Um mein Deltagramm stabilisieren zu können, muss ich nun mit dem Licht des Gelben Hutes in den Bereich meines physischen Körpers gelangen. Der Teil des Körpers, der mir mein Alltagsbewusstsein ermöglicht, ist das Gehirn. Seine Strukturen gehören zum Komplexesten im Universum. Diese Strukturen geben mir eine wichtige Stütze, wenn ich sie ihren inneren Gesetzen gemäss benutze. Was heisst dies konkret? Ich muss mich schulen, der physischen Wirklichkeit gemäss zu denken und wahrzunehmen. Ich muss vermeiden, dass Emotionen und Vorurteile aus dem Rothut- und Grünhutbereich meinen Gedanken und Wahrnehmungen einen phantastischen Charakter verleihen.
Ein Beispiel: Ich beobachte einen einfachen Gegenstand, zum Beispiel ein Wasserglas. Nun beschreibe ich exakt, was ich sehe. Ich erlaube mir keine Spekulationen. Ich knüpfe nun Gedanke an Gedanke zum Thema Wasserglas. Ich beschreibe innerlich seine Form, das Material und seinen Verwendungszweck. Ich beschreibe (ev. mit Hilfe eines Fachbuchs) jeden Schritt, der zur Produktion des Glases nötig ist. Wichtig sind die logische Folge der Prozesse und die exakte Wahrnehmung. Ich darf mir keine Spekulation erlauben, sonst verliere ich schon im Physischen den Boden unter den Füssen. Es geht nicht um die Vermehrung von Wissen, sondern um ein folgerichtiges Denken und Wahrnehmen, das sich an den Fakten der physischen Welt orientiert.
Die Schulung in Mathematik ist auch ein gutes Werkzeug, um sein Denken innerlich stimmig zu halten. Die Schulung des klaren, folgerichtigen Denkens und Wahrnehmens soll uns helfen, bei der Beobachtung in den Feldern ebenso exakt und ohne Fantasterei zu bleiben wie im sinnlichen Leben.
Achtsamkeitsmeditationen mit der 1. Aufmerksamkeitsstufe
Achtsames Wahrnehmen der Sinneswelt:
Wenn wir nicht mehr passiv „glotzen“ (dies steht stellvertretend für alle Sinnesprozesse), sondern mit innerer Aktivität der Stufe 1 oder mehr die Sinneswelt beobachten, erleben wir die Wahrnehmungen nicht mehr als von aussen gegeben. Dank unserer Delta Aktivität sind wir uns im Klaren, dass unser Delta zur Wahrnehmung ebenso nötig ist, wie die Sinnesreize, die unsere Sinnesorgane erfassen. Die Sinneswelt wird von uns als materiell erscheinende Welt erlebt. Wir wissen aber, dass sie durch die Wechselwirkung der nicht materiellen Vergangenheitsfelder und dem menschlichen Delta, das seinen Ursprung im nicht materiellen Gegenwartsfeld hat, so erscheint, wie wir sie erleben. Im achtsamen Wahrnehmen eines Waldes erleben wir nach einer gewissen Zeit, die aufbauenden Kräfte, die im Sinnesteppich verborgen auf uns wirken.
Achtsames Wahrnehmen unseres Denkens:
Wenn wir nun den Gedankenroboter nicht automatisch ablaufen lassen, sondern achtsam unseren Denkprozess beobachten, können wir Folgendes feststellen:
• Beim Denken sind wir wach. Wir durchschauen alles, was wir denken oder realisieren, dass gewisse Gedanken im Nebel verschwinden. Dann wird unser Bewusstsein Richtung Traum abgedämpft und wir können nicht mehr vom bewussten, klaren Denken sprechen.
• Wir müssen mit der Aktivität unseres Deltas die Gedanken „schöpfen“. Der Gedankeninhalt ist jedoch auch ohne unser Zutun gegeben.
• Jeder Gedanke ist in einem unendlichen Begriffsgeflecht mit allen anderen Begriffen verbunden. Mit unserer Delta Aktivität können wir immer tiefer in diesen Zusammenhang eindringen, können ihn jedoch nicht verändern.
• Denken ist ein aktiver Prozess, der auch im Normalbewusstsein nur durch die für uns noch unbewusste Delta Aktivität stattfindet. Deshalb können wir selbst entscheiden, ob wir denken, wann wir denken, was wir denken wollen. Dies gibt uns schon im Alltagsbewusstsein einen Vorgeschmack von Freiheit.
• Erst im Delta Bewusstsein wird uns klar, dass man von echter Freiheit erst dann sprechen kann, wenn das Delta aus dem Gegenwartsfeld in den Strukturen bewusst bestimmt, wie es handeln will. Keine unbewussten Handlungs-, Emotions- und Gedankenstrukturen bestimmen unterbewusst die menschliche Handlung.
