Vorbild fürs Kind und Spiegelneuronen

Wichtige Anwendungsbeispiele der geistigen Sinne:

  1. Mit den geistig-körperlichen Sinnen erleben wir unbewusst bis bewusst, ob jemand authentisch ist. Wir sehen mit Augen und erleben mit unseren geistigen Sinnen, ob die Gedanken und Gefühle des Anderen mit seinen Taten übereinstimmen. Wenn wir diese Sinne schulen, können wir den Anderen immer besser einschätzen.Es unterlaufen uns immer weniger Fehler mit den anderen Menschen.
  2. In der ersten Phase des Lebens, muss der Körper sich entfalten können. Da der Mensch auch ein Naturwesen ist, wächst der Körper von selbst. Er entwickelt sich und wird differenzierter. Wenn keine Menschen ihn unterstützen und durch ihr Vorbild zeigen, wie der Mensch als Geisteswesen auf der Erde sich entfalten kann, richtet der Mensch sich nicht auf, erlernt keine menschliche Sprache (er heult und bewegt sich wie die ihn umgebenden Tiere) und lernt nicht, bewusst und individuell zu denken.

Erste Phase des Lebens

Als Eltern und Lehrer will man helfen, dass die Kinder sich möglichst gut inkarnieren, ihren Körper ganz durchdringen und in möglichst langen Phasen bei sich sind.

Mit Aufmerksamkeit und Liebe (liebevoller Aufmerksamkeit) der Erwachsenen wird dieser Prozess gefördert.

Ausserdem ist es absolut nötig, dass die Erwachsenen bewusst die göttlichen Gesetze zur Bildung des Körpers berücksichtigen. Nur in einem nach göttlichen Gesetzen aufgebauten Körper kann sich der göttlich individuelle Menschengeist gut entfalten.

Das Kind im Inneren des Anderen

Da die Kinder meist unbewusst auch in unserer Seele – im Inneren von uns – sind, ist unsere Authentizität enorm wichtig, um ein gutes Vorbild zu sein.

Unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen müssen bei einem authentischen Vorbild zusammenstimmen, sonst sind wir nicht authentisch oder echt.

In einem nach materialistischen Kriterien unterstützten Körper wird der Menschengeist eingeschlossen, unbeweglich und konserviert. Wir können dann unsere geistigen Sinne nicht aktivieren. In unserer Passivität kann sich ausschliesslich das Ego zeigen und sein vergangenheitsorientiertes Menschenbild ausleben.
Als materialistischer Lehrer oder Arzt wird der Mensch meistens an unsere Gesellschaft angepasst und macht alles, dass der Mensch gut funktioniert. Wenn ein Mensch unbequem wird, hat der Arzt Medikamente zur Hand, den Menschen zu beruhigen, einzustellen und zu sedieren. Der Lehrer passt mit seiner Arbeit  mit Angst und Druck den Menschen mehr seelisch an die Gesellschaft an.

Die menschlichen Sinne

Ohne die Sinne unseres Körpers erleben wir die Welt und den Zustand unseres Körpers nicht. Wir können die Vorgänge der Körper-Seele des Anderen nicht wahrnehmen. Ausserdem können wir unseren Körper nicht einsetzen und die Welt nach unserem Willen gestalten,

Besonders die geistig körperlichen Sinne sind beim Kind für das Aufwachsen neben den bekannten Sinnen wichtig.

Neben den altbekannten Sinnen nimmt das Kind unbewusst mit den geistig körperlichen Sinnen den anderen Menschen als Vorbild wahr.

Ein erstes wichtiges Gesetz, das nur mit den geistigen Sinnen fundiert erklärt werden kann, haben wir im letzten Blog besprochen.

Die Imitation

Zur Erinnerung: Die Imitation ist ein sehr wichtiger Vorgang, durch den der Körperaufbau der Kinder unbewusst gefördert wird. Die Funktion der Spiegelzellen, die ermöglichen, dass der Mensch auch im Anderen sein kann, werden dazu als Sinnesorgane gebraucht.

Die authentische Persönlichkeit

Das Kind lebt in den verschiedensten Rhythmen: Ess-, Schlaf-, Lern-, Fest-, Körperrhythmus usw,

Das Herz schlägt rhythmisch und die Atmung erfolgt vom Herz abhängig und umgekehrt. Die Nerven haben ihre sehr schnellen Rhythmen.

