Johannisfest am 23.6.18

Johannes der Täufer und der Sommerbeginn

Johannes wurde am 24.6 geboren. Seit Christi Geburt feiert man auch Johanni in der Zeit der Sommersonnenwende. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Sommer. Die Wärme wird immer grösser auf der Erde.

Als Johannes geboren wurde, kam ein besonderer Ich-Mensch auf die Erde. Er sollte nach ca. 30 Jahren den Menschen Jesus im Jordan taufen und damit die geistige Geburt  vom Sohn Gottes oder Christus auf der Erde einleiten.

Pfingsten und Geist-Flamme¹

Nach dem Tod von Jesus Christus, an Pfingsten, wurde der Ich-Geist der Menschen mit einer Flamme über den Köpfen angedeutet.

Auf diese Weise wollten die Menschen zeigen, dass das menschliche Ich in der Wärme existiert.

Das erlebt man unter anderem, wenn der Wärmehaushalt eines Mensch gestört ist. Dieser Zustand wird als Fieber bezeichnet. Nur drei Grad mehr als normal kann bedeuten, dass der Mensch ernsthaft krank ist oder sogar an der Todesschwelle steht.

Ich-Mensch

Die Wärme des Ich-Menschen kann mit einem Feuer gefeiert werden. Beim Johanni-Feuer oder Feuerzermonien anderer Kulturen geht es letztlich um den Menschen.

Der bewusste Ich-Mensch kann in sich ruhen, seinen Mittelpunkt finden und im Herzen sein. Er kann aufmerksam, zentriert, glücklich, freundlich, nicht zweckorientiert oder ganz allgemein gesagt menschlich sein.

Wir sind dem Feuer verwandt. Deshalb wird von einer z. B. flammenden oder lodernden Begeisterung gesprochen.

Auch  Friedrich Nietzsche verglich in „Ecce Homo“ den Menschen mit einer Flamme:

Ja, ich weiß, woher ich stamme:
Ungesättigt gleich der Flamme
glühe und verzehr ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle, alles, was ich lasse
– Flamme bin ich sicherlich.
Friedrich Nietzsche

Zusammenfassung:

Die Sommersonnenwende wird im Christentum als Johannifest gefeiert. Mit einem heutigen Ich-Bewusstsein erlebt der Mensch, dass das Feuer mit seinem innersten Wesen, dem Ich, verwandt ist.

Das menschliche Ich, der menschliche Geist oder der Kern des Menschen wird seit alters her mit der Wärme, dem Feuer oder einer Flamme verglichen.

Das Ich kann nur schwer in eine bestimmte Form gebracht werden. In den drei Dimensionen des Raumes kann es noch am Ehesten mit einer Flamme verglichen werden. Auch sie kann man kaum fassen. Das Ich selbst ist zeit- und raumlos, also in religiöser Sprache ewig. Es wirkt in die Zeit und den Raum, ist aber nicht in der Raum-Zeit darstellbar.

¹ Der Geist wird beim Menschen auch als Ich bezeichnet. Er lodert (ist beweglich) im Gegensatz zum erstarrten, statischen Ego.

Drei Schwerpunkte zur Verbesserung des Schicksals

Schicksal

Durch unsere Handlungen bilden wir Strukturen im Gehirn und bewegliche, lebendige Formen im Geist, um auf der Erde fühlen und handeln zu können. Ob unsere Strukturen vom Ego oder Ich gestaltet wurden, beeinflusst unser Leben sehr.

Alle Strukturen, die unbeweglich, verhärtet und ausschliesslich vergangenheitsbezogen sind, werden durchs Ego geprägt.

Das Ego ist mein verhärtetes Ich, mit dem wir zu einer Gruppe gehören und ihren Zwängen folgen müssen.

Bsp. Die Traditon sagt, die Familie will, die Religion fordert usw. Alles Äussere wie die Familientraditionen, das Haus, die Firma sind wichtiger als der Mensch und bestimmen das Leben.

