Gedanken, Gefühle und Handlungen Stufe 0 und mehr I

Wenn wir im Alltäglichen still werden, steigen uns Gedankenfetzen, Gefühle und Willensimpulse auf. Wird uns beispielsweise von einem Autofahrer der Vortritt verweigert, passiert es schnell, dass wir ihn beschimpfen, ihn am liebsten lynchen und ihm in die Seite fahren möchten. Sein Gesicht fordert uns regelrecht zu solchen Taten auf. Solche Gedankenfetzen, Gefühle und Willensimpulse, die aus unserer Seele aufsteigen, sind allesamt nicht „persönlich“, sondern steigen von „innen-aussen“ in uns auf. Je nach Charakter sind sie kurze Zeit später entweder verraucht oder zwingen uns zu entsprechenden Taten. Es sind keine Gefühle und Taten, die wir gedanklich aufgearbeitet haben und zu unseren eigenen gemacht haben. Sie sind von „innen-aussen. Weitere Beispiele können eine kalte Bierflasche oder ein anderes durstlöschendes Getränk an einem heissen Tag, beim Mann das Erscheinen einer schönen Frau oder der Gefühlsstoss bei der Einnahme einer Droge sein.
Beobachte solche „innen-aussen“-Erlebnisse. Hast du auch „innen-innen“-Erlebnisse? Wie sind diese zu beschreiben?

Gedanken, Gefühle und Handlungen,die göttlich oder antigöttlich sind, dienen uns, das Leben zu führen. So werden ohne unser Wissen das Denken, Fühlen und Handeln leichter für uns. Wir sind jedoch streng genommen nicht uns selbst, sondern wiederkäuen nur Gedanken, Gefühle und Handlungen unserer Umgebung. Dies können unsere Eltern, die Zeitungen, Rassismus etc. sein. Die drei Ideale der Delta Dynamik – im Denken Geistiges zu erschauen, im Fühlen den Kern des Andern zu erleben und im Handeln zu wissen, dass der Andere “uns selbst” ist – sind nur individuell erlebbar, wenn wir zu diesen Erlebnissen fähig sind. Sie tauchen nicht auf ohne unsere Vorbereitung. Diese kann jedoch anders sein, als wir es “denken”. Alle Gedanken, Gefühle und Handlungen, die halb bewusst auftauchen, sind von “innen/aussen”. Wenn Gedanken, Gefühle und Handlungen persönlich durch litten sind, sind sie zu “innen/innen” geworden. Sie tauchen nicht mehr auf, sondern sind auf einen genauen Zeitpunkt abrufbar. Sie sind zu eigenen Überzeugungen geworden und gehören zu uns. Es sind auch Hüllen unserer selbst.
Die Sprechhüllen unserer Eltern, die Meinungshüllen unserer Zeitungen und die Rassismushüllen unseres Volkes sind etwas ganz Anderes. Sie tauchen wie sie wollen auf und veranlassen, unseren Körper zu sprechen, unsere Gefühle in Wallung zu bringen oder unsere Gedanken rattern zu lassen.

