Von der menschlichen Seele zur Geist-Seele

Die menschliche Seele

Die Seele des Menschen fühlt die Welt. Er ist mit dem Wahrnehmen seiner Seele noch nicht ganz bewusst. Deshalb hat er keine klare Vorstellung, was er alles fühlt.

Die Seele ist auf dem Bewusstseinsstand des Fühlens. Sie ist erst halbbewusst.

Der Mensch kann im Seelenraum wach denken, halbbewusst fühlen und ahnt, dass er fast schlafend etwas will.

Denken

Betrachten wir die Seeleneigenschaft des Denkens: Wenn der Mensch eigenständig denkt, muss er ganz wach sein. Er weiss genau, welche Gedanken er denkt, wie er seine Schlüsse zieht und dass er mit seinen Gedanken in der Phantasie Bilder zeichnen kann. Er kann sich bildhaft vorstellen, was er will.

Wenn er etwas wahrnimmt mit seinen Sinnesorganen, erlebt er, dass seine Gedanken sich leicht täuschen lassen. Der Mensch nimmt nur wahr, was er will. Es gibt viele Experimente, die dies belegen. Auch die optischen Täuschungen zeigen uns, dass wir uns von unserem Denken so täuschen lassen, dass wir etwas sehen, das gar nicht existiert. Im Normalfall sind die Sinne gesund und lassen sich nicht manipulieren.

Nur das Denken lässt sich auch beim gesunden, aber nicht hellwachen Menschen manipulieren.

Wenn der Mensch hellwach und aufmerksam ist, stellt er fest, dass es eine innere Eigenaktivität haben muss, um Gedanken in seinem Seelenraum bewusst aufzutauchen lassen. Daher wird im hellwachen Bewusstsein von Denkaktivität gesprochen. Durch die eigene Denkaktivität können wir sicher sein, dass die Denkinhalte von uns geschöpft werden. Ausserdem kann keinAanderer uns über Schriften, Filme, Reden usw. manipulierte Denkinhalte vermitteln. Wir können nicht Opfer von rassistischen Reden, pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen, esoterischen Halbwahrheiten usw. werden.

Aufmerksamkeit oder Leben im Jetzt

Ebenso nimmt der Mensch mit Aufmerksamkeit oder hellwachen Bewusstsein in der Gegenwart wahr, dass er auch bei den Sinneswahrnehmungen in diesem Bewusstseinszustand sich nicht mehr täuschen lässt. Er ist sich sicher, dass seine Sinneswahrnehmungen unverfälscht sind. Er ist sich auch bewusst, dass er nur wahrnimmt, was er mit seinem hellen Bewusstsein «anstrahlt».

Den grössten Teil der uns umgebenden Welt nimmt der Mensch nicht wahr, weil er sein Bewusstsein fokusiert. Tröstlich für uns ist zu wissen, dass wir mit grösserer Aufmerksamkeit immer mehr wahrnehmen können und es keine Grenze gibt, die wir nicht überschreiten können, wenn wir uns üben.

Fühlen

Bei der Betrachtung der Seeleneigenschaft des Fühlens stellen wir fest: Die Gefühle tauchen aus dem Seelenmeer auf und ab. Wir haben fast keine Gewalt über sie. Wenn unsere innere Eigenaktivität nachlässt, tauchen sie immer noch auf und ab. Das Denken aber ist nur da, wenn wir uns innerlich bemühen, sonst findet es nicht statt. Alles, was einfach so kommt, unseren seelischen Innenraum in Beschlag nimmt, ist ein gefühlshaftes Assoziieren, nicht ein Denken.

Da die Gefühle aus dem Inneren ohne unser Zutun aufsteigen, geben sie uns ein Feedback der Welt. Sie sind ein göttliches Echo zu unserem Verhalten und Fühlen.

Wenn wir in den Gefühlen manipuliert werden, werden wir unbeweglich oder erstarren sogar im Fühlen. Es wird dann von Emotionen gesprochen.

