Das Eingreifen des Willens II

Die Delta Dynamik

Bei der Sinneswahrnehmung sind immer unbewusst Denken, Fühlen und Wollen beteiligt. Dies zum Bewusstsein zu bringen, ist eine Aufgabe der Delta Dynamik.

Diese Erkenntnis wird bei vielen pädagogischen und therapeutischen Massnahmen angewendet:

Erstes Beispiel: In der Delta Pädagogik erzieht man die Kinder unter bewusster Berücksichtigung des Denken, Fühlens und Wollens. Ganz zentral ist die bewusste Förderung des eigenen, individuellen Willens.

Zweites Beispiel: Die Trauma–Therapie kann traumatisierende Erlebnisse zum Bewusstsein bringen und auflösen.

Drittes Beispiel: In der Verhaltenstherapie setzt man bewusst den eigenen Willen ein, um das Verhalten zu ändern. Sie erschöpft sich nicht in Diskussionen und Analysen von Problemen, sondern ermutigt zum aktiven Ausprobieren von neuem (äusserem und «innerem») Verhalten.

  • Durch die Neuropsychiatrie entdeckt man für immer mehr psychische Störungen organische Ursachen.
  • Der Körper kann dann nicht richtig eigesetzt werden. Die Seele ist zwar unsichtbar, wird aber durch eine Therapie des Körpers geheilt. Seelenärzte behandeln also auch den Körper. Nur richten sie ihre Aufmerksamkeit beim Körper mehr auf seine elektromagnetischen Felder und die Materie des Hirns. Diese beiden Bereiche konnten erst in den letzten Jahren mit Einsatz des Computers untersucht werden.
  • So wurden etwa Erkrankungen wie Zwangsstörung, AD(H)S, Tourette-Syndrom und Schizophrenie bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts primär psychoanalytisch/psychologisch erklärt, fallen aber heute ganz wesentlich in den Forschungs- und Deutungsbereich der Neuropsychiatrie, die das Hirn – also einen Teil des Körpers – untersucht.

 

Leiden der Seele sind also Krankheiten des Körpers.

 

Der ewige menschliche Geist

Will man die geistigen Ursachen, die nicht primär mit der Materie zusammenhängen, untersuchen, muss man sein Bewusstsein verwandeln und den Geist des Menschen auch ohne Umweg durch den Körper studieren. Man muss den Menschen als individuelles, geistiges Wesen, das nach dem Tod weiterexistiert und in Zukunft in einem neuen Körper wieder auf der Erde leben kann, verstehen.

Ganz wichtig ist zu wissen:

Wenn die Umgebung (Therapeuten, Mitmenschen, Ortswechsel usw.) anders gestaltet werden und der Eigenwille des Menschen wieder in seinen Körper eingreifen kann, ist Vieles (Heilung, Überwindung von traumatischen Erlebnissen, genauere Sinneswahrnehmung, anderes Gefühlsleben, mehr Konzentration usw.) wieder möglich.

 

In der Delta Dynamik lernt man, immer genauer zu beobachten und alle Sinne einzusetzen und nachhaltiger zu handeln. Man  ändert willentlich sein Bewusstsein.

Je wacher man lebt, desto mehr erlebt man in der Welt. Man weiss dann genauer, wie man eingreift und kennt viele Motive seines Handelns.

Auch wenn man verzerrte Gedanken hat und nicht zentriert oder wach ist, verändert man die Welt. Die Frage ist nur, ob man sie im positiven Sinn verändert und nachhaltig wirkt.

Die Technik kann einem bei der Nachhaltigkeit und der positiven Veränderung helfen oder bei fehlendem Bewusstsein verheerende Auswirkungen auf die menschliche Seele und die Welt haben.