Nicht Menschlichkeit, d. h. das Ernstnehmen der menschlichen, geistig-ewigen Individualität, ist zentral, sondern das Befolgen der Gruppeninteressen.

Das Ich kann sich aber nur in Freiheit entfalten.

Es genügt nicht, dies zu wissen, sondern der Mensch muss sich als Ich-Träger, nicht als Egoist verhalten.

Wie macht man dies?

1. Jeder Mensch sollte beim Aufwachen sich nicht sofort ablenken lassen.

„Tätigkeiten“ wie sich von Musik berieseln lassen, alltägliche Sorgen gedanklich und gefühlsmässig pflegen, Ängsten ausgeliefert sein usw.  sollten beim Aufwachen aktiv verbannt werden.

Unser Körper sollte bewusst als Haus Gottes am Tag «bezogen» und nicht schon beim Aufwachen «verschmutzt» werden.

2. Während des Wachens sollten wir so oft wie möglich im Herzen sein.

Wir sehen und fühlen dann die Welt anders. Wir verurteilen nicht, lassen uns nicht von irrealen Ängsten beeinflussen, bleiben glücklich, weil wir erleben, dass wir Vertrauen in die Zukunft und Mitgefühl haben können. Auf der Erde haben wir zudem auch die Möglichkeit, im Sinne unseres Willens gestaltend einwirken zu können. Wir können schöpferische, kreative Wesen sein.

Dies gelingt uns umso besser, je häufiger wir im Jetzt leben können und ganz bei uns sind.

In der Gegenwart sind wir nicht von alten Strukturen abhängig, pflegen keine Vorurteile und denken nicht in Kategorien oder Hierarchien. So kann der Geist direkt auf der Erde wirken.

Im Jetzt ist kein Mensch besser oder schlechter als der Andere. Jeder Mensch hat aber andere Fähigkeiten ausgebildet, die der Menschheit helfen und zu ihrer Weiterentwicklung beitragen können.

In diesem Bewusstseinszustand helfen wir dem Anderen, verhärtete Strukturen aufzulösen und sein negatives Schicksal kleiner zu machen. Wir können ihn unterstützen, den Schutt aus dem Weg zu räumen. Auf dem von Hindernissen befreiten Weg Schritte zu machen, ist jedoch die Aufgabe jedes Menschen selbst.

Denn ein guter Schritt, zu dem der Andere gezwungen wird, ist nicht gut für ihn, weil wir seine Freiheit nicht ernst nehmen. Der Schritt wird nur gut für den Anderen, wenn er ihn aus freiem Willen selbst macht.

3. Wie das Aufwachen bewusst erlebt werden sollte, so sollte das Einschlafen im Bewusstsein des Wechsels von dieser Welt in die geistige Welt gestaltet werden.

Musik aus der Konserve, Fernsehfilme, Computergames usw. sollten kurz vor dem Einschlafen aktiv unterlassen werden. Man sollte sich auch nicht von den Alltagssorgen ängstigen lassen, sondern diese Probleme am nächsten Tag nach einer guten Nacht angehen oder sogar lösen.

Wird das Augenmerk auf diese drei Dinge gerichtet, lässt der Mensch nicht zu, dass sein Körper ununterbrochen vom Ego missbraucht wird, sondern schafft sich Phasen, in denen er Herr im Haus ist.

Dann benützt er das Leben bewusst und verkleinert die unbewussten Teile in seiner Seele. Er erhöht sein Bewusstsein und greift selbst in die Zukunftsgestaltung ein. Er wird zum bewussten Mitgestalter der Erde.

Mit dieser Bewusstseinshaltung gestaltet der Mensch in aufbauender Weise sein Schicksal, das Schicksal der Anderen und das Schicksal der Erde mit.

 

Wiedergeburt und Schicksal

Das Leben als Naturvorgang

Im Leben gibt es viele Aufgaben auf der Erde. Gewisse Menschen finden das Leben als ein Müssen, dem man nicht entweichen kann. Nur der Tod setzt diesem Zwang ein Ende.

