6. Januar/Dreikönigstag

Erde und All

Der Heilige Abend wird gespiegelt an der Mitternacht zum neuen Jahr und ergibt den 6. Januar, den Dreikönigstag.

Paracelsus würde sagen, der Mensch sei ein mikrokosmisches und makrokosmisches Wesen.

Im östlichen Christentum ist der 6. Januar das Weihnachtsfest, wie wir es am 24. Dezember feiern.

Der Heilige Abend am 24. Dezember

Es wird bei der Geburt des Jesuskindleins einmal der Schwerpunkt auf den 24. Dezember gesetzt: Die Szene mit den Hirten und dem Stall, dem armen Jesuskindlein, das zwischen Ochs und Eselein das Licht der Welt erblickt, die Verkündigung aus dem Engelsreich usw. erfüllt die Seelen. Die ganze Stimmung ist getaucht in tiefe menschliche Gefühle¹.

Paracelsus würde von der Wichtigkeit des Mikrokosmos sprechen.

¹ Siehe Weihnachtsgeschichte nach Matthäus

Die Heiligen drei Könige am 6. Januar

Ein anderes Mal wird das Schwergewicht auf den 6. Januar, die Szene mit den Königen gelegt. Es wird nicht von der Armut des Jesuskindleins gesprochen. Auch der Stall findet keine Erwähnung, ebenfalls die Hirten. Wichtig ist die Reise der Könige aus dem Morgenland, die Sterne, das Weltall. Die Weisen werden auch als Sterndeuter bezeichnet. Sie wissen durch den Stern von Bethlehem, der vor ihnen herzieht, dass ein König geboren werde.

Mit Paracelsus gesprochen wird der Makrokosmos zentral.

Sie verehren das Jesuskind als große, geistige Gestalt, die einmal ein König werden wird².

² Siehe Anbetung der Heiligen drei Könige; byzantinisches Mosaik in Santa Maria in Trastevere in Rom (um 1250)

Die Verklärung

Die Verklärung von Jesus Christus hat oberflächlich nichts mit der Geburt des Jesuskindleins zu tun.

Als auf dem Berg Tabor am Ende seines Lebens die Lichtgestalt  – der geistige Körper – sichtbar wurde. war offensichtlich, dass der mikro- und makrokosmische Aspekt der Geburt beim Christusleben und bei jedem Menschen wichtig ist. Ohne den mikrokosmischen Aspekt der Weihnacht hat der makrokosmische des Dreikönigstages keinen Anker auf der Erde.

Kurz gesagt: Ohne Körper kann der Geist nicht auf der Erde leben. Deshalb war es beim Gottessohn nötig, dass Körper und Geist mit zwei Geburtsgeschichten beschrieben wurden.

Eine menschliche Seele kann nur auf der Erde leben, wenn Körper und Geist sich verbinden können.

Im Menschen durchdringen sich die Seele des lebendigen Körpers mit der Seele des Geistes Gottes. Der Mensch kann als körperliches und geistiges Wesen erlebt werden.

Bei der Verklärung wurden die tiefsten, menschlichen Geheimnisse offenbar: Der irdische Mensch ist das Ebenbild Gottes oder er hat einen unsichtbaren, geistigen physischen Leib und einen unsichtbaren geistigen Lebensleib, die zusammen den Körper und die Körperseele bilden.

Ausserdem hat er einen unsichtbaren, geistigen Seelenleib und einen unsichtbaren, geistigen Ich- oder Geistleib, die zusammen den Geist und die Geist-Seele bilden.

Der Mensch besteht also aus zwei Teilen: Ein irdischer Körper und ein himmlischer Geist. Der Geist kommt von oben, der Körper von unten. Bei der Geburt bilden beide Teile zusammen den Menschen. Es entsteht die menschliche Seele auf der Erde.

