Zentrierung und künstlerische Methode

1. Empathie

Zentrierung

Wenn Empathie bewusst gezeigt wird, ist der Mensch immer selbstbestimmt.

Falls der Schüler nicht zentriert ist, kann er gar nicht wahrnehmen, wie es dem Anderen geht. Er ist dann viel zu fest mit seinen Egoismen beschäftigt. In der Kunst lernt er, von sich loszukommen und allgemein gültige Gesetze, die aber individuell gefärbt sind, zu zeigen. Sein Licht ergreift individuell seinen Körper in der Sprache und anderen Bewegungen. Er wird dann nicht von den allgemeinen Emotionen bestimmt. Emotionell kann er mit seiner Seele seine Umwelt nicht mehr „modellieren“ oder differenziert eingreifen und z.B. seine Sprache gestalten.

Assoziationen, Emotionen, Motorik

Diese ergreifen den Körper immer automatisch. Es ist viel einfacher mit normalem Bewusstsein Assoziationen und Emotionen als hell bewusst echte Gefühle zu zeigen. Bei den Assoziationen und Emotionen stützt sich der Mensch auf seinen Körper, der mit einer unindividuellen, oft sogar mechanischen Bewegung reagiert. In allem fehlt die menschliche Seele. Der Mensch „fällt“ in seinen Körper. Das Licht wird von der Finsternis verschluckt. Es wird immer nach einem gewissen Schema gehandelt. Es heisst dann oft, man mache dies und das so oder so. Denn sein Bewusstsein wird immer trüber oder sogar träumerisch. In diesem Bewusstseinszustand kann er nicht mehr differenziert seine Umgebung gestalten.

Wahrnehmen und Handeln

Nur ein individuelles, genaues Wahrnehmen und ein entsprechendes Handeln ermöglicht uns, bewusst empathisch zu sein.

Der Mensch entfaltet dabei sein Potenzial und wird sich immer bewusster. Er bestimmt sich immer öfter. Sein Bewusstsein wird trotz seines Lebens im Körper immer körperunabhängiger. Er wird menschlicher, d. h. individueller und sensibler.

Eine echt künstlerische Methode fördert immer die Empathie.

 2. AD(H)S

Spielball der Umwelt

Die andere Möglichkeit ist die Konzentrationslosigkeit. Er wird von allem in der Umgebung seelisch und körperlich abgelenkt. Weil er sich mit schwachem Eigenwillen nicht fokussieren kann, wird er immer schneller „gelebt“ und sein Stress steigt. Er kann sich nicht mehr entschleunigen.

Der Mensch ist dann fremdbestimmt.

Wenn vor allem der Körper mit seinen Zwängen das Leben bestimmt und der menschliche Geist mehr oder weniger durch einen unmenschlichen Geist verdrängt ist, wird ein Mensch erlebt, der in dieser Phase AD(H)S oder ein anderes Syndrom aufweist. Der menschliche Körper handelt wie ein Roboter und ist fast oder ganz fremdbestimmt.

Drogen, chemischen Medikamenten und Computer

In diesen fremdbestimmten Zustand kann der Mensch auch mit Drogen, chemischen Medikamenten und Computern geraten. Es gibt aber auch Phasen, bei denen mit Drogen, Medikamenten und Computern die Symptome geringer werden und der Mensch sich wieder besser ergreifen kann. Zum Beispiel kann der gestresste und verkrampfte Mensch durch die Droge Haschisch gelockert werden, Ritalin kann den unkonzentrierten Menschen wieder zentrieren und ein Computer kann seine Bewegungen wieder aktivieren.

Übergangsphase

Es muss aber Folgendes klar werden:

  • Bei der Lockerung durch Haschisch erreicht nicht der Mensch durch eigene, bewusste Aktivität diesen menschlichen Zustand.
  • Die Zentrierung beim Ritalin ist eine Scheinzentrierung, die den Menschen auf andere Weise von seinem Körper abhängig macht.
  • Bei der vom Computer unterstützten Bewegung handelt es sich um eine Motorik, die mit gewissen Stromimpulsen dem Menschen von aussen aufgezwungen wird, also unmenschlich ist.

In einer Übergangsphase, in der der Mensch sich immer besser von innen ergreifen lernt, können diese Mittel eine Hilfe sein. Es darf aber nie geglaubt werden, dass ein chemischer, elektronischer oder mechanischer Eingriff die eigene Arbeit des Menschen ersetzt. Deshalb muss der Eingriff von aussen immer mit einer Therapie, welche die Eigenaktivität fördert ergänzt werden. Eine gute Therapie ist eine Kunsttherapie.

