Als seelische Wesen mit einem individuellen Körper und seinem Spiegelbild dem individuellen Geist, entwickelt sich zuerst der Körper.
Die Körperentwicklung
Wir werden geboren, richten uns auf und gehen senkrecht, lernen die Sprache sprechen durch Nachahmung der anderen Menschen, haben immer differenzierte Empfindungen und können als Erwachsene selbst Entscheidungen treffen, indem wir selber denken, fühlen, wollen und handeln können.
Die Körperentwicklung muss man als Pädagoge, Therapeut, Entwicklungspsychologe … genau kennen.
Die Delta Pädagogik arbeitet auf Grundlage der Körperentwicklung.
Die Seelen- und Geistesentwicklung kann man nur in Selbsterziehung als Erwachsener weiterbringen. Nur intrinsisch motiviert kann sich der Mensch weiterentwickeln.
Deshalb können nur intrinsisch motivierte Lehrpersonen als Delta Pädagogen arbeiten.
Die Seelenentwicklung
Heute haben wir alle Seelenqualitäten in uns. Wenn wir diese Qualitäten nicht aktiv ausbilden, bleiben wir ein Trieb-, Begierden-, Leidenschafts- und Instinktwesen und zerstören unsere Umwelt und Seelenwelt.
Als Erwachsener beginnt dann unsere Seelenentwicklung. Diese geht nur weiter, wenn wir mit Bewusstsein uns bemühen. Der Mensch übernimmt Verantwortung zu seiner Weiterentwicklung.
Die Seelenentwicklung kann in drei Abschnitte eingeteilt werden: Die Empfindungsseele, die Verstandes-Gemütsseele und die Bewusstseinsseele. Schon vor über 100 Jahren prägte Rudolf Steiner diese Begriffe.
Ohne aktive Bemühung bleiben wir auf dem erreichten Stand stehen.
Wenn der Körper sich nicht mehr weiterentwickelt und ein Teil des Körpers eigene „Wege“ geht, haben wir Krankheiten. Beim Stillstand der Seelenentwicklung sprechen wir von Seelenkrankheiten. Da die Seele ein Bindegliedzwischen Körper und Geist ist, wirken sich Seelenerstarrungen auch auf den Seelenkörper aus. Die meisten Krankheiten der Seele fallen in der modernen Gesellschaft nicht auf, weil die Mehrheit von ihnen befallen ist und wir uns an sie gewöhnt haben. Denn sogar mit ihnen „funktioniert“ der Körper einwandfrei.
Eine entsprechende Seelenentwicklung können wir feststellen, wenn unsere Empfindungen und Sinneswahrnehmungen mit wachem Bewusstsein immer differenzierte werden. Wenn der Mensch diese Entwicklung nicht mit wachem Bewusstsein mitmacht – also stehen bleibt – sprechen wir von der roten Mütze, die er von aussen übergezogen bekommen hat.
Empfindungsseele
Wenn heute innere und äussere Bilder im Menschen in einem traumhaften, nicht ganz durchschaubaren seelischen Zustand vorherrschen, empfindet der Mensch wie mit einem Bewusstsein, das vor mehr als 3000 Jahren beispielsweise die Kultur der Ägypter prägte.
Die äusseren Bilder werden durch die Eindrücke der Sinnesorgane ausgelöst. Der Mensch kann diese Bilder nicht mit seinem bewussten Denken einordnen und beherrschen. Er hat sich den Innenraum, der Distanz zur Welt schafft, noch nicht vollständig bilden können, d. h. er kann die Eindrücke noch nicht filtern. Der Mensch ist noch von seinen Trieben abhängig. Der Mensch ist nur halbbewusst, fühlt sich wie im Traum und empfindet Gedanken, Gefühle und Willensimpulse bildhaft.
Daher ist unser Gedächtnis noch bildhaft, nicht abstrakt. Mit dem Gedächtnis, das zur Empfindungsseele gehört, empfinden wir unsere Wahrnehmungen und Erinnerungen noch bildhaft.
Die rote Mütze
Wenn dieses Bewusstsein heute automatisch erscheint, hat es immer etwas Negatives an sich. Es kann dann von der roten Mütze, die dem Menschen übergestülpt wurde, gesprochen werden. Anders gesagt: Sind die Emotionen des Menschen sehr stark, kann es geschehen, dass er vollständig in eine Bewusstseinsstufe fällt, die nur vom Körper bestimmt und beherrscht wird.
