Die physischen Sinne und das Spiel

Der physische Körper stellt dem Menschen ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem er Verbindungen zur Erde und um zum Kosmos oder Weltall aufnehmen kann. Dazu sind im Körper die Sinnesorgane geschaffen worden. In einer langen Evolution sind folgende Sinne entstanden:

Die drei Sinne des festen, physischen Körpers, die drei Sinne des flüssigen Energiekörpers, die drei Sinne des gasförmigen seelischen Körpers und die drei Sinne des wärmehaften Individualkörpers.

Die 12 menschlichen Sinnesorgane* finden wir im physisch sichtbaren und unsichtbaren Körper. Auf der materiellen Erde sind sie als Materie oder Wellen darstellbar.

* Die Bezeichnung der 12 Sinne wurde von Rudolf Steiner übernommen, der sie vor ca. 100 Jahren schilderte.

Wenn der Mensch im Laufe seiner Entwicklung auf der Erde seinen physischen Körper als «Wohnung» bezieht, kann er mit seinen 12 Sinnen Kontakt zur physischen, energetischen, seelischen und geistigen Welt knüpfen. Indem er seine Sinne schult, kann er differenzierter wahrnehmen und sich in den verschiedenen Welten, die alle auf der Erde durch den irdischen Menschen existieren, heimisch fühlen.

Die Aufgaben einer zeitgemässen Schule

Die Schule sollte ein wichtiger Ort sein, in dem alle Sinne gezielt geschult werden.

Nach der Geburt erlebt der Mensch die Welt hauptsächlich mit den Sinnen des physischen Körpers. Er hat aber unbewusst immer den Kontakt zu allen ihn umgebenden Welten. Die übrigen Sinne sind noch nicht differenziert im Körper verteilt und können vom Kind nicht als voneinander getrennte Sinne eingesetzt werden.

Die Sinneswahrnehmung

Um in einem Sinnesbezirk differenziert wahrzunehmen, muss der Mensch immer mehr als einen Sinn einsetzen.

Beispiele:

Um zu hören braucht der Mensch nicht nur die Ohren, sondern nimmt mit dem Tastsinn auch die Vibrationen der tiefen Töne wahr.

Der Gehörssinn und der Tastsinn sind aktiv.

Das Gleichgewicht kann der Mensch besser halten, wenn er auch sehen kann.

Der Gleichgewichtssinn und der Sehsinn werden eingesetzt.

Den Geschmack einer Speise nimmt der Mensch auch mit der Nase wahr.

Der Geschmackssinn und der Geruchssinn werden aktiviert.

Die Sinne des physischen Körpers

Zuerst wollen wir uns den unbewussten Körpersinnen zuwenden.

Körpersinne

Sie sind unbewusst, weil wir mit ihnen immer wahrnehmen, ohne dies zu realisieren.

Erst wenn wir eine Störung im Körper haben, merken wir, dass unser Tasten, Lebensgefühl oder Bewegen anders wahrgenommen wird als vorher. Unser Bewusstsein richtet sich nun auf das, was nicht mehr so ist, wie vorher.

Tastsinn

Wenn wir hellbewusst als aufmerksamer Erwachsener auf unsere Sinne schauen, bemerken wir einen Sinn, der viele Sinnesorgane besitzt: den Tastsinn.

Die ganze Haut, die den physischen Körper umhüllt, ist voller Tastkörperchen. Mit der Kopfhaut nehmen wir nur grob wahr, mit den Fingerspitzen haben wir eine sehr differenzierte Wahrnehmung.

Wenn wir etwas ertasten, sind wir sicherer, dass etwas existiert, als wenn wir es nur sehen. Es ist der sicherste Sinn für die körperliche Existenz oder das körperliche Sein.

Hilfe durch den göttlichen Körper

Der Tastsinn wird immer eingesetzt. Die Verbindung mit dem Körper ist immer wichtig und bestätigt uns in jedem Augenblick, dass wir existieren.

Dem hell bewussten Erwachsenen ist klar, dass sein Ich, das aus der geistigen Welt stammt, während des irdischen Lebens mit der körperlichen Welt verbunden ist.

Der Ich-Geist oder das Delta des Menschen lebt im Tagesbewusstsein wach in seinem Körper auf der Erde und fühlt sich als Ich.

Illusionen durch den materiellen Körper

Wenn der Mensch vergisst, dass in seinem Körper ein ewiges Ich-Wesen „wohnt“ und er sich als human animal – als menschliches Tier – fühlt, wird sein Ich zum Produkt seines Körpers – zum Ego -. Er glaubt dann, dass beim Tod seines Körpers – unter vielem anderen mit seinem Tastsinn – auch sein Ego stirbt und er nicht mehr existiert.