Wenn der Mensch sich gegen Eigenaktivität, also Wissenschaft, die auch ohne Computer möglich ist, Kunst und Religion verschliesst, ist dies ein Zeichen, dass er sich instinktiv gegen einen Heilungsprozess wehrt. Er glaubt oft, mit pseudowissenschaftlichen Argumenten, die er aus seiner Umwelt aufgenommen hat, und mit Einsatz des Computers die Welt erklären und handhaben zu können. Dies ist eine Erklärung, weshalb sich viele ADHS-Patienten stundenlang mit dem Computer während des Tages und auch in der Nacht abgeben. Der maschinelle, unerbittlich logisch und konsequente, interaktive „Geist“ des Computers ist ihnen näher als ein Mensch mit seinen Schwächen und Stärken. Der Computer kommt auch ihrem Autismus entgegen, weil sie nicht mit einem Menschen in Interaktion treten müssen.

Therapie

Mit einer guten Therapie wird dem menschlichen Geist aber ermöglicht, seinen Körper wieder zu ergreifen und den unmenschlichen, allgemein wirkenden Geist zu verdrängen.

Der Mensch kann nun wieder Mensch und kein humaner Roboter sein.

3. Delta Pädagogik und Delta Schule

Der Mensch ruht nun in sich und ist zentriert.

Übungen und den pädagogische Massnahmen

Mit den Übungen werden durch die aktive und bewusste Betätigung des menschlichen Geistes (der Entelechie, des Kerns, des Wesens, des Ich oder Delta ) Gesetze gefunden, die dem Menschen entsprechen. Wenn nach Diesen pädagogisch gehandelt wird (mit den pädagogischen Massnahmen), wird der Mensch in seiner körperlichen Gesundheit, seiner seelischen Energie, seiner Beweglichkeit in der Seele und seinem eigenen Willen im Geist gefördert.

Diese Übungen und die daraus folgenden pädagogischen Massnahmen können in allen Schulen praktiziert werden.

Pädagogik und Methodik

Die Seele verbindet den Geist mit dem Körper.

Der Mensch hat dann die Fähigkeit, seinen Körper in der Sprache oder anderen Bewegungen zu modulieren, dass er ein Spiegel des menschlichen Geistes wird. Dies erfordert eine hohe Sensibilität und Zentrierung. Das Licht muss die Finsternis des materiellen Körpers ergreifen und ihn dadurch mit der Zeit zum nicht materiellen, ewigen Leib umwandeln. Dies gelingt am besten mit der künstlerischen Methode.

Deshalb ist es wichtig, dass in der Schule nicht nur über Kunst gesprochen wird, sondern alle Fächer künstlerisch durchdrungen werden.

 

Die Delta Schule

Die Delta Schule ist nur ein Beispiel, wie die selbst gefundenen Gesetze umgesetzt werden können.

Anders gesagt, kann in der Delta Schule der Mensch in seiner Geist-Seele angesprochen werden. Unter Mensch werden natürlich der Lehrer und der Schüler verstanden. Der Geist des Menschen kann sich durch seine Arbeit im Körper entfalten. Auf diesem Weg werden sein Körper und seine Seele ein immer besseres Abbild des Geistes.

Der Rhythmisch-Künstlerische Teil

Eine wichtige Phase ist der Rhythmisch-Künstlerische Teil. Um diesen Teil und den ganzen Unterricht optimal künstlerisch zu gestalten, können auch professionelle Künstler beigezogen werden. Im Idealfall sind Schauspieler, Musiker, Maler usw., die auch als Lehrer unterrichten können, ein Teil des Teams. Die Lehrer, die nicht praktizierende Künstler sind, sollten mindestens eine Kunst in der Freizeit pflegen, damit sie nicht nur theoretisch wissen, was Kunst ist, sondern auch praktisch tätig sind.

Ziel der Schule

Das Produkt in der Schule muss überhaupt nicht mit der professionellen Kunst in Konkurrenz treten.

Der Unterricht muss aber immer künstlerisch gestaltet werden.

 

Der menschliche Geist auf der Erde

Durch das individuelle Ergreifen des Körpers wird auf der Erde der Geist des Menschen immer differenzierter und bewusster.

Dies wird durch die menschliche Seele ermöglicht, die rhythmisch-künstlerisch den Körper modelliert.

 

Pädagogik der Potentialentfaltung: Delta pädagogische Übungen

Allgemeine Hinweise

Es kann aber zusätzlich z. B. als Pädagoge ein vierfacher Weg gegangen werden. Er besteht aus Übungen zur Individualität, zur Seele, zur Zeiteinteilung und zum Umgang im Raum mit ihren entsprechenden pädagogischen Konsequenzen.

Als Lehrperson kann am meisten bewirkt werden, wenn als Individuum vorbildlich gehandelt wird.

Ein Lehrer, der sich selbst weiter bringt, und viel weiss, fühlt und kann, trägt zur Entfaltung des Potenzials seiner Schüler am besten bei.

 Übungen zur Individualität

Der Schwerpunkt wird nun auf das Ich und sein aktives Denken gelegt.