Das Ich, auch wenn es noch nicht bewusst ist, wird verdrängt und kann nicht mehr in seinen Körper eingreifen.
Dann beherrschen ihn seine Triebe, Begierden, Leidenschaften und Instinkte, die nicht mehr lebensfördernd sind, sondern Zerstörungen anrichten.
Seine eigene Bestimmungskraft nimmt ab und er wird in diesem Bewusstsein „gepackt“. Sein Körper ist nun stärker als sein Geist und beherrscht seine erstarrte Seele.
Bsp.
Mit ausgeschaltenem Gehirn zu handeln und ein Spielball seiner Emotionen zu sein, ist ein Zeichen der roten Mütze.
Die Verstandes-Gemütsseele
Bei den alten Griechen und Römern entwickelte sich die Empfindungs-Seele weiter. Man spricht jetzt zusätzlich von der Verstandes-Gemütsseele. In ihr haben wir ein Wechselspiel von Verstand und Gemüt. Das nach rechts gespiegelte Gemüt wird zum Verstand.
In der Verstandesseele erleben wir durch Denken unser Ich. Wir sind uns bewusst, dass wir ein Individuum sind. Mit unserem bewussten Denken erleben wir unser Ich als Bewusstseinsmittelpunkt in der Seele. Wir können uns zentrieren.
Da diese Seele auch Gemütsseele genannt wird, ist das Gemüt oder die Gefühle auch beim Denken dabei. Nicht manipulierte Gefühle sind keine Emotionen, die uns beeinflussen. Hört man auf diese Gefühle, erhält man ein Feedback der Welt. Mit diesem Feedback können wir unsere Meinung korrigieren. Dann wird unser Denken „ojektiv“ und nicht manipuliert. Um ein vollständiges Bild zu erhalten darf man die Gefühle nicht weglassen.
Der Kopf erfasst die ganze Welt nur, wenn er das Herz dazu nimmt.
Der Intellekt
Beim Denken, wobei der Mensch bemüht ist, seine Gefühle wegzulassen, um nicht manipuliert zu werden, meint man den Intellekt. Er ist kaltes Denken ohne Herz. Mit ihm kann man vieles beweisen, wo die Gefühle eine andere Sprache sprechen.
Der heute vielgepriesene Intellekt ist lebensvernichtend, wenn er das Feedback der Gefühle missachtet. Ein zerstörerischer nicht menschlicher Wille von aussen wird entfesselt und will die Menschheit mit Kriegen, Umweltzerstörungen und seit 2020 unter anderem mit der Corona-Krise zerstören.
Die grüne Mütze
Diese Zwangshandlungen, ausgelöst durch nicht selbst gedachte Gedanken, ohne die Gefühle zu berücksichtigen, kann auch mit dem Seelenzustand der grünen Mütze, die von aussen dem Menschen übergezogen wurde, Bezeichnet werden.
Kalter Intellekt und diverse den Menschen beherrschende Emotionen sind Inhalt der Seele. Das Ego, das vom lebendigen Körper gebildet wird, durchdringt alles. Der Mensch ist nicht zentriert, weil sein Ich-Geist nicht tätig ist.
Bsp.
Zynische Witze und intellektuelle Analyse werden mit grüner Mütze gemacht.
Bewusstseinsseele
Mit der Bewusstseinsseele haben wir die Eigenschaften der Verstandes-Gemüts- und Empfindungsseele auch hellbewusst in unserer Seele.
Wir sehen mit unseren Sinnesorganen äussere Bilder und nehmen mit den geistigen Sinnesorganen äussere unsichtbare Energien wie Gedanken der Anderen wahr. Das Denken ist bei allen Wahrnehmungen bei der Bewusstseinsseele bewusst dabei. Wir erleben, dass wir ohne Denkaktivität nichts wahrnehmen. Entweder setzen wir unsere Denkaktivität ein, um im Gehirn die Strukturen zu suchen, die z. B. im Sehzentrum zu den entsprechenden Bildern oder Gedanken gehören (Erinnerung oder Vergangenheitswahrnehmung), oder wir nehmen mit dem Sinnesorgan im Jetzt wahr. Meistens ist es mit der Verstandes-Gemütsseele eine Mischung von Erinnerung und direkter Wahrnehmung.