Er glaubt, dass sein Ich-Bewusstsein nur durch den Körper existiert, weil er nicht erlebt, dass der Körper nur sein Bewusstsein wach werden lässt, sein Ich-Wesen aber ewig existiert. Sein ewiges Ich-Wesen wird durch das Leben im Körper wach. Dieser Bewusstseinszustand ist nicht materiell und kann daher auch nicht sterben. Der Mensch kann heute ein bewusstes Ich-Wesen sein, das seine Verantwortung ergreifen kann.

Lebenssinn

Auch ist der Lebenssinn, der sein Sinnesorgan im Darm hat, enorm wichtig.

Es wird vom Lebenssinn immer angezeigt, ob es dem Körper gut geht.

Beim Spielen sollte es dem Kind immer gut gehen, damit es weiterspielt. Ihre Gesichter sind immer von Freude geprägt, auch wenn es anstrengend ist.

Der hell bewusste Erwachsene findet den Zusammenhang zwischen Lebenssinn und Gedanken-Sinn oder Denken und Körpergefühl.

Hilfe durch den göttlichen Körper

Der Lebenssinn ist eine körperliche Hilfe, damit wir die Gedanken und Gefühle der Anderen gut verstehen. Er ist auch eine Hilfe, damit wir uns mit der geistigen Welt auf der Erde gut verbinden können.

Bewegungssinn

Mit den Bewegungssinn verbinden wir uns mit der bewegten Welt. Auch unser Körper gehört dazu, denn wir sind nicht unser Körper, wie man uns oft glauben machen will.

Bei den meisten Spielen ist Bewegung wichtig und nötig.

Der hell bewusste Erwachsene kennt den Zusammenhang zwischen Bewegungs- und Wortsinn oder bewegen und sprechen.

Hilfe durch den göttlichen Körper

Die Körperbewegung ist eine Hilfe, dass wir uns mit der Bewegung in der Sprache und mit der geistigen Welt auf der Erde gut verbinden können.

Wenn wir uns bewegen, lernen wir die Sprache nachhaltig. Da beim Theaterspiel sich der Mensch immer bewegt, lernt der Mensch mehr, als wenn er die Bewegungen auf dem Bildschirm sieht.

Einige Spiele:

Es werden beim Spielen immer viele Sinne gleichzeitig eingesetzt.

Durch Kinderspiele, welche die Kinder gerne spielen, sind neben der Freude, die sie dem Kind bereiten, auch der unbewusste Einsatz des Tastsinnes, des Lebenssinnes und des Bewegungssinnes bei den körperlichen Sinnen wichtig. Selbstverständlich werden meistens auch viele andere Sinne gebraucht, um das Spiel aufmerksam zu spielen.

Tastspiele

Mit geschlossenen Augen (einer Binde vor den Augen) muss das Kind etwas erkennen. Dies kann ein Gegenstand, ein Tier oder Mensch usw. sein. Es gibt viele Varianten: Man darf z. B. 3 Fragen stellen, um das Ertastete einzugrenzen. Bei einer falschen Antwort muss man beispielsweise 3 Minuten auf einem Bein stehen usw.

Hüpfspiele

Eines der bekanntesten Hüpfspiele kennen Sie sicher noch aus
Ihrer Kindheit. Himmel und Hölle wird es in der Schweiz genannt,
Hickelkasten in anderen Ländern. An einigen Orten heisst es
Hopse, Paradiesspiel oder einfach Hüpfspiel.

Das Hüpfspiel ist ein einfaches Kinderspiel und kann mit beliebig
vielen Kindern gespielt werden.

Zusammen mit dem Gummitwist ist Hickelkasten oder Himmel und
Hölle das bekannteste und beliebteste Hüpfspiel bei Kindern.

Wie wird das Hüpfspiel gespielt?

Ganz verschieden, je nach Region und Land. Meist wird das
Hüpfspiel mit Kreide auf den Boden gemalt oder in den Sand
geritzt. Es gibt unzählige Varianten und Regeln, so bunt, so
vielfältig und wunderbar wie die Kinder sind.

Völkerball

Völkerball ist ein beliebtes Spiel, welches aus Tradition und aufgrund der einfachen Organisation oft gespielt wird. Die Spielidee, den Gegner abzuschiessen, wird aus pädagogischer Sicht oft kritisiert. Auch hat keines der grossen Sportspiele eine ähnliche Spielidee. Trotzdem oder gerade deshalb lebt das Spiel von einer sehr grossen Spannung.