Denken

Die erste Stufe im Seelischen ist das Denken. Es ist am einfachsten, etwas bewusst zu denken. Wenn es einem gelingt, den Egoismus zu durchschauen oder sogar zu überwinden, kann man die echten Zusammenhänge der Welt  erkennen (Gesetze). Man sieht dann auch seine eigene Stellung in der Welt.  Der Egoismus verzerrt immer auch die Wahrnehmung, weil das Denken seinen Lieblingsideen folgt. Er spiegelt dem Menschen auch vor, dass die Gedanken “frei” sind und deshalb nichts bewirken können. Heute weiss man, dass jeder Gedanke und jedes Gefühl etwas verändern. Man kann sogar mit einem Computer in den elektromagnetischen Feldern die Veränderung nachweisen oder den Menschen manipulieren.

Mani Matter z.B. konnte in einfachen Liedern diese Zusammenhänge mit Humor überspitzen und zu Gehör bringen, weil er eine genügende Distanz zu sich selbst hatte.

In der Delta Dynamik lernt man, Distanz zu sich zu erreichen und sein Bewusstsein zu verwandeln. Dann verdrängt man viele Zusammenhänge nicht mehr, sondern sieht immer klarer ihre Bedeutung in der Welt.

Man ist fähig, gedanklich das Richtige im Innern zu erkennen. Die Umsetzung im Leben kann aber noch nicht oder nur von Zeit zu Zeit gelingen.

Fühlen

Seine Gefühle kann man noch schwerer beherrschen und willentlich steuern. Deshalb ist die zweite Stufe das Fühlen. Wenn es einem gelingt den Egoismus zu überwinden, kann die Welt auf uns so wirken, dass echte Gefühle entstehen. Der Egoismus in all seinen Varianten ist wirksam, wenn das Fühlen zu Emotionen aufgepeitscht  wird. Man kann die Emotionen nachvollziehen, aber sie dienen nicht dem Ganzen und können den Menschen krank machen.

Wenn uns dies gelingt, können wir auch im Unglück noch Dankbarkeit für gewisse Teilaspekte entwickeln und nicht alles nur schwarz sehen.

In der Delta Dynamik lernt man, auf seine Emotionen zu achten und sie zu realistischen Gefühlen zu verwandeln. Man  ändert willentlich sein Bewusstsein.

Dann verdrängt man seine Emotionen nicht mehr, sondern lässt die Welt gefühlsmässig so auf sich einwirken, dass man in ihr gesunden kann.

Als Folge kann man aber immer noch nicht in jeder Situation entsprechend handeln.

Wollen

Um immer richtig und gesundend in die Welt eingreifen zu können, muss man seinen Willen bewusst beherrschen. Dies ist die dritte und schwierigste Stufe im seelischen Eingreifen. Um seinen Willen zu schulen, muss man klar denken können. Auch darf man nicht der Spielball seiner Emotionen sein.

Das Leben setzt uns genügend  Widerstände entgegen, um sie zu überwinden. Es ist mühsamer aktiv zu werden und oftmals gegen den Strom zu schwimmen, als passiv zu konsumieren und sich mit den Modeströmungen mittreiben zu lassen.

In der Delta Dynamik lernt man, seinen Willen bewusst in den Griff zu nehmen. Man  ändert willentlich sein Bewusstsein und handelt der Situation entsprechend.

Wir greifen in die Welt ein und handeln bewusst.

Wenn man sein Denken, Fühlen und Wollen nicht ergreift, wirkt alles Körperliche krankmachend oder sogar böse.

Wenn der Körper sich selbst überlassen wird, weil der Mensch seinen Willen auf der Erde nicht mehr einsetzen kann, schädigt oder zerstört er sich und die Umwelt.

Man kann aber auch sagen, dass wir als geistiges Willenswesen mit unserem Denken die echten  Zusammenhänge herstellen, als seelisches Wesen mit unseren Gefühlen die Welt unverfälscht wahrnehmen und als  körperliches Wesen positiv in die Welt eingreifen können. Deshalb finden wir die Trinität auch im Menschen.

 

Das Eingreifen des Willens I

Der menschliche Körper

Der individuelle, menschliche Wille kann auf vier Arten im menschlichen Körper eingreifen: Einerseits im materiellen Raum, andererseits durch das Denken, Fühlen oder Wollen der Seele in der unsichtbaren Zeit. Im Raum findet man den physischen Körper des Menschen und die übrige Sinneswelt  (Materie), in der Zeit den Energie-, Seelen- und Individualkörper (elektromagnetische Felder).

