Wenn wir von Formen sprechen, denken wir sofort an materielle Formen wie: Kristalle, Felsen, Würfel, Autos, Pflanzen, Tiere usw. Immer wiederkehrende Gedanken-, Emotions- und Handlungsmuster sind auch Formen. Es sind Formen im immateriellen Vergangenheitsfeld. Jede Form, ob materiell oder immateriell, zeigt uns das Ende eines Formbildungsprozesses. Der Formbildungsprozess ist gegenwärtige Aktivität, die ihr Ende in der Form findet, egal, ob die Form im Materiefeld oder im seelischen Vergangenheitsfeld sich zeigt. Der Ursprung jeder Formbildung ist eine lebendige Idee im G-Feld, die sich in den Vergangenheitsfeldern „auskristallisiert“. So sind Gedanken-, Emotions- und Handlungsmuster „auskristallisierte“ Formen, die unsere Egostruktur oder unseren Autopiloten bilden. Sie sind ein Wiederaufleben der Vergangenheit in der Gegenwart. Es sind Prozesse, die aus der Vergangenheit kommen. Sie werden von den Gehirnstrukturen gesteuert, sind also materieabhängig. Wenn sie wirken sind wir nicht frei. Freiheit ist nur möglich, wenn der Impuls zur Handlung durch innere Aktivität, in klarem Bewusstsein, aus dem G-Feld geholt wird. Nur das formlose G-Feld lässt den Menschen frei. Im Wirken der Vergangenheitsfelder gibt es keine Freiheit.
Leben in der Egostruktur ist leben in der Vergangenheit
Das Bewusstsein meiner Egostruktur erhalte ich ganz einfach. Ich muss nur meine Sinne öffnen und kann passiv die Welt erleben. Ich sehe Bilder, höre Klänge, rieche Düfte. Gedankenassoziationen kommen und gehen, Gefühle tauchen auf und unter… . Ich, besser gesagt meine Egostruktur, erlebe das normale Alltagsleben. Ich kann mich auf die grösste Stütze für mein Egobewusstsein verlassen, eine Stütze die eine lange Evolution hinter sich hat – die die ganze irdische Vergangenheit zeigt – , mein Gehirn. Ebenso wirken meine immateriellen Vergangenheits-Strukturen und laufen automatisch ab. Jeder Sinneseindruck wird von Emotionsmustern und Gedankenassoziationen begleitet, die sich automatisch dazu gesellen. Dies ist das für uns wohlbekannte Leben in der Egostruktur, das sich durch Vergangenheitsstrukturen stützt. Deshalb können wir uns passiv treiben lassen und sind doch bei Bewusstsein. Ergreife ich nun mein Denken innerlich mit grosser Energie, bewege ich mich nun bewusst, hellwach von Gedanken zu Gedanken, bin ich Schöpfer meines neuen Bewusstseinszustands. Ich bin die Instanz – nicht meine Egostruktur – , die bestimmt, was ins Bewusstsein eintritt. Meine innere Tätigkeit bestimmt den Helligkeitsgrad meines Bewusstseins. Je gegenwärtiger meine Tätigkeit, desto heller mein Bewusstsein. Ich verlasse aktiv – dies ist nie automatisch, ohne meinen Willen möglich – die Vergangenheit meines Egostrukturbewusstseins. Ich bin in der Gegenwart meines Ich-Bin-Wesens angelangt.
Das Bewusstsein vom wahren Ich erhalte ich nur durch Aufwachen, durch gegenwärtig sein.
Das wahre Ich ist keine Struktur, die in der Vergangenheit entstanden ist. Das wahre Ich ist nicht mein Körper, nicht meine Egostruktur, nichts auf das ich mich stützen kann. Ich kann es nicht fassen, es existiert im Zwischenraum meiner Strukturen. Es ist das Wesen, das die Strukturen schafft. Man kann es nicht wahrnehmen nur gegenwärtig sein. Wenn ich aufwache, d.h. wenn ich die Vergangenheitsstrukturen verlasse, in die Gegenwart eintrete, dann kann ich mein wahres Ich sein. Ich bin dann ein Ich-Bin-Wesen.