Wichtig ist, dass die Spielregeln und das Spielgerät (Softball) so ausgewählt werden, dass auch die schwächeren und ängstlichen Schülerinnen ins Spiel integriert werden.
Die Intensität des Spiels kann durch einen zweiten Ball erhöht werden.

Die Kinderspiele

ist ein um das Jahr 1560 entstandenes Gemälde des flämischen Malers Pieter Bruegel des Älteren. Dargestellt sind 91 verschiedene Kinderspiele aus den Niederlanden des 16. Jahrhunderts. Heute befindet sich das Werk im Kunsthistorischen Museum in Wien.

Im Buch (H. Langosch: Alte Kinderspiele – neu entdeckt, Freiburg 1991) werden viele Hinweise auf alte Spiele gemacht.

Der individuelle Ich-Geist als Spiegel des Körpers

Der physische Körper spiegelt den Individualkörper.

Die Verbindung mit der physischen Erde, zeigt im hellen Bewusstsein eine bewusste Verbindung mit der geistigen Welt. Mit dem hellen Bewusstsein erkennen wir, dass wir uns nur bewusst mit der Erde verbinden können, wenn wir schon mit dem Geist verbunden sind. Die körperlichen Sinne verbinden unbewusst den Menschen mit seinem Körper und der körperlichen Erde.

Andere Menschen und die Sinne im Körper sind eine Hilfe das geistige meschliche Wesen immer bewusster kennenzulernen. Ohne den Körper erkennt der Mensch den Geist auf der Erde nicht.

Die volle Erkenntnis über den individuellen Geist des Menschen ist erst als Erwachsener möglich, wenn die Sinne in der Kindheit eingesetzt wurden und gesund blieben.

Bei Paracelsus und der traditionellen chinesischen Medizin TCM kennt man den Zusammenhang zwischen oben und unten, zwischen Geist und Körper und Makrokosmos und Mikrokosmos.

Freude als Grundstimmung: Die Sinne im Körper als Verbindung zur Welt

Freude

Alle Aktivitäten in der Schule sollten von Freude begleitet sein.

Freude ist ein Zeichen, dass ein Ich-Wesen im gesunden Körper tätig ist.

Dieses Gefühl und andere werden bei einer rhythmischen Gestaltung des Tagesablaufs gefördert. Denn der Rhythmus (Lebensrhythmus) ist die Basis lebensfördernder Gefühle wie Vertrauen und Mitgefühl.

Die Kinder müssen in der Schule Lebensfreude erleben und von ihr gestärkt werden. Sie müssen freudige Erinnerungen mit ihrer Schulzeit verbinden, um diese aufbauenden Gefühle ins weitere Leben tragen zu können.

Aufbauende Gefühle wie Freude, Vertrauen und Mitgefühl müssen gepflegt werden. Dies wird durch gesunde Rhythmen beim Essen, Schlafen, Lernen usw. gefördert.

Freude und Gesundheit

Freude taucht in einem gesunden Körper, der ein lebensförderndes Umfeld in der Schule vorfindet, in der Seele auf. Wir können mit dem Lebenssinn, mit dem wir den Zustand des Körpers wahrnehmen, das Gefühl der Freude empfinden. Die Kinder fühlen sich in einem gesunden Körper wohl.

Wenn etwas nicht in Ordnung ist, zeigt sich dies bei Kindern oft als Bauchweh.

Wie wir heute wissen ist der Darm der Ort für seelische, unbewusste Erinnerungen. Man kann sogar annehmen, dass man mit dem Darm, der auch ein Darm-Hirn besitzt und von Nerven durchzogen ist, den Zustand unseres Körpers wahrnimmt.

Der Darm ist das Sinnesorgan des Lebenssinns, mit dem wir die Stimmungen des Körpers wahrnehmen können. Der Darm ist nicht allein für die Nahrungsverarbeitung zuständig, sondern ist auch ein Sinnesorgan. So wie mit den Augen die Aussenwelt wahrgenommen wird, kann der Mensch auch mit dem Darm den Zustand seines Körpers wahrnehmen.

Bsp. Darm und Hirn: Das Wort vergessen und gegessen hängen mit „essen“ zusammen. Das Hirn ist das Werkzeug mit dem sich etwas auch nicht merken kann. Der Darm dient der Nahrungsaufnahme. Wir „essen“ mit dem Hirn Gedanken, mit dem Darm Nahrung. Beide Organe sehen ähnlich aus. Sie sind gewunden.

