ADHS II

Was bedeutet AD(H)S?

Man ist nie nur in der Phase des AD(H)S, wenn man vom AD(H)S bestimmt wird und seinen eigenen Willen verloren hat. Ohne eigenen Willen muss  man jedoch das AD(H)S ausleben.

Man kann sich nicht lange auf die Gegenstände, die man z.B. in der Schule beachten sollte, konzentrieren und hat daher ein Aufmerksamkeits-Defizit. Die Motorik treibt einen an und man zeigt deshalb Hyperaktivität. Das Syndrom umfasst  nämlich einige Phänomene, die immer  zusammenspielen, und  hat den Menschen in seiner Gewalt (ADHS).

Alle Syndrome (Hyperaktivität, Autismus, Depression, Asperger, Borderline usw.) sind immer mit autistischen Erscheinungen verbunden, weil man wie ein Roboter, ohne eigene Gedanken zu fassen, die das Verhalten des Körpers an die Umgebung anpassen könnten, handelt oder nichts tut. Man spricht teilweise wie ein Erwachsener und sehr intelligent, isst nur gewisse Speisen, ist ruhig in seine Depression versunken, lernt nichts, kann nicht üben oder macht bei ADHS Bewegungen, die keinen Sinn ergeben usw.  Im Nachhinein sieht man ein, dass man unvernünftig gehandelt hat, kann seine Abläufe aus eigener Kraft jedoch nicht ändern.

Die Schule und AD(H)S

Jeder Lehrer, der diese Zusammenhänge und die aufbauenden vier Lerngesetze kennt, kann mit seinem bewussten Willen den AD(H)S-Schüler (und andere Syndrome) langsam heilen und erreichen, dass sich der Schüler selbst zentrieren kann und daher nicht so schnell und so lange das AD(H)S ausleben muss.

Der Lehrer und die ganze Umgebung des AD(H)S-Schülers erleben nämlich, dass er in der AD(H)S-Phase träumerisch und halbbewusst handelt, ganz von seinen Gefühlen bestimmt ist, ohne durch sein Denken  die Folgen in der Zukunft abschätzen zu können. Sein bewusstes Gedächtnis, das über das Kurzzeitgedächtnis hinausgeht, kann in dieser AD(H)S- Phase nicht aktiviert werden, weil man dazu seinen Körper ergreifen müsste. Man erlebt, dass dieser Schüler daher alles vergisst und nur seinen Gefühlen folgt, die nicht von seiner Persönlichkeit  „ausgewählt“ werden. Er ist hypersensibel und reagiert auf die Gefühle seiner Umgebung. Um menschliche Fähigkeiten, die über das Fühlen hinausgehen  zu entwickeln, wäre ein Gedächtnis, das in die Vergangenheit reicht und deshalb schlechte Erfahrungen von guten Erlebnissen unterscheiden kann, nötig. Ausserdem müsste man durch sein Denken auch abschätzen können, was für Folgen durch sein Verhalten in der Zukunft entstehen. Da sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft in dieser Phase nicht vorhanden sind, lebt man ganz in der Gegenwart und zeigt das AD(H)S.

Was nun zählt, sind nur die gegenwärtigen Reize seiner Umgebung und die momentanen Wünsche des Körpers.

Das Kind mit ADH(H)S ist wie in einer krummen geschlossenen Linie der Reize, die sein Verhalten bestimmen, gefangen und  reagiert auf die stärksten und neuesten Reize, die sehr schnell wechseln können. Es ist immer auf den letzten Reiz fixiert. Diese Reize können auch von Erziehungsmustern, die das Verhalten des Körpers wie Wünsche usw. beeinflussen, geprägt sein. Ist die Erziehung der Norm entsprechend, „funktioniert“ das Kind gut. Es werden aber meistens nicht von der eigenen Persönlichkeit umgeformte Strukturen und Muster aktiv. Diese Strukturen passen aber in der Regel nicht zu dem, was man vom Kind erwartet.

Erst wenn die eigene Persönlichkeit eingreifen kann, ist das AD(H)S ausgewachsen oder geheilt. Deshalb sind gute Strukturen, die Vieles erleichtern, auch in der Schule so wichtig.

