Auffahrt oder das Eintauchen ins Gefühlsmeer

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Auffahrt kann man auch mit einem Bild beschreiben: Das tiefe, immer wieder aufgewühlte Seelenmeer schleudert sein Wasser auch in die Luft. Der Mensch hat den festen Boden verloren. Das Schiff, das durch das stürmische Meer pflügt, schaukelt auf offener See enorm. Die Gefühle der Besatzung sind „aufgewühlt“.

Auffahrt

Der Mensch hat in der Vergangenheit die Auffahrt interpretiert als Verschwinden Christi in den Wolken.

Ihm war nicht klar, dass sein Bewusstsein zu schwach war, Christus nicht in den Wolken verschwinden zu lassen. Seine Umgebung waren nun nicht feste Steine, sondern bewegliche Gefühle, die sich immer verwandeln.

Der Mensch ist nun außerhalb seines Körpers. Er kann sich nicht in seine feste Burg – seinen festen Körper – flüchten. Der Mensch kann nichts fassen und fixieren und hat keinen Halt. Alles um ihn herum ist flüssig. Es gibt keine festen Grenzen.

Es braucht ein grosses Bewusstsein, um sich nicht zu verlieren oder aufzulösen. Am ehesten kann dieser Zustand mit den Gefühlen verglichen werden, die auch nicht fassbar sind.

Die Gefühle verändern und verwandeln sich immer. Ängstlichkeit wird zu Traurigkeit. Diese verwandelt sich schnell in Hoffnung usw.

Heute, da die Möglichkeit der Bewusstseinskraft grösser ist, kann der Mensch Auffahrt auch bewusst erleben. Die Gefühle steigen aus den Tiefen des Meeres auf. Sie werden immer bewusster, bis sie an Pfingsten als klare, geistige von oben einströmende Gedanken erkannt werden.

Christus muss nicht mehr in den Wolken verschwinden oder im Seelenmeeer abtauchen. Seine Kraft ist auch an Auffahrt im Flüssigen der Umgebung spürbar.

Gefühle und Gedanken

Beim Fühlen ist der Mensch noch nicht ganz bewusst. Er hat ein Bewusstsein wie im Traum.

Es kann uns aber bewusst werden, dass sich die Gefühle durch unsere innere Aktivität in helle Gedanken verwandeln.

Normalerweise steigen die Gefühle halbbewusst hinauf und tauchen wieder ab, bis sie unbewusst werden und in den Tiefen des Seelen Meeres verschwinden.

Je mehr wir ins Jetzt oder die Gegenwart eintauchen, desto besser werden die Gefühle als geistige Gedanken erkannt.

Sie können aber auch absinken und immer unbewusster werden, bis sie das Unterbewusstsein oder Unbewusstsein bilden.

Delta Dynamik

Im Possibility Management unterscheidet man zwischen vier Haupt Gefühlen. Alle anderen Gefühle sind eine Mischung davon. In der Delta Dynamik spricht man davon, dass die Kraft hinter den Gefühlen unsere Ich-Kraft, also die Kraft unseres geistigen, ewigen Wesens ist. Unser Wesen ist ein Gedankenwesen. Wenn wir die Welt gedanklich erlebt haben, können wir sie auch ändern. Unser Ich-Gedankenwesen ist überall und findet Halt in sich, in seiner Zentrierung.

Wir können in diesem Bewusstseinszustand erkennen, was ist, aber noch nicht in der Welt nach unserem Willen handeln oder die Gefühle zu Gedanken verwandeln. Wir haben ein nicht manipuliertes Seelenbewusstsein.

„Karma-Übungen“ durch eine aufmerksame, geistige Lebensführung

Im heutigen Beitrag wollen wir den zweiten Weg betrachten, nachdem wir das letzte Mal den ersten unter die Lupe genommen haben.