Die Freude ist vom Körper-Zustand abhängig.

Wenn sich der Körper nicht genügend entwickeln konnte, taucht die Freude aus dem Seelenleben nicht auf, weil es keinen Grund zur Freude gibt. Das Kind ist freudlos, blass und kränklich. Durch den Mangel an Freude sucht sich das Kind als Kompensation Gelegenheiten, um einen Adrenalinkick zu erleben. Spass wird zum Ersatz für Freude.

In der Kinderentwicklung müssen die Entwicklungsgesetze gekannt werden. Dann werden die Kinder gefühlsvolle Menschen, die das Wohl der Erde nicht nur theoretisch im Auge haben können.

Der Körper des Menschen wird nach den Entwicklungsgesetzen, die im letzten Blog geschildert wurden, aufgebaut.

Transformation der Freude zu Glück

Glück ist die Transformation der Freude.

Das Glück ist unabhängig vom Körper.

Es kann auch mit einem defekten oder kranken Körper empfunden werden. Die Gefahr ist jedoch gross, dass man sich durch negative Emotionen als unglückliches Opfer fühlt.

Die Lehrperson als erwachsene Person kann sich auch in einem nicht optimalen Körper durch eigene innere Aktivität glücklich fühlen. Sie empfindet es als Glück, dass die Kinder in Freude lernen können.

Das Ich oder Delta des Erwachsenen kann sich seine Zukunft selbst schaffen. Es empfindet das Glück, auch wenn der Körper defekt ist. Statt zu jammern, ist es froh und glücklich, auf der Erde leben zu dürfen.

Das Glück muss der Mensch sich selbst durch seine Aktivität und sein Bewusstsein möglich machen.

Hilfe durch den Körper

Die Körper sind eine Hilfe zur Entwicklung des Ichs oder Delta, das in den Körpern „wohnt“. Diese verschiedenen Körper, die auf der Erde aus Materie und elektromagnetischen Wellen bestehen, werden gesamthaft als physischer Körper bezeichnet. Dieser physische Körper soll aber nicht abgleiten, erstarren und seinen lebensfeindlichen Einfluss ausüben.

Die Aufgabe darauf zu achten, dass der Körper des Kindes nicht erstarrt, liegt bei den Eltern, Lehrpersonen und anderen Bezugspersonen.

Der Körper des Kindes soll nicht verunmöglichen, dass sein Delta seinen Körper als lebensförderndes Instrument benutzen kann,

Als Erwachsener muss der Mensch die Verantwortung über seine Weiterentwicklung selbst übernehmen.

Die Lehrer und andere Erwachsene müssen schauen, dass der Körper möglichst lange beweglich bleibt und nicht erstarrt. Mit einem erstarrten Körper kann sich der Mensch immer noch bewegen, er hat aber vor allem eine mechanisch maschinelle Motorik. Dann ist eine individuelle Bewegung eines Delta-Menschen nur kurzzeitig sichtbar.

Das Eingreifen des Delta erkennt der Mensch am glücklich Sein oder der Freude des Kindes.

Als Erwachsener muss der Mensch die Verantwortung über seine Entwicklung selber übernehmen. Mit Aktivität und hellem Bewusstsein ist er der Bestimmer seines Schicksals. In Passivität ist er das Objekt von Anderen. Er fühlt sich als Opfer. 

Die bewusste Schulung der Sinne

Mit der Pflege und Schulung aller Sinne gelingt es, wahrzunehmen und nicht Illusionen zu verfallen.

Die zwölf Sinne verbinden die vier Welten (physische, energetische, seelische, individuelle) auf der Erde mit dem Ich oder Delta. Die zwölf Sinne ermöglichen einen Kontakt des Ich-Menschen mit der vierfachen Welt: Wir haben Sinne für die Körperwelt, die Energie- oder Lebenswelt, die Gefühls- oder Seelenwelt und die geistige oder Ich-Menschen Welt.

Der Körper als „Wohnung“ des Deltas, Ichs oder individuellen menschlichen Geistes

Die Körper sind eine Hilfe bei der Entwicklung für das Ich oder Delta, das in den Körpern „wohnt“.

Die verschiedenen Körper, die auf der Erde auch aus Materie und elektromagnetischen Wellen bestehen, werden gesamthaft als physischer Körper bezeichnet.

