Ohne (unbewusstes bis hell bewusstes) Denken nimmt man in der geistigen sowie der materiellen Welt nichts wahr.
Man kann sinnlich nur etwas vollständig wahrnehmen, wenn man das Denken auch mit seinem Gefühls- und Willensanteil einsetzt. Deshalb spricht man auch von Denk-, Gefühls- und Willenssinnen.
Die Sinne nehmen nur vollständig wahr, wenn der Mensch durch das Denken das Wahrgenommene einordnen und durch das Fühlen als wahr erkennen kann. Durch das Wollen wird die Existenz im göttlichen Sein erkannt.
Was im illusionsfreien Sinnlichen gilt, ist auch richtig im Geistigen. Das genaue, unverfälschte sinnliche Wahrnehmen ist daher ein geistiges Wahrnehmen, das sich im Physisch-Materiellen abspielt.
Deshalb ist die natürliche, mit den Sinnesorganen unverfälscht erlebte Welt ist ein Teil der geistigen Welt.
Um die geistige Welt zu erleben, muss zuerst das Denken durch das Erlebnis im Wahrnehmen der sinnlichen Welt verwandelt werden („Sinnesyoga“). Auf diese Art kann eine höhere Bewusstseinsstufe errungen werden.
Das Wollen des Menschen ist das Gleiche wie sein Gewahrwerden im Geist. Im Sinnlichen sieht man seine Bewegungen und verdaut die Nahrung.
Anti-göttliche, geistige Welt
Der Mensch ist ein Gedankenwesen im Sinnlichen und Geistigen. Denn das Sinnliche ohne die Illusionen der anti-göttlichen Mächte, ist auch göttlich-geistig. Früher konnte der Mensch auch ohne Elektronik – durch gewisse körperlich-seelische Wirkungen – in einer Sphäre der Täuschung leben. Heute kann die Technik eine Hilfe sein, wiegt uns aber meistens in Illusionen und lässt uns eine Welt erleben, in der die Gesetze des Göttlichen aufgehoben sein können. Phantasie wird zur Fantastik oder Fantasie.
Das Gewahr Werden
Im Geistigen – in der ewigen Gegenwat – ist das Gewahr Werden, das entsteht durch Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Wollen auch ein gedanklicher Willensakt.
Die Selbstwahrnehmung oder das Gewahrwerden des eigenen Selbst ist nur bei einem Ich-Wesen möglich.