Der zweite Weg

Er ist schwieriger als der erste Weg, weil wir nicht auf die bewusste Hilfe unseres Körpers in Bezug auf Karma-Erkenntnis konkret zählen können. Wir sind aber wach in unserem Körper auf der Erde. Unser Körper ist das uns immer bewusster werdende Instrument des Geistes – unseres Ichs -. Zuerst wird uns unser Seelenkörper bewusst. Wir haben unser Denken, Fühlen und Wollen immer besser im Griff.

Wir können immer mehr aufwachen, indem wir unseren geistigen Kern entwickeln.

Unser Bewusstsein kann immer klarer und tiefer werden. Ausserdem können wir erleben und erkennen, dass wir in unserer Seele nicht manipuliert werden.

Beim eigenen Schicksal sind die Versuchungen sehr gross, nur das zu sehen, was uns schmeichelt. Die für uns unangenehmen Tatsachen werden oft verdrängt.

Wenn wir alle Klippen umschiffen können, sehen wir schon Einiges, das uns Aufschlüsse über unser Schicksal geben kann, auch wenn wir noch nicht Klarheit über unsere letzten Leben haben.

Vergangenheit und Zukunft im Schicksal

Wenn auf die Vergangenheit geschaut wird, sehen wir das unveränderbare Schicksal, das durch die letzten Leben gebildet wurde. Das Zukünftige wird durch unsere jetzigen Handlungen vorbereitet. Das vergangene Schicksal prägt unser Leben, das zukünftige können wir durch die heutigen Handlungen beeinflussen. Je freier wir werden, desto besser können wir unser zukünftiges Schicksal gestalten.

Auch wenn der Mensch keine gezielte Übung zum Karma machen will, wird ihm Vieles klar, wenn er aufmerksam lebt und beobachtet.

Stabilität

Er muss jedoch darauf achten, dass er, wenn er sich mit dem Geist und dem Schicksal seines Ichs beschäftigt, nicht seelisch hin und her geschleudert wird. Um seine innere Stabilität zu wahren, ist es förderlich für den Menschen, Zentrierungsübungen (siehe die sechs deltadynamischen Übungen) zu machen. Wie die Engländer sagen „My home is my castle“ können wir uns der Stabilität unseres Körpers bedienen.

Wir können uns in den Schutz unseres Körpers «flüchten» , wenn wir zu sehr «geschüttelt» werden.

Der Mensch muss nur sein Augenmerk darauf legen, dass er nicht auf die schiefe Bahn kommt. Er muss sich des Denkens ohne Einmischung von aussen bedienen. Seine Gefühle Freude, Angst, Traurigkeit und Wut dürfen nicht zu Spass, Panik, Depression und Zerstörungswut verhärten. Ganz im Gegenteil muss er sie aktiv verwandeln. Dann stellt er die Bewusstseins-Zustände des Glücks, des Vertrauens, des Mitgefühls und der Kreativität bewusst her. Dies ist jedoch nur im Jetzt – in der Gegenwart – möglich.

Wenn der Mensch sich treiben lässt, verlässt er das Jetzt und wird vom Spass, der Sucht usw. gepackt, bekommt Panik, wird depressiv. Er zerstört oder schädigt sich selbst und seine Umgebung. Die Zerstörungswut erfasst ihn.

Er wird nun zum emotionellen Bioroboter und verliert seine Freiheit. Er handelt nicht nur extrinsisch, sondern auch unmenschlich.

Sein Denken, Fühlen und Wollen wird unharmonisch. Der Mensch ist nur noch kalt im Denken – intellektuell, ohne Gefühl – , schwärmt haltlos oder macht alles mit seinem Willen ohne Rücksicht auf seine Gedanken oder Gefühle. Er hat das seelische Gleichgewicht verloren.

Er wird zur Gedankenbestie, zum haltlosen Schwärmer oder rücksichtslosen Macher.

Er gerät nicht nur seelisch, sondern auch körperlich aus dem Gleichgewicht, d. h.er wird krank oder/und hat Unfälle. Es können ihm Stoffwechselstörungen (z. B. Allergien gegen Lebensmittel, Heuschnupfen, wenn er zu stark in den Feldern lebt), oder andere Krankheiten (wenn er zu stark materiell wird) das Leben schwer machen.

