Wir können im Körper zwischen drei Systemen unterscheiden:
Das Nerven-Sinnes-System, das Atem-Rhythmus-System und das Stoffwechsel-Gliedmassen-System.
Diese drei Systeme durchdringen sich im Körper gegenseitig. Die drei Systeme sind nur funktionell getrennt. Sie sind aber im Körper räumlich überall. Denn es gibt kein Gebiet im Körper, das nicht enerviert, durchblutet und ernährt ist.
Der Mensch kann den Körper natürlich auch anders einteilen. Die Einteilung in drei Systeme, wie sie Rudolf Steiner schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts charakterisierte, nimmt Rücksicht auf den gasförmigen, flüssigen und festen Aggregatszustand oder die alten Elemente Luft, Wasser und Erde.
Alle Zustände oder Elemente sind von Wärme durchdrungen wie die Wärme des menschliche Ich-Geist seinen ganzen Körper erwärmen kann.
Mit dem Sinnes-Nerven-System kann die Geist-Seele des Menschen die Welt und ihren Körper wahrnehmen, mit dem Atem-Rhythmus-System den Körper beatmen und rhythmisieren, mit dem Gliedmassen-Stoffwechsel-System bewegen und ernähren.
Wenn der menschliche Ich-Geist seinen Körper als sein Instrument brauchen kann, bestimmt er selbst, was er zu machen hat. Anders gesagt handelt er als göttliches Wesen, das im Einklang mit Gottes Schöpfung steht.
Er ist frei, zu allen Wesen (auch sich selbst) liebevoll und handelt nachhaltig und sozial.
Heute können wir als Menschen auf diesem Weg voranschreiten.
Sinneswahrnehmungen: 1. System
Wir erleben die Sinneswahrnehmungen als unsere eigene Aktivität, als unser Sinnes-Nervensystem, das wir brauchen können. Das Gehirn ermöglicht, dass wir auf der Erde denken können. Mit unseren Gedanken oder unserer Aufmerksamkeit bestimmen wir, was wir wahrnehmen.
Wir können aber auch passiv bleiben und die Wahrnehmungen als Inputs der Sinnesorgane auffassen. Dann werden wir von allen Wahrnehmungen bestimmt und auch abgelenkt. Wir vergleichen dann unsere Sinnesorgane mit Kameras, Geschmackssensoren, Vibrationssensoren usw. Sie bilden unsere Hardware, unsere Software lokalisieren wir im Gehirn.
Herz: 2. System
Wir erleben unsere Atmung und unseren Herzschlag als unser Atem-Rhythmus-System. Das Herz nimmt unsere Gefühle wahr und rhythmisiert unser Blut.
Wir können aber das Herz auch als Pumpe auffassen, die das Blut durch unseren Körper pumpt. Dann betrachten wir das Herz und den Menschen als gefühllose Maschine.
Bewegung: 3. System
Die motorischen Nerven sind auch sensorisch.
Beim Menschen, nicht bei der Maschine, leiten die Nerven dem Menschen weiter, wie die Glieder sich bewegen usw. Deshalb kann der Mensch sich nicht mehr bewegen, wenn entsprechende Nerven durchgetrennt sind.
Es ist also nicht angebracht zwischen sensorischen und motorischen Nerven zu unterscheiden. Alle Nerven leiten Wahrnehmungen weiter. Nur kann der Mensch die motorischen Nerven missbrauchen, wenn er den Menschen und die Tiere als lebendige Roboter einsetzen will. Dann kann er Menschen und Tiere mit einem Computer steuern, der den elektrischen Strom entsprechend seines Programms impulsiert und die Stromimpulse durch die „motorischen“ Nerven zu den entsprechenden Muskeln leitet. Duch den elektrischen Strom kontrahieren sie und bewegen den menschlichen Körper. Der Willen des Ich-Menschen kann nicht mehr direkt eingreifen und ist nicht mehr fähig, seinen Willen in Freiheit einzusetzen. So wird der freie Willen des Menschen unterdrückt. Die göttlichen Tiere werden nach seinem meist egoistischen Willen gesteuert.
Das Ziel der Bewegung wird vom intrinsischen Menschen selbst bestimmt. Seine Bewegungen sind nicht eine Folge von Stromimpulsen. Sein Ich-Wille bewegt seinen Körper direkt dorthin, wo er will. Er kann kreativ mit seinen Bewegungen in die Welt eingreifen.
Ein Beispiel im Negativen ist eine schwere Depression: Der Mensch kann nicht mehr wollen, sich auch nicht mehr bewegen. Er versinkt unbeweglich in seinem Elend.
Die „motorischen“ Nerven können aber missbraucht werden und der Mensch kann mit ihnen extrinsisch (von aussen) zur Maschine gemacht werden.
Ein grausames Beispiel aus dem Militär: Heute ist es schon möglich, Soldaten, die ein Exoskelett anhaben mit dem Computer zu steuern und die Zeit und Geschwindigkeit ihrer Bewegung (ihres Marsches) für alle gleich festzulegen.
Der göttliche Mensch
Der Mensch ist ein göttliches, sich selbst bestimmendes Wesen (intrinsisch motiviert), wenn er seine 3 Systeme als sein Werkzeug einsetzen kann. Er ist nicht fremdbestimmt und keine von aussen (durch einen Computer usw.) gesteuerte, fremdbestimmte menschliche Maschine.
Der Mensch kann selber denken und Verantwortung übernehmen, fühlen und ein unverfälschtes Feedback geben und selber wollen und in die Welt kreativ eingreifen.