Diese Erkenntnisse bei der Verklärung waren so tief, dass die Jünger ihr Bewusstsein nicht aufrecht erhalten konnten oder einschliefen. So konnten sie nicht sehen, dass im Menschen Gott wirkt. Heute kann dies mit der Bewusstseinsseele im Jetzt begriffen werden.

Im Jetzt hat der Mensch keine Lieblingsideen mehr und kann alles, auch die christliche Tradition unbeeinflusst anschauen.

Er ist nun auch in seinem Willen aufgewacht. Er kann nun wach betrachten, wie der Geist wirkt.

So kann geometrisch vom körperlichen Dreieck von unten, welches das geistige Dreieck von oben im Menschen durchdringt, gesprochen werden. Ausserdem geht Christus von oben bis unten durch den Menschen hindurch und gibt ihm Kraft, auf der Erde in seinem materiellen Körper zu leben. Aber auch nach dem Tod hift Christus den Menschen, ihren geistigen Körper zu bewahren und weiter zu entwickeln. Auf einer Ikone, des frühen 15. Jahrhunderts³ wurde dieser Sachverhalt gemalt.

³ Siehe Internet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Transfiguration_by_Feofan_Grek_from_Spaso-Preobrazhensky_Cathedral_in_Pereslavl-Zalessky_(15th_c,_Tretyakov_gallery).jpeg

Die Botschaft des Dreikönigstages

Der Gottessohn ist Menschensohn geworden. Er ist wie der Mensch zwischen Himmel und Erde Zuhause und im irdischen Leben war er als Menschensohn auf der Erde wohnhaft. Dadurch konnte er den Menschen einen Weg in die Zukunft zeigen.

Diese tiefe Wahrheit wird uns durch den Dreikönigstag vermittelt.

Mut für das Neue Jahr

Das neue Jahr 2019 kann erfolgreich – lebensfördernd – erlebt und gestaltet werden, wenn der Mensch sich über einige Punkte im Klaren ist:

Erster Punkt: Leben auf der Erde

Der Mensch verlässt die Geborgenheit, Verbundenheit und Schöpferkraft in Gott (im Himmel) nur, weil er auf der Erde das Glück, das Vertrauen, das Mitgefühl und die Schöpfer- oder Schaffenskraft erleben kann. Er geht aus der Dimensionslosigkeit des Himmels (der geistigen Welt) in die drei Dimensionen der Erde.

Diese Möglichkeiten zu erleben, sind seine Motivation, die Erde aufzusuchen. Dennn er will sich entwickeln und Neues erleben. Dabei muss er Abenteuer bestehen und gefährliche Situationen bewältigen.

Der Lebensweg ist für jeden Menschen eine größere oder kleinere Heldentat.

Zweiter Punkt: Mut

Der Weg in die „fleischliche“ Inkarnation ist gefährlich.

Wenn wir die Kraft des Vertrauens, des Mitgefühls, des Veränderns und Neuschöpfens auf der Erde nicht hätten, würden wir uns niemals in den materiellen physischen Körper begeben und die Gefahren, die in der materiell physischen Welt bestehen, erleben. Keine Möglichkeit zu haben, dem Zustand der Todesangst, der Depression und der Zerstörungswut zu entfliehen, würde uns abschrecken zu inkarnieren.

Stattdessen umhüllen wir unser Ich mit dem geistigen Individual- und Seelenkörper, durchdringen es mit dem geistigen Lebenskörper und „ziehen“ das feste Kleid des geistig physischen Körpers „an“.

Nun sind wir auch Bürger der physischen Welt geworden und werden als Kind geboren. Das Abenteuer des Lebens auf der Erde kann beginnen.

Wir müssen aber in Kauf nehmen, dass unser physischer Körper neben seiner geistigen Existenz auch aus Materie und den elektromagnetischen Feldern besteht. Wenn wir aus irgendwelchen Gründen dies nicht nur in Kauf nehmen, sondern uns im Netz¹ der Wellen verfangen, können wir Symptome  z. B. des Autismus zeigen².

