Wenn ich mich nur vom Bewusstsein meiner Egostruktur leiten lasse, entferne ich mich immer weiter von meiner Individualität. Die Egostruktur hat nur ein Vergangenheitsbewusstsein, das sich auf die materiellen Vorgänge im Gehirn stützt. Sie weiss, dass ihr Bewusstsein mit dem Schlaf oder Tod erlischt. So zelebriert sie seit über hundert Jahren, dass es kein anderes Bewusstsein geben kann. Sie bleut allen Menschen über die Egostrukturen der Lehrer und der Journalisten ein, dass ein vom Hirn unabhängiges Bewusstsein nicht möglich ist. So ist diese Behauptung zu einer festen Struktur weltweit geworden. Sie wird auf allen Ebenen wiedergekaut. Wer das Gegenteil behauptet verliert seine Glaubwürdigkeit und wird bekämpft oder lächerlich gemacht. Da die meisten Menschen das Gegenwartsbewusstsein der eigenen Individualität aus eigener Erfahrung nicht kennen, glauben sie mit der Zeit das Mantram „mein Gehirn denkt“. Sie sehen ja auch die Beweise dafür. Nach einer Gehirnverletzung kann das Denken gestört sein. Nach genügend langer Zeit „glaubt“ man nur noch an ein göttliches Bewusstsein nach dem Tod. Man weiss nicht mehr, dass das Gegenwartsbewusstsein wirklich existiert. Viele geistigen Lehrer erklären oft das ewige Bewusstsein mit Hilfe der eigenen Egostruktur. Sie stellen das Leben nach dem Tod wie ein „verdünntes“ irdisches Leben dar. Nun schnappt die Falle zu. Das Egostrukturdenken kann diese Argumente als Wunschdenken entlarven und hat in dieser Beziehung recht. Denn das Bewusstsein nach dem Tod ist das Gegenteil des irdischen Bewusstseins. Es ist unser Gegenwartsbewusstsein, das wir schon auf Erden durch innere Aktivität und gegenwärtig Werden erleben können. Übe ich mich nicht schon als irdischer Mensch im neuen Bewusstsein zu leben, vergesse ich auch meine ewige Individualität oder verwechsle meine Egostruktur mit ihr.