Freiheit und AD(H)S

Der eigene Wille  und das eigene Denken können die Handlungen des AD(H)S-Kinds nicht bestimmen. Es ist in Phase, in der es dem Symptom ausgeliefert ist, nicht mehr sein eigener Herr und kann nicht mehr selbstverantwortlich handeln. Nur sein „Roboter-Fühlen“ bestimmt die Abläufe und es handelt wie eine Maschine unter dem Zwang der äusseren Reize. Seine  Menschlichkeit und seine Möglichkeit zur Freiheit hat es verloren.

Vergleich Tier – Mensch

Auch Tiere reagieren extrem auf Reize und leben immer in der Gegenwart.

Deshalb legt man gewissen Pferden Scheuklappen an, der Hundebesitzer muss eine Katze vor seinem Vierbeiner sehen, damit er vermeiden kann, dass sein Hund der Katze nachrennt usw.

Dass Tiere bewusst in ihrem Innenraum ihr Vergangenheitsgedächtnis nicht aktivieren können und die Zukunft durch ihr bewusstes Denken nicht kennen, erlebt man, wenn man z.B. sein Haustier alleine lässt. Es weiss nie, ob man zurückkommt und wie lange die Abwesenheit dauern wird. Bei der Rückkehr freut es sich, wie beim ersten Mal. Auch wenn man es weggeben muss, vergisst es den alten Besitzer schnell. Wenn der neue Besitzer schlechter als der alte zu ihm ist, fühlt sich das Tier nicht so wohl. Dieses diffuse Gefühl interpretieren die Menschen oft als Erinnerung an seinen ehemaligen Herrn. Begegnet ein Tier einem Menschen wieder, kann es sein, dass der Geruch, das Aussehen, die Bewegungen usw. im Körper des Tieres „gespeichert“ sind. Diese lösen Reaktionen wie Wedeln und „Anspringen“ aus, die oft mit einer bewussten Erinnerung gleichgesetzt werden. Man vergisst, dass ein Tier ohne äussere körperliche Reize sich nie an etwas erinnern kann. Dazu wäre das bewusste Erinnern im Seelenraum nötig, das ein Tier nicht kann.

Die Tiere sind alle genetisch und durch ihre Erziehung festgelegt.

Da sie keine individuellen Wesen sind, die sich ihre Ziele selbst geben können, haben sie keine eigene Persönlichkeit im menschlichen Sinn. Da die Tiere meistens von ihrer Umgebung und ihren Besitzern individuell geprägt sind, wird diese Prägung oft mit der Tierpersönlichkeit gleichgesetzt. Bei „Esoterikern“ wird das Tier sogar wiedergeboren, was nur bei einem individuellen Wesen einen Sinn machen würde.

Aus all diesen Gründen ist der Mensch für das Leben aller Tiere verantwortlich. Denn er kann mit seiner Persönlichkeit entscheiden, wie er seine Stellung gegenüber den Tieren auslebt.

Um dieses selbstbestimmte Verhalten als Erwachsener zu erreichen und die Verantwortung übernehmen zu können, muss der Mensch im Elternhaus und der Schule entsprechend erzogen werden. Die vier aufbauenden Lerngesetze müssen bekannt sein und angewendet werden.

Das AD(H)S und alle andern Syndrome machen den Menschen zum Tier, das in den AD(H)S-losen Phasen wieder ganz Mensch mit oft grossen Begabungen wird.

Dieser Wechsel von begabtem Menschen und „Tier“ war die Voraussetzung, dass eine autistische Frau mit ADHS (Gardener) zur grössten Rinderpsychologin wurde.

 

Folgen der Vermischung von Mensch und Tier

Dass der Mensch sich als höchstes Säugetier oder im englischen Sprachraum sich als human animal bezeichnet, zeigt auch das Nicht-Unterscheiden-Können von Mensch und Tier sogar in der Wissenschaft. Tierversuche, grosser Fleischkonsum, Umgang mit dem Tod und viele heutige Trends weisen darauf hin, dass diese wissenschaftlichen Gedanken auch die grossen Massen erfassen. Als Gegenreaktion können wir strenge Vegetarier oder sogar Veganer erleben, können sich immer mehr Sekten bilden und verhärten und bekämpfen sich die Religionen.