Wir sind in der anti-göttlichen Welt gefangen.

Auf der Erde werden das Materielle und die Felder wissenschaftlich erforscht. Die Ergebnisse dieser Forschungen überschwemmen uns, erleichtern unser Leben, bringen uns und die Erde aber auch an den Abgrund.

¹ Das Internet heisst nicht zufällig „Netz“
² Lorenz Wagner, «Der Junge, der zu viel fühlte». Europa-Verlag 2018

Dritter Punkt: Die Ich-Kraft

In der Materie und den Feldern will der Mensch mit seinem Ich wirken. Er würde mit seinem Ich niemals in die Materie und ihre Felder gehen, wenn er sein geistig ewiges Ich-Wesen opfern müsste. Die Lebenskunst ist, in der Materie sein Ich zu finden und zu stärken, ohne in der Materie zu versinken.

Auf der Erde können wir aufwachen und unser Ich bewusst wiederfinden.

Kinder

Weil bei Kindern das Ich noch sebstverständlich wirkt, schauen sie so glücklich und voller Vertrauen auf die Mitmenschen.

Je nach Umwelt verschwindet dieses Glück und Vertrauen in den Augen. Wir sehen dann tief melancholische, bleiche ernste Kindergesichter.

Vierter Punkt: Das Überwinden von Angst, Traurigkeit und Wut

Wenn wir auf der Erde unser Vertrauen, Mitgefühl und unsere Schöpferkraft kennen lernen, haben wir die Angst, die Traurigkeit und die Wut überwunden. Wir sind glückliche Ich-Wesen.

Falls wir aber die Freude des Ichs zum Spaß, die Angst des Ichs vor der Zukunft in Todesangst, die Traurigkeit in Depressionen erstarren lassen und die Wut in Zerstörungswut ausleben, sind wir ganz im Reich der anti-göttlichen Mächte gelandet und vergessen unser Ich – unseren Wesenskern – mit der Zeit.

Fünfter Punkt: Ego

Dann gibt es nur noch unser Ego, das sich mit dem Tod des Körpers auflöst.

Das Ego wird nur aus Körpermustern – materielle Körpermuster und wellenartige Seelenstrukturen³ – gebildet. Es ist nicht ewig.

Wir vernichten uns selbst durch dieses erstarrte Fühlen und Denken der Gegenmächte.

³ Es wird auch von der Wiedergeburt der Seele – nicht des individuellen Geistes – gesprochen. Gemäss den östlichen Religionen wird die Seele des Menschen solange als Stein, Pflanze, Tier oder Mensch wiedergeboren, bis sich die Seelenstrukturen aufgelöst haben. Da es gemäss dieser Religionen keinen ewigen Kern des Menschen gibt, gehen die aufgelösten Seelenstrukturen als Seelensubstanz dann ins Nirwana ein. Der Mensch ist als geistiges Individuum nicht mehr vorhanden, die Seelensubstanz aber eins mit dem Göttlichen. Eine ähnliche Anschauung hatte Averroës: Averroës war ein muslimisch-andalusischer Philosoph, Jurist, Arzt und arabischsprachiger Schriftsteller. Averroës verfasste fast zu jedem Werk von Aristoteles einen Kommentar. Er wurde 1126 geboren.

Sechster Punkt: Die Erde, ein Ort des Glücks

Nur auf der Erde können wir unser Glück wirklich finden. Im Himmel waren wir eine unpersönliche „Ich-Möglichkeit“. Wir waren ein nicht individuelles Wesen im Meer Gottes. Erst in den „Niederungen“ der Erde konnte der Mensch individuell glücklich, vertrauensvoll, mitfühlend, schöpferisch und verantwortlich werden.

Die Erde ist der Ort höchster Spiritualität.

Da die Menschen verschiedene Inkarnationen des individuellen Ich-Geistes auf der Erde hinter sich haben, gibt es immer mehr Menschen, die ihre Verantwortung ergreifen und ihre schöpferischen Fähigkeiten auf der Erde anwenden.

