Wie kann in der Schule Freiheit, Gleichheit und Sozialität gelebt werden?

In den Schulen wird immer mehr auf demokratische Mitbestimmung geachtet. Die demokratischen Schulen haben in der wöchentlichen Schulversammlung das Herz der Schule gebildet: Lehrpersonen und andere Erwachsene, alle Schülerinnen und Schüler haben wie in der Demokratie eine Stimme. Es wird über alle Belange der Schule (Regeln, Unternehmungen, Personalfragen, Schulhaus, Lerninhalte, Methodik usw.) abgestimmt.

Bei den vorgängigen Diskussionen sind die authentischen Erwachsenen Vorbilder und können ihren Standpunkt vertreten.

Wie passt Freiheit in die Demokratie?

Demokratie – auch im Staat – ohne Freiheit ist eine Diktatur. Es werden alle Menschen gleich „gemacht“.

In jeder Schule sollte neben der Demokratie auch die Freiheit gelebt werden können. Der erwachsene Mensch auf der Erde lebt in einem Körper, in dem bei wachem Bewusstsein, die Freiheit im Denken gewährleistet ist, wenn er seine Seele reinigt. Deshalb sind an sich arbeitende, authentische Erwachsene in jeder Schule nötig, auch in einer demokratischen Schule.

Freiheit

Der Erwachsene und auch die Jugendlichen und Kinder haben ihre individuellen Kompetenzen.

Das sich Erringen einer Kompetenz ist von den mitgebrachten Talenten und der Übung, die dazu nötig ist, abhängig. Je nach körperlichen Fähigkeiten erreicht man schneller oder langsamer das Ziel.

Jugendliche

Die jugendlichen Schüler und Schülerinnen haben die Wahlfreit den Lehrer zu wählen, den sie akzeptieren können.

Durch ihre natürliche Entwicklung haben sie schon die Möglichkeit frei zu wählen, was für ein Lehrer für sie am besten ist.

Kinder

Die jüngeren Kinder haben Kurse bei authentischen Personen, die sie als Vorbild nachahmen können.

Sie können durch ihre natürliche Entwicklung noch nicht in Freiheit wählen, was für sie wichtig ist. Sie orientieren sich an Vorbildern und imitieren sie.

Die erwachsene Lehrperson

Der sich die Freiheit erringende Lehrer wird durch seine Entwicklung ein Vorbild für die Kinder. Dadurch akzeptieren sie seine Ideen (z. B. zur Unterrichtsgestaltung). Zumal sie wissen, dass in der wöchentlichen Schulversammlung die ganze Schule sich zu seinen Vorschlägen äussern kann.

Er ist fachlich kompetent und z. B. In Kunst fähiger als die Schüler. Nun zählt die Kompetenz.

Die Ichkraft des Erwachsenen braucht die Freiheit, sein bewusster Ich-Geist ist wesentlich.

Das Gehirn

Das Hirn ist beim aktiven Denken nur ein Spiegelapparat. Es wird vom körperlich materiellen des Hirns nicht beeinflusst. Wie ein guter Spiegel das Gespiegelte nicht verzerrt, manipuliert die Materie des Körpers das Denken nicht. Bei den Denkinhalten wird das Gedachte in Hirnmustern gespeichert. Sie dienen nur der Erinnerung des Gedachten, können aber das Gedachte nicht darstellen.

Deshalb ist der Denkende Mensch frei von der Materie. Das aktive selbst Denken ist nicht an den Körper gebunden. Das Gehirn braucht es zwar zum Spiegeln auf der Erde, das Gespiegelte ist aber geistig. Es existiert auch ohne Hirn.

Es kann kein Mensch zum Denken gezwungen werden, weil das Denken nur intrinsisch – eigenmotiviert – möglich ist. Das Ich ist frei. Nur der Körper mit seinem Ego kann gezwungen oder sonst wie manipuliert werden.

In dieser Sphäre der Freiheit ist es wesentlich, dass jeder Mensch ein unantastbares Individuum mit seinen Talenten und seinen Fähigkeiten ist. Jeder Mensch als geistiges Wesen bringt andere Voraussetzungen mit auf die Erde. Er entwickelt sich auf der Welt unterschiedlich. Jeder hat sein Tempo.

Denn nicht nur die Genetik und Erziehung sind massgebende Faktoren. Jeder Mensch ist neben seinem Körper auch ein geistiges Individuum – ein geistiges, individuelles Ich-Wesen – , das auch ohne Körper existiert.

Was der Erwachsene könnte, aber das Kind noch nicht?

Durch Denken, das der erwachsene Mensch selbst gereinigt hat, kann er hellwach und geistig bewusst seinen Egoismus überwinden. Er hat die Möglichkeit durch sein von der Natur aus entwickeltes Ich, seine Freiheit voll zu erleben und die volle Verantwortung über seine Taten zu ergreifen.

Er gelangt bewusst zum Geist und erlebt sich als geistiges Wesen in einem materiellen Körper.

Das Kind ist geistig, aber noch nicht ganz geistig bewusst. Deshalb kann es noch nicht geistig bewusst seine Seele läutern oder reinigen. Es denkt vielfach das, was seine Vorbilder denken. Deshalb ist es wichtig, dass seine Vorbilder authentisch sind.

Ebenso gilt dies für viele Erwachsene, die ihre Entwicklung nicht in die eigene Hand nehmen. Der Erwachsene kann aber in Freiheit sich selbst entwickeln, wenn er will. Er hat auch die Freiheit, stehen zu beiben. Nicht einmal Gott kann ihn dazu zwingen, sonst wäre seine Freiheit beschränkt.