Die ganze Gesellschaft zeigt viele autistische Züge, die zu grossen Problemen führen. Unsere Gesellschaft ist eine „ADHS-Gesellschaft“ geworden! Viele Reize und künstliche Bedürfnisse, keine Aufmerksamkeit und Hyperaktivität sind doch typische Merkmale unserer Zeit.

 

AD(H)S I

Heute wird relativ schnell die Etkette AD(H)S verteilt. Man muss aber zwischen 4 oder 2 Formen unterscheiden, ob ein wirkliches AD(H)S vorliegt oder nur eine starke Ablenkbarkeit und ein unbändiger Bewegungsdrang vorliegen. Die Ablenkbarkeit ist heute durch die Technik und die Regeln der Gesellschaft fast normal geworden. Die schlechte Erziehung „erzeugt“ Gewohnheiten, die an AD(H)S erinnern, können aber durch eine „starke Hand“ vermindert werden. Nützen alle intellektuell begreiflichen Drohungen und auch eine „starke Hand“ nichts, handelt es sich wahrscheinlich um AD(H)S. Die Menschen handeln dann unter dem Zwang ihres Körpers und alles Zureden nützt nichts. Nur ein tieferes Verständnis des Syndroms kann den Weg zur Heilung zeigen. Bei der Heilung bekämpft man nicht die Symptome mit Ritalin und technischen Mitteln. Es kann jedoch hilfreich sein, die Symptome zu reduzieren, damit man überhaupt den Schüler erreicht. Nur muss man sich aber bewusst sein, dass man das Kind noch nicht geheilt hat.

Ohne menschlichen Einsatz der „Hand“ wird kein menschlicher „Kopf“ gebildet

Die Umwandlung der Sinne

Mit gut ausgebildeten Sinnen kann man die Welt und seinen Körper exakt wahrnehmen und ist dann fähig, auf seinen Körper und die Welt mit einem gesunden Körper in seinem Sinne einzuwirken.

Die Raum-Zeit des Körpers (Stimmung und Bewegung) wird in die seelische Raum-Zeit umgewandelt. Die richtige Ausbildung des Körpers ergibt eine gesund strukturierte Seele. Die  Körper-Strukturen ergeben die Seelen-Strukturen. Der Seelen- und Individualkörper kann nur durch einen gut ausgebildeten physischen Körper und Energiekörper  menschlich gebildet werden. Der physische Körper und Energiekörper verwandelt sich in den Seelen-und Individualkörper.

Die oberen Sinne entstehen durch die unteren

Ein gut ausgebildeter Tast-Sinn ist Voraussetzung für die Bildung des menschlichen Ich- oder Delta-Sinns.

Ein gut ausgebildeter Lebens-Sinn ist Voraussetzung für die Bildung des menschlichen Gedanken-Sinn.

Ein gut ausgebildeter  Eigenbewegungs-Sinn ist Voraussetzung für die Bildung des menschlichen  Wort-Sinns.

Die Körper-Sinne legen die Grundlage für die  Empathie-Sinne, die Unsichtbares wahrnehmen. Wird  der physische Körper in der Kleinkindheit nicht eingesetzt, muss man sich nicht wundern, wenn die Empathie-Sinne unvollständig ausgebildet werden.

Im Kleinkindalter müssen die Erwachsenen Anreize zur körperlichen Bewegung durch z,B.  Spielen im Wald  geben. So werden durch Übung der Tast-, Eigenbewegungs- und Lebens-Sinn ausgebildet und der ganze Körper wird geschult. Computerspiele sind faszinierend, bewegen den ganzen Körper aber nicht. Sie sollten erst in der Pubertät und massvoll gespielt werden.

Ich- oder Delta-Sinn

Dies alles erklärt die Gefühls- und Gedankenlosigkeit mit der man Handlungen ausführt, ohne das Wohl eines anderen Menschen zu berücksichtigen. Man hat mit einem nicht vorhandenen Ich- oder Delta-Sinn, der nur durch vieles Tasten in der Kindheit und nachher entstehen kann,  gar nicht die Möglichkeit, den Anderen als Menschen wahr zu nehmen.