Dieses 4-fache Gebilde stellt den menschlichen lebendigen, beseelen und durchgeistigten Körper dar. Der Körper ist durch die Materie für die altbekannten Sinne sicht- und hörbar, durch die elektromagnetischen Felder für den Wort-, Empathie- oder Gedanken- und den Delta- oder Ich-Sinn erlebbar.

Mit unserem Körper können wir unbewusst, halbbewusst oder bewusst in die Sinneswelt eingreifen und sie verändern.

In unseren Bewegungen und unserer Verdauung sind wir unbewusst. Wir haben keine Ahnung, weshalb wir uns bewegen und Verdauen. Intellektuell sind nur Theorien bekannt. Mit ihnen stellt man Hypothesen zur Bewegung und Verdauung auf, die heute durch gewisse Fakten in Frage gestellt werden. So ist es bekannt, dass gewisse Menschen trotz lädierter oder sogar durchtrennter Nerven im Rückenmark wieder schmerzfrei gehen können und es möglich ist, sich nur aus Licht zu ernähren.

In unserer Atmung und Rhythmen, z.B. dem Puls,  sind wir nur halbbewusst, d.h. wir können sie nur teilweise durch unseren wachen Verstand beeinflussen.

Erst in unseren Wahrnehmungen und Erinnerungen können wir bewusst sein. Indem wir unser Bewusstsein verwandeln, ist es möglich hell bewusst wahrzunehmen und zu erinnern.

Der menschliche Geist

Der geistige Raum  und die geistige Zeit werden durch die Materie und ihre Felder nicht sichtbar, denn sie sind nicht strukturiert und können technisch nicht bewiesen werden. Nur der Mensch kann den Geist nach einer Bewusstseinsverwandlung in der geistigen Welt wahrnehmen.

Der menschliche, individuelle Geist kann aber auch indirekt in der strukturierten Sinneswelt mit ihrer Materie und ihren elektromagnetischen Feldern mit Computern wahrgenommen werden. Erst in der Materie und den elektromagnetischen Feldern kann man die Wirkung des Geistes auch technisch erfassen. Natürlich kann ein Mensch unter Einsatz seiner Sinne auch ohne Computer den Anderen sehen. Er nimmt seit alters her mit seinen Sinnen die Welt der Materie und der Felder wahr und kann die sichtbaren Körper sehen, hören usw. und die unsichtbaren Stimmungen usw. erleben.

Der moderne Mensch kann heute durch eine Bewusstseinsverwandlung seine Sinne hell wach einsetzen und die Sinneswelt im Licht objektiver und genauer wahrnehmen. Es besteht jedoch auch die Gefahr, dass sein Bewusstsein kleiner und dunkler wird. Dann lebt er in den Strukturen der Vergangenheit und ist nicht mehr präsent. Finsternis breitet sich aus, er entfernt sich immer weiter von seinem eigentlichen Wesen und wird von anderen fremdbestimmt.

Weil die Technik dem Menschen Sicherheit gibt, glauben viele Menschen, dass man ohne Technik nicht wissenschaftlich sein kann. Die Technik kann helfen, die Phänomene richtig zu deuten. Wissenschaftlich denken kann man aber auch ohne Hilfe der Technik.

Die menschliche Seele

Sie vermittelt zwischen Körper und Geist. Man kann auch sagen, dass wir durch unseren Körper ein Willenswesen, durch unsere Seele ein Gefühlswesen und durch unseren Geist ein Gedankenwesen sind. Ohne Seele können wir unseren Willen und unsere Gedanken nur wie eine Maschine, die gefühlslos ist, entfalten.

Zum vollständigen Menschen werden wir erst durch die Harmonie von denken, fühlen und wollen.

 

Sinneswahrnehmung

Zur vollständigen Sinneswahrnehmung sind 12 gesunde Sinne und ein unverzerrtes Denken nötig. Wenn ein oder mehrere Sinne durch Krankheit oder Unfall ausfallen, kann man mit seinem Denken die Eindrücke, die von den Sinnesorganen nicht mehr „geliefert“ werden, ersetzen.