Göttliche Rhythmen sind immer lebensfördernd. Sie geben dem Menschen Kraft.

Der Erwachsene, speziell die Lehrpersonen, führen die Kinder, wenn sie authentisch sind. Kein Kind, das mit Hilfe der geistigen Sinne im Innern des authentischen Erwachsenen ist, hat Mühe, seine Anweisungen zu befolgen. Denn es spürt unbewusst, dass diese nweisungen zu seinen Gunsten sind. Erwachsene, die mit ihrer physischen Stärke, ihrer Position usw. durchsetzen, haben keine authentische Autorität, sondern haben Mühe, sich bei den Kindern durchzusetzen.

Die Führung der Kinder beinhaltet nicht nur eine authentische Persönlichkeit zu sein. Zu Hause und in der Schule sollten die Erwachsenen auf Feste Rücksicht nehmen, Rituale pflegen. In der Schule sollten die LehrerInnen, regelmässig, aber zur gleichen Zeit, die Lernatmosphäre mit einem künstlerisch-rhythmischen Teil auflockern.

Ganz allgemein sollte der Erwachsene den Tag rhythmisch gestalten.

Die Wahlfreiheit

Das Kind, besonders der/die Jugendliche, muss zwischen den Lehrern und dem Schulstoff wählen können, damit seinem Wesen entsprochen werden kann.

Seine Seele will sich zwischen Verschiedenem entscheiden können. Wenn dies noch kein Bedürfnis des Kinds ist, führt der Erwachsene die Kinder als Vorbild.

Vor allem ab der Pubertät ist die Wahlfreiheit sehr wichtig.

Die 3 Körper und die entsprechenden pädagogischen Gesetze

Aphoristisch kann Folgendes charakterisiert werden:

1. Geburt und Entwicklung des physischen Körpers oder Raumkörpers:

Gesetz: Nachahmung (Jeder Mensch ist ein Vorbild. Das Kind unterscheidet nicht zwischen gut und schlecht.)

Nicht zu vergessen: Mittels Spiegelzellen ist das Kind im Erwachsenen.

2. „Geburt“ und Entwicklung des Energie- oder Zeitkörpers:

Gesetz: Die Kinder folgen einer authentischen Persönlichkeit.

Nicht zu vergessen: Mittels Spiegelzellen ist das Kind im Erwachsenen.

3. „Geburt“ und Entwicklung des Seelen- oder Innenraumkörpers:

Gesetz: Ab der Pubertät lässt der Erwachsene dem Kind freie Wahl.

Nicht zu vergessen: Mittels Spiegelzellen ist das Kind im Erwachsenen.

Es erlebt unbewusst, dass die Geist-Seele ohne Freiheit der Wahl nicht ein freies Ich-Wesen auf der Erde werden kann.

Aufmerksame Wahrnehmung

Wie im letzten Blogbeitrag geschildert, sind die geistigen Sinne Werkzeuge des Körpers, um dem Menschen zu ermöglichen das ewige geistige Individuum des anderen Menschen sinnlich wahrzunehmen.

Sind wir wach und aktiv bei dieser Wahrnehmung, setzen wir bewusst die geistigen Sinne ein. Im halbbewussten, gefühlshaften Wahrnehmen spricht man von Empathie. Dann werden die geistigen Sinne träumend nur als seelische Sinne gebraucht.

Die Spiegelneuronen und das aufmerksame Gehirn sind die natürlichen, körperlichen Organe, die zusammen mit dem menschlichen Ich-Geist die sinnliche Wahrnehmung (auch Empathie) ermöglichen.

Geistig natürliche Sinne

Es gibt vier Sinne, mit denen der Mensch direkt das Individuum des Anderen wahrnehmen kann:

Den Ichsinn, den Gedankensinn, den Sprachsinn und den Gehörsinn¹.

1. Mit dem Ichsinn erlebt der Mensch das andere Individuum.

2. Mit dem Gedankensinn erlebt der Mensch, dass der Andere Gedanken hat, die mit Gefühlen und Willen durchdrungen sind. Er kann diese Gedanken un- bis hellbewusst wahrnehmen.

Der Andere ist ein geistiges Wesen mit einer  Geist-Seele.

3. Mit dem Wortsinn erlebt der Mensch, dass die Sprache des anderen Menschen mit Worten, die etwas bedeuten, mit Informationen und Gefühlen uns seine Willensimpulse vermittelt².

Er ist auch ein seelisches Wesen, bei dem der Geist auch innerlich, seelisch ist.

4. Mit dem Gehörsinn erlebt der Mensch, dass es Geräusche gibt, die als menschliche Sprache auf der Erde gezielt eingreifen können.

Der Geist ist auch ein unsichtbares, leibliches Wesen, das auf der Erde handeln kann. (Der anti-göttliche Geist macht, dass der Leib als Körper materiell wird.)

Der geistig-göttliche individuelle Ich-Mensch kann denken, fühlen und wollen, denn er hat Geist, Seele und Leib.

Diese geistigen Sinne, die auch Teil des Körpers sind, können nur mit Aktivität im Jetzt bewusst eingesetzt werden.

In der Phase, in der der natürliche Körper des Menschen sich entwickelt, ist es wesentlich, dass das Kind ein oder mehrere menschliche Vorbilder hat, um den Körper gut auszubilden.

Die Natur lässt den Körper grösser werden. Es braucht aber andere menschlich-geistige Individuen, damit sich das Kind aufrichtet und auf zwei Beinen geht, sprechen und bewusst denken lernt³.

Der geistige Mensch ist ein geistiges Wesen in einem natürlichen Körper.

Der Geist braucht die Freiheit und der Körper gute Umwelt- und Sozialbedingungen.

Kinder

Das Kind ist offen und lebt im Jetzt, hat aber noch kein waches Bewusstsein. Durch sein Wesen werden die Spiegelzellen auch ohne bewusste Aktivität funktionstüchtig. Deshalb kann das Kind im Körper des Erwachsenen sein und seine Gedanken, Gefühle und Willensimpulse erleben. Es nimmt auch direkt (noch unbewusst) das Ich oder die Persönlichkeit des Erwachsenen wahr. Es ist ausserdem sehr empathisch.

Daher muss der Erwachsene ein Vorbild – auch mit seinem Innenleben –  sein, damit das Kind gute Impulse zur Entwicklung bekommt. Wir dürfen nie vergessen, dass das Kind dank der Spiegelzellen im Anderen ist und unbewusst erlebt, was er als geistiges Wesen wirklich ist, denkt, fühlt und will.

Das Kind ahmt durch Imitation sein Vorbild nach.

Die Nachahmung geht so weit, dass es die Art des Sprechens, die Körperhaltung und Vieles mehr übernimmt.

Die weiteren Gesetze zur Entfaltung des Energie- und Seelenkörpers und die Aufgabe der Spiegelneuronen werden im nächsten Blog behandelt.

 

¹ Rudolf Steiner wählte diese Namen schon vor ca. hundert Jahren.
² Die Verwilderung der Sprache nimmt immer mehr zu. Auch die Kinder benutzen immer mehr Redewendungen, die früher nicht bekannt waren . Sie erleben im Anderen, was er sagen möchte und hören auch, was er sagt.
³ Ein Kind, das nur unter Tieren aufwächst, richtet sich nicht auf, entwickelt keine menschliche Sprache und kann nicht bewusst denken.
Ein junges Tier, das bei Menschen aufwächst, läuft nie längere Zeit auf zwei Beinen, entwickelt nie die menschliche Sprache und kann nie bewusst denken. Es ist aber empathisch, kann halbbewusst denken und körperlich kann es gewisse Dinge besser als der Mensch beherrschen. Es ist ein göttliches Wesen, aber kein ewiges Individuum, das auf der Erde lebt. Es hat keine geistigen Sinne, weil  es kein geistiges Individuum ist.

Wahrnehmen im Jetzt

Im letzten Blogbeitrag haben wir gesehen, dass die erst kürzlich entdeckten Spiegelzellen die Sinnesorgane zum sinnlich Wahrnehmen des Unsichtbaren (z. B. Gedanken) sind.

Die Sinneswahrnehmung im Jetzt

Die Sinneswahrnehmung im Jetzt stützt sich noch immer auf den natürlichen Körper, auch wenn es sich vor allem um den unsichtbaren Seelen- und Individualkörper handelt.

Da es sich bei der Gedanken- oder Gefühlswahrnehmung noch um Sinneswahrnehmungen handelt, brauchen wir unseren Körper und seine Sinnesorgane, um sinnlich wahrzunehmen. Unser Körper – in diesem Fall die Spiegelzellen¹ und das aufmerksame Gehirn – wird durch die Aktivität unseres Ich nicht mehr manipuliert und wir können wahrnehmen, was ist.