Gedanken-Sinn

Wenn der Lebens-Sinn nicht ausgebildet wird, besitzt man später keinen Gedanken-Sinn. Zu seiner Ausbildung sind eine gute Ernährung, tägliches Erleben der vier Elemente (Erde, Wasser, Luft, Feuer), viel Bewegung, den Tätigkeiten entsprechende Kleidung und Erlebnisse, bei denen man möglichst viele Sinne einsetzt, nötig, um später einen Menschen zu verstehen und entsprechende Gefühle dabei zu entwickeln. Auch die Logik wird daher schon im Kindesalter aufgebaut.

Wort-Sinn

Ohne Formung des Eigenbewegungs-Sinnes wird ein guter Wort-Sinn nicht ermöglicht. Viel Bewegung in der Kindheit und später ist die Voraussetzung für eine differenzierte Ausdrucksweise. Dies macht die immer einfacher und primitiver werdende Sprache vieler Jugendlicher verstehbar. Auch das sich Beklagen über das Abnehmen der sprachlichen Fähigkeiten der Studenten wird nachvollziehbar.

Ein Extrembeispiel aus der Tageszeitung ist die Ermordung der eigenen Grossmutter, um eine Pizza essen zu können. Die jugendlichen Täter hatten gar keine Möglichkeit durch Bewegen, durch gesunde Ernährung und durch Erleben vielfältiger Materialien ihre Empathie-Sinne auszubilden, weil sie in der Kindheit z.B. vor dem Fernseher “still gestellt“ und deponiert wurden. Auch ihre Ernährung war wahrscheinlich qualitativ ungenügend. Ebenfalls konnten sie eventuell auch keine vielfältigen Erfahrungen im Wald oder anderswo erleben.

Mittlere Sinne

Stichwortartig kann man auch zu  den anderen Sinnen Folgendes sagen:

Ein gut ausgebildeter Gleichgewichts-Sinn ist Voraussetzung für den menschlichen Gehör-Sinn.

Ein gut ausgebildeter Geruchs-Sinn ist Voraussetzung für den menschlichen Wärme-Sinn.

Ein gut ausgebildeter Geschmacks-Sinn ist Voraussetzung für den menschlichen Seh-Sinn.

Bewusste Selbstheilung

Der menschliche Geist verwandelt körperliche Fähigkeiten zu geistigen Talenten. Am Anfang geschieht dies noch unbewusst, nachher immer bewusster. Als Erwachsener kann man durch bewussten eigenen Willen den Körper, der noch funktionieren würde, aber durch Verletzungen eingeschränkt ist, wieder heilen. Denn das Hirn und der ganze Körper sind bis zum Tod plastisch.

Mit eigenem Willen kann man ganz bewusst neue Synapsen bilden und ganze Hirnareale wieder aufbauen.

Somit wird auch das Wahrnehmen der geistigen, seelischen und körperlichen Bereiche wieder möglich.

Durch den Körper kann man mit eigenem Willen, der  durch den Willen eines Therapeuten unterstützt wird, viel erreichen. Der Therapeut kann sich auch durch den  fremden „Willen“ einer Maschine oder von Medikamenten helfen lassen. Wichtig ist jedoch nicht nur ein mechanisches Funktionieren des Körpers, sondern auch ein  Erhöhen des Bewusstseins. Die menschliche Individualisierung muss gefördert werden, nicht nur die Pseudo-Heilung des Körpers.

Wenn man nur die Symptome zum Verschwinden bringt (Aufmerksamkeit durch Ritalin, Bewegung mit Schmerzmitteln und Kortison), ist man nicht geheilt.

Mit Pestalozzi gesagt, wird ohne menschlichen Einsatz der „Hand“ kein menschliches Funktionieren des „Kopfes“ entstehen. Nur das „Herz“ schafft die Verbindung zwischen Hand und Kopf.

Mit anderen Worten müssen das Gefühl und das Denken bei allen Handlungen, auch wenn man sie nicht sehen kann, dabei sein. Hand, Herz und Kopf müssen immer miteinander angewendet werden. Nur eine mechanische Handlung  ohne individuelles Herz-Gefühl und individuelle Kopf-Gedanken wird sehr schnell unmenschlich.

Kopf, Herz und Hand müssen alle Handlungen durchdringen, um menschlich zu sein.