Die vier Ebenen der Leitsätze Teil II: 3. und 4. Ebene

Auf der 3. Ebene lebt der Mensch ganz im Umkreis. Er ist in seinem ureigenen Element, seiner immateriellen Seele, angekommen. Er ist liebevoll präsent. Er lebt für den andern und strömt seelische Wärme aus. Der Mensch, der auf diese Weise leben kann, ist in diesen bewussten Phasen nicht mehr abhängig von den materiellen Ausschüttungen seiner Hormone. Liebe ist auf dieser Ebene eine reine seelische Kraft. Diese Liebe ist nicht auf einen Menschen beschränkt. Je mehr man geben kann, desto mehr erhält man. Dieser Zustand der liebevollen Präsenz ist mit einem höheren Bewusstsein verbunden. Dieses Bewusstsein beinhaltet alle uns bekannten Bewusstseinsstufen. Man handelt, fühlt und denkt wie bis anhin. Zusätzlich erkennt man auch die immateriellen Seelenstrukturen seiner selbst und der anderen. Man erkennt die unausgesprochenen Bedürfnisse der Mitmenschen. Dieses Bewusstsein – das Delta-Bewusstsein – kann man nur aktiv herstellen.1 Wenn man innerlich in den passiven Zustand zurück fällt, kommt man wieder in den Bereich des physischen Körpers. Die Gesetze der 1. Ebene beginnen wieder zu wirken. Man ist wieder auf sich selbst beschränkt und lebt die Triebe und Interessen seiner Egostruktur aus. Mit andern Worten ist man aus der Gegenwart in Vergangenheitsstrukturen seines Körpers und seiner körperabhängigen Seele gefallen. Bildlich gesprochen fühlt man sich im Delta-Bewusstsein wie im Mittelpunkt einer Kugel. Der Mittelpunkt wird durch das Gehirn gebildete Alltagsbewusstsein, das weiterhin vorhanden ist, empfunden. Das Bewusstsein der Kugelsphäre wird durch die innere Aktivität hergestellt. Je präsenter und liebevoller man sein kann, desto grösser und durchdringender wird das „Kugelbewusstsein“. Das Delta-Bewusstsein erlangt man bei der kleinsten inneren Anstrengung, die einem in die Gegenwärtigkeit führt. Man kann es jedoch unbeschränkt steigern. Durch eine Verstärkung des Delta-Bewusstseins wird man immer aufmerksamer, durchschaut immer mehr unausgesprochene Bedürfnisse des Mitmenschen und kann immer mehr Menschen erreichen. Es lohnt sich jedoch immer, auch wenn es nur für kurze Zeit ist, präsent zu werden. Nur so kommt man in den Wirkungsbereich seiner eigenen harmonisierenden Kräfte, die in jeder Situation helfen können. Auch wenn man zu Beginn nur wenig helfen kann, darf man nicht aufgeben.

Wenn man den 3. Leitsatz im Leben einsetzt, wird man sehr schnell wahrnehmen, dass man sich selbst als Individualität erlebt. Die Frage der Freiheit wird durch das eigene Erleben und Wirken beantwortet. Ausserdem wird man sich bewusst, dass die Kraft der Gegenwart stärker als alle unbewussten Vergangenheitskräfte, die Stärke vorspiegeln, ist. Man erlebt das echt Menschliche in sich. Man weiss, dass jeder Mensch mit seinem Delta-Bewusstsein Frieden stiften kann.

Man darf nie vergessen, die Leitsätze zuerst auf sich selbst anzuwenden. Erst wenn man selbst harmonisiert ist, kann man versuchen andere zu harmonisieren!

4. Ebene

Auf der 4. Ebene fühle ich mich zuerst im Kugelumkreis meines liebevollen Gegenwartsbewusstseins. Nun erfahre ich noch eine Bewusstseinssteigerung und erlebe im Mittelpunkt ein ganz neues Bewusstsein. Folgendes Erlebnis kann man eigentlich kaum in Worten ausdrücken. Jeder erlebt es auf seine Art. Ich erlebe nicht mehr das Alltagsbewusstsein des Hirndenkens im Zentrum, sondern ein Bewusstsein, in dem ich mich als ICH-BIN-WESEN erlebe. Ich erlebe mich wie verankert im göttlichen Sein. Ich bin im göttlichen Zentrum des Seins. Ich bin nicht nur gegenwärtig, sondern ewig. Ich lebe ausser Raum und Zeit. Ich fühle mich im Willen Gottes aufgehoben und weiss nun, dass ich im Kleinen göttliche Schöpferkraft besitze, in jeder Situation neu beginnen und aus allem das Beste machen kann. Ich kann nicht die Welt verändern, aber ich kann im Rahmen meines irdischen Lebens jede Situation in meinem Sinne mitgestalten. Ich beginne zu ahnen, dass ich meine Taten lichtvoll, bewusst gestalten kann. Mein unbewusster Wille erwacht.

Im Bewusstsein des 4. Leitsatzes befindet man sich normalerweise nur in kurzen Ausnahmezuständen. Ein kurzes Erlebnis genügt jedoch, um die absolute Sicherheit zu erlangen, dass der Mensch wirklich nach dem Bild Gottes geschaffen wurde und somit eine göttliche Schöpferkraft besitzt. Sie ist aber meistens tief unter den Vergangenheitsstrukturen begraben. Wenn ich von diesem Erlebnis ergriffen bin, werde ich in Zukunft niemanden ausser mich selbst für die negativen Umstände, in denen ich mich je nach Situation befinde, verantwortlich machen. Ich werde aus jeder Situation das Bestmögliche machen. Ich bin voll zentriert und in meinem ICH-BIN-Zentrum angekommen.

1 H. Diboky, ADS Kinder Die Menschheit der Zukunft, Kapitel: Wie kommt man ins G-Feld?

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