Der Mensch muss auf der Erde sich ernähren, muss wohnen usw. Er fühlt sich, wenn er sich die Welt mit einem materialistischen, geistlosen Weltbild erklärt, als unbedeutender Teil in einem unüberschaubaren gossen Weltgetriebe. Es wird ihm „eingehämmert“, er sei ein Zufallsprodukt in einem unendlich grossen Weltall. Es wird auch gesagt, der Mensch sei ein subjektiver, lebender Roboter, der ein Programm (Vererbung und Erziehung) in sich habe, das sein Leben steuere.

Es gäbe nur den Zufall und äussere Faktoren, die den Menschen bestimmten.

Das Leben auf der Erde als Entwicklungsmöglichkeit seines individuellen Geistes

Es gibt aber auch immer mehr Menschen, die ahnen oder wissen, dass jedem Menschen vom Leben die Aufgaben gestellt werden, die er nötig hat.

Mit dieser Grundstimmung anerkennt man, dass der Mensch ein Geschöpf Gottes und das Leben auf der Erde sinnvoll ist.

Das Schicksal eines Menschen ist kein Zufall, sondern eine Chance, zu seinem geistigen Ich-Wesen im lebendigen Körper auf der Erde zu kommen.

Das Leben bietet die Möglichkeit aufzuwachen. Der Mensch kann dann feststellen, dass er ein aktives, intrinsisch motiviertes¹  Ich-Wesen ist.

Ebenso kann er aber bemerken, dass in ihm auch sein Ego bestimmen kann. Immer wenn sein Bewusstsein absinkt, wird er innerlich passiv und lässt sich mit dem Strom treiben. Seine Antriebe sind zum Beispiel Macht, Geld, Stellung, Mode, Parteimeinungen usw. Mit diesen Antrieben verhält er sich meistens unmenschlich.

Er ist, wenn er sein Bewusstsein steigert (aufwacht) oder wenn er sich selber bestimmt, auch menschlich.

Diese Mischung aus Ego und Ich ist der normale Mensch.

¹ Das menschliche Ich-Wesen ist ein von Innen motiviertes oder sich seine Ziele selber setzendes geistiges Wesen, das im Körper als sichtbarer Mensch leben kann. Deshalb ist seine Bestimmung, ein freies Menschen-Wesen auf der Erde zu werden.

Wiedergeburt und Schicksal

Bei einer lang wirkenden inneren, bewussten Ich-Aktivität erlebt der Mensch auch sein Schmerzen verursachendes Schicksal als gut für seine Entwicklung.

Er fragt sich aber mit Recht, wie er sein Schicksal auflösen und sein Leiden verkürzen kann.

Bei der Betrachtung seines Lebens stellt der Mensch sehr schnell fest, dass er Einfluss auf sein Schicksal hat. Ihm wird aber auch klar, dass er in einem Leben nicht alles bei vollem Bewusstsein oder mit seinem bewussten Ich-Wesen erledigen kann.

Diese Tatsache muss der Mensch in seiner sehr langen Entwicklung  akzeptieren. Er kann aber erst mitbestimmen und sein Schicksal in die Hand nehmen, wenn er mit seinem Bewusstsein aufwacht.

Die vielen Leben auf der Erde ermöglichen ihm das Aufwachen und der Schmied seines eigenen Schicksals zu werden.

Der Mensch wird auf der Erde wiedergeboren.

Ihm können auch andere Menschen und göttliche Wesen zu menschenwürdigen Inkarnationen oder Geburten helfen, aber er muss in Freiheit seinen Weg gehen und seine Aufgabe sich selbst geben.

Seine Aufgabe kann nur der individuelle Mensch selbst bestimmen, wenn er sein Bewusstsein verbreitert und vertieft hat.

Welche Hilfen dem Mensch dazu gegeben wurden, sollen die nächsten Blogbeiträge thematisieren.