Mit der Bewusstseinsseele können wir mit einer Aufmerksamkeitsneditation bewusst im Jetzt wahrnehmen.
Aber erst mit der Bewusstseinsseele können wir die Gewissheit haben, dass wir ein ewiges, individuelles geistiges Wesen sind. Wenn helles Bewusstsein ins Denken, Fühlen und Wollen gebracht wird, spricht man von der Bewusstseinsseele. Wir können zwischen Denkakt (der Aktivität unseres Ichs oder unseres Geistes) und Denkinhalt (der „Speicherfähigkeit unseres Gehirns oder unseres Körpers) unterscheiden. Denn wir empfinden unseren Körper als Aussenwelt in die wir mit unserem Willen direkt oder magisch (geistig) einwirken können.
Die Sinneswahrnehmung und die Erinnerung entstehen in unserer Seele durch ein Zusammenspiel unseres Geistes (Ich) und unseres Körpers.
Es wird uns klar, dass wir unseren Körper nur für eine Lebenslänge bewohnen und dann wieder in den Geist zurückkehren. Wir werden wieder zum „Denkakt“ oder der Aktivität ohne unseren Körper. Was Karma oder Schicksal und Reinkarnation oder Wiedergeburt des Ich-Wesens bedeuten, kann auch durchschaut werden. Wir können Aufmerksamkeitsmeditationen machen und sie einsetzen, um uns zu heilen und um zu erleben, dass wir im Jetzt nicht manipulierbar sind.
Mit der Bewusstseinsseele würde der Mensch die Welt nicht zerstören, Denn er erlebt sie in seinem Bewusstsein als Schöpfung Gottes. Er würde seinen Willen niemals für lebensabbauende Projekte missbrauchen. Solange er dies macht, braucht er nur seinen Intellekt. Er verdrängt das Feedback seiner Gefühle und greift in die Welt mit schlafendem Willen ein. Deshalb macht er Dinge, die seine Lebensgrundlage zerstören.
Die Weiterentwicklung der Bibelzitate
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34).
Dieser Satz aus der Bibel gilt heute nicht mehr, da wir im Zeitalter der Bewusstseinsseele leben.
Jeder Mensch hätte in unserer Zeit die Möglichkeit aufzuwachen. Der Mensch kann wach im Denken, im Fühlen und im Wollen werden. Er kann Freiheit, die Verantwortung für seine Taten übernehmen. Der geistige Teil des Seelenkörpers kann vom Ich des Menschen verwandelt werden. Die Verwandlung beginnt, wenn sich der Mensch die Bewusstseinsseele errungen hat.
Die schwarze Mütze
Wenn wir unsere Verantwortung über unsere Taten nicht ergreifen und unser Bewusstsein abdämpfen, wird mit unserem Körper so gehandelt, dass wir wie ein Bio-Roboter funktionieren. Wir lehnen den Geist ab und handeln zerstörerisch im Seelischen und auch im Physischen. Es wurde uns die schwarze Mütze übergezogen. Der Mensch ist isoliert von der Aussenwelt und ist im Bewusstsein nicht mehr Teil der göttlichen Welt.
Der Mensch wird in seinen Handlungen zerstörerisch. Sein Denken dient nur der zerstörerischen Motorik. Er ist abgetrennt von seinen Gefühlen und agiert eiskalt. Sein Wille ist der eines Bio-Roboters. Der Mensch ist fremdbestimmt. Sein Bewusstsein ist ein pseudowaches Ego-Bewusstsein. Er funktioniert nur noch. Man kann sagen, er habe die schwarze Mütze übergestülpt bekommen.
Bsp.
Der Amoklauf und die Selbstzerstörung durch Selbstmord sind eine der schlimmsten Varianten der schwarzen Mütze.
Die Seele ist heute eine gegliederte Welt
Die einzelnen Seelengliedern sind nicht durch Scheidewände voneinander getrennt. Es ist jedoch notwendig, daß diese drei Glieder in unserer modernen Zeit unterschieden werden, weil ein jedes auf eine andere Art zur Außenwelt in Beziehung steht. Die Seelenglieder entwickelten sich im Laufe der Geschichte, wie das kleine Kind noch nicht die gleiche Verantwortung wie ein Erwachsener übernehmen kann.