Vergangene Gefühle erstarren unbewusst in unseren Körpermustern. Sie werden zum göttlich gesunden Körper. Manipulierte Gefühle sind antigöttliche Emotionen. Diese werden zum antigöttlichen, verkrampften oder kranken Körper. Unser Körper ist unser unbewusstes Gedächtnis unserer Erlebnisse.

Wenn wir etwas verdrängen, ist es dennoch in unserem Körper „gespeichert“.

Wollen

Bei der Beobachtung der Seeleneigenschaft des Wollens können wir Folgendes erleben: Das Wollen ist heute noch bei vielen Menschen fast unbewusst. Aber immer mehr wollen die Verantwortung über ihre Taten übernehmen. So wird der Mensch sich immer bewusster, dass er z. B. beim Verzehr von Fleisch fühlende Wesen töten muss, um sie sich einzuverleiben. Es wird oft darauf geachtet, dass nachhaltig, ressourcenschonend gehandelt wird. Auch auf das Behandeln der anderen Menschen als gleiche, ebenbürtige Menschen, die sich die Schätze der Erde teilen müssen, damit alle überleben können, wird geachtet. Das soziale Handeln oder Wollen wird immer wichtiger.

In ihrem Wollen oder ihren Handlungen können viele Menschen aber auch durch die Manipulation ihrer Gedanken und Erstarrung ihrer Gefühle zu lebensfeindlichen Emotionen abstumpfen.

So können die Kriege gegen die Menschen und die Natur erklärt werden.

Geist-Seele des individuellen Menschen

Beim selbst Verantworten und beim Eingreifen auf der Welt im lebensfördernden Sinne setzt der Mensch seine erwachte Geist-Seele ein.

Er kann mit Hilfe seines hellwachen Geistes oder Ich-Wesens sogar seine Seele verwandeln und dadurch noch viel lebensfördernder wirken.

Der Mensch ist dann geleitet von den wichtigen Idealen Freiheit im Denken, Gleichheit im Fühlen und Sozialität im Wollen.

Was ist menschlich?

Wie werde ich ein richtiger Mensch? Dies ist eine berechtigte Frage. Obwohl jeder menschliche Körper mit einem menschlichen Namen bezeichnet wird, ist der Mensch ohne sein Zutun erst ein natürlicher, lebendiger, seelischer Körper. Er ist ein Produkt der Natur. Wie die Wissenschaft sagt, ist er ein human animal oder ein höheres Säugetier. Er ist noch nicht ein innerlich aktiver, individueller Mensch, der seine Verantwortung bewusst ergreift. Er ist noch nicht geistig erwacht. Dieser Zustand war früher normal.

Heute kann der Mensch jedoch erwachen und zum verantwortungsvollen, kreativen Menschen werden.

Der Ego-Mensch oder natürliche Mensch

Immer wenn der Körper nur ein Werkzeug des Egos ist, handelt der Mensch als Egoist. Er ist ein Herdenwesen, das lebenszerstörend werden kann.

Seine Taten sind auf seine halbbewussten Wünsche und unbewussten Triebe ausgerichtet. Beim Menschen haben alle nicht ganz bewussten Handlungen die Tendenz, lebenszerstörend zu sein. Der Mensch bemüht sich nicht, seine Menschlichkeit zu steigern und lebt in einem abgedunkelten Bewusstsein, glaubt aber, dass er wach sei. Seine Taten sind nicht individuell in dem Sinne, dass sein Körper von seinem individuellen Ich bewusst durchdrungen wird.

Der Ich-Mensch

Ganz anders ist es, wenn seine Geist-Seele im Körper wirkt. Der Mensch ist dann ein geistiges Wesen, das im natürlichen Körper bewusst wirkt. Sein lebendiger Körper ist ein Werkzeug, das die Taten einer erwachten, individuellen Geist-Seele ermöglicht. Der Mensch lebt in einem hellen Bewusstsein im Jetzt. Er versucht im Einklang mit seiner Umgebung zu sein und fördert das Leben auf der Erde.