Schicksalserkenntnis

Es ist ganz wesentlich, dass der Mensch möglichst lange zentriert ist und sein Leben bewusst führt, wenn er etwas zur Schicksalserkenntnis erfahren will. Denn alle Handlungen auf der Erde und sein Körper wiederspiegeln sein vergangenes und zukünftiges Schicksal. Die Freiheit ermöglicht dem Menschen ins Schicksal einzugreifen und die Zukunft mitzugestalten.

Karmaübung mit Hife des Körpers

Karma-Übung

Schon vor über 100 Jahren regte Rudolf Steiner an, konkrete Fakten über das letzte Leben mit Hilfe der Körper-Gesetze selbst zu erfahren.

Diese Übung kann jederman machen, vorausgesetzt er kann aufmerksam sein, sich selbst aufmerksam beobachten und die gegebenen Gesetze der verschiedenen Körper einhalten.

Die Gesetze wurden in der Delta Dynamik mehrfach beschrieben.

Reinkarnationstherapie

Heute sehen gewisse Therapeuten verschiedenste Inkarnationen ihrer Patienten und finden aufgrund der letzten Leben die Erklärung für Krankheiten und andere Schicksalsschläge.

Ihr Patient kann jedoch nie sicher sein, ob dies stimmt. Die einen glauben alles, was ihnen genehm ist. Die anderen lehnen alles ab und machen sich oft darüber lustig. Es gibt noch viele Zwischenstufen, die alle auf eine Stimme von außen hören.

Zwei Wege

Es gibt zwei Wege, bei denen wir aus unserem Inneren über die letzten Inkarnationen etwas erfahren können.

Der erste Weg braucht den Körper als Instrument.

Der zweite Weg ist nur möglich, wenn man seinen Geist entwickelt. Der Mensch muss höhere Erkenntnisstufen entwickeln. Er ist viel schwieriger als der erste Weg.

Deshalb bleiben wir beim ersten Weg. Rudolf Steiner hat die Karmaübung so aufgebaut, dass der Mensch drei ichhafte Bewusstseinsstufen unbewusst selber erleben kann. Er muss nur am 3. Morgen sehr aufmerksam sein.

Konkrete Übungsanweisungen:


Man stellt sich eine Begebenheit im heutigen Leben am Abend mit den Personen und ihren Handlungen, die Zimmereinrichtung oder die Landschaft und so weiter genau vor und lässt diese Situation während drei Tagen und Nächten auf sich wirken.

Auch wenn der Mensch diese Bewusstseinszustände während des Tages noch nicht bewusst erlebt, macht er sie durch. Er muss sich jedoch jeden Morgen beim Aufwachen selbst beobachten, um Ergebnisse, die ihn interessieren, zu erhalten. Dann kann er während drei Tagen und Nächten schauen, was mit ihm geschieht.

In dieser Zeit sinken die Erlebnisse, die der Mensch in der Gegenwart im Bewusstsein seines Ichs, also hellwach, gemacht hat, in den Seelen-, den Energie- oder Lebens-Körper. Am Schluss sind sie im physischen Körper angelangt.

Die physischen Kräfte führen uns dann ins vorhergehende Leben, weil unser heutige Körper das Ergebnis der letzten Inkarnation ist.

Beispiel

Konkret kann sich der Mensch am dritten Morgen wie „fixiert“ in seinem Körper fühlen. Dieser Zustand kann die Situation dieses Lebens, die der Mensch sich genau und intensiv vorgestellt hat, in die Situation im letzten Leben verwandeln. Diese beiden Situationen gehören zusammen, weil die ältere die heutige Situation verursacht hat. Der Mensch erlebt dann seine Inkarnation und die Inkarnationen der anderen im letzten Leben. Ist er heute ein Mann, kann er sich als Kind erleben. Er bemerkt, dass z.b. der heutige Berufskollege damals sein Lehrer war.

Mithilfe seines Körpers kann der Mensch, wenn er aufmerksam ist, etwas über seine Inkarnationen und sein Schicksal erfahren.