Die Empfindungsseele ist noch nicht getrennt von ihrer Umgebung. Der Mensch empfindet sich als Teil des Universums.
Als Zentrum der Verstandes-Gemütsseele fühlt er sich als Ich. Er sieht seinen Körper, fühlt seine Seele und ist sich bewusst, dass er ein Ich-Geist oder Ich-Mensch ist.
Mit seiner Bewusstseinsseele lebt er im Jetzt. Er erlebt sich als ewiges, schöpferisches Individuum. In seinem Denken, Fühlen und Wollen ist er wach. Deshalb handelt er verantwortlich. Seine innere Aktivität ist im Körper ist am grössten. Er ist hellwach. Die Bewusstseinsseele äußert sich vor allem als logisches Denken, als Begriffszergliederung, geht auch als rechnerisches Denken vor. Die Bewusstseinsseele ist nur dem Menschen eigen. Bei den Tieren findet man sie nicht.
Der Mensch kann heute alle drei Seelenglieder entwickelt haben. Jeder Mensch kann in die erstarrten, vergangenen Bewusstseinszustände zurückfallen. Aber er kann durch bewusstes nicht manipuliertes Denken, das auch ein Fühlen und Wollen ist, die drei Mützen abstreifen und wieder ein klares Bewusstsein erlangen.
Ein Bild: Fallen kann jeder, aber auch aufstehen kann jeder (Sich aufrichten braucht aber Aktivität des Ichs).
Die Geistesentwicklung
Beim nicht manipuliert Weiterdenken, das auch ein Fühlen und Wollen ist, erlebt sich der Mensch als ewiges (raum- und zeitloses) Wesen.
Er besitzt einen ewigen Geist, der aus der göttlichen Substanz von Gott geschaffen wurde und den der Mensch in einem geistgemässen Leben weiterdifferenziert und weiterentwickelt.
Der Mensch erlebt nun, dass sein Ich auch aussen existiert und mit dem ganzen Weltall eins ist. Nun ist er zu einer einheitlichen Weltsicht gekommen. Er empfindet sich in Gott geborgen. Das Leben auf der Erde dient dem Menschen zur geistigen Weiterentwicklung. Erst durch die Trennung von Gott kann man aufwachen und sein Schicksal in seine Hände nehmen. Dann wird man sich bewusst, dass man nie von Gott getrennt war und kehrt in das Reich Gottes bewusst in Freiheit zurück.
Die Übungen, die ich im Oktober 20 in meinem Blog (deltadynamik.com) wieder beschrieben habe, sind ein Werkzeug, um seinen individuellen Geist zu entwickeln.
Zusammenfassung der Seelenentwicklung
Die drei Seelen werden im Erwachsenenalter geboren. Das Ich muss ab ca. 24 Jahren mitwirken, sonst bleibt die Entwicklung stehen.
Bsp.
Es gibt immer mehr Menschen, welche sogar im Alter auf dem seelischen Stand eines 24 -Jährigen stehen geblieben sind. Je älter der Körper, desto mehr klafft die Unreife der Seele und das Alter des Körpers auseinander. Der Mensch wird kindisch, statt dass er sich die Offenheit eines Kindes bewahrt. Die Offenheit bewahren hat eine innere Aktivität zur Voraussetzung. Das Kindisch-Werden erfolgt automatisch.
Auch die Mützen übergezogen zu bekommen, ist ein automatischer Vorgang. In der Materie zu verhärten oder sich im elektromagnetischen Feld aufzulösen ist bequem und braucht keine innere Energie.
Damit das Ich-Wesen auch in den irdischen Welten frei, gleich und sozial sein kann, muss es auf der Erde wieder ein göttliches Ich-Wesen werden und nicht ein Ego-Wesen bleiben.
Es muss die Erstarrungen und Auflösungserscheinungen, die es Gott vergessen lassen, wieder aktiv rückgängig machen.
Gleichzeitig kann der Mensch sich im Seelischen auf der Erde von den drei Idealen Freiheit im Denken, Gleichheit im Fühlen und Sozialität im Wollen begeistern lassen.