Die verbleibenden Sinne und das Denken, mit dem man auch fühlt und will, können uns die Welt ebenfalls vollständig zeigen.

Wenn durch einen Krankheit oder einen Unfall die Sinne und/oder der Körper so geschädigt sind, dass der Mensch nicht mehr vollständig wahrnimmt und nicht mehr so in die Welt eingreifen kann, wie es üblich ist, spricht man von Behinderung.

Man greift unbewusst  bis bewusst mit dem Körper in die Welt  und seinen Körper ein und verändert sie. Bevor man die Welt gezielt verändern kann, muss man fähig sein, exakt wahrzunehmen und seinen Willen bewusst einzusetzen.

Zur exakten Wahrnehmung ist ein unverfälschtes Denken nötig. Wenn man seine Sinne hell bewusst einsetzt, erlebt man, dass neben den Sinnesorganen auch das Denken, das Fühlen und Wollen bei der Sinneswahrnehmung beteiligt sind.

Man denkt, fühlt und will meistens unbewusst. Man könnte es so umschreiben: Es denkt, es fühlt und es will in mir. Die Bestätigung für diese Tatsache sehen wir, wenn das Gleichgewicht von unbewusstem Denken, Fühlen und Wollen gestört ist.

Fehler bei der Sinneswahrnehmung

Wenn das unbewusste Denken, das meistens durch eine Verletzung des Gehirns  nicht mehr vollständig ablaufen kann, stellt man z.B. folgende Phänomene fest:

  • Die Sinneswahrnehmung ist verzerrt und unvollständig.
  • Man sieht nicht mehr das ganze Bild (z.B. Buch von Oliver Sacks – Der Mann, der seine Frau mit dem Hut verwechselte).
  • Man kann zwar Dinge sehen, sie aber nicht beim Namen nennen (so identifiziert man beispielsweise eine Rose als „rotes, gefaltetes Gebilde mit einem geraden grünen Anhängsel“), d.h. man kann den Wahrnehmungen durch sein Denken nicht mehr die richtigen Begriffe zuordnen.

Das unbewusste Denken kann aber auch beim gesunden Menschen durch eine seelische Erschütterung aus dem Gleichgewicht geraten und nur noch sich selbst sehen. Folgendes ist dann wahrzunehmen:

  • Man sieht nur die eigenen Probleme, nicht jedoch die der anderen.
  • Man überschüttet die Falschen mit Vorwürfen.
  • Letztlich schadet man sich selbst, reisst aber andere auch in den Abgrund.

 

Wir vervollständigen die Eindrücke der Sinneswelt immer mit unseren (unbewussten) Gedanken. Nur durch „Glotzen“ sehen wir nichts.

 

Wenn das unbewusste Fühlen, das meistens durch eine Verletzung des Gehirns nicht mehr vollständig ist, stellt man z.B. folgende Phänomene fest:

  • Man sieht eine Frau, die genauso aussieht wie die eigene Mutter, erkennt die eigene Mutter aber nicht, weil die entsprechenden Gefühle nicht durch die Wahrnehmung ausgelöst werden. Mit anderen Worten empfindet man keine Gefühle, die uns an die Mutter erinnern, beim Anblick dieser Frau und ist sich deshalb sicher, dass es sich nicht um die eigene Mutter handeln kann.
  • Menschen, die von anderen Menschen schlecht behandelt werden (Folter, Terrorismus, Entlassung, schlechte Wohnverhältnisse …), lösen keine Gefühle des Mitleids aus.
  • Man kann natürlich diese Gefühle auch ausschalten, indem man anonym von ferne plant und handelt, indem man die Statistik ins Zentrum stellt, indem man die Verantwortung delegiert usw. Es gibt sogar viele Regeln, wie man diese Gefühle bei gesunden Menschen verringern und systematisch vernichten kann. Dass diese Leute auch schwer geschädigt werden, nimmt man in Kauf. Meistens werden „wissenschaftliche“ Theorien eingesetzt, um dies zu erreichen (Judenvernichtung, Umweltzerstörung, politische Ideen, um den Terrorismus und weitere Misshandlungen anderer Menschen zu begründen, Lateralschäden im Militär, …).
  • Man denkt scharf und handelt eiskalt (unmenschlich), d.h. man handelt ohne Gefühle.