Gleichheit

In einer anderen Sphäre auf der Erde – gilt die Gleichheit im Fühlen. Ein nicht von äusseren Kräften beeinflusster Mensch lebt selbstverständlich die Gleichheit aller Menschen. Nur ein egoistischer Mensch will mehr gelten. Er nimmt sich heraus, mehr Rechte zu haben als andere.

Was ist Gleichheit

Jesper Juul prägte den Begriff: gleichwürdig.

Kinder sind nicht gleich, sondern gleichwürdig wie Erwachsene. Was können Erwachsene jedoch mehr als Kinder? Weshalb sind sie gleich?

Erwachsene sind gleich, weil sie die Möglichkeit zur Freiheit haben. Kinder können die Freiheit noch nicht vollständig leben, weil sie noch in der natürlichen Entwicklung zum Erwachsenen sind und deshalb nicht vollständig für all ihre Taten verantwortlich sein können. Auch für das Gesetz ist der Mensch frühestens mit 18 Jahren erwachsen oder mündig und voll verantwortlich.

Die Voraussetzung für Gleichheit ist aber die Freiheit.

Freiheit hat der Mensch nicht automatisch, er muss sie im Jetzt leben. Um frei zu werden von negativen, bestimmenden Seelenstrukturen, kann der erwachsene Mensch gezielt die Grundübung machen.

Die Schule kann nur die Gleichheit pflegen, wenn Erwachsene Freiheit und Gleichheit erleben und erkennen. Das Göttliche im Kind wird gesehen. Diese können dann die Kinder ernst- und wahrnehmen.

Mit echten menschlichen Beziehungen pflegen die Menschen weltweit die gleiche „Religion“.

Die „Re-ligion“ ist dann nicht das Lehrgebäude und Kirchen, Moscheen und andere Tempel als äusseres Kennzeichen, sondern das „Wiederanbinden“ an das Geistige, das Erleben des Göttlichen im andern.

Es gibt viele herkömmliche Religionen und religiöse Gemeinschaften, aber nur eine Art menschlicher Beziehungen: Alle Menschen, bei denen noch das Göttliche wirken kann, haben die Ideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit (modern: Sozialität).

Beethoven liess in seiner 9. Symphonie singen: „alle Menschen werden Brüder…“. Der Text ist von Schiller, der unter vielem anderen schrieb, dass der Mensch nur im Spiel ganz Mensch ist.

Der Mensch kann also spielerisch und beweglich sein. In den heute bekannten Spielen sind dies wichtige Eigenschaften. Ein Mensch, der nicht spielerisch, beweglich, anpassunsfähig usw. ist, lebt und erkennt seine wichtigsten Eigenschaften nicht.

Das Ich des Menschen ist der ewige, individuelle, menschlich-göttliche Geist. Er braucht auf der Erde nicht starre Zwangsstrukturen, sondern bewegliche, anpassungsfähige Rahmenbedingungen. Dies sind im geistigen Austausch der Menschen (Wissenschaft, Bildung, Religionsgemeinschaften) die Freiheit, im Rechtsstaat die Gleichheit oder Demokratie und in der Wirtschaft die Nachhaltigkeit, die Fairness oder die Sozialität.

Du siehst im anderen Menschen den göttlichen Funken, wenn du Vertrauen hast, mitfühlend bist und kreativ sein kannst. Dann erlebst du dich als geistiges, göttliches, individuelles Wesen. Du erlebst und erkennst dich als Ich-Wesen und siehst dieses Ich-Wesen auch beim anderen Menschen.

Sozialität

In einer weiteren Sphäre auf der Erde – der physisch materiellen Welt – herrscht Sozialität im Wollen. Der Mensch teilt die Ressourcen der Erde mit den anderen, damit alle das Beste für die Menschheit erreichen können.

Beim Sozialem ist das gerechte Aufteilen wichtig. Gerecht ist nicht gleich. Klein und groß, schwer und leicht, stark und schwach usw. können viele  Dinge nicht gleich machen, damit es gerecht ist.

Die ganze Gruppe muss bei der Sozialität gewinnen. Die ganze Menschheit und die ganze Erde muss profitieren.

Die Delta Schule

Die Schule als Menschengeimeinschaft hat geistige, rechtliche und wirtschaftliche Aspekte. Deshalb muss in ihr Freiheit für den Geist, Gleichheit oder Demokratie für die Seele und Sozialität für die Körper gepflegt werden.

Der Mensch in der Gesellschaft

Deshalb ist es wesentlich, dass Freiheit, Gleichheit und Sozialität in einer dem Menschen gemässen Gesellschaft herrschen.

Da der Mensch mit seinem Geist und seiner Seele in einem Körper lebt, gelten alle drei Ideale für jeden Menschen. Es muss nur auf die entsprechende Sphäre (Geist, Seele, Körper), wo die Freiheit, die Gleichheit und die Sozialität gelten, geachtet werden:

Denn Freiheit in der Wirtschaft ist für alle Menschen nicht möglich (siehe die Nachteile der freien Marktwirtschaft).

Die Freiheit im Rechtsleben schafft Ungerechtigkeiten. Vor dem Gesetz sollte niemand „gleicher“ als ein anderer Mensch sein.

Die Freiheit bringt nur das Geistesleben zum Blühen. Hier sind Zwangsmassnahmen immer schädlich.

Das Gleiche kann man auch von der Gleichheit und Sozialität zeigen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert