Heiliger Abend

Die Inkarnation oder Verkörperung

In Mozarts Missa Brevis in C, K. 259 lautet der Text: „Et incarnatus est“. Hier wie in anderen Messen wird über die Verkörperung von Jesus an Weihnachten  gesungen.

Jesus-Christus kam aus den offenen Himmeln, wo der Vater auf die Welt „hinabblickt“, geht durch die Sphären der musizierenden Engel und inkarniert sich  auf der Erde im lebendigen Körper des Jesuskindleins.

Dieser ganze Geburtsvorgang ist in helles Licht getaucht. Jeder, der will und sein Bewusstsein erweitert, kann sich auch heute noch über den Inkarnationsvorgang Klarheit verschaffen. Dann erlebt er, dass die Geburt des Christkindes sich bei jeder Geburt wiederholt.

Modern gesagt, kommt Christus aus der Raum- und Zeitlosigkeit – der Ewigkeit -, wo  wir alle in Gott existieren. Geht in die Zeit, wo sich die geistigen Wesen als Musik oder Töne, die keine materielle Luft dazu nötig haben, kundtun, und „erobert“ sich die Zeit und den Raum in einem lebendigen, sterblichen Körper. Er schreitet von der 0. Dimension in die drei Dimensionen des Raums.

Dass dieser Vorgang möglich wurde, ging eine lange Evolution der Erde mit ihren Mineralien, Pflanzen und Tieren voraus. In der Evolution entstanden zuerst die Zeit und dann die verschiedenen Dimensionen des Raums, damit sich die Naturwesen (Mineralien, Pflanzen und Tiere) entwickeln konnten.

Heute lebt jeder Mensch als individuelles, göttlich geistiges Wesen in seinem lebendigen, empfindenden irdischen Körper. In den 3 Dimensionen auf der Erde kann er nun als geistiges, individuelles Ich-Wesen seine Bewusstseinsevolution an die Hand nehmen, die sehr schnell Erfolg haben kann.

Der Mensch ist ein individuelles, geistiges Wesen, das in einem von ihm individuell geprägten, natürlichen Körper wohnt.

Das Leben Jesu und jedes Menschen

Jesus wurde vor ca. zwei Jahrtausenden auf der Erde als Mensch geboren.

Diesen Vorgang hat man schon immer mit der Inkarnation oder Fleischwerdung Gottes bezeichnet. An Weihnachten wird die Inkarnation Christi gefeiert: Die Geburt des Christkindes.

Auch bei der Geburt jedes Menschen sind die Himmel offen.

Dies zeigt sich unter anderem darin, dass niemand auf ein kleines Kind böse sein kann. Es gibt kaum einen Menschen, der nicht von einem kleinen Kind berührt wird.

Das Ziel jeder Inkarnation oder des Lebens im Körper kann sein, dass man offen und beweglich bleibt und nicht nur starre Vorstellungen pflegt. Der Mensch kann sich mit hellem Bewusstsein weiter entwickeln, wenn er sich seines geistigen Kerns bewusst wird. Der Mensch kann seine Bewusstseinsevolution vorantreiben. Damit verbindet er sich mit dem Göttlichen und bringt den Himmel auf die Erde. Das „Jetzt“ ist die Spalte zum Himmel, die auf der Erde durch den sich bemühenden Menschen aufgetan wird.

Anders gefragt: Wie kann der Mensch auch im Alter noch seelisch und körperlich offen und beweglich bleiben?

Die Erziehung des kleinen Kinds ist extrem wichtig. Danach kommt die Schulzeit: In ihr wird das Kind meistens angehalten, ein immer neugieriger und weiterlernender Mensch zu bleiben. Es geschieht aber oft, dass das Kind immer stärker geprägt wird, in starren Denk- und Gefühlsmustern zu verharren. Seine lebenslängliche Entwicklung ist dann stark eingeschränkt

Wie kann erreicht werden, dass die Tür zum Himmel, zu Gott nie zugeht?

Wie kann der Mensch seine Offenheit und seine Verbindung zum Geist oder zu Gott bewahren?

Wie kann er leben, damit durch ihn der Himmel auf Erden zu finden ist?

Der grösste Lehrmeister für alle Menschen kann Jesus-Christus sein, da er einmal als Gottes Sohn Mensch in Fleisch und Blut geworden ist. Er hatte immer die Verbindung zu Gott bewahrt. Der Himmel war permanent mit ihm auf der Erde. Der Fluss von oben nach unten war konstant da.

Reinkarnation

In einem Leben kann der Mensch nicht alle negativen Strukturen auflösen und sein Bewusstsein aktiv umwandeln. Er klammert auch nach einem bewusst geführten Leben immer noch an gewissen Strukturen, d. h. er pflegt gewisse Lieblingsmeinungen oder hat immer noch Vorurteile. Er ist von gewissen Süchten oder anderen Gewohnheiten noch nicht frei.

Er ist noch ein Mensch in Fleisch und Blut,  der in gewissen Dingen von seinem Körper abhängig ist.

Auch wenn er viele geistige Übungen aktiv macht, erringt er sich seine Freiheit nicht sofort.

Im Osten ist sich der Mensch der Wiedergeburt bewusst und spricht schon immer von der Reinkarnation der menschlichen Seele. Er fasst sie jedoch mehrheitlich als Last auf, von der er sich befreien will. Er will das Rad der Wiedergeburt durchbrechen und ins Nirwana eingehen.

Im Westen war diese Tatsache ca. 2000 Jahre lang fast unbekannt. Wenn sich der westliche Mensch der Wiedergeburt wieder erinnert, kann er den östlichen Weg wählen und sich auch vorstellen, dass er in einem anderen seelischen Wesen – z. B. einem Tier – wiedergeboren wird.

Bei einer modernen spirituellen Selbsterkenntnis nimmt der Menschen sich nicht nur als seelisches, sondern auch als individuell geistiges Wesen, das in seinem lebendigen Körper lebt, wahr.

Die Wiedergeburt seiner Geist-Seele in einem anderen menschlichen Körper wird für ihn eine Entwicklungschance, um sich immer weiter zu entwickeln.

Natürlich kann er auch seine Chance verpassen und in der Entwicklung keine Fortschritte machen. Wir haben in den letzten Blogbeiträgen gelesen, dass der Mensch seine Bewusstseinsevolution immer selber wollen muss. Dies kann vielfach unbequem sein und man lässt sich oft bequemer mit dem Strom treiben.

Der menschliche Kern – sein Ich-Wesen- unterliegt der Wiedergeburt. Sie ist die Möglichkeit, sein Bewusstsein immer weiter zu steigern.

 

Selbsterkenntnis

Wir haben unseren Ich-Punkt in unserem lebendigen physischen Körper. Daher sind wir ein Wesen mit einem Selbstbewusstsein.

Einige Fragen, die wir durch Aufmerksamkeitsmeditationen für uns beantworten können:

Wie fühlt sich unser Körper an?

Bin ich mein Körper oder „wohne“ ich in meinem Körper?

Wie ist es in der Nacht?

Braucht es meine Akivität zum Denken?

Wie empfinde ich Gefühle?

Kann ich meinen Körper zum in meinem Sinn Verändern der Welt einsetzen?

Wann habe ich ein Selbstbewusstsein?

Werde ich im Jetzt von Faktoren ausser mir beeinflusst?

Wenn wir genauer unseren Ich-Punkt betrachten, sehen wir, dass er aus 4 Strömungen dynamisch gebildet wird:

1. Strömung: von oben nach unten

Es kann vom Ich- oder Menschenkern, der sich von oben herabsenkt, gesprochen werden.

 

2. Strömung: von rechts nach links

Es werden durch sie die von Gott gefühlten Gedanken auf der Erde beschrieben.

3. Strömung: von links nach rechts

Es werden durch sie die von Gott gedachten Gefühle auf der Erde charakterisiert.

4. Strömung: von unten nach oben

Der physische Körper, der sich im Wachzustand aufrichtet. Es wird durch die 4. Strömung auf der Erde der Wille Gottes, der für den physischen Körper die Voraussetzung bildet, beschrieben.

Anders gesagt entsteht in der physischen Welt unser Ich-Punkt dynamisch als Schnittpunkt der 4 Strömungen aus dem Umkreis.

Unser Ich ist übers ganze Weltall ausgebreitet und lebt im Wachbewusstsein auf der Erde.

Das Ich besteht in der geistigen Welt aus Leib, Seele und Geist.

Das Ich ais Punkt durchdringt im Physischen auch seinen ganzen Körper, im Seelischen erfüllt es seine Seele und im Geistigen ist es der ewige, individuelle menschliche Geist, der raum- und zeitlos existiert.