Der Mensch ist ein individuelles Ich-Wesen, das seine Heimat im Geistigen hat. Er lebt in der Natur auf der Erde und „bewohnt“ einen mit den Sinnesorganen wahrnehmbaren Körper. Die ganze Natur oder Sinneswelt ist mit den Sinnen wahrnehmbar. Er ist nun ein göttlicher Mensch auf der Erde, der lebensfördernd wirkt.

Nun bestimmt das Ich oder der menschliche Geist, nicht der Körper. Der „tierische Körper“ wird nun von einem menschlichen Geist oder Ich bewohnt.

Körperdominanz (Ego)

Aphoristisch einige wichtige Punkte, um nicht in Abhängigkeit des Körpers zu kommen:

  1. Keinen Stress erleiden oder machen
  2. Kein Konkurrenzdenken bestimmen lassen
  3. Gefühle, nicht starre Emotionen pflegen
  4. Gefühle zulassen, nicht verdrängen
  5. selber denken, nicht „nachplappern“
  6. genau wahrnehmen, nicht phantasieren
  7. im Jetzt leben, nicht Vorurteile der Vergangenheit in der Gegenwart wirken lassen
  8. sich nicht als eine statistische Grösse fühlen und glauben, dass die Fakten auf einen selbst zutreffen müssen
  9. keiner Extrapolation in die Zukunft glauben
  10. offen für Neues sein
  11. Rhythmen ernst nehmen (z. B. Schlaf-, Ess-, Arbeitsrhythmus, …)
  12. sich selbst bestimmen
  13. für seine Taten verantwortlich sein
  14. Beweglich sein
  15. Sein Bewusstsein nicht abdämpfen lassen (z. B. durch Drogen, Ablenkung, …)

Vorstellungen über die Welt

Der Mensch kann auf zwei Arten leben (natürlich gibt es auch diverse Mischformen):

Erste Variante (Ego)

Der Mensch fühlt sich als „Bioroboter“ auf dem Staubkorn Erde im unendlich grossen Weltall. Der Tod ist das Ende seiner Existenz. Der Geist ist für ihn nur ein Wort für die Denkfähigkeit. Er weiss nicht, ob die Welt eine Illusion ist, die von seinem Gehirn erzeugt wird. Deshalb hat er die Meinung, dass seine Taten unbedeutend sind und er keine Verantwortung hat.

Der Mensch lebt den Materialismus und fühlt sich als höheres Säugetier.

Zweite Variante (Ich)

Der Mensch erlebt sich durch seine innere Aktivität als geistiges, individuelles und ewiges Wesen, das seinen Körper als Werkzeug von Gott bekommen hat oder bewohnt.

Der Mensch gibt und erfährt durch seine innere Aktivität Freiheit und Liebe. Er erlebt sich auch als schöpferisches oder kreatives Wesen, das für seine Taten verantwortlich ist.

Ewigkeit heisst für ihn der Bewusstseinszustand, der sich ausser Raum und Zeit befindet. Es kann also in dieser Welt nicht vom Tod als Ende einer Entwicklung in Raum und Zeit (Körper und Seele) gesprochen werden. Sein Körper kann nur auf der materiellen Erde und seine irdische Seele nur in den elektromagnetischen Feldern sterben oder sich auflösen.

Sein Ich – ein geistiges Wesen – hat jedoch durch die Erfahrungen auf der Erde ein anderes Bewusstsein ausser Raum und Zeit. Die Ergebnisse seiner Entwicklung bleiben auch ausser Raum und Zeit erhalten.

Die Entwicklung des Bewusstseins sind geistige Früchte, die in der geistigen Welt – 0 Dimensionen – nicht zugrunde gehen, sondern ewig existieren.

Der Mensch ist nun ein göttlich individueller Mensch und fördert die göttliche Entwicklung.

Die Aktivität des Ich-Geistes, Freiheit und ihr Gegenteil

Freiheit

Wenn der Mensch innerlich aktiv ist, wacht er auf und stellt die Verbindung zum Körper her.

Der Mensch ist frei, denn er kann willentlich seine Geist-Seele mit dem lebendigen Körper auf der Erde im Wachzustand verbinden. Wenn er innelich nicht mehr tätig ist, bestimmt wieder sein Körper sein Schickal. Der Mensch ist nicht mehr frei, sondern vom Körper abhängig.

