I Innere Fähigkeiten
Denken, Fühlen und Wollen
Ohne des Einsatzes des eigenen Denkens, Fühlens und Wollens lernt der Schüler überhaupt nichts oder nur schlecht, wie folgende Beispiele zeigen:
- Denken:
Ist der Schüler nicht ganz wach, kann er mit seinen Gedanken dem Unterricht nicht folgen. Nur sein Körper sitzt ruhig da oder lenkt mit seinem „Geschwätz“ sogar die Anderen ab.
Geist: Die Erkenntnis wird durch klare Gedanken möglich.
- Fühlen:
Nur mit Engagement und viel Gefühl lernt der Schüler gut. Sonst sitzt er einfach die Zeit ab und ist nicht am Stoff interessiert.
Seele: Die Gefühle verbinden die Erkenntnis mit dem Körper.
- Wollen:
Will der Schüler nicht lernen, kann der Lehrer mit einem guten Schulrahmen, allen Regeln der Lerntechnik und mit einer guten Sinnesschulung nichts erreichen.
Der Schüler lernt nichts, wenn er nicht bewusst lernen will.
Leib: Das Lernen ist immer mit innerer und äusserer Aktivität verbunden.
Der Mensch ist ein Aktivitätswesen. Seine individuelle Geist-Seele lebt im Körper und muss von der Welt berührt werden und dabei Gefühle entwickeln. Es ist nötig, dass der Mensch die Zusammenhänge nicht nur mit seinen Gedanken erkennt, sondern auch mit seinen Gefühlen erlebt, um gerne auf der Erde tätig zu sein. Dann will er auch lernen.
II Äussere Fähigkeiten
Die äusseren Fähigkeiten werden immer grösser, je bewusster und häufiger der Mensch geschult wird.
Unterbewusste Lernmethoden
Durch diese Methoden wird nur das Äussere des Menschen – sein Körper mit den Sinnen – angesprochen. Das innere Delta oder Ich wird überhaupt nicht berücksichtigt, weil seine Existenz oft verleugnet wird oder ohne sein Denken zu verwandeln nicht fassbar ist.
Passiv ist der Mensch nicht fähig zu lernen. Ohne Bewusstsein z. B. im Schlaf oder mit auditiven Informationen im Hintergrund kann der Mensch sich nichts aktiv einprägen. Superlearning und andere Methoden, die auf das Unterbewusstsein wirken, sind deshalb zum Lernen nicht geeignet. Sie prägen nur die Muster und Strukturen des Körpers, ohne das individuelle Denken und Fühlen einzubeziehen. Der Mensch lernt dann nicht unter Verwendung seiner Eigenaktivität.
Der menschliche Körper wird aber auch ohne den aktiven, individuellen Menschengeist geprägt. Dieser Vorgang kann aber nicht als Lernen angeschaut werden, sondern ist eher mit einer Art der Dressur zu vergleichen. Diese rechnet nicht mit dem Bewusstsein des Menschen. Die guten Gewohnheiten, die durch Erziehung erreicht werden, gehören dazu.
Das Tier im Gegensatz zum Menschen kann nicht bewusst lernen, da es kein Selbstbewusstsein hat. Wenn der Mensch dem Tier etwas beibringt, geschieht dies immer als Dressur. Er prägt den tierischen Körper.
Die unbewussten Prägungen des Menschen spielen jedoch auch eine grosse Rolle, nur können sie nicht mit Lernen im üblichen Sinn bezeichnet werden. So sind z. B. die Stimmungen und auch das, was der Mensch ohne Bewusstsein sieht und hört, sehr wichtig. Dies kann z. B. bei der erfolgreichen Werbeindustrie gesehen werden. Sie baut selten auf die bewusste Erkenntnis auf und arbeitet viel mehr mit den halbbewussten Emotionen oder mit dem Unterbewusstsein.
Ein weiteres Beispiel kann beim Verhalten von Babys studiert werden. Sie lernen beim Fernsehschauen nichts, obwohl gewisse Eltern dies behaupten. Die Babys werden aber dadurch schon früh durch Gewalt und weitere negative Eindrücke geprägt. Sie werden so stark beeinflusst, dass sogar ihre Bewegung sich verändert. Denn sie schreien und zappeln vor dem angestellten Fernsehgerät meistens nicht mehr.