Die dritte Aktivitätsstufe

Wenn ich meine Reise durch meine inneren Welten erfolgreich unternehmen will, muss ich meine seelische Innenwelt stabilisieren. Sobald ich die festen Strukturen der physischen Welt verlasse, bin ich in den Feldern ohne Halt und innere Sicherheit. Dies kann ein gefährlicher Zustand werden. Schon bei meinen ersten bewussten Reiseversuchen werde ich feststellen, dass es nicht so einfach ist, den verschiedenen Emotions- Handlungs- und Gedankenstrukturen ins Auge zu schauen. Ängste, Stolz, Vorurteile verhindern eine objektive Beobachtung. Unsicherheit kann auch Aggressionen erzeugen. Stimmen aus den Unterbewusstsein wollen mich abhalten, weiter zu forschen. Ich kann auch Angst bekommen, den Boden unter den Füssen zu verlieren. Deshalb sollte ich die zweite Aktivierungsstufe nie ohne die dritte Aktivierungsstufe beginnen. Eigentlich sollte ich nie beobachten ohne mich zu stabilisieren. Dies könnte mich aus den Lebensgeleisen werfen. Die Reisen in die Felder können gefährlich sein. Noch gefährlicher ist es jedoch, sich ohne klares Bewusstsein in die Felder zu begeben. Dies geschieht heute automatisch mit jedem Menschen. Wenn ich die Gefahren kenne und mich dagegen wappne, sind die Reisen interessant und gefahrlos. Ich habe heute nicht mehr die Wahl zu sagen, die Reisen in die Felder sind mir zu gefährlich, ich bleibe lieber zu Hause. Die Felder sind heute überall. Jeder Mensch wird von ihnen erfasst.
Die Stabilisierungsübungen brauchen einen grossen Willen. Die Kraft aus dem Gegenwartsfeld, die dabei eingesetzt wird, verwandelt das uns stärker als die Kraft, die beim Beobachten nötig ist. Stabilisieren und Beobachten sind Prozesse, die jeden Tag geübt werden sollten. So stabilisieren wir uns laufend.

Die folgenden 5 Stabilisierungsübungen helfen uns, unser Seelenleben zu beherrschen. Wir bestimmen, was in unserer Seele geschieht. Um dies zu beherrschen, muss ich die 3. Aktivitätsstufe erreichen.

5. Übung: Gleichgewicht

Die folgende Übung benötigt die stärkste Kraft, die Kraft direkt aus dem Zentrum aus dem Land der Weisshüte. Nur in absoluter Wachheit und Zentriertheit gelingt es mir die so genannte Gleichgewichtsübung erfolgreich zu bestehen. Es ist eine Übung, die ich nicht künstlich herbeiführen muss. Das Leben gibt mir immer wieder die Möglichkeit sie zu bestehen oder zu versagen.
Die Grundidee ist folgende: Ich sollte mich in schwierigen Lebenssituationen nicht wie ein Schiff, das steuerlos im Sturm hin und her geworfen wird, erleben. Auch in den schwierigsten Umständen sollte ich durch die Kraft des Gegenwarts-Felds das Ruder in den Stürmen meiner Vergangenheits-Felder fest in der Hand behalten. Ich soll mich nicht gegen Freud und Leid abstumpfen. Ich soll die Höhen und Tiefen des Lebens erleben, aber nie von den Wogen der Vergangenheits-Felder so erfasst werden, dass ich mich selbst verliere.

Zusammenfassung der Übungen

Die 5 Übungen können durch den Fünfstern dargestellt werden. Der Fünfstern ist ein altes Symbol für den Menschen. Der Kopf und die Denksphäre ist die Spitze. Die Brust, die beiden Arme und der Gefühlsbereich, stellen die beiden darunter liegenden Zacken dar. Die beiden Beine und den Willensbereich finden wir unten, die Zacken auf denen der Fünfstern steht. Man kann mit einer alle Zacken verbindenden Linie das Pentagramm zeichnen. So beginnt die erste Übung (klares Denken), die einen Schwerpunkt im Denken und Wahrnehmen besitzt, an der Spitze, dem Kopf. Die zweite Übung ist eine Übung zur Schulung des Willens (klares Wollen). Ich ziehe die Linie von der Spitze zum rechten Fuss. Nun verbinde ich den rechten Fuss mit der linken Hand. Ich habe nun vom Willensbereich der Füsse zum Gefühlsbereich der Brustregion gewechselt. Die dritte Übung, eine Übung, die im Bereich der Gefühle, der Emotionsmuster, auflösend wirkt, ist nun an der Reihe (Offenheit). Die vierte Übung bleibt in der Brustregion, auch sie arbeitet mit den Gefühlen (Positivität). Ich verbinde die linke Hand mit der rechten Hand. Zum Schluss verbinde ich die rechte Hand mit dem linken Fuss und bin wieder in der Willensregion des Fünfsterns angekommen. Die letzte Übung (Gleichgewicht) ist ja eine Willensübung.