Das unbewusste Fühlen kann aber auch beim gesunden Menschen durch eine seelische Erschütterung aus dem Gleichgewicht geraten und nur noch sich selbst fühlen. Folgendes ist dann wahrzunehmen:

  • Man empfindet nur die eigenen Probleme als zentral und kann sich nicht in den Anderen hineinfühlen.
  • Man empfindet die Falschen als Ursache seines Missbehagens.
  • Letztlich schadet man sich selbst, reisst aber andere auch in den Abgrund der Emotionen.

 

Ohne Gefühle sind die Sinneseindrücke zwar logisch, aber unvollständig. Man wird ohne Gefühle grausam und unmenschlich.

Wenn das unbewusste Wollen, das meistens durch eine Verletzung des Gehirns nicht mehr vollständig ablaufen kann, stellt man z.B. folgende Phänomene fest:

  • Man kann nicht mehr gut hören, obwohl der Arzt keinen Defekt feststellen kann. Wenn die Verhältnisse sich verändern (andere Schule, Tod eines wichtigen Mitmenschen usw.) besteht die Möglichkeit, wieder gut zu hören. Es ist ein häufiges Phänomen, dass viele Menschen sich in die Schwerhörigkeit „flüchten“.
  • Z.B. sieht man nur das, was man will. Ganz allgemein kann man willentlich alle Sinneswahrnehmungen ausblenden, indem man seinen Bewusstseinszustand ändert und bewusster wird.
  • Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass man die Erlebnisse unwillentlich verdrängt, indem sein Bewusstseinszustand unbewusst verdunkelt wird und man sich an nichts mehr erinnern kann. Ist diese Verdrängung krankhaft, spricht man von Trauma.

Das unbewusste Wollen kann aber auch beim gesunden Menschen durch eine seelische Erschütterung aus dem Gleichgewicht geraten und nur noch das Wohl seines Egos wollen. Folgendes ist dann wahrzunehmen:

  • Man will nur noch das Wohl des eigenen Egos, weil man nicht (mehr) den Menschen als Delta oder Ich Wesen erlebt. Deshalb kann man nur sich erleben, nicht was der Andere  eigentlich will.
  • Nur ein materieller Luxus wird als erstrebenswert gehalten.
  • Das Ego eines Anderen bestimmt unser Leben mit seinem egoistischen Willen.
  • Letztlich schadet man sich selbst, reisst aber auch andere Menschen in den Abgrund und blockiert sie in ihren Taten.

Der Wille, auch in der Wahrnehmung, ist die zentrale menschliche Fähigkeit.

Wenn der Mensch sich nur mit seinem Willen ohne zu denken und zu fühlen durchsetzt, geht es immer um die Erhaltung der Macht. Man will bewusst oder unbewusst die Freiheit, die den Menschen zum menschlichen Wesen macht, nicht gewähren und vergisst, dass ein Mensch, der die anderen unterdrückt, auch selbst nicht frei ist. Demnach steht auch jeder Diktator unter diversen Zwängen.

 

Die gesunde Sinneswahrnehmung

Frei wird man nur, wenn man selbst bestimmen kann, wie man in seinen Körper und die Sinneswelt eingreift. Die vollständige Sinneswahrnehmung (Harmonie des Denkens, Fühlens und Wollens) ist bei einem gesunden Körper eine gute Voraussetzung. Wenn man gesund denken, fühlen und wollen kann, ist es auch  bei einer Verletzung oder Krankheit möglich, den anderen die Freiheit zu gewähren.

Denn Freiheit ist nur für alle Menschen möglich. Jeder muss bestrebt sein, diese Möglichkeit allen zu geben. Nur unter dieser Voraussetzung ist oder wird man auch selbst frei.