Dieser physische Körper soll begeisterungsfähig, beseelt, belebt und beweglich auf der Erde sein können.

Wie sich unser Körper entwickelt

Eine wichtige Frage unserer Zeit

Unter der Voraussetzung, dass sich das Kind möglichst gut entwickeln soll:

Was kann ich vom Kind erwarten? In wie weit kann ich es in den Entscheidungsprozess einbeziehen?

Wann schiebe ich fälschlicherweise die Verantwortung aufs Kind ab, obwohl es eigentlich meine Aufgabe als erwachsene Person wäre, die Situation einzuschätzen und allfällige Entscheidungen zu treffen?

Schon kleine Kinder können gefragt werden, ob sie dies oder das machen wollen. Selbstverständlich können schon fünfjährige Kinder sagen, was sie wollen. Es besteht jedoch immer die Gefahr, dass das Kind den bequemeren Weg wählt oder sich überfordert. Vielfach muss der Erwachsene nur mit einem guten Vorbild vorangehen. Dann folgen ihm die Kinder und überlegen nicht intellektuell, was für sie gut oder schlecht ist. Die Entscheidung des Erwachsenen kann sogar eine Hilfe oder Stütze für das Kind sein. Ein authentisches Vorleben gibt dem Kind das Gefühl von Geborgenheit, Vertrauen und Sicherheit. Damit ist eine der wichtigsten Entwicklungsgrundlagen gewährleistet.

Menschliche Beziehung und Körperentwicklung

Aus vielen Experimenten ist offensichtlich geworden, dass sich der Mensch nicht im eigentlich menschlichen Sinn (Sprechen, aufrechter Gang, …) entwickelt, wenn er nicht eine Beziehung zu anderen Menschen aufbauen kann. Der liebevolle Blick seiner Mutter oder einer anderen Bezugsperson ist ebenso wichtig wie eine gute Ernährung.

Es ist auch Folgendes wesentlich:

Die menschengemässe Körperentwicklung muss im Einklang mit den neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen sein.

Es ist jedoch immer ein sensibler Erwachsener nötig, der nicht seinen Egoismus auf Kosten der Kinder ausleben will, sondern zugunsten der Kinder eine für sie gute Lösung sucht. Um zu erkennen, ob der Erwachsene genügend sensibel oder beweglich in seinem Denken ist, müssen die Schritte in der seelisch-geistigen Entwicklung des Menschen bewusst erkannt und erlebt werden. Das Bewusstsein über den Kern oder das Delta jedes Menschen muss bei der erwachsenen Lehrperson vorhanden sein:

Der Erwachsene darf nie vergessen, dass in jedem Kind ein nicht egoistischer Kern steckt, der auch weiser als ein Erwachsener sein kann. Er kann aber nur zur Geltung kommen, wenn der Körper des Menschen lebensfördernd aufwachsen kann.

Dann kann im Erwachsenenalter dieser Kern in Freiheit die Zukunft kreativ mitgestalten. Der Mensch ist dann kein Opfer, sondern Mitgestalter der Zukunft der Erde.

Lebensfördernde Naturgesetze des Körpers

Der physische Körper muss auf vier Ebenen gefördert werden, um ein geeignetes Gefäss oder einen „Wohnort“ zu bilden, damit der Delta- oder Ich-Mensch optimal auf der Erde wirken kann.

Gesetze auf der Ebene I

Der physische Körper braucht Nahrung und Bewegung, damit der Mensch nicht stirbt oder sich schlecht entwickelt.

Gesetze auf der Ebene II

Der physische Körper ist zudem belebt. Das Leben oder das Energieniveau wird durch diverse Rhythmen (Ess-, Schlaf-, Atemrhythmus usw.) gefördert.

Gesetze auf der Ebene III

Der physische Körper ist auch beseelt. Deshalb ist die Pflege des Seelenlebens sehr wichtig.

Das Denken soll geübt werden. Ebenso sind die Gefühle wichtige Elemente in der Seele. Der Kern oder das Delta soll in die Seele „scheinen“ und mit seinem Körper auf der Erde denkerisch und mit Gefühl eingreifen können.

Gesetze auf der Ebene IV

Der physische Körper ist zudem der „Sitz“ des menschlichen Individuums oder Geistes. Der Kern des Menschen entfaltet und entwickelt sich nicht ohne Freiheit. Der Körper darf nicht erstarren und verhärten, damit das Ich oder der individuelle Geist des Menschen wirken kann.