Möglichkeiten des Negativen

Die Möglichkeiten abzugleiten, sind auf der Erde sehr groß und ausserordentlich verschieden. Man kann auch intellektuell abgleiten und vom Geist sprechen, ohne geistig zu sein.

Man kann des Weiteren auch Vieles intellektuell verachten und doch diese verachteten Abläufe ausleben.

Der Mensch kann aus dem Elend der Anderen Profit schlagen.

Siebenter Punkt: Das Menschen-Ich

Unser Ich-Wesen ist glücklich und bodenlos optimistisch, sonst würde es sich nicht auf der Erde inkarnieren.

Die Auferstehungstat von Christus, die schon im Keim bei der Geburt des Jesuskindleins von Gott vorgesehen war, zeigt uns Menschen, wie wir auf der Erde leben und Gott finden können.

Oder allgemein gesagt:

Auf der Erde können wir als Mensch unseren ewigen Geist und Gott finden.

Der Heilige Abend oder die Rettung der Erde

Christliche Tradition

Am Heiligen Abend vor 2018 Jahren kam Gott als sein Sohn Christus im heutigen Israel auf die Welt. Das Kindlein ging als Jesuskindlein in die Geschichte ein. Genaueres kann in der Bibel nachgelesen werden.

Die Zukunft für alle Menschen

Vier Hauptkriterien sind beachtenswert:

  1. Die Menschen, die der Geburt beiwohnten, waren von Freude oder Glück erfüllt.
  2. Der Engel, der die Geburt ankündigte sagte: Fürchtet euch nicht! Er forderte die Hirten auf, die Furcht in Vertrauen umzuwandeln. Denn Gott als kleines Jesuskindlein will zu den Menschen kommen.
  3. Maria und Joseph, die so arm waren, dass sie sich kein Zimmer leisten konnten und Maria ihr Kind in einem Stall gebären musste, erregen noch heute das Mitgefühl vieler Menschen.
  4. Die Menschen damals und heute ahnen, dass Jesus Christus den Keim zur Verwandlung oder Neuschöpfung der Erde bringen wird. Seine Handlungen als Erwachsener zeigten, wie der Mensch sich in der neuen Welt, die neben der alten immer grösser wird, verhalten soll.

Einige Gesetze der neuen Welt:

Reichtum ist nicht der Schlüssel zum Glück. Geld kann den Menschen grausam, hart, verschlagen und unehrlich machen.

Es kommt nicht auf die äussere Stellung an, wie der Mensch ist: Frauen, Kranke, Menschen in verachteten Berufen, mit anderer Religionszugehörigkeit usw. können auch das Gute wollen.

Diesen Wandel leitete Christus damals ein. Im neuen Testament wird die neue Welt, wie sie werden wird,  in damaliger Sprache beschrieben.

Heute stellen wir fest, dass die Menschheit nur mit diesen vier Hauptkriterien die alte Welt zu einer neuen transformieren wird, welche weiterhin ein lebensfördernder Wohnort aller Menschen sein kann.

Alle Menschen sind angesprochen

Freude und Glück, Vertrauen in die Zukunft, Mitgefühl und Gestaltung einer lebensfördernden Zukunft auf der Erde können Christen, Moslems, Juden, Buddhisten, Hindus oder Menschen, die zu anderen Gruppierungen gehören, anstreben.

Das Gemeinsame ist der Ich-Geist des Menschen und das Bewusstsein aller, dass wir von Gott geschaffen wurden. Dies ist die grösste Kraft im All.

Heute sieht die Erde aus dem Weltraum klein und wunderschön aus. Wir können uns bewusst werden, dass wir Menschen nur einen Lebensraum haben und zusammen gehören.

Dies ist die Weihnachtsbotschaft für alle, die etwas Positives bewirken wollen.