Dies gilt auch für Gott. Deshalb zwingt er die Menschen zu nichts. Er lässt zu, dass die antigöttlichen Mächte auf der Erde den Menschen zu bösen Taten versuchen können.

Der Mensch hat die Wahl, gegen den Strom zu schwimmen oder sich mit den schlechten Zeitströmungen mittreiben zu lassen. Er kann zwischen Gut und Böse wählen.

 

 

 

 

Das nicht vollständig Eingreifen-Können des Willens im Leben

Erste  Möglichkeit

1. Variante

Alles im Leben soll nur gut funktionieren, maschinell und automatisch ablaufen. Die Statistik ist ausschlaggebend.

Menschen, die ihr Leben nach dieser Möglichkeit gestalten, haben die Absicht, alles zu festen, statistisch erfassbaren Strukturen werden zu lassen. Wenn sie Beweglichkeit, Flexibilität und Konsequenz mit „Durcheinander oder Chaos“ gleichsetzen, argumentieren sie wie eine mechanische Maschine oder ein Computer. Sie können oder wollen nicht sehen, was der Unterschied von Beliebigkeit und schöpferischem Chaos ist.

Als Beispiele haben gewisse Ärzte als höchstes Ziel, ihre Patienten mit Chemie gut einzustellen. Es gibt auch Lehrer, die nur Freude an angepassten und gute Noten schreibende Schülerinnen und Schüler haben. Auch im Berufsleben müssen heute die meisten Menschen effizient und gewinnbringend arbeiten. Individualisten und Behinderte stören dieses Weltbild, denn sie sind Sand im Getriebe oder „fehlprogrammiert“.

2. Variante

Alles im Leben kann emotionell betont werden und alles ist „wahr“, was der einzelne Mensch erlebt.

Da man nichts verdrängen will, lebt man seine Emotionen und Triebe so gut es geht, aus. Man hält sich nur an Gesetze, wenn es nicht anders geht. Drogen konsumiert man, weil man glaubt, sein Bewusstsein mit ihnen zu erweitern und seinen Emotionen Nahrung geben zu können. Man schwärmt für verschiedene Weltanschauungen und hasst alles, was logisch ist. Man glaubt, dass nur die Emotionen zu einem vollen Leben führen, nicht die Gedanken, die uns nur Theorien geben können.

 

Zweite  Möglichkeit

Flexibel, individuell, menschlich sein, d.h. gegenwärtig gut handeln.

Menschen, die mit ihrem Leben der zweiten Möglichkeit zum Durchbruch verhelfen,  sind  durch lebendige Bewegungen die Ursache, dass nicht alles erstarrt und verhärtet. Deshalb ist ihr Denken und Wahrnehmen in Bewegung und immer individuell. Man charakterisiert statt definiert, sonst ist man in Gefahr, dass man einer brillanten, festen Theorie verfällt. Beim Charakterisieren schaut man auf die Phänomene, beim Definieren auf die Theorien. Charakterisieren setzt Flexibilität voraus. Das menschliche Individuum ist dabei immer die Voraussetzung. Nur der Mensch, nicht eine Maschine wie der Computer, kann charakterisieren.

Bei der zweiten Möglichkeit wollen Ärzte mithelfen, den Menschen zu individuellen Handlungen zu führen. Sie sind sich bewusst, dass die nachhaltige Heilung ohne den Willen des Patienten nicht möglich ist. Lehrer sehen ihre Aufgabe im individuell werdenden Schüler, der sich unsinnigen Strukturen nicht anpasst. Sie unterstützen ihn durch ihre Persönlichkeit,  ihre Regeln und ihren Schulstoff, den Weg zur Freiheit zu gehen. Im Berufsleben ist die Zufriedenheit bei der Erfüllung der Aufgabe das Wichtigste. Gewinn, den es zur Weiterführung des Unternehmens braucht, wird gemacht. Gewinn, der zur Bereicherung bestimmter Menschen erzielt wird, ist nicht sinnvoll.

Geistig menschlich  jedoch ist:

  • Sich mit der Welt zu verbinden und die weltlichen Versuchungen zu erleben und seinen eigenen Weg zu gehen.
  • Zu fallen, aber den Willen entwickeln, wieder aufzustehen.
  • Das Vermögen zu haben, immer wieder neu anzufangen.
  •  Perfektion als Ziel, nicht als Voraussetzung zu haben.
  • Nicht heilig in der Wüste oder im Kloster als Asket, Fakir, Mönch  usw. zu sein, sondern heilig durch das Erlebnis der Höhen und Tiefen des Lebens zu werden.

ZUSAMMENGEFASST: DIE TRANSFORMATION DES MENSCHEN VOM IRDISCHEN ZUM GÖTTLICHEN MENSCHEN VORWÄRTSTREIBEN. DEN BEWUSSTSEINSWANDEL WOLLEN UND SICH DURCH DEN EIGENEN WILLEN  MÖGLICH MACHEN, D.H. INDIVIDUELLE WILLENS-TATEN DAZU AUSFÜHREN.

Zusammenfassung der zwei Möglichkeiten

Im Leben sind meistens die beiden Möglichkeiten gemischt. Im ersten Schritt ist wesentlich, sie zu erkennen, d.h. sich ihrer bewusst werden. Im zweiten Schritt, der viel schwieriger durchzuführen ist, sollte man sein Verhalten im guten Sinne ändern. Diesen Weg  kann man nur gegenwärtig gehen. Denn wenn man den Augenblick ausdehnen kann und seine Motive durchschaut, übt man echte Selbsterkenntnis, die zur gewünschten Änderung seiner Handlungen führen kann. Ohne Selbsterkenntnis wird man von undurchschauten Mustern und Seelenstrukturen beherrscht und glaubt frei zu handeln. Diese Freiheit ist aber ein versteckter Zwang. Echte Freiheit ist nur bei vollkommener Selbsterkenntnis möglich. Um die vollkommene Freiheit zu erreichen, leben wir. Sie ist ein fernes Ziel, das wir Menschen früher oder später erlangen können. Wir brauchen dazu unseren erwachten Willen und mehrere Wiedergeburten, d.h. es ist eine Aufgabe für Jahrtausende.

 

Alter

Im Alter kann man die zwei Möglichkeiten viel deutlicher studieren. Kann der göttliche Mensch nicht mehr vollständig in seinem Körper wirken, wird er alt und vergesslich. Man spricht dann von Demenz. Der menschliche Willen, der üblicherweise fähig ist, seinen Körper zu ergreifen, kann dies im Alter oft nicht mehr.

Erste  Möglichkeit

1. Variante

Der Mensch kann dann böse, unwirsch, ungerecht, aufgebracht usw. sein.

Bei „normalen“  Menschen wird aber  auf Besserwisserei und Stress negativ reagiert. Der eigene und der fremde Egoismus fördern die schlechten Eigenschaften. Alles Körperliche hat die Möglichkeit, böse zu werden.

2. Variante

Es gibt viele alte Menschen, die explodieren als Reaktion auf egoistisches Handeln, Missverständnisse und Müdigkeit. Ihre Emotionen „gehen“ durch. Wenn sie sich wieder beruhigt haben, sind sie wie zuvor.

Gedächtnisverfälschung durch erstarrtes Denken, strukturiertes Fühlen und vergangenes Wollen:

Man kann durch falsches Denken, durch egoistisches, liebloses Fühlen und durch unsoziales Wollen (man ist nicht gütig oder gut) sein Gedächtnis verfälschen.

 

Zweite  Möglichkeit

Hat der Mensch sich voll bewusst geläutert, bleibt er auch bei Demenz freundlich und menschlich. Er behauptet nicht etwas, das mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt und zeigt unter Stress nicht seine negativen  Seiten.

Auch ein weit fortgeschrittener Mensch kann im hohen Alter  Demenz bekommen. Er kann sich an nichts mehr erinnern, weiss sogar die Namen der Menschen nicht mehr. Sein freundliches Menschenwesen zeigt sich trotzdem und jede Person ist nur Mensch für ihn.

Die Demenz im Alter  eignet sich gut, auch die Mängel bei der Erinnerung ohne Demenz aufzuzeigen.