• Das Gehirn ist nur die physische Struktur, die unser Denken im Sinnlichen unterstützt. Denken als Delta Aktivität ist jedoch eine Bewegung im Gegenwartsfeld. Mit dem Hirn können wir die Resultate dieser Bewegung nachvollziehen.
Achtsames Wahrnehmen unseres Fühlens:
Wenn wir nun den Emotionsroboter nicht automatisch ablaufen lassen, sondern achtsam unseren Emotionsprozess beobachten, können wir Folgendes feststellen:
• Unsere Emotionen steigen wie im Traum aus dem Emotionsmeer auf.
• Wir können unsere Gefühle nicht steuern, wir können sie höchstens wieder abtauchen lassen und nicht verstärken.
• Unsere Gefühle werden durch unser Gehirn bewusst gemacht. Die erste Wahrnehmung berührt unseren Kreislauf und unsere Atmung. (Ein Mensch mit einem warmen Herz. Er hat ihr das Herz gebrochen. Er hat herzlos gehandelt. Es verschlägt mir den Atem) Wenn wir Hirn statt Herz und Atem einsetzen, wird sofort klar, dass unser primäres Gefühlsorgan nicht unser Hirn ist.
• Um Gefühle zu erleben, die nicht als Emotionsstrukturen in den Vergangenheitsfeldern fixiert sind, ist eine Delta Aktivität nötig. Dann können wir echte Liebe oder Vertrauen existentiell erleben. Dies sind dann Gefühle aus den Gegenwartsfeldern, die uns frei lassen und nicht mit Wucht in ihre Abhängigkeit zwingen. Diese machen uns glücklich und zufrieden, nicht süchtig und unglücklich.
Achtsames Wahrnehmen unseres Wollens:
Wenn wir nun den Motorikroboter nicht automatisch ablaufen lassen, sondern achtsam unseren Handlungsprozess beobachten, können wir Folgendes feststellen:
• Unsere Handlungen werden durch unser Gliedmassensystem ausgeführt. Sie werden durch Reflexe, Emotionsmuster und Gedankenmuster gesteuert.
• Wenn unsere Egostruktur bewusst handelt, fühlt sie sich frei und die Handlung kann doch von unbewussten, egoistischen Motiven ausgelöst werden.
• Im Alltagsbewusstsein ist das Motiv einer Handlung unterbewusst. Der Mensch ist ein unfrei handelndes Wesen.
• Im Delta Bewusstsein kann ich meine Motive bewusst aus dem Gegenwartsfeld schöpfen. Ich handle dann frei. Wenn Emotionsstrukturen meine Handlung auslösen. Kann ich diese mit wachem Bewusstsein beobachten. Ich kann dann auch meine Handlung richtig einordnen.
• Da durch achtsame Selbstbeobachtung die freie Handlung als Eingreifen des Deltas aus dem Gegenwartsfeld unter Nichtberücksichtigung der Vergangenheitsstrukturen erlebt wird, können in diesem Fall die motorischen Nerven, die vom Gehirn gesteuert werden, nicht den Impuls zur Handlung geben.
Freies Handeln ist demnach ein direktes Eingreifen des Deltas in das Muskelgewebe des Menschen. Das individuelle Gegenwartsfeld – das menschliche Delta – kann seinen Willen direkt im Vergangenheitsfeld des menschlichen Leibes als Handlung (Bewegung) umsetzen.
Achtsamkeitsmeditationen: 1. Aufmerksamkeitsstufe der Delta Dynamik
Wenn man achtsam die sinnliche und die innere Welt beobachtet, steigert man seine Aufmerksamkeit, blendet Wahrnehmungen, die automatisch auftauchen, aus und versucht ganz gegenwärtig zu sein.
Bei einer Wahrnehmungsmeditation mit den physischen Sinnen, steigert man seine Wachheit, aktiviert man sich innerlich so stark, dass keine Gedanken- und Emotionsmuster aus dem eigenen Innern sich störend in den Wahrnehmungsraum drängen. Ich bin ganz auf das Sinnesorgan ausgerichtet, das ich mir ins Zentrum rücke. Wenn ich achtsam mit geschlossenen Augen durch einen Wald gehe, sind mein Hörsinn, mein Gleichgewichtssinn und mein Tastsinn, vor allem mit den Fusssohlen, am stärksten gefordert. Ich kann es mir gar nicht leisten, mit alten Problemen oder mit Emotionen abzulenken. Meine Aktivität ist ganz auf das Gehen und Hören ausgerichtet. Dies hilft mir, hellwach zu bleiben.