Unser aufmerksamer Ich-Geist unter Mithilfe unseres natürlichen Körpers nimmt unsere natürliche Welt, zu der auch die Gedanken und Gefühle der Anderen gehören, unverfälscht wahr.

Wenn wir innerlich aktiv sind, sind wir mit unserem Ich tätig.

Wenn unser Ich, welches im Jetzt lebt, tätig ist, können wir mit allen Sinnen «aufwachen» und unverfälscht wahrnehmen. Dies gilt selbstverständlich auch für unsere Empathiesinne, die auch im Jetzt als geistig körperliche Sinne¹ bezeichnet werden können,

Elektromagnetische Wellen

Die Wissenschaft erklärt das Phänomen des Wahrnehmens im Anderen mit den unsichtbaren elektromagnetischen Wellen, die alle festen menschlichen Körper durchdringen können. Deshalb kann bei den geistig körperlichen Sinnen des Individualkörpers der Mensch im anderen Menschen sein und seine Gedanken, Gefühle usw. direkt wahrnehmen. Ausserdem spielt Zeit und Raum keine Rolle mehr, d. h. der Mensch kann sofort die Gedanken eines Menschen auf einem anderen Kontinent wahrnehmen.

Materie

Die sichtbare Welt nimmt der Mensch vor allem mit den uns bekannten Sinnen wahr. Die Wissenschaft erklärt dies mit dem Leben des Ego-Menschen in der Materie².

Aber diese Erklärungen der Wissenschaft gelten nur für Wahrnehmungen durch das Ego.

Das Ego verleugnet den göttlichen Geist und das ewige Individuum des Menschen.

Deshalb sind die wachen, geistig körperlichen Sinne für das Ego nicht vorhanden. Die Empathie als halbbewusste Wahrnehmung der Gefühle des Anderen kann sich nach dieser Theorie³ nicht zu den bewussten geistigen Sinnen (Ich-, Gedanken-, Wortsinn) wandeln. Somit wird jede Wahrnehmung verzerrt.

Das Ego spricht nur von der Fähigkeit des Menschen zur Empathie für halbwache oder pseudowache Emotion.

Es hat kein Verständnis für ein individuelles, waches Ich-Geistwesen, weil es den Schritt in die Gegenwart und in die echte Zukunft nicht machen konnte.

Das Ego blieb beim erstarrten Zustand des Ich stehen und kann nicht ins bewegliche, jetzige Ich wechseln. Das Ich ist offen für die echte Zukunft und die Ewigkeit.

 Ich-Wesen Mensch

Wenn wir im Ich sind, befinden wir uns in der Realität unseres Wesens. Deshalb wirken wir effektiv, weil wir ein authentisches Vorbild sind. Wir sind mit unserem Ich in der göttlich zukunftsoffenen Welt, wo die anderen Menschen mit ihrem Ich sich auch aufhalten. Wenn wir aufmerksam mit unseren Sinnen wahrnehmen, haben die Anderen auch die Möglichkeit aufzuwachen, wenn sie wollen. Sie können dann auch realisieren, dass sie in Wachheit die Wahrheit, die nicht manipuliert werden kann, erleben.

Durch das Ich-Wesen wird die Wahrnehmung des Anderen und der Welt wirklich wahr, denn sie entspricht nun der göttlichen Realität.

¹Sie können in Resonanz mit den Wellen der Gedanken, Gefühle, Willensimpulse des anderen Menschen gehen.
²Die Materie kann sich auch als Welle zeigen.
³Die Wissenschaft und andere Beobachtungen lassen Zweifel an der materialistischen Weltanschauung aufkommen, die schon um die unsichtbaren Wellen in der Quantenphysik erweitert wurde.
Der Buddhismus, der sehr viel zu Erklärung des Gehirns in der Hirnforschung beigetragen hat, muss noch durch eine Weltanschauung ergänzt werden, die nicht nur in die Vergangenheit schaut (unerbittliches, vergangenheitsorientiertes Karma, Erlösung von der Reinkarnation und Eingehen ins Nirwana), sondern auch die reale Zukunft und den ewigen (zeit- und raumlosen) individuellen Ich-Geist des Menschen als Gottes Schöpfung ernst nimmt. Der Mensch wird in diesem Weltbild zum schöpferischen, individuell geistigen Wesen. Er kann ohne Freiheit nicht existieren.