Ist der Körper gesund, d. h. göttlich, sind seine Gedanken auch göttlich und zeigen dem wachen Menschen die Zusammenhänge der Welt. Seine Gefühle sind ebenfalls göttlich und geben ihm ein Feedback seiner Umgebung. Auch seine Willensimpulse sind göttlicher Natur und lassen den Menschen mit Verantwortung auf der Welt wach eingreifen. Er kann somit nachdenken und fühlen, was er auf der Welt für Reaktionen auslöst.

Das Unbewusste

Das Unbewusste lässt den Menschen in der Sphäre handeln, wo der Mensch mit seinem göttlichen Körper ohne das Bewusstsein seines Ich-Geistes automatisch agiert. Er ernährt und bewegt sich und hält alle Körperfunktionen aufrecht.

Schon beim Fühlen ist er nicht mehr ganz unbewusst. Vom Denken kann erst gesprochen werden, wenn es ganz ins Bewusstseinslicht eingetaucht ist.

Sein göttlicher Körper besteht aus dem physischer Körper, Lebens-, Seelen- und Individualkörper. Der physische Körper wird durch die Materie sichtbar. Der Lebenskörper wird als Energiekörper durch die Wellen im elektromagnetischen Feld messbar und mit dem Computer abbildbar. Ebenso kann der Seelen- und Individualkkörper im elektromagnetischen Feld durch den Computer dargestellt werden.

Freiheit ist erst im bewussten Zustand, im Gedankenlicht möglich. Das Leben kann uns mit eigener Bemühung zur Freiheit führen.

Selbsterkenntnis

Wenn wir unsere Selbsterkenntnis vergrössern, sehen wir immer deutlicher, wie unser Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Wollen normalerweise manipuliert wird. Manipulation, Verdrängung, Dunkelheit, Illusion werden durch anti-göttliche Wesen verursacht. Sie sind nicht göttlich.

Wir werden durch Selbsterkenntnis mit den der göttlichen Schöpfung feindlichen Mächten konfrontiert. Sie kennen das freie, göttliche Wesen des Menschen nicht. Sie zwingen uns unmerkbar zu Taten, die wir im Nachhinein bereuen. Sie peitschen uns unsere Emotionen z. B. im Rassismus auf, lassen uns assoziativ Gedanken repetieren, die wir mit eigenem Nachdenken nie äusseern würden und lassen uns zu Handlungen hinreissen, die wir normalerweise als unmenschlich oder lebensvernichtend bezeichnen würden.

Durch ihr Wirken kann der Mensch aber auch zur Freiheit und zu Gott kommen, wenn er sich selbst ergreift und innerlich aktiv wird.

Wir können unser Denken intensivieren und durch eigene Aktivität objektiv machen. So können wir erleben, dass wir mit innerer Aktivität wahrnehmen und denken können. Dann sind die Wahrnehmungs- und Denkinhalte nicht mehr manipuliert, sondern entsprechen der Wahrheit oder Wirklichkeit.

Wir haben unsere Seele im Denken, Fühlen und Wollen von Fremdeinflüssen „gesäubert“ oder „befreit“.

Wir können auch unsere Gefühle zu geistigen Bewusstseinszuständen wie Glück, Vertrauen, Mitgefühl und Kreativität verwandeln

Mit unserem Willen können wir verantwortlich und kreativ in der Welt handeln.

Wenn wir dies machen, merken wir, dass sich unsere Lebensenergie steigert und dass wir weniger Unfälle und Krankheiten haben.

Der Mensch kann sich erst im Leben in der Gegenwart von den diversen Manipulationen befreien. Aufmerksamkeit auf uns selbst, die anderen Menschen und die Welt ist der Schlüssel für die Überwindung aller Illusionen.

Dann leben wir ganz in der Gegenwart oder im Jetzt. Wir sind als menschliche Wesen frei.

Wir bestimmen mit unserem Ich Wesen unser Leben und fühlen uns nicht mehr als Opfer. Die Welt ist ein lehrreicher Ort und wir können auf ihr zu uns selbst finden.