Der physische Körper als Teil der Natur

Der physische Körper erblickt das Licht der Welt durch die Geburt. Damit er sich optimal entwickeln kann, muss der Mensch sich viel bewegen können und gut ernährt werden. Daneben braucht es gute Vorbilder, damit die Kinder sie imitieren können.

Ebenso ist es die Aufgabe der Erwachsenen, verschiedene Rhythmen wie den Lernrhythmus, den Essrhythmus bewusst zu pflegen und auf die Gefühle, die bei den Interaktionen der Kinder entstehen, zu achten, damit die Kinder gestärkt werden. Zum Teil kann mit den Kindern schon über die Gefühle gesprochen werden. Die Kinder könen dahingehend veranlasst werden, ihre Gefühle achtsam so entstehen zu lassen, dass ihre Beziehungen sich vertiefen.

Es ist z. B. aus der Empathieforschung heute bekannt, dass jeder Mensch unbewusst bis bewusst die unsichtbaren Gedanken, Gefühle und Willensimpulse des anderen Menschen wahrnehmen kann. Deshalb ist nicht nur das sichtbare Tun des Erwachsenen als Vorbild wichtig, sondern auch seine Gedanken, Gefühle und sein Wille.

Der Erwachsene sollte authentisch sein, um den Kindern auf allen Ebenen ein Vorbild zu sein. Ausserdem sollte er Jugendlichen Wahlfreiheit geben.

Bemerkung: Nach neusten Forschungen sind sogar seelische Leiden körperliche Krankheiten. Durch die feinen Methoden kann heute auch bildlich dargestellt werden, dass psychische Leiden auf stoffliche Anomalien des Körpers zurückzuführen sind.

Geisteskrankheiten sind Körperkrankheiten!

Durch Defekte im Körperaufbau (falsche Hormon- und Botenstoffausschüttungen und organische Schäden) kann der Mensch seinen Körper nicht als perfektes Instrument für seinen individuellen Geist oder sein Delta brauchen. Damit sich der Körper möglichst der Natur gemäss entwickeln kann, ist ein Heranwachsen des Kinds nach den lebensfördernden Naturgesetzen, die oben beschrieben wurden, eine wichtige Voraussetzung.

Die pädagogischen Massnahmen sollen die Gesetze des Körpers beinhalten und berücksichtigen: Der Körper soll ein geeignetes Instrument des Menschen werden und nicht in alten Mustern erstarren. Dies geschieht durch Eltern, Pädagogen und andere Erwachsene. Auch Kinder und die Umwelt können unbewusst dazu beitragen.

Viel Bewegung hat auch ihr Abbild im beweglichen Geist.

Eine lebensfördernde Körperentwicklung reduziert neben den körperlichen Krankheiten auch die Geisteskrankheiten.

Die rhythmischen Lebensprozesse haben ihr Abbild im Seelenleben.

Gesunde Rhythmen sind für ein gesundes Seelenleben im Körper nötig.

Die Beweglichkeit und die lebensfördernde Ernährung des Körpers ist eine wichtige Voraussetzung für das Eingreifen des beweglichen, individuellen Geistes auf der Erde.

Die Seelen- und Geistesentwicklung beginnt erst im Erwachsenenalter, wenn die Körperentwicklung abgeschlossen ist. Diese beginnt nur mit Aktivität des Erwachsenen, sonst erlebt der Mensch einen Stillstand seiner Entwicklung. Er wird nur älter und nähert sich seinem Tod.

Die Entwicklung des individuellen Geistes kann nicht mit naturwissenschaftlichen Experimenten anschaubar gemacht werden. Es baucht einen geistig entwickelten Menschen, um den Entwicklungsgrad eines anderen wahrnehmen zu können. Der Mensch muss es wollen und können (er muss eine lebensfördernde Erziehung bekommen haben und ein entsprechendes Delta haben), um sein Individuum weiter zu entwickeln. Als geistiges Wesen muss der Mensch in Freiheit mitwirken und kann dann auch schöpferisch sein. Er ist dann nicht mehr vom Raum und der Zeit abhängig. Er ist unsterblich.

Der raum- und zeitlose, individuelle Geist des Menschen

Die lebensfördernden Beziehungen zwischen den Menschen sind ausschlaggebend, damit das Kind sich gut entwickeln kann.

So hat das Kind später als Erwachsener die Möglichkeit, mit seinem individuellen Geist sein Leben auf der Erde kreativ zu gestalten.

Diese Entwicklungsgesetze können durch eigene, genaue Beobachtung des Menschen und entsprechende Forschungen der Naturwissenschaft gefunden werden.