Schwieriger ist es, wenn ich mit der gleichen Wachheit meine innere Seelenlandschaft beobachten will. Wenn ich die in mir aufsteigenden und absinkenden Emotionen beobachten will, kommt mir immer wieder eine innere Stimme in die Quere, die laut plant, was ich noch erledigen sollte. Eine andere Stimme nörgelt: “Hast du nichts Besseres zu tun, als die Zeit mit so unnützen Übungen zu verschwenden.“ Umgekehrt können Emotionsmuster und unkontrollierte Assoziationen mich davon ablenken, einen klaren, in sich stimmigen, Gedankenablauf zu gestalten.
Am Schwierigsten ist es, wenn ich meine Aktivität dazu brauche, nichts zu beobachten. Ich will nur ein waches Bewusstsein von meinem Bewusstsein haben. Nun kann ich mich nur auf das Nichts konzentrieren. Ich brauche meine innere Kraft, um zu verhindern, dass wie im Traum Emotionen aufsteigen, dass mich ein Auto, das vorbeifährt, ablenkt und ein Gedanke meine Konzentration beansprucht.
Je wacher, je gegenwärtiger und je aktiver ich bin, desto weniger werde ich abgelenkt.
Diesen aktiven inneren Zustand bezeichne ich als die erste Aktivitätsstufe des Delta Bewusstseins. Sie kann mit Achtsamkeitsmeditationen geübt werden. Wir befinden uns an der Grenze der Vergangenheitsfelder zu den Gegenwartsfeldern. Unser Delta, das in den Gegenwartsfeldern existiert und die Vergangenheitsfelder durchdringt, wird durch unsere eigene innere Aktivität wacher und gibt uns ein Bewusstsein von unserem Bewusstsein. Wir realisieren, dass wir von automatisch ablaufenden Strukturen getragen und beherrscht werden. Wir realisieren aber auch, dass wir ein Wesen sind, das sich von den Automatismen abkoppeln kann, wenn es innerlich aktiv wird. Wir lernen so unseren gegenwärtigen Kern –unser Delta – kennen. Unser Delta wirkt zuerst unbewusst, dann immer bewusster in den Strukturen. Es selbst ist aber keine Struktur. Es ist ein lebendiges, gegenwärtiges, unsterbliches Wesen. Im Gegensatz dazu ist unser Ego eine komplexe materielle und übermaterielle sterbliche Struktur. Unser Ego identifiziert sich mit dem materiellen Körper und den seelischen nicht materiellen, aber mit der Materie in Wechselwirkung stehenden Strukturen.
Achtsamkeit ist eine Hilfe, um sein eigenes Delta in einer ersten Stufe kennen zu lernen. Kann man sein Delta auf diese Weise als Realität erfahren, können wir durch die innere Aktivitätssteigerung immer weiter schreiten. Die Delta Dynamik untersucht die ersten vier Aktivitätsstufen. Sie bleibt an der Grenze zu den Gegenwartsfeldern. An dieser Grenze kann man die Existenz des eigenen Deltas durch die eigene Aktivität real erleben. Ausserdem erfährt man die Existenz der Vergangenheitsstrukturen. Wir erleben unsere Innenwelt als Welt, die auch ein Innen und Aussen besitzt. Das Innen ist die Tätigkeit unseres Deltas, das im Gegenwartsfeld lebt. Die Gegenwärtigkeit unseres Deltas ist für uns nun keine Theorie mehr. Das Erleben unserer Delta Tätigkeit ist realer als das Sehen der Sinneswelt. Das Aussen sind die Vergangenheitsstrukturen, die wir bis anhin zu unserem Wesen zählten. Nun realisieren wir, dass unsere Vergangenheitsstrukturen zu uns gehören, uns beeinflussen, aber nicht unser Aktivitätswesen sind. Das Delta lebt in den Strukturen und durchdringt seine Strukturen, ist aber ein von allen Strukturen unabhängiges, unsterbliches Wesen, das seine wahre Heimat im Gegenwartsfeld hat.
Dies ist das Grunderlebnis der Delta Dynamik: Ich bin ein Aktivitätswesen, das unabhängig von Strukturen existiert.
Wenn ich dies in der 1. Aktivitätsstufe erlebe, kann ich mit Hilfe meines Deltas alles Weitere selbst beobachten. Bei weitergehenden Beobachtungen, wird es nötig sein die Aktivität bis zur Stufe vier zu erhöhen. Auf Stufe vier kann mein Delta auch bewusst handeln und in den Strukturen andere Wege beschreiten, wie sie normalerweise strukturgesteuert ablaufen. Wenn man die Aktivität noch mehr steigert, gelangt man zum Erleben und Durchschauen der übermateriellen und untermateriellen Felder. Wir verlassen mit unserem Delta die physische Welt. Diese Erlebnisse sind hilfreich zur Weiterentwicklung der Delta Dynamik, sind zur Praktizierung der Delta Dynamik jedoch nicht nötig.
