Hirnschlag im Kleinhirn II

Dr. Jill B. Taylor wusste auch durch ihren Heilungsprozess, dass der Teil ihres Charakters, der eigensinnig, sarkstisch, arrogant und eifersüchtig war, im Ego-Zentrum der linken Hirnhälfte angesiedelt war. Automatismen wie Wut breiteten sich im Blut durch Chemie aus, sind jedoch nach 90 Sekunden verschwunden. In jedem Augenblick entscheiden sich jedoch wir, ob wir die Wut oder anders weiter pflegen wollen. Wir haben freie Entscheidungskraft, ob wir das Bewusstsein des rechten Hirns (das authentische Selbst) oder das Ego-Zentrum zu Wort kommen lassen. Den meisten Menschen ist jedoch nicht klar, dass sie unbewusst ständig Entscheidungen treffen. Automatismen lasse ich normalerweise zu. Ich bin unfrei, der Automatismus regiert. Erst wenn ich selber entscheide – das könnte ich immer, wenn ich die Übungen mache, die ich vorgängig beschrieben habe – bin ich frei.

Meine Kritik: Was Dr. Jill B. Taylor erlebte, entspricht sicher den Tatsachen. Ich kann es auch bestätigen (als Kleinhirnschlagpatient und als Denker schon vor dem Schlag). Was ich jedoch zurückweise, dass ist die schnelle Koppelung des authentischen Sebstes mit der rechten Hirnhälfte. Mein Hirnschlag fand im Kleinhirn statt (unversehrtes Grosshirn links und rechts). Ich hatte jedoch ähnliche Erlebnisse wie Dr. Jill B. Taylor, obwohl ich nur einen „Kleinhirnschlag“ hatte. Was ich jedoch gleich hatte, war Blut im Gehirn. Das Blut löschte das Ego-Zentrum auch bei mir aus und brachte das authentische Selbst zum Vorschein. Ich beschreibe dies mit den drei „Kästchen“. Der übrige Körper wird bei mir zum „Schlauch“. Das authentische Selbst ist ein Bewusstsein, das zu jedem gehört, und auftritt, wenn wir verletzt sind oder wenn wir uns bewusst schulen (siehe Delta Dynamik).

Hirnschlag im Kleinhirn I

Bei mir war das Kleinhirn Blut erfüllt und ist auch durch die Operation geschädigt. Wie die Hirnforscher sagen, muss ich einen Teil der Grobmotorik neu lernen. Diese setzt sich auch im Grosshirn fest. Ich kann zuversichtlich sein, dass in einem halben bis ? Jahr das Ganze überwunden sein wird. Tatsache ist, dass ich im Gleichgewichtssinn (vor allem über die Augen) noch immer schwer gestört bin, immer noch nicht gut schreiben und nicht gut sprechen kann. Sonst ging es mit den erwähnten Ausnnahmen auch vor und kurz nach der Operation bestens. Die Phänomene habe ich ja das letzte Mal beschrieben.

Am Montag, 15.9.2008, sah ich im Tagesanzeiger die Beschreibung eines Buches, Dr. Jill b. Taylor, MIT EINEM SCHLAG -Wie eine Hirnforscherin durch ihren Schlaganfall neue Dimensionen des Bewusstseineins entdeckt-. Am Dienstag kaufte ich es und am Donnerstag hatte ich es gelesen.

Interpretation:

Nach der Zerstörung des linken Vorderhirns konnte Dr. Taylor nicht mehr sprechen und verstand auch Sprache nicht mehr. Sie hörte nur noch Geräusche. Sie hatte jedoch ein Bewusstsein, das tiefer ging als das Bewusstsein der linken Hirnhälfte des Vorderhirns. Es war das Bewusstsein des tiefen inneren Friedens und eines Glücksgefühls, das man kaum beschreiben kann. Es stellte sich auch die Frage, ob man bereit sei, dies zu Gunsten des Linkshirns auf zu geben. Das Linkshirn ist der Träger der normalen Bewusstseisnsinhalte wie das „Gedanken- und Gefühlsgeplapper“ und des nomalen Sprechens und Hörens etc..

Ihre Überzeugung bekam Jill Taylor von ihren Erlebnissen und den Untersuchungen von Dr. A. Newberg und Dr. E. D`Aquili. Sie liessen tibetische Mönche und Franziskanernonnen meditieren, bis sie spirituelle Erfahrungen machten. Zuerst nahm die Aktivität in den Sprachzentren der linken Hirnhälfte ab, bis das „Hirngeplapper“ verstummte. Ausserdem nahm die Aktivität im Orienturungs- und Assoziatinsareal ab. In diesem Bereich definieren wir unsere persönlichen physischen Grenzen. Sie fühlten sich eins mit den Andern und dem Universum.

Auf Grund dieser Interpretation kann Dr. Taylor heute sagen:

Linke Hirnhälfte reagiert: Zeit und Raum sind wie „normal“ und alle negativen Gedanken und Gefühle sind vorherrschend.

Rechte Hirnhälfte: „Normale“ Raum und Zeit lösen sich auf. Glücks-, Liebes und Mitleidsgefühle entstehen und der Wert des Moments ist wichtig.

Drei „Kästen“ und ein „Schlauch“

Drei „Kästchen“ und ein „Schlauch“ waren mein Lebensgefühl nach einer fünfstündigen Hirnoperation.

Dieser Zustand blieb mir ca. 3 Wochen erhalten. Ich konnte kaum aufsitzen, aber mein Denken, wenn ich es „einschaltete“, funktionierte so wie immer. Der „Schlauch“ , wie ich später feststellte, – mein ganzer Körper, ohne die Funktion meiner „Kästchen“ – war horizontal ans Bett gefesselt. Heute nach 15 Wochen schaue ich auf das Ereignis zurück. Ich war immer normal, sogar in den schlimmsten Momenten vor und nach der Operation. Ich war dissoziiert – wie die Ärzte sagten -, dies etwa 3 Wochen lang. Ich nahm aber alles als normal wahr.

Zum Glück hatte ich meinen Sohn Christian, der noch alles, was ich schon vorher geschrieben habe, noch veröffentlichen konnte. Heute kann ich wieder selber schreiben, etwas langsamer als früher. Bis zum Frühling wird jedoch alles „Behindernde“ vorbei sein, wie ich selbst bestätigen kann. Die modernen Gehirnforscher schauen dies auch als wahr an, wie das Buch – Norman Doidge, Neustart im Kopf, wie sich unser Gehirn selbst repariert, Campus, 2008.- zeigt.

Die 3 Kästchen waren die 3 Bewusstseinsarten der Delta Dynamik. Das Bewusstsein für Gefühle (roter Hut), das Bewusstsein für Gedanken (grüner Hut) und das Bewusstsein des Bewusstseins (gelber Hut), sonst das das Bewusstsein für Handlungen.

Der „Schlauch“ waren alle Sinne, die am Anfang dissoziiert waren. Mit dem Gleichgewichtssinn kämpfe ich noch heute, da er unter anderem mit den Augen, die noch nicht alles mitmachen, assoziiert ist.

So viel für heute.

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