kunst sprechen, um nur einige zu erwähnen.

Um den Unterricht künstlerisch zu durchdringen, genügt es nicht, aufmerksam zu sein, alle Sinne und die Bewegung einzusetzen, sondern man muss zwischen den Strukturen und ihrer Auflösung im Sinne Schillers spielen. Man muss künstlerisch vorgehen.

 

 

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