Die Kraft des Individuums oder die Kraft der Substanz

Fast täglich stellt sich uns die Frage: Wollen wir innerlich aktiv, mit unserem Delta, unserem gegenwärtigen, individuellen Geist unsere Substanz, unsere Strukturen ergreifen und durchdringen oder lassen wir uns innerlich passiv von unserer Substanz, unseren Strukturen bestimmen. Da wir uns im Alltagsbewusstsein normalerweise im Übergangszustand der Zentrierung befinden (siehe Tools „ Zentrierungzustände (Buchzeichen)“ auf dieser website) sind wir permanent vor die folgende Wahl gestellt: Wollen wir uns durch innere Aktivität und Aufmerksamkeit zentrieren und erreichen damit die Bewusstseinsstufe des Deltabewusstseins, die dann das Alltagsbewusstsein durchdringt, oder lassen wir es zu, dass der vom Delta nicht durchdrungene Teil unserer Struktur unser Leben bestimmt. Bei voller Zentrierung, mit dem hellwachen, liebevollen Delta –Bewusstsein können wir die unmenschlichen Abläufe (die dezentrierten Zustände) durchschauen und zum Wohl der Zukunft auf der Erde wirken.

Wenn wir nur vor uns hin leben, kann die deltafreie Struktur das Leben gut führen. Wir folgen dann den Impulsen, die von unseren Hormonen, Vorurteilen, Werbebildern und äusseren Anreizen ausgelöst werden. Ganz generell befriedigen wir die Egoismen unserer Egostruktur. Solange diese sich im üblichen Rahmen halten führen wir ein ganz normales Leben. Falls wir in diesem labilen Zustand durch unsere Passivität nicht in den dezentrierten Zustand rutschen, haben wir immer noch den unbewussten Halt durch unser Delta, das einen Teil der Struktur noch durchdringt. Dieser Teil macht uns noch zu einem Menschen und gibt uns unser Selbstbewusstsein. Wenn wir uns jedoch von aussen Substanzen oder digitalisierte Sinnesreize (Drogen oder elektronische Reize durch TV, CD, PC) zuführen, ist die unbewusste Delta-Tätigkeit nicht mehr möglich. Unser Körper und unsere Egostruktur (Leib-Seele) werden nun voll von diesen Impulsen, die in den Vergangenheitsstrukturen wirken, ergriffen. Nun haben wir unser menschliches waches Ich-Bewusstsein verloren und leben in einer Art tierischem Traumbewusstsein. Da bei diesem Wechsel das antigöttliche Bewusstsein, das einem herzlosen, unmenschlichen, super intelligenten und von Emotionen gepeitschten Bewusstsein ähnlich ist, unsere Strukturen erfüllt, realisieren wir nicht, dass unser Delta verdrängt wurde. In diesem Zustand können wir den schlimmsten Rassismus ausleben, wir können kalt und herzlos andere Menschen schädigen, kurz gesagt, wir leben noch mit einem Pseudowachbewusstsein, sind in unserer modernen Welt noch voll handlungsfähig und beschleunigen auf allen Gebieten die Auslöschung des Menschlichen. Die Amokläufer sind nur die Spitze des Eisbergs.

Wenn unser Delta unsere Strukturen wieder ergreifen kann, sind wir erschüttert über das, was wir angerichtet haben.

Kehren wir nun nochmals zum Übergangszustand zurück und betrachten unser Denken, das uns zum Ich-bewussten Menschen gemacht hat. Dank des Denkens können wir heute vielerorts in gesellschaftlichen Strukturen leben, die uns ein Leben ohne Hunger und Angst vor Verlust des Lebens und des Eigentums ermöglicht. Die Technik trägt dazu viel bei. Die Kehrseite des materialistischen Denkens erfahren wir aber auch: Klimakatastrophe, mit modernsten Waffen geführte Kriege, Verkehrsprobleme, unmenschliche Medizin und Pädagogik, Vereinsamung im Luxus, Konzentrierung des Vermögens, neue Armut usw.

Wie kommt es, dass unser Denken so zweischneidig eingesetzt werden kann? Es machte uns zum modernen Menschen und zum Vernichter unserer Welt!

Kurz formuliert liegt folgendes Problem vor: Solange wir meinen, unser Hirn denkt, gehen wir davon aus, dass eine hoch strukturierte Materie denkt. Woher sollte diese Materie moralische, menschliche Impulse haben? Der Materie kann es egal sein, ob eine Maschine, die sie erfunden hat, die Menschen zerstört oder den Menschen hilft.

Erst wenn wir erleben, dass unser Delta mit Hilfe der Materiestrukturen – dem Gehirn – denkt, können wir die Produkte unseres Denkens werten und entscheiden, was menschlich ist. Der Mensch hat mit seinem sich entwickelnden Delta-Bewusstsein die Möglichkeit mit seinem Herz zu fühlen, was das Hirn denkt. So kann sein Herz menschliche von antimenschlichen Gefühlen und Gedanken unterscheiden.

Heute reicht das für die meisten Menschen unbewusst wirkende Delta nicht mehr aus, um die Menschen vor den schrecklichen Folgen des Hirndenkens zu bewahren. Es wird von den grossen Kräften der Egostruktur zum Schweigen gebracht.

Die Lösung unseres zentralen Problems werden wir gefunden haben, wenn wir das Denken besser verstehen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert