Lehrziele VI

  1. Sprachen

Allen Sprachen ist gemeinsam, dass sie nach wahrnehmungshaften, gedanklichen und gefühlshaften Kriterien die Luft zum Erklingen bringen.

Grammatik

Ein Real-Bild ist ein Bach: Die Steine, Staudämme usw. sind die Nomen. Das Wasser – die Strömung – sind die Verben.

Mit dem Denkstrom – dem Denken – kann die Grammatik begriffen werden.

Mit jeder Sprache bestimmen die Kulturmuster den Menschen. Der Mensch ist in seinen Handlungen nicht ganz frei, denn die Sitten bestimmen den Menschen auch mit.

Man sagt, jemand schwimme gegen den Strom, wenn er den üblichen Strukturen, Normen usw. nicht folgt.

Der Gebrauch der Zeiten sagt etwas aus über die entsprechende Kultur und den Menschen aus. Wird ausschliesslich in der Gegenwart gesprochen, ist die momentane Handlung sehr wichtig. Werden Vergangenheit und Zukunft sehr differenziert eingesetzt – die verschiedene Gedächtnisarten nötig haben – will der Mensch die Einflüsse der Vergangenheit und der Zukunft betonen. Die Gefahr besteht dabei, dass er in Vorurteilen gefangen ist und Spekulationen über die Zukunft macht. Er ist dann im negativen Sinn intellektuell. Das menschliche Eintauchen in die Vergangenheit und das realitätsbezogen Erleben der Zukunft erfordert eine Selbst-Entwicklung des Menschen und wird durch viele negative Einflüsse behindert. Mit hellem Bewusstsein denkt man mit Gefühl und Willen.

Es gibt aber sogar ein Denken, dass nicht an die Sprachstrukturen gebunden ist und das der Mensch im Moment ausführt. Es wird mit Meditation oder aktivem, bewussten Denken beschrieben. Denn die Menschen in allen Kulturen können meditieren und etwas sprachunabhängig ausrechnen.

Der Sprach- oder Wortsinn ist eine Art Gedankensinn, der die als Geräusch wahrnehmbare Sprache zu einer mit Logik erlernbaren Sprache macht. In der Kindheit sind die Nachahmungskräfte noch so gross, dass jede Sprache mit ihnen erworben werden kann. Später muss man sich die Sprachen mit Denken und Lernen aneignen.

Die einzelnen Wörter beschreiben die Welt mit Lautmalerei und sind durch eine innere Sprachlogik usw. so verbunden, dass der Andere verstehen kann, was gemeint ist. Die Sprache wird auch oft rhythmisch so gestaltet, dass man sich den Inhalt besser merken kann. Oft wird sie dadurch zu einem Sprachkunstwerk. Sie übermittelt nicht nur reine Information. Dies wird auch durch einen Wortschatz klar, der viel mehr Wörter beinhaltet, als zur Information nötig wäre.

Jede Sprache legt die Schwerpunkte anders und vermittelt auch die jeweilige Kultur. Deshalb ist das Sprachen Lernen auch ein Eintauchen in eine fremde Kultur.

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