Da der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht und 4 Körper hat, kann unter einem Gesichtspunkt etwas speziell betont werden. Die anderen Aspekte und Körper schwingen jedoch immer mit und müssen auch berücksichtigt werden. Daher wird jeder Körper auch z. B. vom Individualkörper durchdrungen, d. h. bei jedem LS gelten auch die übrigen Leitsätze.

Die ausführlichen Übungen können unter Delta Pädagogik nachgelesen werden.

 

Pädagogik der Potentialentfaltung

Die Grundlage einer heutigen Pädagogik

Keine Theorien, denen intellektuell zugestimmt oder die abgelehnt werden können, dürfen die Basis einer heutigen Pädagogik bilden.

Nur wenn jeder, der sich mit Pädagogik auseinandersetzt, individuell durch eigenes Üben in der gleichen Art Erfahrungen erlebt, die im täglichen Leben ihre positive, gesundende Wirkung entfalten, kann der Mensch Regeln finden, die ernst genommen werden müssen, um das Potenzial aller zu entfalten.

Diese Regeln und Gesetze können durch folgende altbekannte Übungen selbst herausgefunden werden:

1.  Denk- und Wahrnehmungsübung: folgerichtiges Denken und Wahrnehmen

Zuerst ist eine Übung, die das folgerichtige Denken und Wahrnehmen fördert, auszuführen. Mit Täuschungen im Wahrnehmen und Denken, kann nichts in Freiheit umgesetzt werden. Es werden die Täuschungen verwirklicht, wenn das Leben nicht korrigierend eingreift.

2.   Willensübung: sofortiges Umsetzen

Danach wird der Wille zum freien Umsetzen verstärkt. Denn es nützen die besten Ideen nichts im Leben, die nicht verwirklicht werden. Ganz im Gegenteil wird der Wille geschwächt, wenn die gesundmachenden Ideen nicht im Leben zur Anwendung kommen.

 3.   Gefühlsübung: Offenheit

Ohne Offenheit, neue Wege und Lösungen zu suchen, ist der Mensch alten Strukturen und Mustern verhaftet. Er beurteilt alles nach seiner Sicht der Dinge. Bildlich gesprochen hat er seine kulturellen, intellektuellen, rassistisch gefärbten usw. Scheuklappen an.

4.   Gefühlsübung: Positivität

Es kommt häufig vor, dass der Mensch immer auf den Fehlern der Anderen herumreitet, ohne auch das Positive zu betonen. Seine eigenen Schwächen kann oder will er nicht sehen. Es wird dann vom blinden Fleck gesprochen.

Das Verdrängen der Fehler ist hier nicht gemeint. Es muss nicht nur positiv gedacht werden, um alle Probleme der Welt zu lösen. Wird der Mensch aber nur vom Negativen bestimmt, hat das Positive keine Möglichkeit verwirklicht zu werden. Deshalb muss der Blick in jeder Situation auch auf das Positive verwendet werden.

5.   Willensübung: Gleichmut

Es braucht viel Kraft und Willen in den Stürmen des Lebens nicht unterzugehen oder sich von ihnen bestimmen zu lassen.

Wir können diese Fähigkeit der Gelassenheit oder des Gleichmuts im Leben anwenden. Es wird uns zwar nicht immer gelingen, aber Fortschritte können erzielt werden.

6.   Schlussübung: Gleichgewicht

Die ersten 5 Übungen steigern unsere Fähigkeiten. Es nützt uns aber nichts, wenn wir folgerichtig Denken und nichts im Leben umsetzen, offen und positiv sind, uns aber hinreissen lassen, etwas zu tun, was wir eigentlich nicht wollen. Erst wenn wir die 5 Übungen immer ins Gleichgewicht bringen, haben wir unser menschliches, positives Potential entwickelt. Da wir unser Potenzial immer weiter entwickeln können, kommt es auf die immerwährende Bemühung, nicht auf das momentane Ergebnis an. Das Gleichgewicht ist nie vollkommen, es muss immer neu errungen werden.

Eine in diesem Sinne aktive Person ist menschlich.

Hinweise auf die Geschichte und heutige Aufgaben

Schon in den alten Religionen wurde auf diese Kriterien hingewiesen. Anfangs letztes Jahrhundert betonte Rudolf Steiner die Wichtigkeit dieser Übungen und auch heute werden einzelne Eigenschaften wie Offenheit (Gegenteil von Sektierertum, von Rassismus, von Vorurteilen jeder Art)  aufgegriffen.

Es kann aber zusätzlich z. B. als Pädagoge ein vierfacher Weg gegangen werden. Er besteht aus Übungen zur Individualität, zur Seele, zur Zeiteinteilung und zum Umgang im Raum mit ihren entsprechenden pädagogischen Konsequenzen.

Als Lehrperson kann am meisten bewirkt werden, wenn als Individuum vorbildlich gehandelt wird.

Ein Lehrer, der sich selbst weiter bringt, und viel weiss, fühlt und kann, trägt zur Entfaltung des Potenzials seiner Schüler am besten bei.