Als zweite Übung folgt nach der Schulung des Denkens und Wahrnehmens das klare, nicht von aussen bestimmte Handeln. Ich bleibe noch im Bereich des Materie-Felds. Denn wenn ich handle setze ich Prozesse im Materie-Feld in Gang, d.h. ich bewege meine Glieder. Die Übung besteht nun darin, dass ich nicht von aussen bestimmt werde. Ich handle nicht, weil mir jemand einen Befehl gibt oder weil mich undurchschaubare Emotions- oder Gedankenmuster antreiben. Ich handle, weil ich es so will. Deshalb muss ich mir eine Handlung vornehmen, die im Alltag keinen Sinn macht. Ich nehme mir z.B. vor, um 11 Uhr den Wasserhahn aufzudrehen und wieder abzustellen. Ich lasse um 15 Uhr einen Stift fallen und hebe ihn wieder auf. Ich zerzause um 18 Uhr mein Haar und kämme mich danach wieder. Man kann beliebig Beispiele erfinden. Wichtig ist, dass sie keinen Sinn machen und dass ich sicher bin, dass der Impuls zur Handlung von mir selbst kommt. Wenn ich um 16.30 Uhr zum Kühlschrank gehe und ein Joghurt esse, kann ich nicht sicher sein, woher das Motiv kommt. Es könnte ja ein Emotionsmuster sein, das die Befriedigung im Essen sucht.
Die Willensschulung hilft mir, wenn in den Feldern verführerische Stimmen ertönen, dass ich meinen eigenen Weg gehen kann und mich nicht ablenken lasse. Ich kann mich ja nicht wie Odysseus an den Mast des Schiffes binden lassen, um den Sirenen widerstehen zu können.
